Warenkorb
 

Bewerter

Arvid aus Hamburg

Gesamte Bewertungen 16 (ansehen)


Meine Bewertungen

Gelungene Fortsetzung

Arvid aus Hamburg , am 24.10.2017

Das schwierige an Bewertungen ist immer, dem potentiellen Leser keine Inhalte zu verraten. Das mag keiner so wirklich gerne. Daher halte ich meine Aussagen immer sehr allgemein.

"Britannia" beginnt recht zügig spannend zu werden. Eine Alltäglichkeit für römische Soldaten wird zur Zerreißprobe und endet damit, dass sich Cato fast auf sich allein gestellt gegen die Kelten Britanniens behaupten muss. Doch die Kelten ringen ihm und den römischen Legionären alles ab.

Ganz bezaubernd hat Scarrow die Szenen beschrieben, so dass sich die Unwirklichkeit der Umgebung dem Leser ausgezeichnet erschließt.

Es gibt eine Sache, die Scarrow nur sehr wässrig "bearbeitet". Und zwar die politischen Machtkämpfe innerhalb des Römischen Reiches. Vorweg: Seitdem Cato einen höheren Rang als (nur) den eines Zenturios bekleidet, erfährt der Leser immer wieder Oberflächlichkeiten von politischen Intrigen. Das Positive daran ist, dass wir damit realitätsgetreu konfrontiert werden. Denn das große Ganze zu überblicken wird für Soldaten wie Cato und Macro gar nicht möglich gewesen sein; für wen denn überhaupt? Das finde ich sehr gut. Tatsächlich ist es dann auch schön, wenn beide in solche Einsätze verwickelt werden wie sie im Buch "Die Garde" erzählt werden. Das gibt der ganzen Buchreihe mehr Tiefe und Würze. Man bleibt sozusagen immer auf der Hut. Und auch in "Britannia" ist von dieser Würze etwas zu spüren. Ich würde mir nur wünschen, dass Scarrow doch hin und wieder etwas konkreter werden könnte. Es ist zwar nachvollziehbar und sogar wünschenswert (vom Standpunkt der Protagonisten aus), dass sich Cato und Macro den politischen Intrigen entziehen können, aber interessant wäre es natürlich trotzdem darüber deutlich mehr und Verbindlicheres zu erfahren. Und wenn auch nur vom Standpunkt eines beobachtenden Catos aus, der selbst nicht darin verwickelt ist. Ein gutes Beispiel dazu habe ich in meiner Bewertung zum nächsten Buch "Invictus" geschrieben, weil das Beispiel nicht zum Inhalt dieses Buches gehört, während die Kritik selbst bereits hier angesetzt werden kann.

Obwohl ich meine Rezension mit einem ganz kleinen Negativpunkt beende, hab ich natürlich gar keine andere Wahl als eine ganz klare Leseempfehlung auszusprechen!

Britannia - Simon Scarrow
Britannia
von Simon Scarrow
(5)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Der Flammenträger

Arvid aus Hamburg , am 25.07.2017

Cornwell und Karolina Fell entzücken mit einem frischen Schreibstil, der nah am Geschehen ist. Ihn zu lesen bereitet bekannte und erwartete Freude. Die Handlung erscheint wendig und schnell. Allerdings wirkt die Handlung daher auch auf mich so, als würde Cornwell die Uthred-Saga in Anbetracht des bisherigen Umfangs sozusagen "endlich" auf ein Ende zuführen wollen. Nach 9 Büchern geht mir das aber deutlich zu schnell mit einem Buch. Die verschiedenen und teilweise durch Prota- und Antagonisten kalkulierten Ereignisse sind zu passgenau. Es handelt sich zwar um ein typisches Uthred-Werk, sticht allerdings nicht als besonders heraus. Mir fehlte hier das Detail im Text; sozusagen das wesentliche Unwesentliche. Das hat mir missfallen. Deshalb ist mir das Buch keine 5, aber 4 Sterne "wert" gewesen. Eine klare Leseempfehlung ist selbstverständlich, liest der Leser dieses Buch ohnehin nur innerhalb der Reihenfolge, wodurch es zur Pflicht eines jeden Uthred-Saga-Lesers wird. Ich möchte hier nicht spoilern, deshalb halte ich meine Bewertung allgemein und benenne keine Ereignisse.

Der Flammenträger - Bernard Cornwell
Der Flammenträger
von Bernard Cornwell
(8)
Buch (Taschenbuch)
11,30

typisch Sharpe, aber mit Lücken

Arvid aus Hamburg , am 02.05.2017

Wie alle Sharpe-Romane ist auch dieser spannungsgeladen und der Leser wird sinnbildlich hungrig darauf gemacht, wie es von Kapital zu Kapitel weitergeht. Leider ist hier auch der Ansatz, bei dem ich meine Kritik anbringen muss, denn dieser "Hunger", um der Metapher zu folgen, wird nur unzureichend gestillt. Cornwells Sharpe begegnet seinem schlimmsten Feind und Freund zugleich, dem Frieden. Und obwohl er innert der letzten (ca.) 21 Büchern bzw. Kurzgeschichten sich auf ein Leben in Friedenszeiten vorbereitet hat, ergeben sich überraschende Wendungen. Aber ein Sharpe wäre kein Sharpe, wenn er nicht sein Baker-Gewehr in die Hand nehmen und kämpfen würde. Leider eröffnet mein Lieblingsautor Cornwell dabei neue Themen, die in diesem Buch nicht zu Ende verarbeitet wurden und der Geschichtsverlauf erweckt den Eindruck, dass diese es auch nicht mehr werden. Natürlich ist dieses Buch als Teil der Serie für Sharpe-Leser unverzichtbar und auf jeden Fall lesenswert; allemal mehr als viele andere Bücher. Die vergleichsweise geringe Seitenzahl hat mich enttäuscht. Der Inhalt wirkt eher anhand eines schnellen Skripts improvisiert als anhand genauer Planung verfasst.

>Achtung es folgt ein Spoiler< Janes Abtrünnigkeit und die nicht erfolgte Aussprache mit Sharpe, wie wir Leser es sonst von Sharpe gewohnt sind, kann als eine kunstvolle Weise des Autors verstanden werden, die Geschichte realitätsnah zu gestalten. Es könnte aber auch sein, dass Cornwell das Buch schnell fertigstellen musste. Dafür spricht auch der simple Buchschluss über den Kampf in einer Villa in Neapolis. Und warum Ducos' Gefangennahme ein Beweis seiner Schuld sein soll hat sich mir nicht erschlossen; diesem Charakter hätte ich etwas mehr Ehrgeiz zugetraut, sich da mit rhetorischen Mitteln herauszuwinden. Williams Verschwinden hingegen ist klasse, selbst dann noch, sollte er in keinem weiteren Buch mehr erscheinen. Sein plötzliches aber gut begründetes Verschwinden schmiegt sich ausgezeichnet an seinen bisherigen Charakter an. Sharpes und Lucilles Verhältnis wirkte dagegen sehr eingeschoben und entsprach eher einer (schlechten) Notlösung.

Sharpes Rache - Bernard Cornwell
Sharpes Rache
von Bernard Cornwell
(2)
Buch (Taschenbuch)
13,30

Ciceros (neue) Biographie

Arvid aus Hamburg , am 05.04.2017

Dictator ist das dritte Band der Cicero-Trilogie von Robert Harris; Band 1: Titan, Band 2: Imperium.

Alle 3 Bücher sind hervorragend geschrieben und lassen sich gleichmäßig flüssig lesen, ohne dass auf eine wunderschöne und interessante Ausdrucksweise verzichtet werden musste. Die ersten beiden Bücher sind sehr spannend, während das 3. etwas langwierig erscheint. Dies ist stark der Geschichte geschuldet und Harris hat auch hier seinen bisherigen Künsten in nichts nachgestanden.

Unzählige historische Charaktere sind je nach zeitpolitischer Bedeutung wunderbar beleuchtet und ihre jew. Positionen zum jew. Zeitpunkt genannt und Möglichkeiten erläutert worden. Ein stetig guter Rundumblick sozusagen. Die aus ihnen resultierende Politik sowie ihre Wandlungen sind geradzu spannend, nachvollziehbar und verständlich geschrieben. Sehr erfrischend empfinde ich die vielen eingeschobenen tw. "originalen" Briefe (es sind rund 800 Stück erhalten geblieben). Sie verleihen der Handlung eine lebensnahe Dynamik. Die unzähligen Dialoge füllen einen Großteil der Bücher aus und verleihen ihnen Leben, Spannung, Hoffnungen und Wendungen.

Etwas übertrieben empfand ich Tiros Nähe zu Cicero und widerum dessen Nähe zu Tiro. Tiros Unterwürfigkeit wirkt irgendwann recht unglaubwürdig, beinahe kindlich.

An diesem Gesamtwerk schätze ich besonders, dass der Leser stetig über das aktuelle Alter der Protagonisten und tw. der Nebenpersonen aufgeklärt wird. Zusätzlich hätte ich mir aber auch regelmäßige Jahreszahlen gewünscht.
Was ist alles über Cicero und den Fall der röm. Republik bekannt? Der Autor hält ein geradzu kurzes Vorwort über diesen bedeutenden Mann (auch Tiro). Oft fragte ich mich, was nun Fiktion und was Geschichte sei. Hierzu hätte ich mir Informationen und zugeordnete (historische) Quellenangaben gewünscht (die leider allesamt am Ende in einer Masse aufgeführt werden). Die Karten und Erklärungen zu Personen, Bezeichnungen und Ämtern finde ich sehr gut. Nach kurzer Internetrecherche war ich sehr erstaunt und erfreut darüber, wie viel Inhalt und besonders vermeintlich Nebensächliches historisch belegt und in dieser Trologie erfasst ist. Der Autor scheint kaum etwas ausgelassen zu haben. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass er Ciceros (verlorene) Biographie neu geschrieben hat. All das Gute, aber auch das Schlechte. Und er lässt Cicero selbst diesen Wunsch danach äußern, ohne dessen ihm geliehenen Humor außen vor zu lassen.

Ich empfehle diese Trilogie in Reihenfolge zu lesen. Geeignet besonders für interessierte Jugendliche und Erwachsene.

Dictator - Robert Harris
Dictator
von Robert Harris
(9)
Buch (Klappenbroschur)
11,30

just read it / lies es einfach

Arvid aus Hamburg , am 23.02.2017

I read this book in german language, the native language of its author. I write this quite short review for this english release because the german doesn't seem to be available anymore here at Thalia. The german title is "Vergiss die Zeit der Dornen nicht" ("Don't forget the/that time of thorns")
I don't really like the cover of this release. But the content must be still amazing. I read about 15 different "war diary books" yet and this one is the best of all. I am not able to discribe all reasons because english isn't my native language.
The author wasn't inside of Stalingrad. As far as i remember he was there just once but not for combat. But he was in that area around Stalingrad when the Cauldron of Stalingrad had started. He discribes the Horror of the combats in a way i never read again but in Ernst Jünger's book "In Stahlgewittern". As i said i read about 15 books of this genre so you can believe me when i tell you: read it! Best of all!

Härteste Abwehrkämpfe in Schützengräben. Er beschreibt unsagbares Leid und unvorstellbaren Überlebenskampf. Ich empfehle dieses Buch nicht, wenn man sich unterhalten möchte. Dafür ist dieses ernstzunehmende Genre zu schade. Aber um zu erfahren, wie es im Kessel von Stalingrad war. Dann ist man bei Günter Koschorrek richtig. Er beschönigt nichts, wirkt sehr authentisch und erklärt sich (wie beinahe alle Autoren desselben Genres) mit einem Vorwort über sein Werk.

Blood Red Snow
Blood Red Snow
(1)
Buch (Taschenbuch)
16,99

Uneingeschränkte Empfehlung

Arvid aus Hamburg , am 11.02.2017

Gelesen habe ich dieses Buch vor wenigen Jahren. Es ist nicht besonders dick. Es kommt nicht mit besonders viel Tamm Tamm und Glitter daher. Und jedweden Inhalt erinnere ich nun auch nicht mehr. Aber eines umso genauer: Ich habe geweint. Trifft das nicht die Botschaft des Autors? Was könnte dies mehr als Tränen...

Vermißt in Stalingrad - Dieter Peeters
Vermißt in Stalingrad
von Dieter Peeters
(1)
Buch (Kunststoff-Einband)
13,20

Erwartungen getroffen

Arvid aus Hamburg , am 11.02.2017

Während ich dieses Buch las, fragte ich mich, ob ich überhaupt moralisch dazu berechtigt bin, mir über Herrn Rehfeldt ein Urteil zu erlauben. Ich denke die Antwort heißt „ja und nein“. Ich sehe ihn und seine Millionen Kameraden nicht als Mörder, wie die meißten heute lebenden Deutschen vermutlich auch nicht. Ich sehe sie aber auch nicht als Opfer eines Regimes. Ich sehe sie als das was sie waren und bis heute geblieben sind: Soldaten. Über ihre Taten und Umstände spreche ich kein Urteil, denn ich kann es nicht. Wer nicht dabei war, der kann kein Urteil sprechen. Stünde Herr Rehfeldt oder ein anderer Kriegsteilnehmer leibhaftig vor mir und würde mir von diesem Krieg erzählen, ich würde ihm ehrfürchtig und interessiert zuhören (wie ich es auch bei verwandten Kriegsteilnehmern tat).

Mir hat dieses Buch ganz gut gefallen, wenn ich auch schon weit mitreißendere Bücher desselben Genres gelesen habe. Allerdings finde ich, dass diese Bücher nicht einzig unterhalten sollen. Sie dienen eher dem Zweck, dass wir modernen Menschen uns selbst ein Bild von diesem Krieg und von dem Alltag des Deutschen Soldaten machen können, von ihren Qualen und ihrem Leid, von Träumen, Hoffnungen, Gedanken und teils von ihrer Wut. Ich denke dieses Ziel hat der Autor erreicht ohne dass es langweilig zu lesen war.

An dem Charakter des Autors fiel mir auf, dass er unnahbar schien. Er schreibt zwar viel von seinen Gedanken und auch Sorgen und hin und wieder erfuhr man einiges über seine Einstellung und Sichtweise zu diesen und jenen Dingen, doch er schien mir wie jemand, und das meine ich keineswegs negativ, der andere nicht beurteilt, seine Meinung nicht laut preisgibt, etwas annimmt wie es ist und das beste daraus macht.
Zwei Punkte, über die ich zu urteilen wage sind zum Einen der Diebstahl einer Figur aus dem Hause einer ukrainischen oder russischen Gastmutter und zum Anderen die (in meinen Augen) als Plünderung zu bezeichnende Aktion (alle Lebensmittel und mehr wurde von den Zivilisten gestohlen) in einem Dorf, nachdem dort Partisanen aus den Häusern heraus geschossen hatten. Kinder und Frauen wurden abtransportiert (Ziel unbekannt) und teilweise weggejagt (meine ich mich zu erinnern). Über den Diebstahl der Figur hat er kein einziges Wort der Reue oder Schuld geschrieben. Man darf hierbei nicht vergessen, dass die Gastmutter einen Aufstand gemacht hat, als ihr das Fehlen aufgefallen war. Anscheinend hat diese Figur ihr viel bedeutet. Er brüstete sich sogar damit, dass sie Jahrzehnte lang bei ihm gestanden hat (ihm also anscheinend Freude bereitet hat – ein gestohlenes Objekt).
Gutes Buch, kann ich jedem empfehlen. Spannung, Emotionen und man erfährt einen guten Einblick in das Zusammenwirken von diversen Waffengattungen. Das ist in meiner Bewertung etwas untergegangen. Die gesmate Zeit über erfährt man den Sinn der verschiedenen Waffengattungen. War sehr interessant und unterhaltsam.

Mit dem Eliteverband des Heeres "Großdeutschland" tief in den Weiten Russlands - Hans Heinz Rehfeldt
Mit dem Eliteverband des Heeres "Großdeutschland" tief in den Weiten Russlands
von Hans Heinz Rehfeldt
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,40

Würdige Fortsetzung

Arvid aus Hamburg , am 30.01.2017

Winterblut ist die Fortsetzung von Götter der Rache aus der Sigurd-Saga. Diese Saga basiert auf "wahren Begebenheiten" (es gibt nur spärliche Informationen darüber). Wie ich mit meiner Überschrift schon vorgegriffen habe, ist Winterblut eine würdige Fortsetzung des Ersten Buches.
Indem unsere "Überlebenden" Entscheidungen treffen, welche die Handlungsorte vermehren und sich in den Kapiteln unregelmäßig abwechseln, verschlingt sich diese Geschichte wie ein keltischer Knoten, der den Dachgiebel einer Methalle schmückt. Die Charaktere, besonders Sigurds, reifen innerhalb der Gruppe voran, wodurch sich Entwicklungen verdeutlichen und zu Entscheidungen führen, die den Handlungsverlauf maßgeblich bestimmen. So wird es den Leser interessieren, zu welcher Frau es den jungen Sigurd führen wird (obwohl ich zugegebenermaßen mir einzelne (unsittliche) Details beim Lesen gerne erspart hätte), welche Worte er als Lügen aussprechen wird, damit er seinem geerbten Anspruch auf den Jarl-Titel mehr Macht verleihen kann. Ihm auf der Spur ist ein Mann, ein Meuchelmörder, dessen bösartiges Messer das Herz Sigurds zu treffen versucht. Eines steht aber fest: Sigurd und seine Männer werden täuschen und kämpfen!

Über das Layout
Der Nordmann bzw. Wikinger auf dem Buchdeckel sieht sehr gut und originalgetreu aus; nicht so "hollywoodmäßig" wie auf dem Buchdeckel des Ersten Bandes. Die Schrift ist dieselbe wie im Ersten; weiterhin originell, stimmungsmachend bzw. motivierend und sehr gut lesbar. Das Buch ist verständlich geschrieben und lässt sich leicht lesen, aber ohne wie ein Kinderbuch daherzukommen.

Klare Leseempfehlung!

Buchreihe
Götter der Rache - Sigurd 01 / Winterblut - Sigurd 02 / Sturm des Todes - Sigurd 03

Winterblut - Sigurd 02 - Giles Kristian
Winterblut - Sigurd 02
von Giles Kristian
(3)
Buch (Taschenbuch)
10,30

ich bin begeistert

Arvid aus Hamburg , am 04.12.2016

Dieses tolle Werk steht den Büchern von Bernhard Cornwells Uthred-Saga, die ich beim Viking-Genre stets als Maßstab heranziehe in nichts nach. Die Geschichte ist logisch, also für die damalige Zeit realistisch dargestellt und ihr Verlauf begründet auf nachvollziehbaren Entscheidungen der Charaktere. Die Buchsprache wirkt elegant und ausgeschmückt. Es ist ein wahrer Augenschmaus die geschickt ausgewählten Wörter in ihren Anordnungen zu lesen oder die griffigen Vergleiche, die die Phantasie anregen geradezu zu verschlingen. Die Sticheleien der Charaktere halten die Stimmung zwischendurch und manchmal während der großen Ereignisse unterhaltsam, frisch und amüsant. Die ausgewählte Schriftart macht Viking-Stimmung und lässt sich sehr gut lesen. Der Titel ist total bescheuert. Wirkt kindisch. Trifft allerdings das Thema wie kein anderer es könnte. Das Cover ist geil, etwas "Hollywoodmäßig", geht also noch etwas zurückhaltender (Vgl. Band 2 und Band 3), hilft jedoch der Phantasie sich die Leutchen von damals und Sigurd vorzustellen. Was ich noch besonders hervorheben möchte ist, dass sich der Autor merklich über das Zeitalter informiert haben muss. Abgesehen weniger "Superkiller" in Sigurds Mannschaft, wirkt alles sehr real, denn z. B. Kettenhemden werden als selten und sehr wertvoll bezeichnet, verschiedenste Götter werden mit diversen Namen und Bedeutungen in passenden Situationen genannt, die Funktionen von Trinkhallen spielen immer wieder eine gut in die Geschichte eingewobene Rolle u.v.m. Dieses Buch kann ich jedem getrost weiterempfehlen.

Götter der Rache - Sigurd 01 - Giles Kristian
Götter der Rache - Sigurd 01
von Giles Kristian
(6)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Die Zeit nicht wert

Arvid aus Hamburg , am 16.11.2016

Warum ich nur 2 Sterne gegeben habe: Eine Sternevergabe beruht meistens auf Eindrücken subjektiver Herkunft und diese erfährt jeder anders. 1 Stern, wenn es mir wertvoll erscheint, ein Buch schlecht zu bewerten, 2 Sterne, wenn es nur nicht gut geschrieben ist. Schließlich habe ich es nicht mehr ausgehalten und auf der 197. Seite aufgehört zu lesen.
Die Buchsprache ist einfach, wenn nicht schon simpel und anspruchslos. Für regelmäßige Leser hervorragender Romanautoren desselben Genres ist dieses Buch kein Maßstab. Es ist zwar bildhaft, aber nicht so geschrieben, dass ich dem Schreiber das im Kopf projizierte Bild "abnehmen" kann. Mehrmals hatte ich das Gefühl - und das ist wahrlich kein gutes - dass es sich hier um eine Hollywoodfilmvorlage handelt.

Problematisch sind auch die andauernden Einschübe zu bewerten. Es gibt kaum eine Handlung, die nicht von hochdramatisierenden Vergleiche, Beschreibungen oder Andeutungen unterbrochen wird. Das stört den Handlungsverlauf deutlich, auch wenn einiges davon interessant ist. Es macht keinen Spaß. Mir kam es ein wenig wie malen nach Zahlen vor. Viele Stellen fungierten eher als Lückenfüller, statt der Handlung einen weiteren Verlauf zu geben; sinnlose Inhalte ohne literarisches Niveau, die vom Eigentlichen ablenken.

Der Autor ist offensichtlich bemüht gewesen, die damalige Behandlung und das Bild der allgemeinen Frau einzufangen und wiederzugeben. Für mein persönliches Empfinden wird dabei die "allgemeine Frau" generell zu sehr als Objekt dargestellt. Es existiert kein konkretes Beispiel, obwohl ich durchaus in der Lage wäre, einige zu nennen. Es ist einfach ein allgemeiner Eindruck. Dem Leser unserer modernen Zeit ist es jedoch anerzogen, die Frau eben nicht als das zu sehen. Es ist ein spürbarer Unterschied zu Bernhard Cornwells Uthred-Saga, wo der respektvolle Umgang mit Frauen durch männliche Charaktere als Tugend erkannt und Verstöße dagegen geächtet werden. Auch zu kritisieren ist die Häufigkeit der "Sex"-Szenen, der sexuellen Anspielungen bzw. der Leichtig- und Luftigkeit o. ä. Es wirkte allmählich etwas eklig und ich fragte mich auch, ob es vllt. ein Gesetz gäbe, das eine Mindestanzahl solcher Szenen vorschreibt. Nun ja, wer es mag...

Ich kann dieses Bucht nicht empfehlen. Die bislang wenigen guten Meinungen hier zu diesem Buch kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke, dass sie die Bücher anderer und zu empfehlender Autoren desselben Genres nicht kennen.

Das Blut der Pikten - Bastian Zach, Matthias Bauer
Das Blut der Pikten
von Bastian Zach
(10)
Buch (Klappenbroschur)
10,30

 
zurück