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Suska

Gesamte Bewertungen 25 (ansehen)


Meine Bewertungen

Schöne heile Welt

Suska , am 06.06.2019

Emma ist Deutsche, lebt in London und hat das scheinbar perfekte Leben: Tausende Follower lieben die Bilder ihres spannenden Alltags und auf ihrer tollen Dachterrasse kann sie die Seele baumeln lassen. Was die Follower da draußen aber nicht wissen: Emmas Leben ist gar nicht so, wie sie es auf Instagram darstellt. Sie verkriecht sich in ihrem Appartement und scheut den Kontakt zu anderen Menschen. Und dann zieht auch noch ein neuer Nachbar ein und erhebt Anspruch auf seinen Teil ihres Rückzugsortes, ihrer Dachterrasse. Und bringt ihre Gefühlswelt nebenbei auch noch gehörig durcheinander.

Emma verkörpert den modernen Influencer: Nach außen heile Welt, schöne Bilder, Friede, Freude und so weiter. Wie es wirklich in ihr aussieht, wer sie wirklich ist, das gibt sie nicht preis und das wollen die meisten Follower wahrscheinlich auch gar nicht wissen. Denn ein fröhliches Bild schafft viel mehr Likes und Aufmerksamkeit als ein wahres, trauriges. Emma fühlt sich wohl in ihrer Scheinwelt und lässt niemanden an sich ran. Bis ihr Nachbar auftaucht. Und sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss.

Das Buch lässt sich sehr gut und locker lesen, die Instagram Einträge werden am Anfang eines jeden Kapitels geteilt (das Bild dazu muss man sich selber ausmalen).

Mir hat vieles gefallen an dem Buch. Das ganze Thema heile Internetwelt und dass man zwar glaubt, jemanden aus dem Netz zu kennen, es aber doch nicht tut, passt sehr gut in die heutige Zeit und lässt mich etwas anders auf all die heile Welt Beiträge gucken. Emmas Entwicklung, die sie im Buch durchmacht, hat mir gut gefallen, auch wenn man zwischenzeitlich nur den Kopf über ihre Reaktionen schütteln wollte. Und auch die Nebencharaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Eine leichte Story für Zwischendurch mit ein paar Happen, die hängen bleiben.

Nebenan funkeln die Sterne - Lilly Adams
Nebenan funkeln die Sterne
von Lilly Adams
(48)
Buch (Paperback)
13,30

Ein Buch über Liebe und Trauer in speziellem Schreibstil

Suska , am 31.05.2019

Lena hat zwei Kurts. Einen großen und einen kleinen. Naja, es sind dann wohl eher anderthalb Kurts. Der kleine Kurt ist der Sohn vom großen Kurt, mit dem sie sich ein Häuschen in Brandenburg gekauft hat, damit der kleine Kurt wochenweise bei ihnen sein kann, denn das Sorgerecht teilt sich der große Kurt mit seiner Expartnerin. Soweit, irgendwie so kompliziert. Und das muss auch Lena feststellen. Sich auf dem brandenburgischen Land einzugewöhnen, ist als Berlinerin gar nicht so leicht, das Geld ist knapp, und gehört sie eigentlich zur Familie? Mitten in diese Findungsphase fällt der kleine Kurt vom Klettergerüst und stirbt. Und plötzlich ist alles anders. Ein Kind zu verlieren, ist das schlimmste für Eltern, sagt man. Aber auch Lenas Welt bricht zusammen. Darf sie auch trauern? Was passiert jetzt mit ihrer Beziehung zum großen Kurt?

Das Buch behandelt ein sehr schwieriges Thema. Der Tod eines Kindes, Trauer, Verlust, die Welt, die sich weiterdreht, und die Auswirkungen auf die Trauernden. Das alles trifft auf Sarah Kuttners einzigartigen Schreibstil. Offen und ehrlich, authentisch, berlinerisch. Die Sprache ist sehr eigen, und man mag sie, oder man mag sie nicht. Ich mochte sie auf Anhieb und werde sicherlich weitere Bücher von Kuttner lesen. Die offene Art brachte für mich auf sehr direkte Weise die Emotionen und Gefühle der Charaktere rüber.

Das Buch kann niemanden kalt lassen. Und es wirkt nach.

Kurt - Sarah Kuttner
Kurt
von Sarah Kuttner
(55)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Die etwas andere Alzheimer Geschichte

Suska , am 19.02.2019

Tom ist verzweifelt. Seit sein Großvater Florian an Alzheimer erkrankt ist, kümmert er sich um ihn. Aber der alte Herr möchte keine Hilfe und vergrault jede Pflegerin, die Tom anheuert. Bis eines Tages Ani vor der Tür steht, die genauso verzweifelt ist. Nach der Trennung von ihrem Freund steht sie mit wenig Habseligkeiten und ohne Dach über den Kopf da. Hartnäckig stellt sie sich den Allüren des alten Mannes. Und immer wieder gibt es Lichtblicke: Florian erzählt von seiner großen Liebe Greta und lässt sie das eine oder andere Mal in sein Herz schauen.

Das Buch ist sehr gefühlvoll, aber auch dunkel, humorvoll, und manchmal voll dunklem Humor. Es beschreibt das Leben mit Alzheimer, wie sich Erkrankte verändern und Angehörige mitgerissen werden. Wie sich das Leben aller verändert, wie man dem begegnen muss. Und dass, trotz allem, das Herz noch am rechten Fleck und die Erinnerung lebendig ist.

An einigen Stellen übertreibt das Buch, oder bleibt an der Oberfläche. Aber trotzdem konnte es mich berühren, mich zum Schmunzeln und zum Nachdenken bringen. Eine empfehlenswerte Lektüreüber die Liebe und das Leben.

Unter uns nur Wolken - Anna Pfeffer
Unter uns nur Wolken
von Anna Pfeffer
(31)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Eine berührende Familiengeschichte

Suska , am 19.02.2019

Ich lese gern Geschichten über fremde Länder und Kulturen. Mit dem Iran, vor allem seiner jüngsten Geschichte, hatte ich mich bisher kaum auseinander gesetzt. Dieses Buch konnte mir neben der berührenden Geschichte einer Frau, die ihre Wurzeln sucht, so einiges über das Land, deren Menschen und deren Kultur näher bringen.

Noor ist im Iran geboren und aufgewachsen. Mit 17 Jahren wurden sie und ihr in sehr unsicheren Zeiten von ihrem Vater nach Amerika geschickt. Hier sollten sie studieren und sich ein besseres Leben aufbauen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist Noor dies auch gelungen. Nun, 30 Jahre später, zieht es sie zurück in ihre Heimat. Sie will ihrer Tochter Lily zeigen, wo sie herkommt. Doch Lily tut sich schwer in diesem ihr unbekannten Land. Und auch Noor hat mit der Suche nach ihren Wurzeln zu kämpfen. So vieles ist so anders als damals.

Das Buch erzählt viel über Noors Leben heute, in Amerika als Iranerin, über ihren Weg, sich in dem fremden Land zurecht zu finden, über ihre Rückkehr in ihre Heimat und ganz ganz viel über die Geschichte ihrer Familie, von der Vergangenheit, der Liebe ihrer Eltern, von einer herzlichen Familie, vom kleinen, liebevoll geführten Café Leila, aber natürlich auch vom Wandel, von der Revolution und dem Leben heute, das von Unterdrückung und Angst geprägt ist.

Ich kann dieses Buch jedem, der mehr über den Iran, seine Kultur, seine Leute, seine Geschichte und vor allem auch seine Küche erfahren will, nur ans Herz legen. Der alte Iran hatte mit dem Bild, das man heute über das Land hat, kaum etwas gemein. Ich habe vorher allerdings noch kein Buch gelesen, dass diese Thematik aufgreift, und so konnte ich viel lernen.

Als die Tage nach Zimt schmeckten - Donia Bijan
Als die Tage nach Zimt schmeckten
von Donia Bijan
(72)
Buch (Klappenbroschur)
11,40

Der Blick hinter das Klischee

Suska , am 19.02.2019

Ich habe schon viel von Petra Hülsmann gehört, bisher aber noch nichts von ihr gelesen. „Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen“ ist mein erstes Buch der Autorin und ich bin durchaus positiv angetan.

Zur Story: Die junge Lehrerin Annika hat es sich in ihrer Komfortzone gemütlich gemacht. Sie unterrichtet Musik und Erdkunde an einem Hamburger Gymnasium, macht das auch gut, aber nur so gut es eben sein muss. Bis ihr Idyll ein jähes Ende findet: Gegen ihren Willen wird sie an eine Hamburger Brennpunktschule versetzt. Hier sieht sie sich plötzlich den typischen Klischeeschülern gegenüber: Kein Bock auf Schule, kein Bock auf Hausaufgaben, und richtiges Deutsch können sie auch nicht. Schnell schmiedet Annika einen Plan, wie sie schnellstmöglich an ihre gemütliche Schule zurück kehren kann. Eine Musical AG soll’s richten. Hilfesuchend wendet sie sich an ihre Jugendliebe Tristan. Und muss feststellen: So einfach ist das gar nicht. Aber wenn’s einfach wär, würd’s ja auch jeder machen.

Das Buch spielt natürlich mit den Klischees. Und das eine oder andere Mal kommt beim Lesen das Gefühl auf, dass die Autorin großer „Fack ju Göhte“ Fan ist. Aber von den Klischees lebt das Buch, sie lassen einen schmunzeln, und nach und nach kommt der Leser hinter die Fassaden der Schüler, mit denen Annika konfrontiert wird. Da gibt es Perspektivlosigkeit, Schreie nach Aufmerksamkeit und Liebe, unerfüllte Träume, aber auch Hoffnung, Zusammenhalt und Erfolg. Der Leser begleitet Annika auf ihrem Weg zur Selbsterkenntnis: Das man auch mal aus seiner Komfortzone muss, um wirklich was zu erreichen. Dass die Schwärmerei von damals heute ganz anders aussieht. Und dass das Glück manchmal so nah liegt.

Ich habe das Buch gern gelesen, es unterhält und zieht einen in seinen Bann. Sicher nicht mein letztes Buch von Petra Hülsmann.

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen - Petra Hülsmann
Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
von Petra Hülsmann
(134)
Buch (Taschenbuch)
11,40

Zerstörerisches Begehren

Suska , am 17.11.2018

Callum ist glücklich verheiratet, seine Frau Belinda erwartet das dritte Kind. Er führt das perfekte Familienleben und ist wunschlos glücklich. Bis die 17 Jahre jüngere Kate auftaucht und sein Leben von Jetzt auf Gleich auf den Kopf stellt. Angezogen von der wunderschönen, jungen Frau wirft Callum sein Leben über den Haufen und stürzt sich in eine Affäre mit Kate, die fast sein Leben zerstört. Fast. 17 Jahre später treffen Kate und Callum erneut aufeinander. Beide haben zwischenzeitlich ihr Leben weiter gelebt, auch Kate ist nun verheiratet. Doch das Begehren ist so stark wie zuvor...

Wie der Titel schon sagt, handelt das Buch vom Begehren. Einem alles zerstörenden Begehren, das Kate und Callum fast in den Abgrund stürzt. Das stärker ist als jede Vernunft, jedes verantwortungsbewusste Handeln. Und das eine zerstörerische Wirkung besitzt. Das ist es auch, was mich beim Lesen in den Bann gezogen hat. Kate und Callum sind keine sympathischen Charaktere. Während Kate berechnend, egoistisch und skrupellos ist, ist Callum Opfer seines Begehrens, zu schwach, um zu widerstehen. Ich weiß nicht, was mich beim Lesen wütender gemacht hat. Dieses Zusammenspiel macht den Reiz des Buches aus. Als Leser fühlt man sich vielmehr zu den Nebencharakteren Matt (Kates Ehemann), seine beste Freundin Hetty und Callums Frau Belinda hingezogen, die ihre eigene Geschichte bekommen. Diese Geschichten lockern das Buch auf, lenken auch mal ab vom bedrückenden Hauptplot und machen das Buch am Ende rund. Das Buch wechselt mehrfach die Zeit, beginnt bei der ersten Begegnung 1985, springt ins Jahr 2002, wieder zurück in die Vergangenheit, wieder in die Zukunft. Eine interessante Erzählweise, die die Spannung aufrecht erhält. Auch die Perspektiven werden regelmäßig gewechselt zwischen den Charakteren.

Beim Lesen spürt man deutlich die Emotionen, die die Affäre hervorruft, bei allen beteiligten. Es ist kein schönes Buch, kein klassischer Liebesroman mit Happy End, dafür aber deutlich nachwirkend, nachdenklich machend. Eine klare Leseempfehlung.

Alles Begehren - Ruth Jones
Alles Begehren
von Ruth Jones
(90)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Ein aufwühlender Roman mit wichtigen Botschaften

Suska , am 05.11.2018

Jean lebt in einer Welt, in denen es Frauen verboten ist, mehr als 100 Wörter am Tag zu sprechen. Zur Kontrolle müssen sie einen Wortzähler am Arm tragen, der ihnen Stromschläge verpasst, wenn sie ihr Kontingent überziehen. Die Welt wird von Männern regiert, Frauen haben sich unterzuordnen, sie dürfen nicht mehr arbeiten, keine Meinung haben. Am Herd stehen dürfen sie und Kinder gebären. Schon den Kleinen wird das neue System eingebläut, Mädchen lernen in der Schule nur noch das Nötigste: Zählen (bis 100), Kochen, Nähen, Gartenarbeit. Den Jungs wird von klein auf das neue Rollensystem eingeimpft. Jean, die „davor“ eine angesehene Wissenschaftlerin war, kann diese neue Welt noch nicht fassen, rebelliert stumm und weiß doch nicht, was sie tun soll. Bis sie ein Angebot bekommt, das ihre große Chance sein kann.

Ich muss sagen, dies war seit langer Zeit mal wieder ein Buch, das mich voll in seinen Bann ziehen konnte. Die schreckliche Vorstellung, in einer Welt leben zu müssen, in der die Frauen nichts (mehr) zu sagen haben, in der sie sich dem Mann unterzuordnen haben, der ihnen zeigt, wo ihr Platz ist, hat mich anfangs wütend gemacht. Ich konnte es nicht glauben – und doch ist es eigentlich gar nicht so lange her, und eigentlich ist es auch gar nicht so weit hergeholt. Schnell baut sich die Handlung auf, schnell gibt es erste Überraschungen, und schnell ist man mitten drin im Geschehen. Und genauso schnell kommt leider auch das Ende – es wirkte auf mich ziemlich überhastet, nicht richtig durchdacht. Es wird nicht richtig erklärt und man muss sich seinen eigenen Reim auf die Geschehnisse machen.

Mit dem Schreibstil von Christina Dalcher bin ich gut zurechtgekommen, auch wenn er manchmal etwas undurchsichtig war. Ohne Vorwarnung springt man plötzlich in die Vergangenheit, manchmal passiert die Handlung gar nicht, sondern die Protagonistin stellt sie sich nur vor – der Leser muss das selbst merken, was mitunter anstrengend sein kann. Trotzdem ist das auch ein interessantes Stilmittel.

Das Buch beleuchtet so einige Themen und soll auch eine Warnung sein. Fängt es damit an, der Presse den Mund verbieten zu wollen? Was kommt als nächstes? Das Thema ist hockaktuell. Am meisten bedrückt hat mich dabei tatsächlich die Vorstellung, nicht mehr reden, sich nicht mehr ausdrücken und mitteilen zu dürfen.

Das hastige, schwache Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Trotzdem ist das Buch absolut empfehlenswert, es ist fesselnd, bedrückend, warnend, kritisch.

Vox - Christina Dalcher
Vox
von Christina Dalcher
(173)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Urlaubsfeeling

Suska , am 01.11.2018

Moni ist Rentnerin und mit ihrem Leben unzufrieden. Nach einer eher unglücklichen Ehe mit dem mittlerweile verstorbenen Werner sitzt sie nun in einer Seniorenresidenz und muss jeden Tag mit ansehen, wie das Hab und Gut von verstorbenen Bewohnern in Kartons verpackt und abtransportiert wird. Als eine Lena aus Sizilien anruft und ihr erzählt, dass sie ein Video gefunden hat, das sie und ihre Jugendliebe Vincenzo zeigt, fackelt sie nicht lange und reist mit Enkel Jan nach Sizilien, um ihre totgeglaubte italienische Liebe zu finden – und zur Rede zu stellen. Bei der Suche findet sie so viel mehr, nicht zuletzt eine große Liebe zur Insel Sizilien und ihren Bewohnern.

Die Autorin ist offenbar ein Sizilien-Fan, denn die Beschreibungen der verschiedenen Orte sind sehr genau und detailverliebt. Akute Fernweh-Gefahr! Das Buch kann auch als kleiner Reiseführer dienen, vor allem, wenn man sich für Architektur interessiert.

Nicht nur die genaue Beschreibung der schönen Insel Sizilien, auch der Schreibstil und der Humor machen das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre. Rentnerin Moni ist zum verlieben und auch die anderen Charaktere sind liebevoll beschrieben.

Das Buch liefert eine ordentliche Portion Urlaubsfeeling, aber auch Spannung, Humor und natürlich Amore. Ein toller Sommerroman!

Nie wieder Amore! - Tessa Hennig
Nie wieder Amore!
von Tessa Hennig
(87)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Leider langweilig

Suska , am 31.10.2018

Lexia ist Single, lebt in Stockholm und arbeitet in einer Werbeagentur. Sie versucht selbstbewusst zu sein, hat aber mit ihrer Figur und dem verqueren Frauenbild einiger Männer zu kämpfen. Eines Abends lernt sie in einer Bar den attraktiven Adam kennen. Sie hat ein paar Drinks zu viel, erzählt ihm persönliche Dinge von sich und küsst ihn am Ende des Abends auch noch. Als wenn das nicht schon peinlich genug wäre, muss sie am nächsten Tag nicht nur mit ihrem Kater kämpfen, sondern auch noch feststellen, dass ihr neuer Chef sich als Adam entpuppt.

Ich kenne die Bücher von Simona Ahrnstedt und mag sie sehr. Deswegen war ich sehr gespannt auf dieses Buch, dessen Cover ich unglaublich schön finde. Leider wurde ich enttäuscht und musste das Buch sogar abbrechen.

Ein zentrales Thema im Buch ist das Bodyshaming, und Lexia, die Hauptfigur, hat genug damit zu tun. Sie ist kurvig, trägt keine Größe XS und muss sich so manchen dummen Spruch anhören, der an ihrem Selbstbewusstsein kratzt. Das wunderbare Cover irritiert mich vor diesem Hintergrund sehr, denn ich sehe darauf eine schlanke Frau, und das mag nicht zu der im Buch beschriebenen Lexia passen. Die Message ist super, nach einer Weile nervte mich allerdings nur noch, dass ständig darauf herumgeritten wird und dass alle anderen offenbar nur schlanke Frauen als ebenbürtig und beachtenswert erachten. Ein bisschen zu viel Klischee für mich.

Die Geschichte zwischen Adam und Lexia ist vielversprechend, aber leider auch nicht gut umgesetzt. Beide umkreisen sich, aber es zieht sich unendlich in die Länge und führt dazu, dass das Buch immer langweiliger wird. Auch als es endlich spannend zwischen den beiden wird, wurde ich nicht mitgerissen, sodass ich mich entschieden habe, das Buch abzubrechen. Sehr schade, denn ich finde das Thema sehr wichtig und hätte gern mehr darüber gelesen.

Auch der Schreibstil konnte mich nicht überzeugen, die Formulierungen klangen oft holprig. Vielleicht liegt das auch an der Übersetzung, flüssig lesen lies sich das Buch für mich leider nicht.

Schade, ich bin besseres von der Autorin gewohnt.

After Work - Simona Ahrnstedt
After Work
von Simona Ahrnstedt
(53)
Buch (Paperback)
15,50

Gelungener Auftakt

Suska , am 31.10.2018

Die 18jährige Lore lebt in der Zeit nach dem „Vorfall“. Von Europa ist nur noch ein Bruchteil übrig, die Menschen leben in Armut beherrscht von Männern. Als Frau hat man wenig Wert und kann froh sein, wenn man einen Ehemann findet. Lore lebt gemeinsam mit ihrer Großmutter, ihrer Mutter, zwei Schwestern und ihrem Bruder auf einem Hof und arbeitet hart im Weizenanbau. Als ihr Bruder im Affekt einen Jungen des verfeindeten Nachbarclans erschlägt, muss sie mit ihm Fliehen. Ihr Ziel: das „gelobte Land“, über das sich geheime Geschichten erzählt wird, aber niemand weiß, wo es liegt. Eine abenteuerliche Reise beginnt.

Wie für eine Dystopie so typisch hat sich die Autorin auch in diesem Buch eine bedrückende Gesellschaft ausgedacht, die beim Lesen zum Nachdenken anregt. Denn der Grund für den „Vorfall“ ist nicht wie so oft Krieg, sondern die Erderwärmung. Eine reale Bedrohung also, die den Leser ganz nebenbei bedrückt.

Typisch ist auch, dass eine Unterdrückte gezwungen wird, auszubrechen und gegen die neue Weltordnung zu rebellieren. Lore hatte eine Zukunft vor sich, wie sie in dieser Welt nicht rosiger sein könnte. Sie hat einen Jungen gefunden, den sie liebt, und muss nur noch wenige Monate aushalten, bis sie mit ihm ein neues Leben beginnen kann. Plötzlich wird sie aus dieser Aussicht gerissen und muss mit ihrem Bruder quer durchs Land fliehen, immer auf der Hut, immer in Gefahr, entdeckt und getötet zu werden. Dabei entwickelt sie sich zu einer mutigen jungen Frau und auch ihr Bruder muss so einige Entwicklungsschritte durchmachen.

Die Geschichte hat mich mitgerissen, die Welt, in die ich entführt wurde, hat mich fasziniert. Ein gelungener Auftakt für eine Trilogie, deren Ende natürlich neugierig auf die weiteren Teile macht, denn offensichtlich ist der erste Teil nur der Anfang.

Gelobtes Land - Christine Heimannsberg
Gelobtes Land
von Christine Heimannsberg
(16)
Buch (Paperback)
13,40

 
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