Warenkorb
 

Bewerter

peedee Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 690 (ansehen)


Meine Bewertungen

Buchabbruch nach 180 von 352 Seiten

peedee , am 18.06.2019

Antonia ist Archäologin und erhält überraschend die Gelegenheit, in Venedig an einem Forschungsauftrag zu arbeiten. Dies kommt ihr wie gerufen, denn ihr Leben in Berlin und ihre Partnerschaft sind irgendwie festgefahren. Also: Koffer gepackt und ab nach „Bella Italià“! Sie wird bei Contessa Ada in ihrem Palazzo wohnen. Sie lernt schon am ersten Tag Dario kennen, der gut mit der Contessa befreundet ist. Neue Stadt, neues Liebesglück?

Erster Eindruck: Das Cover ist romantisch-verklärt (aufgrund der Kleidung habe ich zuerst gedacht, dass es ein historischer Roman sei) – gefällt mir gut.

Wie schon im Titel der Rezension steht, kam es bei mir zu einem Buchabbruch nach 180 von 352 Seiten. Die Geschichte kam für mich bis zu diesem Zeitpunkt leider nicht in Schwung. Üblicherweise hat ein Buch bei mir 50 – 100 Seiten (je nach Buchumfang) Zeit, mich zu überzeugen. Hier habe ich noch deutlich weitergelesen, aber dann doch noch aufgegeben.

Das Buch ist als Liebesroman klassifiziert, aber zumindest bis zum Buchabbruch habe ich davon nichts gemerkt. Die Liebe der Autorin zu Venedig ist jedoch durch ihre detaillierten Beschreibungen sehr gut spürbar. Die Stadt hat täglich mindestens so viele Besucher wie Einwohner, nämlich etwa sechzigtausend – wow! Das habe ich mir vorher noch nie überlegt, auch nicht, welche Schäden z.B. durch zu schnell fahrende Motorboote an den alten Gemäuern entstehen (ich gebe es zu, ich war noch nie in Venedig).
Antonia blieb für mich ziemlich farblos. Anstatt ihre Probleme in Berlin zu lösen, verlässt sie einfach kurzum das Land. Ob das die richtige Entscheidung war? Ada hat mir gefallen, mich aber auch überrascht, denn sie wurde durch Antonias Einzug enorm aktiv. Vorher hat sie offenbar eine sehr lange Zeit ihr Haus nicht mehr verlassen.
Die „Gespräche“ zwischen „Mimi“, Adas Katze, und „Canaletto“, einer Ratte, haben leider nicht ganz meinen Geschmack getroffen.

Ich bin überzeugt, dass andere Leser viel Freude an dieser Geschichte haben werden, aber ich bin offenbar nicht die richtige Zielgruppe dafür.

Die Mondschein-Lagune - Dorette Deutsch
Die Mondschein-Lagune
von Dorette Deutsch
(3)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Interessante Einblicke

peedee , am 16.06.2019

Die Aussage „Martha, du nervst!“ kommt von Brigitta Schröder. Sie ist Diakonisse und eckt mit ihren Ansätzen immer wieder (gerne) an. Martha war ihre langjährige Freundin, die nach einem Schlaganfall dement und von Brigitta lange betreut wurde. Brigitta hat sich vermehrt mit Menschen mit Demenz beschäftigt. In diesem Buch wird Brigittas Biografie erzählt, zudem kommen weitere Personen zu Wort, die auf beruflicher und/oder persönlicher Ebene von Demenz betroffen sind. Franziska K. Müller, Journalistin und Autorin, hat die Geschichten aufgeschrieben.

Erster Eindruck: Eine lebenslustige Diakonisse auf dem Cover – es zeigt bereits, dass Brigitta sich gerne gegen Konventionen auflehnt. Von einer 83-jährigen Diakonisse hätte man doch ein viel braveres Cover erwartet, oder? Ich finde es toll, ebenso finde ich den Buchtitel gelungen.

Demenz – ein bedrohliches Wort. Es ist für mich beängstigend, wenn ein Mensch immer mehr vergisst. Es ist irgendwie ein Abschied auf Raten vom Gewohnten, belastend, anstrengend. Wenn man mal etwas vergisst, ist das dann gleich ein Anzeichen von Demenz? Natürlich nicht.
Mir hat der Mix des Buches sehr gefallen: einerseits die Biografie von Brigitta Schröder, die ihren nicht immer einfachen Weg aufzeigt (ihre Mutter war vehement gegen ihre Entscheidung, Diakonisse zu werden), ihre Berufserfahrungen in puncto Demenz (interessant, wie sich der Umgang damit verändert hat), andererseits die unterschiedlichen Geschichten von Menschen, die mit dem Thema Demenz konfrontiert wurden (z.B. eine Frau, deren Partner dement wurde und sie daraufhin einen Blog zu schreiben begann; eine Frau, die mit dementen Menschen arbeitet und deren Mutter dann selbst an Demenz erkrankte).

„Ich erkannte, dass Menschen mit Demenz sich nicht ändern können. Nur wenn ich mich verändere, verändert sich die Situation.“ (Brigitta Schröder)

Es ist sehr wichtig, dass betreuende Personen merken, wann sie sich Hilfe holen müssen. Es ist kein Abschieben des geliebten Menschen, wenn externe Personen eingebunden werden oder sogar ein Übertritt in eine geeignete Institution nötig wird. Auf lange Zeit kann ein Partner nicht eine 24-Stunden-Betreuung aufrechterhalten, ohne selbst gesundheitlich Schaden zu nehmen. Diese Entscheidung stelle ich mir trotz allem sehr schwer vor. Es hat sehr viele berührende Momente, die zeigen, dass ein Leben mit Demenz sehr wohl noch lebens- und liebenswert ist. Eine Tochter erzählt z.B. davon, wie ihr Vater bereits mit 58 Jahren an Demenz erkrankte und wie er schlussendlich in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden musste. Er hat dort eine neue Aufgabe gefunden und wischt (aus Eigeninitiative) jeden Tag fünf bis acht Stunden lang die Gehwege im Park im Sonnweid. Er meint, dass es etwas sei, was jemand machen müsse.
Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, die von Franziska K. Müller (mit)verfasst wurden (z.B. zuletzt „Für immer – Die unfassbare Tat von Rupperswil und ihre Folgen“) und ich bin immer wieder beeindruckt von ihrer Art, über sensible Dinge zu schreiben.

Martha, du nervst! - Brigitta Schröder, Franziska K. Müller
Martha, du nervst!
von Brigitta Schröder
(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
29,90

Sehr lesenswert!

peedee , am 16.06.2019

Ein Mordanschlag auf die Bestsellerautorin Josephine Bourdillon! Sie liegt auf der Intensivstation im Koma. Wer könnte es auf Josephine abgesehen haben? Ein fanatischer Leser? Die Polizei wertet Fanpost und Drohbriefe aus, doch die Ermittlungen geraten ins Stocken. Auch die Familie von Josephine versucht herauszufinden, wer dahinter stecken könnte. Hat der aktuelle Vorfall etwas mit dem besagten Sommer zu tun, über den sie alle schweigen?

Erster Eindruck: Das Coversujet ist grundsätzlich schön, aber mir entspricht die Art der Malerei (oder nachkolorierte Fotografie?) nicht sehr. Der Buchtitel gefällt mir hingegen sehr gut, er macht neugierig auf etwas in der Vergangenheit.

Für mich war es das erste Buch von Elizabeth Musser und daher habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt: eine Geschichte in der Vergangenheit ab Ende der 1960er Jahre, d.h. in der Kindheit von Josephine, sowie zwei in der Gegenwart, einmal innerhalb der Familie und einmal ausserhalb davon. Die Wechsel sind gut gekennzeichnet und machen das Buch lebendig.
Dass auf die Bestsellerautorin ein Mordanschlag ausgeführt wurde, ist für die Presse natürlich ein gefundenes Fressen. Doch wer hat Interesse daran, Josephine tot zu sehen? Ob sie je aus dem Koma erwachen wird und in welchem Zustand sie dann wäre, ist unklar. Für die Familie muss das ein Riesenschock sein!
Was ist in jenem besagten Sommer passiert? Warum befürchtet Paige, dass ihr Vater verdächtigt werden könnte, etwas mit dem Anschlag auf Josephine zu tun zu haben? Die Andeutungen auf den besagten Sommer haben mich ganz kribbelig gemacht und ich musste schnell weiterlesen, um mehr herauszufinden. Paige hat mir sehr gefallen. Obwohl sie noch sehr jung ist und selbst meint, mit dem Glauben nichts mehr anfangen zu können, praktiziert sie doch unbewusst Nächstenliebe und Vergebung. Wenn das nicht Glaube in Reinkultur ist!

Die Autorin hat es geschafft, das Wesen von Josephine sehr gut darzustellen, ihre inneren Kämpfe gegen die Depressionen, die sie immer wieder zu überwältigen drohten. Es ist eigentlich verrückt, dass Josephine Bücher schreibt, aber mit Kritik nicht gut umgehen kann. Ich muss zugeben, dass ich jedoch auch schlecht mit negativen Reaktionen umgehen könnte, vor allem in der heutigen schnelllebigen Welt und Social Media. Da könnten zig tolle Bewertungen kommen, aber wenn eine dann sehr schlecht ausfällt…

Es wurden schwergewichtige Themen wie Depressionen, Liebe, Glaube, Vergebung und Gnade behandelt. Der Ausgang der Geschichte hat mich sehr überrascht und mich nachdenklich zurückgelassen. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter.

In jenem besagten Sommer - Elizabeth Musser
In jenem besagten Sommer
von Elizabeth Musser
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,50

Vorurteile, Hoffnung und neue Pläne

peedee , am 12.06.2019

Hope Harbor, Band 2: Eric Nash ist ein erfolgreicher Anwalt, für den 16-Stunden-Arbeitstage keine Seltenheit sind. Nun wurde ihm überraschend gekündigt. Er kehrt nach Hope Harbor zurück, um seinen Vater zu besuchen und ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Doch bei seinem Elternhaus ist nichts mit Ruhe: Sein Vater lässt renovieren und will ein Bed & Breakfast eröffnen! Die Bauleiterin und Architektin BJ Stevens stellt sich als ziemlich kratzbürstig heraus. Er googelt sie und stellt fest, dass sie in der Grossstadt einen vielversprechenden Job hatte – was will sie in Hope Harbor?

Erster Eindruck: Das Cover mit dem Leuchtturm und dem Steg (oder der kleinen Brücke) gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Ich habe mich sehr gefreut, wieder in Hope Harbor zu sein. Es gab ein Wiedersehen mit meiner Lieblingsfigur Charley Lopez, dem Künstler und Taco-Verkäufer – er ist ein wahrhaft weiser Mann!

Eric und BJs erste Begegnung hat im wahrsten Sinne durchschlagenden Eindruck hinterlassen: Er fährt auf BJs Wagen auf (er war durch sein Smartphone abgelenkt!) – glücklicherweise gab es keine Verletzten zu beklagen. Eric hat ganz klare Vorstellungen von seinem Aufenthalt bei seinem Vater. Nur kurz durchatmen, dann mit Vollgas einen neuen Job suchen, denn er hat schliesslich nicht Jahre umsonst so hart gearbeitet, um von seinem Plan, Partner in einer renommierten Kanzlei zu werden, abzukommen. Erics Dad John hat mir sehr gut gefallen: Er hat, wie so viele Eltern, den berühmten Eltern-Blick drauf, bei dem jedes Kind – egal, wie alt es ist – genau weiss, dass es Mist gebaut hat. Ha, wo die Eltern das wohl lernen?
Eleanor Cooper ist 88 Jahre alt und lebt mit ihrem Kater „Methusalem“ im eigenen Haus. Seit sie nicht mehr so mobil ist, wurde es immer stiller um sie herum – sie fühlt sich einsam. Zum Glück besucht BJ sie häufig, da sie sich ehrenamtlich für „Helfende Hände“ engagiert. BJ hat ganz persönliche Gründe, wieso es ihr so wichtig ist, der alten Dame zur Seite zu stehen.
Luis, einer der beiden Mitarbeiter von BJ, hat schwer mit sich zu kämpfen: Er sieht das Leben nur noch dunkel und weiss nicht, wie lange er so noch weitermachen kann oder will.

„Sorgen ändern nichts daran, was morgen kommt, aber sie rauben dir heute die Freude.“ (Charley)

Verlust, Verzweiflung, Vorurteile, aber auch Hoffnung sind wichtige Stichworte dieses Buches. Und selbstverständlich auch der Glaube. Das Thema Vorurteile, dem sich doch einige Bewohner stellen müssen, hat auch mich selbst nachdenklich gemacht: Wo gibt es bei mir Vorurteile? Und wieso? Halte ich mich für etwas Besseres? Dies sind unangenehme Fragen. Doch es gibt noch etliche weitere Fragen: Was tun, wenn plötzlich das Leben nicht mehr so ist, wie man es bisher kannte? Sind die einstigen Träume immer noch die aktuellen? Oder ist der eingeschlagene Weg eine Sackgasse? Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und es gab viele stille Momente, die mich berührt haben. Von mir gibt es 5 Sterne.

Der Weg zu den Dünen - Irene Hannon
Der Weg zu den Dünen
von Irene Hannon
(6)
Buch (Paperback)
15,40

Theorie hätte ausführlicher sein dürfen

peedee , am 11.06.2019

Silvia Gasser, eine junge Südtiroler Bloggerin, erklärt die Ernährungsform Low Carb, erzählt, wie sie den Weg dazu gefunden hat und stellt viele Rezepte vor. Bei den Rezepten werden auch Alternativen präsentiert („no an Tipp“).

Erster Eindruck: Ein freches Cover mit der sympathischen Autorin, ein witziger Buchtitel, durchgehend farbig bebildert – gefällt mir.

Zum Aufbau des Buches: „Meine Geschichte“, „Cheat Day – der Schummeltag“, „Der Low-Carb-Ernährungsplan“, „Mehl ohne Kohlenhydrate“, „Zuckerersatz“, „Grüne Smoothies“, Rezepte, Register.

Der Einstieg ins Buch beginnt mit Silvis Geschichte: Sie ist eine junge Zweifach-Mutter, Ernährungscoach und begeisterte Köchin, hatte aber bis zur Geburt des ersten Kindes kein grosses Interesse an gesunder Ernährung. Obst und Gemüse? Fehlanzeige. Sie meint, dass sie sich „20 Jahre fast ausschliesslich von Nutella und Pizza ernährt“ hat – grosses Smiley dahinter. Silvi erzählt sodann von ihrem Weg zu besserer Ernährung: Low Carb. Dabei sollten Weizenprodukte und Zucker möglichst vermieden werden. Sie stellt u.a. Low-Carb-Mehle (z.B. Mandelmehl, Süsslupinenmehl) oder Zuckerersatzprodukte (z.B. Stevia, Birkenzucker) vor. Als Tipp beim Einkauf empfiehlt Silvi, die Nährwerttabellen gut zu lesen. Lebensmittel, die mehr als 10 – 15 g Kohlenhydrate (pro 100 g) enthalten, sollten abends nicht gegessen werden.

Die Rezepte sind einfach beschrieben und kommen meist mit einer überschaubaren Anzahl Produkte aus. Es gibt Informationen zu Vorbereitungs- und Garzeiten sowie Hinweise betr. glutenfrei, vegetarisch, vegan, etc. Zwischen all den Rezepten gibt es immer wieder zweiseitige Berichte „Silvi auf Tour“, wo sie Nahrungsmittelproduzenten in Südtirol besucht.

Silvi hat einen charmanten und jungen Schreibstil; ich mag das eingestreute Südtirolerische, wie z.B. „no an Tipp“, „Wos brauchi olls?“ oder „Wie mochi des?“. Das Buch hat mir gefallen, durchaus, aber ich hätte mir den theoretischen Teil ausführlicher gewünscht.

Silvis Low Carb Kuchl - Silvia Gasser
Silvis Low Carb Kuchl
von Silvia Gasser
(4)
Buch (Kunststoff-Einband)
19,90

Ein leises, berührendes Buch

peedee , am 10.06.2019

Die Grundschullehrerin Svenja Lorentz kommt an ihre Grenzen: Burn-out! Während ihrer Krankschreibung erfährt sie, dass sie eine Wohnung in Paris geerbt hat. Sie ist zwar winzig, aber würde ganz allein ihr gehören. Paris bringt ihr einen neuen Blickwinkel auf ihr Leben. Vielleicht bringt es ihr auch eine neue Liebe? Doch über dem neuen Lebensgefühl schwebt der drohende Hausverkauf – es soll luxussaniert werden…

Erster Eindruck: Ein hübsches Cover mit den vielen verschiedenfarbigen Macarons – im wahrsten Sinne süss.

Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man erfährt, dass man von Unbekannten geerbt hat? Der Name Georges Cordonnier des Verstorbenen hat Svenja nichts gesagt – ihrer Mutter jedoch schon, denn es handelte sich um Georg Schuster, ihren älteren Bruder und gleichzeitig das schwarze Schaf der Familie. All die Jahre wurde nicht über ihn gesprochen. Nun gut, die Familie Lorentz wohnte in Hamburg und der Bruder in Paris, da läuft man sich ja nicht aus Versehen über den Weg. Warum wurde er als schwarzes Schaf bezeichnet? Nur weil er nicht so leben wollte, wie es seine Geschwister gerne gesehen hätten? Wieso hat er ausgerechnet seine Nichte Svenja, die er nur ein einziges Mal gesehen hatte, als Erbin eingesetzt?
Als ich den Originalklappentext gelesen habe, habe ich gleich mal leer geschluckt und leichte Platzangst gespürt: eine acht Quadratmeter grosse Wohnung? Das Wort „Wohnung“ ist doch viel zu gross dafür! Die winzige Wohnung wird in Frankreich auch „studette“ genannt – ein Einzimmerapartment mit Waschgelegenheit. Sie hat keine Küche, die Toilette befindet sich auf der gleichen Etage, die Dusche eine Etage tiefer. Hm, das wäre mal so gar nichts für mich… Die Bewohner des Hauses reagieren eigenartig auf die Ankunft Svenjas – sie scheinen sich irgendwie bedroht zu fühlen. Nur Marc Decaux nicht, ihr direkter Nachbar; er ist Musiker. Nach und nach erfährt Svenja mehr über ihren verstorbenen Onkel.

„Macarons – den Kummer können sie dir zwar nicht nehmen, aber er schmeckt wenigstens nicht mehr so bitter.“

Dies ist das Debüt einer deutschen Autorin unter dem Pseudonym Yvonne Jarré. Mir hat das Buch sehr gefallen. Zuerst war es für mich ein eher locker-leichtes Buch, das mich aber immer mehr berührt hat, je mehr ich von den Menschen in dem Pariser Wohnhaus erfahren habe. Von mir gibt es 4 Sterne.

Jarré, Y: Ein kleines Stück Paris - Yvonne Jarré
Jarré, Y: Ein kleines Stück Paris
von Yvonne Jarré
(5)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Hat mich leider nicht mitgerissen

peedee , am 09.06.2019

Nachdem Amelie von ihrem Mann verlassen wurde, hat sie sich als Hochzeitsplanerin mit „Wedding de luxe – Amelie Vogelsang & Team“ selbstständig gemacht. Sie verhilft nun seit einem halben Jahr – trotz eigenen geplatzten Träumen – künftigen Eheleuten, den schönsten Tag ihres Lebens zu feiern. Ein neuer Mann steht für Amelie nicht auf dem Plan. Wo sollte sie den schon kennenlernen? Zum Beispiel auf einer Hochzeit…

Erster Eindruck: Das Cover ist, wie bei allen Ellen-Berg-Büchern, wiederum sehr detailreich und witzig – gefällt mir sehr gut.

Eine Hochzeitsplanerin, die kein Auto und auch kein Büro hat, ist doch ziemlich unglaubwürdig. Amelie darf während der Mittagspause ihres besten Freundes Sebastian dessen schickes Büro für Besprechungen benutzen. Hm, ob ein Business ihrer Art so funktionieren kann? Finanziell scheint es bei Amelie äusserst knapp zu sein (ebenfalls bedenklich, denn als noch unerfahrene Unternehmerin wird sie doch häufig in Vorkasse gehen müssen). Edeltraut, die das „& Team“ von „Wedding de luxe“ bildet, ist eine resolute Frau – sie hat mir sehr gefallen. Sie scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. Ihr gehört auch die Wohnung, in der Amelie seit vier Wochen als dritte WG-Partnerin wohnt. Die WG erhält sogar noch weiteren unerwarteten Zuwachs.

Wie gewohnt hat es amüsante Sprüche, wie z.B.:
- „Immer wenn man lacht, stirbt irgendwo ein Problem.“
- „Vorsicht, Single mit Frustrationshintergrund, bitte Abstand halten!“
- „Zu einer Trennung gehören immer zwei, oder? Klar. Der Ehemann und seine Geliebte.“

Die Story hat sich für mich stellenweise ziemlich gezogen. Normalerweise sind die Bücher witzig und überzeichnet, doch leider konnte mich die Geschichte dieses Mal nicht mitreissen. Dies war mein 15. Buch von Ellen Berg und für mich eines der schwächeren, schade. Von mir gibt es leider nur 2 Sterne.

Trau dich doch - Ellen Berg
Trau dich doch
von Ellen Berg
(22)
eBook
8,99

Immer wieder schön in Happily Inc

peedee , am 06.06.2019

Happily Inc, Band 4: Silver Tesdal führt mit viel Freude und Herzblut ihre mobile Bar „AlcoHaul“. Nun will sie expandieren und benötigt dafür einen Kredit. Ihre letzte Hoffnung ruht auf der Bank, wo ihr Ex Drew Lovato arbeitet. Die Bank lehnt ab, doch Drew bietet ihr das nötige Geld auf privater Basis gegen eine Teilhaberschaft. Wie soll sie nur mit Drew zusammenarbeiten? Seit ihrer Trennung vor vielen Jahren trägt Silver ein Geheimnis mit sich herum…

Erster Eindruck: Der witzige Stil des Covers gefällt mir – ebenso der Buchtitel.

Dies ist Band 4 der Reihe, kann aber ohne Kenntnisse der Vorgängerbände gelesen werden. Es ist immer wieder schön, Happily Inc zu besuchen.

Silver gefällt mir: sie ist stark und unabhängig. Es widerstrebt ihr zutiefst, die Banken für einen Kredit abklappern zu müssen, doch ihre Expansionspläne bedingen nun mal Geld, das sie nicht hat. Sie hat bereits die zwei perfekten Airstream-Wohnwagen gefunden und weiss auch schon genau, wie sie die ihren Bedürfnissen anpasst. Aber eben… ohne Geld funktioniert das nicht. Sie musste schon mehrere Anfragen für Eventeinsätze absagen, da ihr die Wagen fehlen. Drew bietet ihr nun das Geld an – ausgerechnet Drew! Sie waren vor rund zwölf Jahren ein Paar, doch sie waren zu jung. Der Banker Drew will sich nun an seinen freien Tagen sogar selbst an die Bar stellen. Ob das funktioniert?
Pallas, die Besitzerin von „Wedding out of the Box“ hat eine neue Hochzeitsplanerin eingestellt: Renee Grothen – eine sehr engagierte und erfahrene Mitarbeiterin. Das Team hat aktuell zwei Hochzeiten zu organisieren, wobei Silver auch persönlich involviert ist: einerseits die Hochzeit von Leigh und Denton und andererseits die von Drews Cousin Cade und Bethany. Dass Leighs Hochzeit ausgerechnet in Happily Inc stattfinden wird, macht Silver Sorgen…

„Du kannst nicht einfach nur vor etwas davonlaufen. Du musst auch auf etwas zulaufen. Was willst du? Was fehlt dir?“

Am besten gefallen haben mir Drews Grandpa Frank und erstaunlicherweise Drews Vater. Drews Mutter Irene hat leider so gar keine Punkte bei mir sammeln können. Aus ihrer Sicht meint sie sicher, alles nur zum Wohle ihres Sohnes zu tun, aber das ist es eben überhaupt nicht!
Die Nebengeschichte über Wynn und Jasper war für mich nur Auftakt für eine eigenständige Geschichte (so hoffe ich zumindest). Ich würde gerne mehr über Wynns Vergangenheit erfahren. Nicht einmal ihre Freundinnen wissen darüber etwas. Jasper litt als Ex-Militär an PTBS, einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Die Geschichte hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen und ich freue mich auf eine Fortsetzung.

Einmal für immer, bitte - Susan Mallery
Einmal für immer, bitte
von Susan Mallery
(15)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Geschichte mal anders präsentiert

peedee , am 05.06.2019

Wieso wurden Kaiser Franz Joseph, Sisi und Kronprinz Rudolf zu Kultfiguren? Das ist eine von 99 Fragen über die österreichische Geschichte, Politik, Kultur und Gesellschaft. Von Austropop über Christianisierung, Geheimprotestantismus, k. u. k., Landesheilige, „Ötzi“, „Venus von Willendorf“ bis zum Zweiten Weltkrieg – eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Sammlung. Prof. Dr. Karl Vocelka, langjähriger Vorstand des Instituts für Geschichte der Universität Wien, Kurator kulturhistorischer Ausstellungen, hat die Fragen und Antworten zusammengetragen.

Erster Eindruck: Ein mehr als passendes Cover für ein Buch, das sich um die österreichische Geschichte dreht – gefällt mir sehr gut.

Das Buch ist wie folgt gegliedert:
- Allgemeines, z.B. „Was heisst Österreich?“
- Ereignisse, z.B. „Welche Rolle spielte der Antisemitismus in Österreich?“
- Wirtschaft, z.B. „Welche Währungen gab es in Österreich?“
- Soziales, z.B. „Wie erfolgte die Emanzipation der Frauen?“
- Religionen, z.B. „Wie ging die Christianisierung Österreichs vor sich?“
- Kultur, z.B. „Was ist Austropop?“

Es gibt viel Interessantes und auch Amüsantes, hier nur drei Beispiele, die ich selbst in Frageform präsentiere:
- Was ist ein k. Ministerium, ein k. k. Ministerium oder ein k. u. k. Ministerium? „Die Abkürzung k. (königlich) bezieht sich allein auf Ungarn, ein k. k. Ministerium (kaiserlich-königlich) bezieht sich auf den westlichen (österreichischen) Teil der Monarchie und ein k. u. k. (kaiserlich und königliches) Finanzministerium für die gemeinsamen Finanzen der beiden Reichshälften.“
- Schon gewusst, dass der weltweit meistgesehene Film über Österreich der amerikanische Film „Sound of Music“ mit 1,2 Milliarden Zuschauern ist und dieser Film in Österreich selbst wenig bekannt ist?
- Was war der Preis für einen Herrenanzug vor dem Krieg und sodann im September 1922? Vorher 700 Kronen, danach 1,7 Millionen Kronen!

Dieses Buch eignet sich hervorragend, es in Häppchen zu lesen – ich habe mir immer wieder ein paar Fragen und deren Antworten dazu einverleibt. Es waren für mich als Schweizerin unterhaltsame Lesestunden und ich bin überzeugt, dass auch viele Österreicher noch Neues über ihr Land erfahren werden (oder zumindest altes Wissen auffrischen können). Mir hat der Frage- und Antwortstil sehr gut gefallen.

99 Fragen zur österreichischen Geschichte - Karl Vocelka
99 Fragen zur österreichischen Geschichte
von Karl Vocelka
(1)
eBook
9,99

Meine Geduld zahlt sich aus

peedee , am 03.06.2019

Hardy Engel, Band 2: Hollywood, 1922. Der deutsche Privatdetektiv Hardy Engel führt für den berühmten Filmregisseur William Desmond Taylor einen Auftrag aus. Am nächsten Tag soll er für eine Besprechung zu ihm nach Hause kommen. Hardy findet den Regisseur erschossen im Wohnzimmer und gerät selbst unter Mordverdacht. Nun muss er den wahren Mörder finden. Die Bosse der Filmstudios scheinen nicht wirklich an der Auflösung des Falles interessiert zu sein, sondern eher an einer Vertuschung. Es werden Beweise manipuliert und Zeugen verschwinden oder werden getötet…

Erster Eindruck: Das Cover finde ich sehr gelungen; selbstverständlich in Schwarz-Weiss, stilechtes Ambiente, dazu die glänzenden goldfarbenen Prägungen – wirklich sehr schön! Überraschend sind die vielen Seiten Dünndruckpapier.

Dies ist Band 2 der Reihe um Hardy Engel, für mich war es jedoch die erste Begegnung mit ihm. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen aus Band 1 gefehlt hätten.

Aus Hardys einfachem Beobachtungsfall wird also gleich ein Mordfall mit ihm selbst als Hauptverdächtigen! Es gibt für Hardy ein Wiedersehen mit Ulisses Gordon und Vincent Catanza von der Mordkommission Hollywood. Catanza ist ein schmieriger und bösartiger Typ. Was er wohl gegen Hardy hat? Hardy wird von einem Filmstudio mit der Ermittlung beauftragt. Gleichzeitig stellen sie ihm die junge Polly Brandeis, selbst Regisseurin, als Ermittlerin zur Seite. Eine Regisseurin wird zur Ermittlerin? Polly ist äusserst „lebenslustig“ – in der Welt Hollywoods war so etwas früher vielleicht möglich, aber auf dem Land wäre ihr Lebenswandel ein Tabu gewesen. Hardy findet Gefallen an der frechen Polly (und an deren Mops „Enrico“). Die gemeinsamen Ermittlungen gestalten sich aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen schwierig.

Filmgeschäft, Korruption, Homosexualität, Drogen – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Das Eintauchen in eine andere Welt, in einen anderen Zeitgeist, hat mir sehr gefallen. Ein Roman, der in einer anderen Zeit spielt, stellt aus meiner Sicht eine grosse Herausforderung an den Schreiber dar, denn schliesslich müssen geschichtliche Ereignisse stimmen (da ich nicht so geschichtsaffin bin, würden mir persönlich Fehler jedoch wahrscheinlich nicht auffallen). Die Grösse des Buches sowie der instabile Einband in Kombination mit den dünnen Blättern haben die Lektüre für meine Lesegewohnheiten nicht ganz einfach gemacht. Üblicherweise klebe ich Post-it-indices in die Bücher, um mir besondere Stellen zu markieren. Hier habe ich das nicht gewagt, da ich Angst hatte, beim Entfernen gleich die Seite zu beschädigen. Das Buch hat nicht nur 640 Seiten, es hat auch noch mehr Zeilen, als Vergleichsbücher (ca. 18%), d.h. somit kommen wir eigentlich auf ca. 750 Seiten! Für mich war das Buch deutlich zu lang. Es hat sehr viele Protagonisten, die den Lesefluss zuweilen etwas behinderten. Die Spannung nahm gegen Ende deutlich zu, d.h. die Geduld zahlt sich aus! Von mir gibt es 4 Sterne.

Der blutrote Teppich - Christof Weigold
Der blutrote Teppich
von Christof Weigold
(13)
Buch (Paperback)
16,50

 
zurück