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Meine Bewertungen

Spannender und solider Krimi!

Eine Ex-Undercover-Agentin, die im Exil in Wien lebt und jeden Moment ihres Lebens fürchten muss, entdeckt und ermordet zu werden, bietet eine ziemlich gute Ausgangssituation für einen spannenden Krimi. Leider blieb lange Zeit im Dunkeln, wovor die Hauptfigur Carolin überhaupt solche Angst hat, vor wem sie flieht und was sie in ihrer Vergangenheit gemacht hat, dass sie nun dieses geheime Leben führen muss. Bis zu einem gewissen Grad dient dieses „im Dunkeln lassen“ natürlich der Spannungssteigerung, aber irgendwann war für mich der Punkt erreicht, wo ich mir eine klare Aufklärung gewünscht hätte. Zusammenhänge blieben dadurch oftmals unklar und ich bin der Meinung, dass die Offenbarung von Carolins Vergangenheit in diesem Reihenauftakt zum besseren Verständnis ihrer Person und ihres Charakters beigetragen hätte.

Carolin ist neurotisch, fühlt sich jederzeit und überall verfolgt und hat sogar eine Waffe. Die große Angst, die sie vor den Menschen ihrer Vergangenheit hat, überträgt sich anfänglich auch auf den Leser. Man fragt sich, wer die skrupellosen Menschen sind, vor denen sie flieht und auch Carolins rückblickend geschilderten brutale Erinnerungen an Folterungen lassen den Leser nicht unberührt zurück. Dennoch bleiben die Umstände, weshalb Carolin genau in solcher Angst lebt und sich als Blumenhändlerin versteckt hält, ungeklärt. Da Ursula Poznanski Folgebände der Reihe angekündigt hat, bleibt zu hoffen, dass diese Umstände in den Fortsetzungen deutlicher werden, denn sonst ist man als Leser unbefriedigt und wird von der eigentlichen Spannung der Geschichte abgelenkt.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Protagonistin Carolin viele Mittel und Wege kennt, um sich in der Menschenmasse förmlich unsichtbar zu machen und verdeckt zu ermitteln. Der Einsatz von Verkleidungen, Türspionen und verschlüsselter Blumen-Botschaften geben der Geschichte den nötigen Antrieb und haben mich immer wieder leicht zur Spannung zurückfinden lassen. Die Handlung an sich hat zwischendurch zwar ihre Längen, trotzdem halten einige brutale Morde den Leser bei der Stange. Man kann jedoch nicht von einem klaren Höhepunkt der Geschichte sprechen, auf den alles hinausläuft. Vielmehr gibt es mehrere spannende Höhepunkte, die in der Summe ausreichen, um als sehr guter Krimi gelten zu können.

Die Idee der Autorin, tödliche Blumengrüße als eigene Sprache in die Geschichte einzubinden, fand ich klasse! Mir war nicht bewusst, dass Blumen Botschaften übermitteln können, Warnungen ausdrücken oder sogar tödliche Absichten verdeutlichen können. Doch jede Blume steht für etwas, ob für Sorge, Vernunft, Entschlossenheit oder Angst – die Protagonistin Carolin weiß jede Botschaft zu deuten, denn ihr Leben hängt davon ab. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Geschichte weitergeht und werde versuchen, die Sprache der Blumen nicht allzu schnell wieder zu vergessen.

Fazit & Bewertung

Vanitas – Schwarz wie Erde ist ein solider spannender Krimi, der zwar nicht das Potenzial entfaltet, das man sonst von Ursula Poznanskis Büchern gewöhnt ist, der aber trotzdem viele spannende Höhepunkte hat, die den Leser schnell durch die Geschichte tragen. Dieser Reihenauftakt macht auf jeden Fall Lust auf mehr und auch Hoffnung darauf, dass die nächsten Bände sich mehr der Hauptfigur und deren Vergangenheit widmet – denn die zu kennen ist Voraussetzung dafür, sich ausreichend mit ihr zu identifizieren. Vanitas – Schwarz wie Erde ist eine Zwischendurchlektüre mit Potenzial nach oben.
https://pantaubooks.wordpress.com/

Vanitas - Schwarz wie Erde - Ursula Poznanski
Vanitas - Schwarz wie Erde
von Ursula Poznanski
(110)
Buch (Paperback)
15,50

Vom Schauergeschichtenmeister Chris Priestley

Chris Priestley ist für mich der Meister der Schauergeschichten. Ich habe seine drei Kurzgeschichtenbände Onkel Montagues Schauergeschichten, Schauergeschichten aus dem Schlund des Tunnels und Schauergeschichten vom schwarzen Schiff verschlungen und mich so sehr gegruselt, wie es oft kein Thriller bei mir auszulösen vermag. Die Geschichten richten sich an Kinder, bilden also harmlose Schauergeschichten und trotzdem haben sie den nötigen Gruseleffekt, den auch Erwachsene nicht kalt lässt. Klar, dass ich mir etwas von diesem Grusel auch in der neuen Reihe rund um Modermoor Castle erhofft hatte. Doch eins muss man ganz klar sagen: Wer den schaurigen Effekt sucht, den Chris Priestleys Kurzgeschichtenbände noch beinhaltet haben, sucht bei diesem Reihenauftakt vergeblich danach. Ich fand es zu Beginn schade, auf Chris Priestleys bizarre und abgefahrene Geschichten verzichten zu müssen, doch hatte mich die Geschichte trotzdem schnell in ihren Bann gezogen.

Mufford und Sponge sind die Hauptfiguren der Geschichte und haben gleichermaßen Anteil an ihr. Sie sind Schüler auf Modermoor Castle, nicht gerade die hellsten Köpfe, dafür aber die besten Freunde. Toll ist, dass das Buch mit einer kurzen Vorstellung aller beteiligten Personen beginnt, sodass man durch die witzigen Illustrationen des Autors direkt ein Bild der Figuren vor Augen hat. Mufford und Sponge könnten vom Aussehen her nicht unterschiedlicher sein und auch ihre Namen haben eine ganz besondere Herkunft. Mufford ist der Spross der alten Familie Muffords, aber nicht so muffig wie der Rest seiner Sippe. Sponge ist der Spross der Spongely-Partworks und öfter ein bisschen schwammig im Kopf. Jede Figur in der Geschichte hat zwar englische, dafür aber sprechende Namen, wodurch oft schon der einzigartige und witzige Charakter der Figur verdeutlicht wird. Trotzdem fand ich es schade, dass die Namen nicht übersetzt wurden, denn Kindern ab 10 Jahren ist in meinen Augen nicht zuzumuten, den Witz hinter den englischen Namen auf Anhieb zu verstehen.

Mufford und Sponge haben nicht nur einen Grund, um dem Rätsel des verschwundenen Löffels auf die Spur zu kommen, sondern gleich mehrere. Sie wollen zwar verhindern, dass die Weihnachtsferien ausfallen, doch sie wollen auch herausfinden, warum in der Schule plötzlich Gespenster gesichtet werden und ihr Geschichtslehrer Mr Luckless auf einmal aufblüht und seine Schüler für sein Fach begeistern kann. All dem gehen Mufford und Sponge nach. Auch wenn sich ihre Wege oftmals trennen, ist doch jedes Erlebnis der beiden Teil einer Kette von vorherbestimmten Ereignissen. Um hier nicht mehr verraten zu wollen, kann ich nur eins sagen: Mufford und Sponges Ermittlungen führen zum puren Chaos, dass nur sehr schwer wieder entwirrt werden kann. Als Leser macht es einfach Spaß, die beiden dabei zu beobachten, heillose Verwirrung zu stiften, um dann letztlich natürlich dem großen Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Ganz klar ist dieses Buch keine zeitgenössische Internatsgeschichte, sondern eine ins fantastische abdriftende Erzählung, die skurrile und realistische Elemente miteinander mixt. Oft hätte ich mir gewünscht, dass das Fantastische mehr dominiert, um dadurch vielleicht den Gruseleffekt zu erhöhen, denn so war ich mir oft unsicher, ob die Schüler sich vieles nur einbilden oder gar träumen, oder ob es der Wirklichkeit entspricht. Doch auch so hat mich die Geschichte mit einem soliden und spannenden Handlungsbogen überzeugt: Schule, Mystery und Freundschaft machen das Buch zu einem spannenden Abenteuer, sodass auf jeden Fall auch die kommenden Bände noch viel Spaß versprechen werden.

Dass die Schüler von Modermoor Castle allesamt nicht besonders helle sind, wird schon im Klappentext angedeutet. Vielmehr besitzt jede Figur für sich seine eigene, besondere Art von Intelligenz. Nicht selten haben mich mache Aussagen und Sprüche von Mufford und Sponge zum Schmunzeln gebracht, denn sie waren tiefgründiger als auf dem ersten Blick gedacht. Generell kann man sagen, dass der Autor Chris Priestley seine Figuren einen ganz eigenen Charakter gibt, der wiedererkennbar und einprägsam ist. Diese Züge einer jeden Figur zeigen sich auch in den herrlichen Illustrationen des Autors, die das gesamte Buch durchziehen. Ich liebe seinen Zeichenstil und würde mir wünschen, dass Chris Priestley in naher Zukunft mal ein ganzes Bilderbuch illustriert. Ein gruseliges, bitte sehr.

Fazit & Bewertung

Die Jagd nach dem verschwundenen Löffel von Chris Priestley ist der unterhaltsame und nette Auftakt der Kinderbuchreihe, in welcher das gruselige Internat Modermoor Castle und seine ganz besonderen Schüler im Mittelpunkt stehen. Obwohl meine Erwartungen auf eine schaurig skurrile Geschichte, ähnlich der Kurzgeschichten von Chris Priestley, nicht erfüllt wurden, habe ich die Geschichte genossen, sodass ich auf jeden Fall auch sehr gerne die Fortsetzung lesen werde (die übrigens am 22. Mai 2019 erscheint, s.u.).
https://pantaubooks.wordpress.com/

Modermoor Castle - Die Jagd nach dem verschwundenen Löffel - Chris Priestley
Modermoor Castle - Die Jagd nach dem verschwundenen Löffel
von Chris Priestley
(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,40

Ein Lieblingsbuch für groß und klein!

Schon der Titel des sechsten Bandes zeigt, dass sich diese neue Geschichte wieder einem der vier abenteuerlichen Muskeltiere im Besonderen widmet. Wie schon in den beiden Bänden davor (Picandou und der kleine Schreihals & Hamster Bertram lebt gefährlich) steht dieses Muskeltier in der Geschichte im Mittelpunkt und ist meist Auslöser des Problems, das es gemeinsam zu lösen gilt. Dass diesmal Pomme de Terre an der Reihe ist, freut mich besonders, denn er ist insgeheim mein Lieblings-Muskeltier. Warum, das erfahrt ihr im Folgenden. Zunächst ein kleines Fazit von mir vorab: Die Muskeltiere – Pomme de Terre und die vierzig Räuber ist ein tolles Kinderbuch zum ersten Selberlesen, aber natürlich auch zum Vorlesen, das ich jedem, ob groß oder klein, ans Herz legen möchte, der noch genauso gerne wie ich Teil eines Abenteuers ist.

Pomme de Terre ist eine Hafenmaus aus Hamburg mit hamburgerischem Akzent, der alles für seine Freunde und seine Familie tun würde. Diese Eigenschaft gepaart mit einem großen Beschützerinstinkt macht Pomme de Terre so liebenswürdig und ideal als Dreh- und Angelpunkt für diese Geschichte! Denn Pomme de Terre hat ein Geheimnis, das die anderen Muskeltiere nicht wissen. Er kennt den Grund, weshalb der Müllsack hinter Fröhlichs Feinkostgeschäft seit Wochen nur noch Rohkost beinhaltet und keine duftenden, leckeren Käse und Kuchen mehr. Und wer Pomme de Terre mag, der wird ihm seine Gutherzigkeit und Hilfsbereitschaft verzeihen, die Teil des Rätsels Lösung sind.

In jedem ihrer Bücher verarbeitet Ute Krause wichtige soziale Themen, die schon Grundschulkinder immer wieder im Alltag, in der Schule und Zuhause begegnen. In Pomme de Terre und die vierzig Räuber geht es indirekt um die Frage, was eine Familie bedeutet. Eine Familie bilden in jedem Fall die Verwandtschaft, aber auch Freunde können zur Familie gehören und sich einer solchen zugehörig fühlen. Wer die Muskeltiere kennt, weiß, dass Picandou, Pomme de Terre, Gruyère und Bertram nicht nur beste Freunde sind, sondern eine Familie bilden, die immer füreinander einstehen, in guten, wie in schlechten Zeiten. Doch es geht auch ums Lügen und darum, anderen aus Rücksichtnahme die Wahrheit zu verheimlichen. Wie die Muskeltiere aber ein ums andere mal beweisen, hält ihre Freundschaft Streiteren aus und geht gestärkt aus ihnen hervor. Mir gefällt sehr, dass die Autorin solche wichtigen Themen nicht ausformuliert, sondern ganz selbstverständlich in die Geschichte einbindet, sodass es für Kinder auf Anhieb verständlich ist und nicht zu versachlicht wird.

Sprachlich hat Ute Krause mich schon seit dem ersten Band der Reihe überzeugt. Mit viel Witz und Humor bleibt Ute Krause sehr nah an den Interessen ihrer jungen Leser: keine zu langen und komplizierten Sätze, ansprechende Dialoge und ein klarer Spannungsbogen halten junge wie alte Leser bei der Stange. Ute Krause weiß, mit welchen Themen sie begeistert und welche Szenen zum Träumen und Lachen einladen.

Fazit & Bewertung

Die Muskeltiere – Pomme de Terre und die vierzig Räuber ist ein Kinderbuch zum ersten Selberlesen von Erfolgsautorin Ute Krause. Mit viel Witz und Humor erzählt die Autorin ein neues, spannendes Abenteuer der vier Freunde, den Mäusen Pomme de Terre und Picandou, der Ratte Gruyère und Hamster Bertram. Ich habe das Buch wieder verschlungen, fand es herrlich meine Lieblingshelden wiederzutreffen und sie auf einer weiteren gefährlichen Mission zu begleiten, die die vier Freunde nur noch mehr zusammenschweißen wird. Ein Lieblingsbuch!
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Die Muskeltiere - Pomme de Terre und die vierzig Räuber - Ute Krause
Die Muskeltiere - Pomme de Terre und die vierzig Räuber
von Ute Krause
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
11,40

Keine Leseempfehlung

Wie so viele andere hat auch mich die Netflix-Serie Riverdale in ihren Bann gezogen. Worum geht es in der Serie? Eigentlich ist Riverdale eine unschuldige Kleinstadt, doch seit dem tragischen Tod von Jason Blossom ist nichts mehr wie es war. Archie Andrews, der mehr über Jasons Tod weiß, als er zugibt, hält wichtige Informationen unter Verschluss, weil er selbst ein großes Geheimnis hütet. Betty, Archies Nachbarin und beste Freundin, ist in Archie verliebt und hat Schwierigkeiten damit, ihm seine Gefühle zu gestehen. Veronica ist neu in Riverdale und findet schnell Anschluss, indem sie sich mit Betty anfreundet. Dass es zwischen Veronica und Archie funkt, stellt die neue Freundschaft jedoch schnell auf eine harte Probe. Einige Fragen bleiben zu Beginn der Serie offen, werden jedoch im Laufe der beiden ersten Staffeln geklärt.

Das Buch Riverdale – Der Tag Davor verspricht nun eine Vorgeschichte, die Geheimnisse offenbart. Fakt ist jedoch, dass dieses Buch keinerlei Mehrwert und kaum neue Informationen für einen Fan besitzt.

[Achtung Spoiler, für alle, die die Serie noch nicht gesehen haben] Dass Archie mit Miss Grundy ein Verhältnis hat, wissen die Fans der Serie bereits und dass er aus diesem Grund seinen besten Freund Jughead in schweren Zeiten allein gelassen hat, wissen die Fans ebenfalls. Dies jedoch als „großes Geheimnis“ auf dem Klappentext anzukündigen, ist also schon ein Witz. Jughead findet im Buch heraus, dass sein Vater nicht nur wieder Mitglied bei den Southside Serpents ist, sondern dass er sie sogar anführt. Auch das wird bereits in der Serie offenbart, ist also in der Vorgeschichte schon fast ein uninteressantes Detail. Einzig und allein Veronicas Vorgeschichte in New York und Bettys Erfahrungen bei Ihrem Praktikum bei der Zeitung sind für den Leser und Fan neu. Aber auch diese beiden Handlungsstränge sind so uninteressant und langweilig erzählt, dass sie die Geschichte nicht besser machen.

Hinzu kommt, dass sich der Autor überlegt hat, das Buch abwechslungsreich zu gestalten. So werden einerseits die Perspektiven mit jedem Kapitel gewechselt, also mal aus Archies, mal aus Jugheads, mal aus Bettys und mal aus Veronicas Sicht erzählt. Im gleichen Atemzug hat er das Buch jedoch auch versucht interaktiver zu gestalten, indem Chats, E-Mails und Briefe abgedruckt werden. Die waren aber teilweise so aus dem Zusammenhang gerissen und hatten einfach auch inhaltlich kaum einen Grund, überhaupt abgebildet zu werden, dass ich auch von diesen gut gemeinten Gimmicks ziemlich schnell gelangweilt war. Oft kommen in den Chats auch Figuren zu Wort, die in der restlichen Geschichte keine Rolle spielen, sodass man sich als Leser fragt, was das soll.

Meine Erwartungen wurden auch dahingehend enttäuscht, dass kaum Szenen beschrieben wurden, in welchen sich die Figuren begegnen und in Interaktion miteinander treten. Jede Figur steht sehr separiert für sich, und erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Trotzdem hätte ich mir für eine Vorgeschichte mehr gewünscht, dass z.B. auch die Freundschaft zwischen Archie und Betty thematisiert wird. Dass deutlicher erzählt wird, wie Betty sich wegen Archie fühlt, wie sie vor den Sommerferien miteinander umgegangen sind, wie vielleicht der Abschied zwischen beiden war, bevor Betty für ihr Praktikum in die Großstadt ging. Stattdessen wird diese Komponente der Handlung völlig außen vor gelassen.

Fazit & Bewertung

Riverdale – Der Tag Davor hat mich leider auf ganzer Linie enttäuscht. Die Vorgeschichte birgt für Fans kaum neues Wissen. Sie ist hingegen sehr langweilig, sprunghaft und unzusammenhängend erzählt. Es gibt keinen Spannungsbogen und auch keine interessante Interaktion zwischen den Figuren, die ja die Serie Riverdale ausmacht. Schade, aber ich kann keine Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen.
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RIVERDALE - Der Tag davor - Micol Ostow
RIVERDALE - Der Tag davor
von Micol Ostow
(32)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Eine Leseempfehlung!

Als großer Fan des Zeichenstils von Cassandra Jean und als Fan der Trilogie rund um die Besonderen Kinder von Ransam Riggs, war diese Comic-Adaption für mich quasi ein Muss! Die Stadt der besonderen Kinder ist zwar von der Geschichte her etwas schwächer als der erste Band, dafür ist der Comic-Stil von Cassandra Jean beeindruckend individuell und eingängig wie im ersten Teil. Mich konnte dieser Comic sehr überzeugen und hat mir die Geschichte, die in meinem Gedächtnis nicht mehr ganz so präsent war, wieder näher gebracht. Leider hatte ich anfänglich ein wenig Probleme die einzelnen Charaktere zuzuordnen, weil im ersten Drittel des Buches quasi keine Namen genannt werden und ich mich an die Bilder aus dem ersten Teil nicht mehr so gut erinnern konnte. Hilfreich hätte ich es gefunden, wenn zu Beginn des Comics alle Figuren noch einmal kurz mit Zeichnung vorgestellt worden wären. Trotzdem kommt man als Leser irgendwann auch mit der Unterscheidung der Figuren klar und kann dann die fantastische Geschichte genießen.

Wie der Name schon sagt, sind die Charaktere der Geschichte etwas ganz Besonderes. Alle Kinder haben eine besondere Gabe. Emma kann an ihren Händen Feuer heraufbeschwören, Jacob kann die Anwesenheit von Hohlhungerern spüren, Enoch kann die Toten wiedererwecken, Bronwyn hat unglaubliche Kräfte, Horace hat Träume, die die Zukunft voraussagen, Hugh birgt einen Bienenschwarm in seinem Körper und Millard ist unsichtbar. Bei allen besonderen Kindern erweisen sich die Fähigkeiten als unglaublich nützlich im Kampf gegen die Monster. Aus diesem Grund haben mich die Charaktere so sehr überzeugt, denn ihre Gaben sind so anders, als jenen, die man sonst aus Fantasy-Romanen kennt.

Die Geschichte spielt während des zweiten Weltkrieges und London ist von Bomben zerstört. Dass die Trilogie immer wieder mal Bezug zur Judenverfolgung und den Verbrechen der Nazis im zweiten Weltkrieg nimmt, ist schon beim Reihenauftakt Die Insel der besonderen Kinder deutlich geworden. Menschen, die anders sind, werden von Monstern verfolgt und vernichtet. Sie werden dazu gezwungen im Verborgenen zu leben, als Unterdrückte und immer mit der Angst im Nacken zu leben, entdeckt zu werden. Mich haben die Bezüge und die Anspielungen sehr berührt, denn dadurch, dass sie eingebettet sind in eine fantastische Geschichte, scheinen sie noch mehr Gewichtung zu haben.

Die Geschichte selbst hat einen klaren Spannungsbogen und wird von den wunderbaren Zeichnungen Cassandra Jeans darin unterstützt. Die Farbigkeit der Bilder ist eher düster, einzelne Seiten stechen zwar durch starke Farben heraus, überwiegend ist der Comic jedoch in Schwarz- und Grautönen gehalten. Auch sind die Zeichnungen eher minimalistisch, wodurch es mir manchmal schwer fiel, die vielen besonderen Kinder auseinanderzuhalten. Trotzdem sind die Zeichnungen von der Aufteilung und der Form der Panels her sehr abwechslungsreich, können Ruhe und Aktion ausdrücken, was mir sehr gut gefallen hat!

Fazit & Bewertung

Die Stadt der besonderen Kinder als Comic-Adaption von Ransom Riggs und Cassandra Jean ist ein tolle Umsetzung des gleichnamigen Buches. Die fantastische Geschichte birgt zahlreiche spannenden Wendungen, interessante Figuren und wechselnde Settings, sodass es nie langweilig wird. Dabei fangen die düsteren Zeichnungen wunderbar die Atmosphäre der Nachkriegszeit ein und visualisieren die Story sehr eindrucksvoll. Allen, die den ersten Teil der Reihe und die Hintergrundgeschichte bereits kennen, kann ich diesen Comic sehr empfehlen.
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Die Stadt der besonderen Kinder - Ransom Riggs
Die Stadt der besonderen Kinder
von Ransom Riggs
(59)
Buch (Taschenbuch)
15,40

Ein Lieblingsbuch!

Offline ist es nass, wenn’s regnet von Jessi Kirby war für mich diesen Monat DIE Buchüberraschung schlechthin. Die Geschichte des Buches hat mich so berührt und gefesselt, dass ich es als eines der schönsten Bücher bezeichnen kann, die ich in den letzten Monaten oder sogar im ganzen letzten Jahr gelesen habe. Ich habe dieses Buch förmlich verschlungen, nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen hatte. Und dabei ist es weniger das Abenteuer von Mari an sich, das mich so gefesselt hat, sondern vielmehr das, was das Abenteuer aus ihr und ihrem Leben gemacht hat. Ich will euch dieses Buch unbedingt ans Herz legen, genießt es, es ist ein absolutes Lieblingsbuch!

Maris Leben findet seit ein paar Jahren nur noch online statt. Ihre Freitzeit verbringt sie mit ihren Social Media-Accounts, sie macht sexy Fotos für tausende Likes, zählt ihre neuen Follower und führt sogar eine Schein-Partnerschaft, um ihre Werbewirksamkeit online zu steigern. Mari verköpert somit als Protagonistin dieser Geschichte Jugendliche von heute, die sich ein Leben ohne ihre virtuelle Identität, ohne ihr Handy und ein allzeit verfügbares Internet nicht mehr vorstellen können. Umso schöner fand ich die Botschaft, die dieses Buch durch Mari vermittelt: Das Leben ist zu kurz, um es online zu verbringen. Denn man verpasst es schlichtweg. Diese Botschaft wird schon zu Beginn klar, als Mari sich nach einem seelischen Zusammenbruch dafür entscheidet, in die Fußstapfen ihrer Cousine zu treten und es ihr gleichzutun, nämlich Abenteuer und Freunde im wahren Leben zu suchen und zu finden.

Der Anlass für Mari, ihr Leben so rigoros zu ändern, ist der Verlust ihrer Cousine, der sie an ihrem gemeinsamen 18. Geburtstag überkommt und ihr so schmerzhaft bewusst wird, dass es sie völlig aus der Bahn wirft. Ich war schon nach wenigen Seiten von Maris Geschichte zu Tränen gerührt und wenn mich ein Buch so schnell so mitnehmen kann, dann hat die Autorin definitiv einen Nerv bei mir getroffen. Es ist aber nicht so, dass die Geschichte von Traurigkeit dominiert wird. Vielmehr ist sie der Anlass für Mari, vieles auf ihrem Weg mit anderen Augen zu betrachten und sich Zeit für sich selbst und die Schönheit um sie herum zu nehmen. Die Erinnerungen an ihre Cousine halten Mari lebendig und geben ihr den nötigen Mut, ihren Weg durch den Yosemite-Nationalpark fortzusetzen. Das hat mich unglaublich inspiriert!

Auch das Setting der Geschichte war für mich eine ganz neue Erfahrung. Der Yosemite-Nationalpark in Nevada, Kalifornien ist durchzogen von Bergketten, Seen, Schluchten, Wäldern und reißenden Flüssen. Für unerfahrene Wanderer ist der John Muir Trail also lebensgefährlich und eine ständige Herausforderung. Da ich selbst kaum wandere, geschweige denn jemals solch einen Trip absolviert habe, fand ich es toll zu sehen, welche Gefahren und Abenteuer auf so einer langen Reise lauern können. Auch wenn man als Leser Mari nur gedanklich auf ihrem Weg begleiten kann, spürt man den Spirit und die Energie, die in dieser Landschaft existiert und viele Wanderer jährlich dazu befähigt, die 211 beschwerlichen Meilen auf sich zu nehmen. Nach dem Lesen des Buches hatte ich auf jeden Fall große Lust, selbst eine Wanderung zu machen, das Handy zu Hause zu lassen – nur mit mir und der Natur zu sein. Denn dazu treibt die Geschichte definitiv an

Unglaublich berührt war ich auch von den vielen eingehenden und tiefgründigen (aber nicht zu tiefen) Gedanken, die Mari während ihrer Wanderung kommen. Ihre Zweifel, ihr Selbstmitleid und ihre Angst sind jederzeit sehr greifbar und dennoch spürt man, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert. Wie sehr es ihr hilft alleine zu sein und dann doch wieder nicht allein zu sein. Wie sie Gesellschaft genießt und Freundschaften schließt. Ob sie es schafft mit sich selbst ins Reine zu kommen und ihr Leben wieder zu lieben steht am Ende des großen Abenteuers mit einem noch größeren Fragezeichen. Aber man wünscht ihr nichts mehr und sich selbst nichts weniger.

Fazit & Bewertung

Offline ist es nass, wenn’s regnet von Jessi Kirby ist eine Geschichte, die ich ausnahmslos jedem ans Herz legen möchte. Mich hat die Geschichte von Mari auf ihrem Trail durch Kanada unheimlich berührt und gleichzeitig inspiriert. Die Botschaft, sein Leben nicht online verstreichen zu lassen, sondern offline zu leben, ist eine, die laut in die Welt hinausgerufen werden sollte – am Fuße eines glitzernden Sees, umgeben von schneebedeckten Bergen und den letzten Strahlen der untergehenden Sonne auf dem Gesicht. Ein Lieblingsbuch!

Offline ist es nass, wenn's regnet - Jessi Kirby
Offline ist es nass, wenn's regnet
von Jessi Kirby
(37)
Buch (Taschenbuch)
15,40

Nett für Zwischendurch, aber kein Highlight

Die Geschichte stellt sich mutig entgegen jene Prognosen, die die Buchbranche derzeit beschäftigt: Kinder lesen immer weniger. Sie sind nicht mehr in der Lage, sich auf längere Texte zu konzentrieren, sodass ihre Aufmerksamkeitsspanne höchstens noch für Texthäppchen reicht. Mit dem Hintergrundwissen ist Das Mädchen, das die Bücher retten wollte für mich ein sehr intensives Buch gewesen, jedoch keins das ich unbedingt weiterverschenken würde (Achtung Spoiler).

Natürlich mochte ich die Protagonistin Anna sehr, denn in ihr finde ich mich wieder. Würde ich erfahren, dass Bücher vernichtet werden sollen, nur weil sie niemand mehr lesen möchte, täte mir das ebenso sehr im Herz weh wie Anna. Doch die Realität sticht aus jedem Wort der Geschichte hervor: Menschen lesen nicht mehr und die Helden vieler Bücher geraten in Vergessenheit. Doch die Motivation der Protagonistin, an diesem Zustand etwas zu ändern, fand ich in der Geschichte etwas dürftig. Schön hätte ich es gefunden, wenn Anna aktiv zur mutigen Retterin der Bücher geworden wäre, dabei hilft, die Bibliothekt wieder für junge Menschen ihres Alters attraktiv zu machen, indem sie beispielsweise Geschichten weiterempfiehlt und sich dafür stark macht, dass Kinder sich wieder an Bücher herantrauen. Doch es ist eher der Zufall, der Anna letztlich zur Retterin der Bücher werden lässt. Denn sie findet ein Buch, das kein richtiges Ende hat und schafft es darüber, Menschen wieder für Bücher zu begeistern, indem sie bei ihnen den Wunsch weckt, das Ende zu kennen. Dieser Zufall war für mich als Motivation für die Geschichte etwas zu wenig.

Die Idee und die Vorstellung, dass die Figuren aus Geschichten ausgelöscht werden, wenn ihre Bücher nicht gelesen werden, hat mir dagegen wieder äußerst gut gefallen. Ein bisschen hat mich das auch an das Konzept der Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke erinnert, bei der Menschen die magische Fähigkeit besitzen, Figuren aus Bücher herauszulesen und wieder zu vernichten, indem sie die Geschichte einfach umschreiben. Ein bisschen unbefriedigt war ich allerdings von dem Ende der Geschichte, das nicht wirklich aufgelöst wurde und vor allem für Kinder nur schwer nachvollziehbar ist. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann man sich als Leser im Grunde am Ende selbst überlegen, warum das Buch, das Anna zufällig in dem Stapel ungeliebter Bücher der Bibliothek findet, kein Ende hat. Vielleicht kann man das allerdings wieder als Parallele dafür sehen, dass in der Realität ein Ende des Buches noch nicht ausgeschlossen werden kann. Werden wir es in Zukunft schaffen, wieder mehr Menschen für das Lesen zu begeistern? Oder werden die Bücher unserer Bibliotheken das Schicksal erleiden, das Anna in dieser Geschichte noch verhindern kann? Viele Fragen bleiben offen, was für mich auch wieder ein Zeichen dafür ist, dass die Intention des Autors der Geschichte nicht darin bestand, junge Leser für sein Buch anzusprechen.

Das Buch hatte nur noch eine einzige Seite. Anna holte tief Luft. Und blätterte um. Aber dort stand nichts. Die Seite war leer. Das Ende war verschwunden. (S. 28f.)

Die Illustrationen und der Zeichenstil von Lisa Asiato sind in jedem Fall etwas Besonderes! Ihre Bilder wirken zwar recht erwachsen und hochwertig, trotzdem sind sie verspielt und witzig und passen meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte.

Fazit & Bewertung

Das Mädchen, das die Bücher retten wollte von Klaus Hagerup ist eine Geschichte, die das Herz eines jeden Buchliebhabers trifft. Trotzdem war für mich die Motivation der Hauptfigur nicht ausreichend genug und auch das Ende war eher enttäuschen als erhellend. Da das Buch tiefgreifende Probleme der Buchbranche anspricht war es für mich sehr intensiv und interessant. Spannende Unterhaltung und Spaß für jüngere Leser werden dabei jedoch hintenan gestellt.
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Das Mädchen, das die Bücher retten wollte - Klaus Hagerup
Das Mädchen, das die Bücher retten wollte
von Klaus Hagerup
(6)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,40

Downton Abbey meets Krimi

Als großer Downton Abbey-Fan liebe ich es in Geschichten einzutauchen, die in den britischen Adelskreisen der goldenen 20er Jahre angesiedelt sind. Von dem ersten Band der Reihe um die Schwestern von Mitford Manor habe ich so viele positiven Besprechungen gelesen, dass ich nicht umhin konnte, dieses Buch in meinem Regal stehen zu haben! In Erwartung eines Romans voller spannender Intrigen, einer Atmosphäre der Blütezeit der 20er Jahre und einer mysteriösen Familiensaga hat mich der Auftakt der Reihe nicht enttäuscht. Trotzdem hat die Geschichte zwischendurch ein bisschen auf der Stelle getreten, sodass ich mir noch mehr verschiedene Handlungsstränge und interessante Wendungen gewünscht hätte. Trotzdem haben mich der Kriminalfall, die Atmosphäre des Settings und die Charaktere überzeugt, sodass ich auf jeden Fall auch die nächsten Bände lesen werde.

Der Autorin gelingt es mühelos, ihre Leser schon mit dem Einstieg in die Geschichte zu fesseln. Wie so häufig in einem guten Kriminalroman setzt die Geschichte mit den letzten Momenten im Leben des Opfers ein. Allein das hat mich unglaublich neugierig auf die Geschichte gemacht, die ja eine Mischung aus historischer Realität und Kriminalfall zu sein versprach. Aber nicht nur der Einstieg ist in diesem Roman sehr gut gelungen, oft benötigt Jessica Fellowes nur wenige Worte, um das Ende eines Kapitels mit einem ziemlich guten Cliffhanger zu versehen, sodass man gezwungen ist weiterzulesen. So konnten Längen, die die Geschichte durchaus immer wieder mal aufweist, trotzdem gut überbrückt und die Spannung gehalten werden. Vor allem am Ende nimmt die Geschichte noch einmal gut Fahrt auf, sodass ich das Buch kaum auf Seite legen konnte. Auch die Auflösung ist gelungen und kam für mich so überraschend, dass ich absolut zufrieden war und auch nach dem Lesen immer wieder sehr gerne an die Geschichte zurückgedacht habe.

Die Protagonistin Louisa ist eine mittellose Wäscherin aus einem Londoner Vorort. Um sich und ihre Mutter finanziell über Wasser zu halten, ist Louisa aufs Stehlen und oft auch auf das Wohlwollen ihres Onkels angewiesen. Als dieser seinen Gläubigern jedoch Louisa als Bezahlung seiner Schulden anbietet, läuft Louisa davon und erhält die Chance, ein neues Leben als Kindermädchen auf dem herrschaftlichen Sitz von Mitford Manor zu beginnen. Mich konnte Louisa als Heldin der Geschichte überzeugen! Durch ihre Herkunft und ihre Lebensgeschichte ist sie die ideale Repräsentationsfigur der gesellschaftlichen Umstände dieses oftmals gar nicht so goldenen Zeitalters der 20er Jahre. Manche Entscheidungen von Louisa habe ich ab und an als naiv und dumm empfunden, jedoch habe ich auch gemerkt, dass ich mir oft ihr Alter, ihre zarten 19 Jahre, in Erinnerung rufen musste, um ihre Beweggründe und Motive nachzuvollziehen. Umso besser hat es mir gefallen, dass ihr eine intelligente junge Frau, die älteste Schwester der Mitfords, als Freundin zur Seite gestellt wurde, um mit ihr dem Kriminalfall gemeinsam auf den Grund zu gehen.

Auch nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich mich gefragt, warum die Romanreihe Die Schwestern von Mitford Manor lautet, denn abgesehen von der ältesten Schwester Nancy Mitford, die Louisas Vertraute auf Mitford Manor wird, spielen die anderen Töchter in der Geschichte kaum bis gar keine Rolle. Auch ist es verwunderlich, dass die Protagonistin nicht die älteste Schwester, sondern deren Kindermädchen ist, die gar nicht zur Familie Mitford gehört. Da die Reihe aber wie ich gelesen habe so fortgesetzt werden soll, dass die nächsten Bände jeweils eine andere Schwester als Hauptfigur haben, bin ich sehr gespannt auf weitere Umsetzung.

Fazit & Bewertung

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht ist der spannende Reihenauftakt von Jessica Fellowes historischer Familiensaga über die britische Adelsfamilie Mitford. Trotz Längen konnte mich die Geschichte fesseln und für die Atmosphäre und den Flair der goldenen 20er Jahre begeistern. Der Roman ist vor allem für Fans von historischen Kriminalromanen, Familiensagen und Downton Abbey sehr zu empfehlen! Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die Fortsetzungen der Reihe und darauf, die Schwestern der Familie als Protagonistinnen kennenzulernen.

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Die Schwestern von Mitford Manor - Unter Verdacht - Jessica Fellowes
Die Schwestern von Mitford Manor - Unter Verdacht
von Jessica Fellowes
(100)
Buch (Paperback)
17,50

Ein Lieblingsbuch

Pünktlich zum Erscheinen eines neuen Augsburger Puppenkisten-Films hat der Dressler Verlag eine Sonderausgabe von Cornelia Funkes Kinderbuch Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel herausgebracht. Der Kinderbuch-Klassiker ist mit farbigen Filmbildern ausgestattet und erzählt die Geschichte von Julebukk, dem echten letzten Weihnachtsmann, der sich weigert seinen Beruf aufzugeben und zum Schokoladenweihnachtsmann zu werden. Die wunderbare Geschichte gehört für mich zu jedem Weihnachtsfest dazu und verzaubert garantiert jeden Leser, ob Groß oder Klein!
Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel ist ein Buch, das ich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit lese. Cornelia Funkes unglaubliches Gespür dafür, wunderbar mitreißende Kindergeschichten zu schreiben, fasziniert mich beim Lesen dieses Buches immer wieder aufs Neue. Die Geschichte von Julebukk, seinem verschwundenen Rentier und dem bösen Waldemar Wichteltod bedeutet für mich unmittelbare Vorfreude auf Weihnachten und ist für mich gleichzeitig wie ein langersehntes nach Hause kommen. Wer bereits Kinderbücher von Cornelia Funke kennt, und von ihrem Schreibstil und ihrer Fantasie begeistert war, der wird dieses Buch lieben!

Die Nebenstraße einer Kleinstadt ist Schauplatz dieser wunderbaren Geschichte. Denn hier passiert in einer Nacht etwas sehr Ungewöhnliches: Ein Wohnwagen fällt vom Himmel mitten auf die Straße und in ihm wohnt ein sonderbarer Mann. Wie immer in ihren Geschichten hat Cornelia Funke sich auch diesmal ein ganz besonderes Setting ausgedacht: Ein geheimnisvoller Wohnwagen (wer kennt ihn schon aus Die Wilden Hühner?), der voller Wunder und Überraschungen steckt, von innen viel größer ist, als er von außen scheint, der als Übergang in die Weihnachtswelt dient, eine Wichtel-Werkstatt beinhaltet und gleichzeitig gemütliche Heimat wunderbarer Figuren ist. Ihr merkt, ich liebe diesen Wohnwagen und seine wundersamen Bewohner! Was würde ich dafür geben, selbst einmal in den Genuss eines gemütlichen Nachmittags in Julebukks Wohnwagen zu kommen, in dem es nach Keksen duftet und in dem das Hämmern der Wichtel aus der Werkstatt dringt.

Ich liebe jede einzelne Figur in dieser Geschichte! Besonders Julebukk wächst dem Leser ans Herz, denn er ist herzensgut, selbstlos und sanftmütig. Und dabei ist Julebukk eigentlich so gar nicht, wie man sich einen Weihnachtsmann vorstellt. Er hat keinen Rauschebart oder dicken Bauch und vom "Ho, ho, ho"-Rufen hält er ebenso wenig. Dafür weiß Julebukk, wie man Kinderträumen lauscht und die geheimsten Wünsche der Kinder erfährt, wie man kleine Überraschungen in die Vorgärten der Menschen streut und Miniaturgeschenke auf wundersame Weise zum Wachsen bring. Auch mit den beiden Kindern Ben und Charlotte können sich junge Leser besonders gut identifizieren, denn beide haben ihre Eigenarten und Problemchen: Ben ist nicht schlagfertig und redet wenig. Charlotte ist neu in der Stadt und hat noch keine Freunde. Toll ist, dass beide Kinder Freunde werden, ohne dass sie es selbst erwartet hätten.

Obwohl ich die Geschichte inzwischen fast auswendig kenne, ist es für mich jedes Jahr aufs neue toll, mich in die fantastische Weihnachtswelt Cornelia Funkes entführen zu lassen. Zur Handlung möchte ich daher nicht mehr verraten, außer dass sie wunderschön ist, dabei witzig, unterhaltsam und spannend. Vor allem der gefährliche Gegenspieler Julebukks, Waldemar Wichteltod, und dessen furchteinflößende Nussknacker laden die Geschichte gehörig mit Spannung auf und reißen Leser jeder Altersstufe mit.

Was mich insbesondere an dieser Sonderausgabe jedoch ein wenig gestört hat war, dass die Fotos zum gleichnamigen Film der Augsburger Puppenkiste sehr dunkel waren und häufig meiner Meinung nach unpassend ausgewählt wurden. Diese Kritik kommt jedoch von einem sehr großen Cornelia Funke-Fan, der sich nie mit Illustrationen zufrieden geben wird, die nicht von der Autorin selbst stammen.

Fazit & Bewertung

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel ist eine wunderbar spannende Weihnachtsgeschichte, die zeigt, dass echte Freundschaft dann entsteht, wenn man sie am wenigsten erwartet. Gräbt man ein wenig tiefer, kann das Buch als Kritik an der Kommerzialisierung von Weihnachten verstanden werden, in der die Geschenke und die Ausgaben immer größer werden und die wahre Botschaft einer Weihnachtsüberraschung verloren geht. Eine Geschichte, die verzaubert, die förmlich nach Tannennadeln und Keksen duftet und Weihnachtsstimmung garantiert!
https://pantaubooks.wordpress.com/

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel - Cornelia Funke
Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel
von Cornelia Funke
(13)
Buch (Kunststoff-Einband)
13,40

Den jungen Lesern wird zu wenig zugetraut

Familie Maulwurf. Voll in Fahrt! von Burny Bos und dem bekannten Kinderbuchillustrator Hans de Beer (Lars der kleine Eisbär) ist ein Vorlesebuch für Kinder ab vier Jahren. In mehr als vierzig kurzen Geschichten werden Einblicke in den abenteuerlichen Alltag der Familie Maulwurf gewährt. Mir haben die Themen der Geschichten sehr gut gefallen. Geburtstage, Jahreszeiten, Arztbesuche, Urlaube und Ausflüge machen den Alltag der Familie Maulwurf sehr aufregend und abwechslungsreich. Allerdings waren aufgrund der hohen Anzahl an Geschichten die einzelnen Handlungen selbst zum Vorlesen sehr kurz, sodass sich die Story in meinen Augen nicht wirklich entfalten konnte.

Inhalt

Bei Familie Maulwurf ist immer was los! Familie Maulwurf, das sind Mama und Papa Maulwurf, die Kinder Mats und Mia und Oma Maulwurf. Sie feiern Geburtstag, lassen Drachen steigen, feiern Silvester oder ziehen um – und dabei wird ihnen nie langweilig. Oft ist es lustig, manchmal ganz schön knapp, aber eins weiß man bei Familie Maulwurf genau: Es geht immer gut aus!

Meine Meinung

Familie Maulwurf. Voll in Fahrt! wollte ich unbedingt aufgrund der tollen Illustrationen von Hans de Beer lesen. Hans de Beers Kinderbücher über Lars den kleinen Eisbär haben meine Kindheit und vor allem meine Kindergartenzeit geprägt. Sie zählten zu den ersten Büchern, die ich überhaupt besessen habe und die wunderbaren Geschichten über den abenteuerlustigen Eisbären haben sich bis heute in mein Gedächtnis gebrannt. Auch diesem Kinderbuch merkt man an, wie viel Liebe und Zeit in die vielen Geschichten und tollen Illustrationen investiert wurde. Doch es sind auch nicht die Zeichnungen, die ich an diesem Kinderbuch kritisieren muss, sondern die selbst für das Alter der Zielgruppe viel zu knappen Geschichten, von denen ich mir etwas mehr erhofft hatte.

"Mama arbeitet, während Papa sich um die Kinder [Mats und Mia] kümmert. Er räumt zu Hause auch schön auf." (S.11)

Doch erst möchte ich ein Lob aussprechen, für die alternative Ausrichtung des Kinderbuchs! Der Autor setzt mit seinen Geschichten ein Zeichen gegen das in Kinderbüchern doch immer noch weit verbreitete traditionelle Modell der Familie. Denn nicht Papa Maulwurf ist es, der arbeiten geht, sondern Mama Maulwurf und Papa Maulwurf kümmert sich unterdessen um den Haushalt und die Kinder. Schön ist auch, dass die Kinder Mats und Mia nicht in die konventionellen Geschlechterrollen Mädchen und Jungen gepresst werden, sondern dass es vorkommen kann, dass Mats die Puppe und Mia den Bagger zum Geburtstag geschenkt bekommen.

"Familie Maulwurf ist am Strand. Es ist warm genug, um im Sand zu spielen, aber das Wasser ist noch zu kalt zum Schwimmen. Mia und Mats bauen eine große Sandburg, mit der sie das Meer aufhalten wollen. Sie haben also viel zu tun." (S 56)

Jedes Familienmitglied der Maulwurfs ist etwas Besonderes. Oma Maulwurf sitzt zum Beispiel im Rollstuhl, ist aber noch ziemlich rüstig und bei jedem Schabernack der Kinder mit von der Partie. Papa Maulwurf ist der ungewollte Spaßvogel der Familie, denn nicht selten tritt er in Fettnäpfchen, hinterlässt Chaos und oder ist einfach tollpatschig. Die Kinder Mats und Mia haben auf jeden Fall eine Menge Spaß mit ihm und sind selbst sehr quirlig und kaum zu halten. Mir haben die einzelnen Charaktere der Geschichte sehr gut gefallen, sie sind je nach Situation ausgelassen, witzig oder ernsthaft und gestalten die Geschichten sehr lebendig.

" „Auf geht’s Kinder“, sagt Mama. „Mit welchem Karussell möchtet ihr zuerst fahren?“ „Wollen wir nicht lieber erst mal Papa suchen?“, fragt Mia. „Ich vermisse ihn schon „, jammert Mats. „Also gut“, seufzt Mama. „Dann suchen wir ihn.“" (S.67)

Wie oben bereits angedeutet, ist jedoch jede der Geschichten recht kurz und inklusive Bildern nicht länger als drei oder vier Seiten. Auch wenn Kindergartenkinder nicht mit zu langen Geschichten überfordert werden dürfen und die Aufmerksamkeitsspanne ihres Alters bei der Länge von Geschichten bedacht werden muss, hatte ich hier den Eindruck, dass viele der Geschichten zu knapp waren, sogar oft abrupt abbrachen, wenn es am spannendesten war. Hier hätte man der Zielgruppe meiner Meinung nach schon mehr zutrauen können, indem man die Geschichten etwas verlängert, dafür aber auf ungefähr die Hälfte von ihnen verzichtet hätte. Wie man in den Zitaten schön sehen kann, ist aber die Sprache jedoch sehr gut den jungen Zuhörern angepasst. Knappe und verständliche Sätze machen es leicht der Handlung zu folgen und gleichzeitig die Bilder als Stütze für die Fantasie zu nehmen.

Fazit & Bewertung

Familie Maulwurf. Voll in Fahrt! hat mich unterhalten und ist ein schönes Vorlesebuch, das sich für Kinder ab vier Jahren eignet. Die Illustrationen von Hans de Beer sind gewohnt farbenfroh und wunderschön. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Zielgruppe mit den über vierzig Geschichten zu wenig zugetraut wurde. Die Kürze der Geschichten hat ihnen die Spannung genommen und war oftmals dafür verantwortlich, dass es kein befriedigendes Ende gab.
https://pantaubooks.wordpress.com/

Familie Maulwurf. Voll in Fahrt! - Burny Bos
Familie Maulwurf. Voll in Fahrt!
von Burny Bos
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,50

 
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