Warenkorb
 

Bewerter

Sikal

Gesamte Bewertungen 419 (ansehen)


Über mich:
lese einfach gerne!

Meine Bewertungen

Praktische Tipps für Gartenexperimente

Sikal , am 16.02.2019



Immer mehr steht wieder der Wunsch im Raum, dass man etwas Eigenes ernten möchte. Doch nicht alle sind mit einem eigenen Garten gesegnet, wobei ich (trotz Garten) auch vieles in Töpfen anpflanze. In diesem kleinen Büchlein aus der Servus-Reihe „Das kleine Buch“ findet man dafür viele brauchbare Tipps, damit die Gartenexperimente auch erfolgreich sind.

Tipps für die richtige Erde oder die passenden Töpfe findet man einige, beispielsweise auch etwas, wie man die unschönen Kalkränder auf Tontöpfen entfernen kann. Welche Blumen empfehlenswert sind, findet man ebenso, wie Vorschläge für Obst und Gemüse und die wunderbaren mediterranen Pflanzen, denen man dann aber einen Winterschutz gönnen muss.

Für Einstiegsgärtner finde ich dieses Büchlein bestens geeignet, damit diverse Fehler auch vermieden werden können. Immerhin will man ja für die viele Mühe etwas Erfolg und Freude haben.
Ein brauchbares Büchlein, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Das kleine Buch: Topfgärtner - Veronika Schubert
Das kleine Buch: Topfgärtner
von Veronika Schubert
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
7,00

Blumen sagen mehr als Worte

Sikal , am 15.02.2019



In einem Blumenladen am Wiener Zentralfriedhof arbeitet eine junge Frau unter dem Namen Carolin. Noch vor einem Jahr hatte sie einen anderen Namen, den sie vergessen muss, wenn sie am Leben bleiben will. Sie wurde immer wieder mal von der Polizei als Spitzel in diverse Banden eingeschleust, doch beim letzten Mal ging etwas schief und es musste ihr Tod vorgetäuscht werden. Immer lebt sie mit der Angst erkannt zu werden. Als die Polizei wieder auf sie zurückgreift, um sich in der Baubranche ein wenig umzuhören, muss Carolin über den Schatten der Angst springen und professionell agieren. Dass sie sich selbst in Lebensgefahr bringt, war ursprünglich nicht geplant. Doch immer wieder kreuzt die Sprache der Blumen ihren Weg …

Die Autorin Ursula Poznanski hat einen spannenden Thriller verfasst, der eine ungewöhnliche Protagonistin aufzeigt. Eine Blumenverkäuferin mit dunkler Vergangenheit und dem Wunsch sich unsichtbar zu machen. Sehr glaubwürdig werden die Gefühle Carolins geschildert, ihre Flucht, die Angst und Vorsicht vor Menschen und den Wunsch nach einem normalen Alltagsleben. Hier zeigt sich definitiv die Professionalität der Autorin – schreiben kann sie!

Das Buch ist als Einstiegsband für eine Reihe gedacht und als solcher werden natürlich viele Charaktere und Verflechtungen eingebaut. Es ist nicht immer leicht, dem Geschehen zu folgen und die Charaktere richtig zu verknüpfen. Bis zum Ende werden nicht alle Fragen beantwortet, sondern ein ordentlicher Cliffhanger macht natürlich Vorfreude auf Band 2.

Sehr gut gefallen hat mir die Sprache der Blumen. Ich wusste gar nicht, welche umfangreichen Botschaften Blumen zu sagen haben und was man da Falsches (oder Richtiges) vermitteln kann. In einem Interview hat die Autorin auch erläutert wie sie dazu kam und welches Wissen sie sich nun angeeignet hat – interessant.

Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut, die Geschichte legt aber gegen Ende hin noch einmal ordentlich an Nervenkitzel zu. Ich hoffe nun auf die weiteren Bände, damit alle noch offenen Fragen beantwortet werden.

Ein Buch, dass ich in einem Rutsch durchgelesen habe und dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Vanitas - Schwarz wie Erde - Ursula Poznanski
Vanitas - Schwarz wie Erde
von Ursula Poznanski
(54)
Buch (Paperback)
15,50

Ein Abenteuer in Nepal

Sikal , am 14.02.2019



Die Autorin Jamaica Kincaid unternimmt eine Reise in das Himalayagebiet, um mit befreundeten Botanikern Pflanzensamen zu sammeln, um diese in ihrem heimischen Garten in Vermont gedeihen zu lassen. Sie will unbekannte Blumen, Sträucher, Bäume entdecken, wofür sie zehn Tage lang rund um den Himalaya marschiert und enorme Strapazen auf sich nimmt. Bereits Monate zuvor hatte sich die passionierte Gärtnerin darauf vorbereitet, bis es endlich losgeht und mit Hilfe von ortskundigen Führern die Tour gestartet wird.

Wer sich nun botanische Einblicke in die Flora rund um das Himalayagebiet erwartet (so wie ich), wird vermutlich enttäuscht sein. Man liest hauptsächlich über die Anstrengungen der Tour, genaueste Tagesabläufe, wer was wann wie gemacht hat, was es zu essen gibt, ob man sich die Zähne putzt oder nicht usw. Das war mir teilweise zu mühsam und ich habe einiges übersprungen. Eher so nebenbei liest man alle paar Seiten eine Auflistung der Pflanzensamen, die nun gefunden wurden – wenn man hier mit den botanischen Namen nicht bewandert ist (so wie ich), kann man sich genau gar nichts darunter vorstellen. Oder man recherchiert die Namen im Internet. Hier wären Fotos, oder zumindest Skizzen sehr von Vorteil gewesen.

Der Schreibstil ist irgendwie unzusammenhängend, mal werden Gedankengänge vermerkt, dann wieder Einkaufslisten oder die Beschreibungen der Landschaft – ich wurde damit nicht so recht warm.

Beeindruckt war ich von der akribischen Genauigkeit mit der die Botaniker ans Werk gehen, sie sammeln, sortieren, beschriften genauestens und nehmen viele Mühen auf sich… während die Autorin sich auch mal krank fühlt und im Zelt bleibt.

Leider war das Buch nichts für mich und somit vergebe ich auch nur 2 Sterne.

Die Blumen des Himalaya - Jamaica Kincaid
Die Blumen des Himalaya
von Jamaica Kincaid
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Finnische Socken in Salzburg

Sikal , am 14.02.2019



Dr. Thomas Steinmetz wird am Rande eines Ärztekongresses in Salzburg tot aufgefunden. Die äußeren Anzeichen an der Leiche sind eine antike Hutnadel sowie eine finnische handgestrickte Socke. Doch was war wirklich die Todesursache? Das Ermittlungsteam tappt im Dunkeln, als bereits der zweite Mord passiert. Dieses Mal ist der Täter noch dreister und mordet während die Polizei ihre Vernehmungen durchführt. Wieder wird der Tote mit Socke und Hutnadel dekoriert. Was hat das alles zu bedeuten? Welchen versteckten Hinweis will der Täter damit bekanntgeben?

Inspektor Neuner und sein Team haben eine Menge Verdächtige, viele Spuren – doch alle verlaufen im Sand und anscheinend hat hier jeder ein Alibi. Als Leser folgt man Inspektor Neuner und darf bei der Ermittlungsarbeit genauestens über die Schulter schauen. Lange Zeit hat man ebenfalls keinen konkreten Verdacht, wenngleich sich die Ermittlungsarbeit für meine Begriffe etwas zu langwierig gestaltete. Hier hätte manches Mal etwas Straffung gut getan.

Obwohl ich den ersten Fall mit Inspektor Neuner (noch) nicht kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten in die Gepflogenheiten rund um das Ermittlungsteam einzutauchen. Neuner und auch seine Assistentin Charlie sowie der Staatsanwalt sind ein gutes Team und haben einen freundlichen Umgang miteinander. Auch wenn Neuner manches Mal brummig wirkt, kann ihn Charlie mit Zimtschnecken wieder positiv stimmen – sie kennt ihn einfach schon zu gut.

Die Autorin Marie Anders hat hier einen spannenden Krimi geschrieben, bei dem man auch gleichzeitig noch einige Salzburger Sehenswürdigkeiten kennenlernt und im Café Niemetz vorbeischaut. Auch die Umgebung rund um Salzburg wird sehr gut in das Buch eingebunden.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, das Buch liest sich leicht ohne ausufernde Schachtelsätze. Das Cover gibt eher einen Hinweis auf Finnland als auf Salzburg, somit hat man gleich die Neugier entsprechend geweckt.

Ich habe den Krimi sehr genossen und kann auf jeden Fall 4 Sterne vergeben.

Die finnische Socke - Marie Anders
Die finnische Socke
von Marie Anders
(5)
Buch (Taschenbuch)
12,90

„Deine Welt ist nicht meine Welt“

Sikal , am 12.02.2019



Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Einerseits erfahren wir über die Geschichte des jungen Wiener Historikers Max Schreiber, der sich 1950 in die Abgeschiedenheit eines Tiroler Bergdorfes zurückzieht, um über ein Verbrechen aus dem 19. Jahrhundert zu recherchieren und darüber zu schreiben. Kritisch wird er von den Dörflern beäugt, mit seinen Fragen und der Suche nach Worten kann hier niemand etwas anfangen. Das Leben der Dorfbewohner besteht aus Arbeit, einem Feierabendbier und dem Misstrauen gegenüber Fremden. Erst als Max bei der Holzarbeit und später beim Schneeschaufeln hilft, wird ihm ein kleiner Spalt Freundlichkeit geöffnet. Als er sich jedoch in die stumme Maria verliebt, er von verschiedenen Seiten Warnungen ausgesprochen bekommt, denen er nicht folgt, spitzt sich das Geschehen dramatisch zu. Und obwohl der Ort von Lawinen abgeschnitten ist, schafft es Schreiber spurlos zu verschwinden. Ist er untergetaucht? Oder unter den Lawinen begraben worden?

Mehr als 50 Jahre später reist ein alter Mann auf den Spuren Schreibers, um zu erfahren was damals wirklich passierte. Er vergräbt sich in den Archiven, reist auch in dieses Bergdorf –das Manuskript Schreibers als Grundlage für diese Spurensuche – bis er letztendlich eine für ihn passende Wahrheit herausfindet.

Der kürzlich verstorbene Gerhard Jäger hat bei diesem Roman seine wunderbare Fabulierkunst eingesetzt und lässt den Leser förmlich in den Schneemassen versinken. Die bildgewaltige Sprache und Jägers besonderer Erzählstil konnten mich sehr beeindrucken. Bereits sein Roman „All die Nacht über uns“ war für mich ein Leseerlebnis. Im Vergleich dazu, ist Jägers Debüt jedoch etwas langatmiger.

Die Charaktere (insbesondere die Dorfbewohner) werden sehr authentisch dargestellt, dieses Misstrauen, aber auch der Zusammenhalt in Notsituationen, das Verschlossensein und die Düsternis des Winters, der Einzug hält in die Gemüter der Menschen – all dies finde ich sehr geglückt.

Ein gelungener Roman mit einer besonderen Atmosphäre, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod - Gerhard Jäger
Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod
von Gerhard Jäger
(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
23,70

Anekdoten zwischen Müßiggang und Faulheit

Sikal , am 11.02.2019



Dr. Hohenadl ist der jüngere von drei Brüdern, lebt in Wien, ist finanziell unabhängig und trotzdem geplagt von Existenzängsten – obwohl er sich doch dem Müßiggang hingeben könnte. Einer Kunst, die sein Vater mit Bravour beherrschte, gab dieser sich doch tagtäglich seinen Gedanken auf der Chaiselongue hin ohne auch nur ansatzweise Faulheit in seinen Gedanken vorkommen zu lassen.

Um den lieben langen Tag vergehen zu lassen, lässt sich Dr. Hohenadl so manch kuriose Idee einfallen, die sich zum Großteil alle um seine Knausrigkeit drehen. So wird er ziemlich kreativ, wenn es darum geht, Ausgaben zu vermeiden und trotzdem seine Ideen zu vermarkten oder diverse Sachen zu erwerben (beispielsweise einen Zauberspiegel oder ein Bücherregal). Herrlich lachen musste ich bei der roten Wellenlinie im Word, die zumeist ignoriert wird – zum Glück hat hier Dr. Hohenadl eine glorreiche Idee. Oder auch als er versucht ein kostenloses WLAN zu nutzen, Taufpate zu werden und sich als Partnerschaftsvermittler zu betätigen.

Jedes Kapitel erzählt ein skurriles Erlebnis, manche mehr und manche weniger unterhaltsam. Einige Episoden sind zum Schreien komisch, andere hingegen konnten mich absolut nicht begeistern, obwohl der Schreibstil des Autors Dr. Werner Thuswaldner zeugt, dass er Profi ist und sprachlich hervorsticht.

Obwohl mich das Buch nicht restlos begeistern konnte, vergebe ich für Unterhaltung und Sprache gerne 4 Sterne.

Die Welt des Dr. Hohenadl - Werner Thuswaldner
Die Welt des Dr. Hohenadl
von Werner Thuswaldner
(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Auf Erkundung quer durch Russland

Sikal , am 10.02.2019



Alexander von Humboldt (1769 – 1859) war ein bedeutender deutscher Naturforscher. Seine Forschungsreisen führten ihn nach Amerika, Asien und schließlich auch nach Russland. Mit dieser Russland-Expedition erfüllte sich ein Jugendtraum.

Eingeladen von Zar Nikolaus I. bereiste Humboldt 1829 den eurasischen Kontinent bis zur chinesischen Grenze – mehr als 18.000 Kilometer hatte die Karawane letztendlich zurückgelegt. Die Interessen der russischen Regierung waren hauptsächlich die Erforschung der Rohstoffvorkommen (besonders auch Diamanten) rund um den Ural und darüber hinaus. Hier sollte Humboldt Aufschlüsse über Bergbauminen liefern, im Gegenzug wurde ihm diese Expedition finanziert. Auch seinen 60. Geburtstag feierte er während dieser Reise. Um ein breites Forschungsspektrum abdecken zu können, reiste Humboldt mit einigen Kollegen, beispielsweise Gottfried Ehrenberg und Gustav Rose, die neben den geologischen und astronomischen sowie geographischen Beobachtungen Humboldts auch Forschungen in den Bereichen Biologie, Mineralogie, u. ä. durchführten.

Oliver Lubrich, Ordinarius für Neuere deutsche Literatur und Komparatistik an der Universität Bern hat nun eine Zusammenfassung von Briefen Humboldts und Reiseberichten Roses herausgegeben. Humboldt schrieb an den russischen Finanzminister Cancrin, dessen Frau sowie den preußischen Gesandten von Schöler. Ebenso findet man einige private Briefe an seinen Bruder Wilhelm sowie seinen Freund Francois Arago.

Doch auch die politischen Querelen gingen nicht spurlos an der Reisegesellschaft vorbei: „Auf diesem Wege sahen wir zum ersten Mal einen Transport von Verbannten, die nach Sibirien geschickt wurden. Er bestand aus Frauen und Mädchen, etwa 60 – 80 an der Zahl. Sie gingen frei, waren also nur leichtere Verbrecher; …“ Wobei Humboldt – trotz Regierungsauftrag – nicht davor zurückscheute, einzelnen Verbannten Hilfe zukommen zu lassen.

Von der Entdeckung diverser Rohstoffvorkommen (Zinn, Silber, …) berichtet er ebenso, wie auch beispiellose Landschaftsbeobachtungen vorkommen, die Beschreibung der Freundlichkeit der Menschen, die Gastfreundschaft und die Begegnung mit unterschiedlichen Kulturen. In der privaten Korrespondenz liest man immer wieder von der Anteilnahme am Geschehen zu Hause, merkt die Verbundenheit mit seinem Bruder und es zeigt sich die große Freundschaft zu Francois.

Die Briefe sind teilweise schwierig zu lesen, die Sprache ist ja noch etwas poetischer und ausgeschmückter als sie heute ist. Doch man erhält ein umfassendes Gesamtbild, wie sich diese Reise gestaltete. Im Inneren des Buchdeckels findet man noch eine Übersichtskarte, auf der die Reiseroute verzeichnet ist und man so die Entfernungen besser einschätzen kann.
Für mich war es eine aufschlussreiche Expedition, für die ich gerne 5 Sterne vergebe.

Die Russland-Expedition - Alexander Humboldt
Die Russland-Expedition
von Alexander Humboldt
(3)
Buch (Taschenbuch)
18,50

Teilweise spannend wie ein Krimi

Sikal , am 10.02.2019



Karina Urbach zeigt mit ihrem Buch „Hitlers heimliche Helfer“ ein aufschlussreiches Bild des europäischen (Hoch)-Adels zur Zeit des Nationalsozialismus, aber auch bereits weit davor. Nicht ganz einfach waren die Recherchen – auch aufgrund der Tatsache, dass vieles an Material von den Erben noch unter Verschluss gehalten wird. Obwohl ziemlich sicher einige wichtige Dokumente nicht verwendet werden konnten, schaffte es die Autorin, ein gründlich recherchiertes Werk hervorzubringen.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert und gibt einen Überblick über die beiden Weltkriege und die Zwischenkriegszeit:
Teil 1: Heimliche Helfer in der Ära vor Hitler
Teil 2: Hitlers heimliche Helfer

Eingangs wird erwähnt was man unter sogenannten Go-Betweens versteht, wie sie sich von Geheimdiplomatie und Geheimdiensten abheben, welche Türen und Tore geöffnet wurden und welche Netzwerke durch mühevollste Kleinarbeit aufgebaut wurden.

Ein wichtiger Teil des Buches widmet sich der politischen Haltung der britischen Royals und deren Verzweigungen quer durch Europa. Eine große Rolle spielte beispielsweise Carl Eduard, den Herzog von Sachsen-Coburg und Gothe (ein Enkel Königin Victorias) – ursprünglich in England geboren, wurde er bereits als Jugendlicher zum Deutschen erzogen. Seine bestehenden Kontakte zu England wurden jedoch gerne genutzt und er war sich nicht zu schade, dieses zum Teil perfide Spiel mitzuspielen. Wobei Urbach es nicht verabsäumt, hier logische Hintergründe und Rückschlüsse zu erläutern, wie solche „Go-Between-Aktivitäten“ zustande kamen.

Doch nicht nur Sachsen-Coburg wird hier erwähnt, auch vielen weiteren Go-Betweens begegnen wir. Ziemlich dreist und nicht mal adelig geboren, hat auch Stephanie zu Hohenlohe verschiedenste Geheimaktivitäten absolviert, wobei sie mehrmals die Seiten wechselte und ihr einziges Ziel war, sich selbst in ein positives Licht zu rücken.

Urbach erläutert auch die Geschehnisse rund um die russische Revolution, die Ermordung der Zarenfamilie und der Aufstieg der Bolschewisten. Und genau solche Ereignisse waren es auch, die den Adel in Panik versetzten. Die Angst vor dem Bolschewismus ließ sie, den Faschismus bevorzugen – sie sahen darin eine Rettung vor der kommunistischen Gefahr aus dem Osten.

Sehr schön wird auch geschildert, wie mit den Go-Betweens verfahren wird, wenn für diese keine Verwendung mehr gefunden wurde. Vor allem nach 1945 wurden keine Adeligen mehr gebraucht, um geheime Missionen durchzuführen. Doch die Autorin weist auch darauf hin, dass diese Go-Betweens kein Überbleibsel aus der Vergangenheit sind, sondern uns diese auch weiterhin begleiten werden – in Zeiten, in denen Daten dermaßen lückenlos überwacht werden wie heute, sind Personen mit weit verzweigten guten Kontakten wieder wertvoll.

Ein gut recherchiertes Werk, das ich sehr gerne weiterempfehle und dem ich 5 Sterne gebe.

Hitlers heimliche Helfer - Karina Urbach
Hitlers heimliche Helfer
von Karina Urbach
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,50

Ein gruseliger Ausflug in die Provence

Sikal , am 08.02.2019



Nachdem ich Krimis immer so lese, wie sie mir in die Hände fallen, habe ich nun den ersten Band dieser spannenden Reihe erst jetzt in Angriff genommen – obwohl ich bereits die Nachfolgebände kenne.

Der Autor Pierre Lagrange versetzt uns wieder in die malerische Provence, in den kleinen Ort Carpentras, wo es nicht mit rechten Dingen zugeht. Glücklicherweise ist Ex-Commissaire Albin Leclerc mit seinem Mops Tyson immer zur Stelle, um die Ermittlungen mit seiner Kombinationsgabe und seinen präzisen Recherchen voranzutreiben.

Das Hamburger Ehepaar Hanna und Niklas erbt ein renovierungsbedürftiges Chateau, das nicht nur besondere Kunstschätze sondern auch die Forschungsarbeiten des verstorbenen Onkels beherbergt. Während Niklas versucht, den Nachlass seines Onkels zu regeln und Hanna für ein neues Kinderbuch illustriert, werden Frauenleichen gefunden, denen immer irgendwelche Körperteile fehlen. Die Frauen haben eines gemeinsam: Sie sind jung und rothaarig. So wie Hanna …

Leclerc wird an frühere Kriminalfälle erinnert und beginnt in der Vergangenheit zu kramen, bringt die ermittelnden Beamten mit seinen Hinweisen zur Verzweiflung – besonders Theroux kann den Namen Leclerc ohne „Augen verdrehen“ nicht mehr hören. Dabei hatten ihm seine Kollegen doch extra den Mops zur Pensionierung geschenkt, damit er ihnen nicht auf die Nerven geht. Doch Leclerc kanns nicht lassen, das Ermitteln liegt ihm im Blut und war über Jahrzehnte seine Lebensaufgabe. Da hilft auch seine neue Beziehung zu Véronique nichts.

Ist ein Serienmörder am Werk? Doch warum nimmt der Täter immer wieder Körperteile mit, sammelt diese über Jahre? Was bezweckt er mit dieser Sammelleidenschaft?

Der Autor schafft es, dass er auf über 400 Seiten Spannung aufbaut, zwischendurch einige Landschaftsbilder einstreut und den Charakteren noch ein Privatleben gönnt. Zwischendurch immer wieder ein wenig Humor schwächt die grausame Handlung immer wieder etwas ab. Besonders die Zwiegespräche, die Albin mit Tyson führt, sind einfach herrlich.

Die Beschreibung der Taten ist zwar sehr detailliert, doch schafft es der Autor, dass ich das Buch nicht angewidert zur Seite legen musste. Obwohl es das Ende schon in sich hat und einiges an Nervenkitzel geboten wird – trotzdem es vorhersehbar war, ging an der Spannung nichts verloren.

Nachdem ich die Nachfolgebände vorab gelesen habe, finde ich diesen ersten Band noch nicht so herausragend, vergebe aber gerne 4 Sterne.

Tod in der Provence - Pierre Lagrange
Tod in der Provence
von Pierre Lagrange
(25)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Schöne Übersicht und brauchbare Tipps

Sikal , am 07.02.2019



Die Autorin Michaela Schnetzer ist bereits seit ihrer Kindheit von Kräutern fasziniert. Mittlerweile ist sie TEH-Praktikerin und bietet Kurse zu verschiedenen Themen an. Mit ihrem Buch „Kräuter, die Frauen guttun“ gibt sie einen kleinen Einblick in die Welt der Kräuter.

Gleich zu Beginn beschreibt sie kurz und knackig wie sich der weibliche Körper im Laufe des Lebens verändert, welche Phasen durchlaufen werden. Im Anschluss daran werden 24 verschiedene Kräuter vorgestellt und die Wirkung aufgezeigt. Man begegnet vielen bekannten Pflanzen und hat vielleicht auch schon so einiges darüber gelesen – hier wird dies wieder ins Gedächtnis gerufen.

Ich finde den Ansatz sehr schön, dass man jetzt nicht gleich eine Heilung durch Teetrinken o.ä. anstreben soll, sondern die Autorin beschreibt liebevoll, welche Unterstützung das jeweilige Kraut geben kann.

Viele Tipps sind ganz einfach umzusetzen und kann man gleich mal probieren. Ich habe für mich so einiges gefunden und werde das Büchlein als fixen Begleiter in meiner Nähe lassen. Ganz habe ich nicht verstanden, nach welcher Logik die Kräuter sortiert wurden, aber da das Buch so klein ist, findet man sich auch so zurecht.

Wieder ein tolles Buch aus der Servus-Reihe „Das kleine Buch“, das ich allen Frauen weiterempfehle. Gerne vergebe ich hier 5 Sterne.

Das kleine Buch: Kräuter, die Frauen guttun - Michaela Schnetzer
Das kleine Buch: Kräuter, die Frauen guttun
von Michaela Schnetzer
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
7,00

 
zurück