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World of books and dreams Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 549 (ansehen)


Meine Bewertungen

Durchweg ungewöhnlich

Louise ist Ende zwanzig und versucht sich ihren Traum vom Leben in New York zu verwirklen. Doch dafür muss sie mehrere Jobs annehmen, die alle nicht gut bezahlt werden und ihren Traum eine Schriftstellerin zu sein, zurückstellen. Als die schüchterne, junge Frau bei einem ihrer Jobs die schöne, reiche dreiundzwanzigjährige Lavinia kennenlernt, scheint sich ihr Leben zu wenden. Lavinia lädt sie zu Partys ein, spendiert ihr Kleider und Make up und irgendwann sogar ein Zimmer in ihrer teuren Wohnung, die von Mama und Papa bezahlt wird. Lavinia bekommt immer mehr Einfluss auf Louise, doch Louise kann mit diesem Lebensstil nicht mithalten. Sie beginnt Lavinia zu bestehlen, zunächst im kleinen Rahmen, dann immer mehr. Doch was würde Lavinia machen, wenn sie das herausfände?
Meine Meinung
Zugegeben, bei diesem Buch sprang mich förmlich dieses wunderschöne Cover an. Das Glitzern und das Düstere, Glamour und Dunkelheit. Manchmal liegt dies sehr nah beieinander und das spiegelt auch das Cover sehr gut wieder und passt hier perfekt zum Inhalt.
Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich zu Beginn des Romanes noch so meine Schwierigkeiten hatten. Tara Isabella Burton arbeitet hier sehr viel mit Sprache als Stilmittel. Das Buch beginnt mit einer abgehackt wirkenden Sprache, Worte wiederholen sich zu Beginn aufeinander folgender Sätze und es liest sich recht anstrengend. Doch je mehr man in die Welt der beiden Hauptcharaktere Lavinia und Louise abtaucht, desto flüssiger wird die Sprache. Es scheint beinahe so, als würde sich die Sprache hier parallel zu Louises Entwicklung ebenfalls entfalten.
Auch die Perspektive in der die Autorin erzählt, ist etwas anders. Zwar beobachtet man hauptsächliche durch einen dritte Person-Erzähler aus Louises Sicht das Geschehen, wird aber immer mal wieder satzweise oder auch abschnittsweise direkt mit Du angesprochen und somit ins Geschehen integriert. Man bekommt dadurch auch einen Blick auf das, was geschehen wird, was man zu Beginn noch nicht einschätzen kann, es aber auch im Fortlauf der Geschichte immer klarer vor sich sieht.
Die Geschichte selber ist absolut aktuell. Tara Isabella Burton spiegelt hier sehr gut das Leben der Glamourgirls, der Schönen und Reichen wieder. Alles wirkt ein wenig oberflächlich, Partys, teure Kleidung und Glamour stehen im Vordergrund, das Leben spielt auf Social Media Kanälen eine wichtige Rolle. Das alles findet sich hier auch sehr gut in der Sprache wieder, diese glatte, oberflächliche Art.
Was diesen Roman aber richtig ausmacht, sind die ungewöhnlichen Charaktere. Zum einen Louise, ruhig, schüchtern, zurückhaltend. Sie wäre so gerne schön und reich, dünn und beliebt, doch der Weg dahin zu kommen ist alles andere als einfach. Dann lernt sie Lavinia kennen, die all das verkörpert, was sich Louise sehnsüchtig wünscht. Lavinia lebt für Partys, Alkohol, Glamour, Kleider und vielem mehr und das alles teilt sie für ihr Leben gerne auf all ihren Kanälen. Die beiden Frauen beginnen, gemeinsam auf Partys zu gehen, es entwickelt sich eine Freundschaft, die aber alles andere als gesund ist. Lavinia macht Louise abhängig von sich und Louise passt sich nur allzu gerne dem Leben Lavinias an. Beide Protagonistinnen sind alles andere als sympathisch und doch bringt die Autorin die Charaktere sehr gelungen näher.
Die Nebencharaktere werden allesamt nur umrissen, bringen aber die Welt, in der die Frauen leben, sehr gut rüber. Auch da zeichnet die Autorin ein glasklares Bild der Gesellschaft wieder.
Mein Fazit
Das Buch spaltet seine Leser schon jetzt, denn es ist schon ein wenig ungewöhnlich erzählt. Doch meiner Meinung nach trifft genau diese Art der Erzählung hier mitten ins Schwarze, denn durch diese Oberflächlichkeit, diesen Abstand zu den Charakteren, bleibt man eher ein Beobachter, der aber doch nicht aufhören kann, diese toxische Freundschaft der Frauen zu verfolgen. Die Entwicklung des ganzen Geschehens konnte mich fesseln und lässt mich nachdenklich zurück. Ein absolut gelungener Roman, der erschreckend realistisch klingt und mich gleichzeitig schockiert und beeindruckt hat.

So schöne Lügen - Tara Isabella Burton
So schöne Lügen
von Tara Isabella Burton
(76)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,70

Macht Lust auf Island

Frisch von ihrem Freund getrennt, braucht Merit dringend eine neue Wohnung, doch die Suche danach und ausgerechnet in Berlin gestaltet sich als gar nicht so einfach. Als sie ein Angebot bekommt als Katzensitterin über den Sommer eine Wohnung zu hüten, schlägt sie gleich zu. Aber die Wohnung liegt nicht in Berlin, sondern in Island, Reykjavik. Merit macht sich auf die Reise und kaum in der neuen Wohnung angekommen, muss sie feststellen, dass sie sich diese nicht nur mit einem Kater teilt. Kristján, so heißt der junge Mann, der ebenfalls dort wohnt und von Beruf Hubschrauberpilot bei Ice Air ist. Beide wollen nur Freundschaft, denn die Beziehungen ihrer Vergangenheit waren nicht so rosig. Doch die Anziehung zwischen ihnen ist vorhanden und gegen eine Affaire gibt es doch nichts einzuwenden, oder?
Meine Meinung
Das Cover finde ich sehr hübsch und gelungen und verspricht einen locker-leichten Roman für gemütliche Lesestunden.
Dank eines sehr flüssigen Schreibstils kam ich auch leicht in die Geschichte. Dabei erzählt die Autorin sehr bildlich und schon nach kurzer Zeit wäre ich gerne gemeinsam mit Merit durch die raue Landschaft Islands gestreift.
Die Geschichte selber ist authentisch erzählt und es machte Spaß, die Charaktere auf ihrer Reise zu begleiten. Sicherlich sind solche Romane in ihrer Art ein wenig vorhersehbar und doch kann ich diesen Roman allen Leserinnen und Lesern empfehlen, die sich gerne einmal eine Auszeit vom Alltag nehmen.
Das Bild, das die Autorin von Island zeichnet, macht Sehnsucht, dieses Land einmal selbst zu erkunden. Dadurch, dass auch Protagonistin Merit hier zum ersten Mal ist, darf man dieses Land durch ihre Augen betrachten und die Menschen dort “kennenlernen”. Man entdeckt mehr über das Leben auf der Insel und darf auch ein wenig an dem künstlerischen Dasein der Protagonistin teilhaben.
In erster Linie führt ein dritte Person-Erzähler aus der Sicht Merits durch den Roman, doch auch ihr männlicher Gegenpart Kristján kommt zu Wort. Ich mag es sehr, wenn man viel über einen Hauptcharakter erfährt, aber es ist auch immer wieder spannend, einmal die Gegenseite zu betrachten.
Diese wechselnden Perspektiven machen es leicht, die Charaktere kennenzulernen.
Mit Merit konnte ich mich sehr gut identifizieren, denn ich mochte ihre lockere und lebendige Art. Durch den frühen Verlust ihrer Eltern, wurde sie von ihren beiden älteren Schwestern groß gezogen, die sie gerne behütet haben. Doch Merit kann sehr gut auf ihren eigenen Beinen stehen und lebt so, wie sie es mag. Eine rundum sympathische und grundehrliche Protagonistin, die es mir leicht gemacht hat, sie zu mögen. Kristján ist hier so ein bisschen klischeehaft, etwas geheimnisvoller, etwas dunkler und unnahbarer. Doch auch seine Geschichte darf man intensiver kennenlernen und dadurch wurde auch er schnell sympathisch.
Mein Fazit
Wer gerne leichte “Sommerlektüre” mag, die aber trotzdem den gewissen Tiefgang nicht missen lässt, ist mit Islandsommer genau richtig. Man erfährt viel über die Protagonisten, aber auch genauso viel über das Leben auf Island und dessen Einwohner. Schön, fesselnd und flüssig zu lesen, ist dieses Buch wunderbar geeignet für gemütliche Lesestunden.

Islandsommer - Kiri Johansson
Islandsommer
von Kiri Johansson
(9)
Buch (Klappenbroschur)
10,30

Geht tief ins Herz

Schon als kleine Kinder waren Raquel, Rocki, und Sasha beste Freundinnen und einfach unzertrennlich. Doch dann kommt die niederschmetternde Nachricht: Sasha hat Krebs und dieser ist nicht mehr heilbar. Als Sasha dann stirbt, bricht, trotz allem darauf vorbereitet sein, für Rocki eine Welt zusammen. Was Rocki jedoch nicht weiß, ist, dass Sasha für sie eine ganze Menge vorbereitet hat. Beinahe täglich erhält Rocki Nachrichten von Sasha, bei der sie Rocki dazu ermuntert, kleinere Abenteuer und Aufgaben zu begehen. Gleich am Anfang kommt die große Überraschung, denn Rocki trifft auf Elijah, Sashas leiblichen Bruder. Auch dieser erhält Nachrichten von seiner verstorbenen Schwester und auch wenn die Geschwister sich nie real kennenlernen durften, beginnen Rocki und Elijah, Sashas Aufgaben zu folgen.
Meine Meinung
Auch wenn das Cover eher schlicht in seiner Aufmachung ist, so ist es doch wunderschön und ein wahres Eyecandy. Es brachte mich auf jeden Fall dazu, mehr über die Geschichte herausfinden zu wollen und diese Geschichte ist einfach nur grandios: emotional, traurig, lustig. Autorin Cheyanne Young schickt hier ihre Leser auf eine absolute Gefühlsachterbahn.
Der Schreibstil liest sich sehr gut und die Autorin hat eine ganz besondere Art, sich von Beginn an mitten ins Herz zu schreiben. Man hatte hier sofort das Gefühl, die wahre Geschichte dieser beiden wunderbaren Freundinnen zu lesen. Ich war hier wirklich zu tiefst berührt und schon innerhalb der ersten zehn Seiten liefen die ersten Tränen. Der Satz der Autorin C.C. Hunter auf der Rückseite passt einfach perfekt, denn es ist wirklich so, dass Cheyanne Young gleich zu Anfang das Herz ihrer Leser bricht und es danach ganz langsam und gefühlvoll wieder zu heilen. Genauso, wie es auch im wahren Leben wäre.
Dieses Buch steckt voller wunderschöner Botschaften und Momente, die mich regelrecht durch die Seiten trieben. Die Autorin hat einfach dieses ganz gewisse Etwas, Emotionen miterleben und nachempfinden zu lassen.
Die Geschichte handelt von Freundschaft, von Verlust und Trauer, aber auch davon, wieder nach vorne sehen zu können. Die Freundschaft zwischen Sasha und Rocki ist einfach etwas besonderes, denn diese reicht noch weit über den Tod hinaus. Es war wundervoll mitzuerleben, wie Sasha es schafft, ihre Freundin zu stützen und wieder aufzubauen und das, obwohl sie schon nicht mehr da ist. Ich wünsche jedem Menschen, eine so großartige Freundschaft, wie die, die hier beschrieben ist.
Ganz besonders sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen. Rocki, die Protagonistin und Ich-Erzählerin der Geschichte ist sehr lebendig beschrieben und ich habe vom ersten Moment an mit ihr mitgelitten. Sie erlebt hautnah die Krankheit ihrer besten Freundin mit und begleitet sie auf deren schwerem Weg und das ohne wenn und aber. Genauso begleitet aber auch Sasha Rocki nach ihrem Tod und schafft es, ihrer Freunden neuen Lebensmut zu geben. Sasha, ein Adoptivkind, schafft es, dass Rocki und ihr leiblicher Bruder Elijah sich begegnen. Sie gibt den beiden immer neue Aufgaben, indem sie vorher geschriebene Botschaften wie Briefe, Videos oder Emails ihnen zukommen lässt. Es ist eine ganz besondere Reise, die die beiden dabei begehen. Denn auch Elijah ist eine besondere Person, der im Gegensatz zu Sasha es nicht so leicht in seinem Leben hatte. Ich habe es Elijahr so sehr gewünscht, aus seinem alten Leben auszusteigen und habe bei ihm, genauso wie bei Rocki, zutiefst mitempfunden.
Mein Fazit
Eine wunderschöne Geschichte, nicht nur für junge Leser, die voller Gefühl eine Geschichte über tiefe Freundschaft und Vertrauen und vom großen Verlust all diesem erzählt. Ganz klar ist zu spüren, dass man noch so sehr auf einen Verlust eingerichtet sein kann, denn wenn es soweit ist, bricht erst einmal eine Welt zusammen. Trotz vieler Tränen, die ich beim Lesen vergossen habe, ist dieses Buch aber auch eine Hommage ans Leben. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, denn Cheyanne Young schreibt einfach nur wunderbar und emotional. Ganz klare Leseempfehlung!

Jeden Tag ein Wort von dir - Cheyanne Young
Jeden Tag ein Wort von dir
von Cheyanne Young
(9)
Buch (Paperback)
15,50

Endlich wieder bei Jacob und Emma

Achtung: vierter Band einer Reihe, inhaltliche Spoiler vorhanden.
Jacob kann es kaum glauben, denn seine Freunde, die besonderen Kinder und ihre Headmistress Miss Peregrine stehen vor seiner Tür. Während die Kinder versuchen, sich der Gegenwart anzupassen, kommt Miss Peregrine auf die Idee, die teils noch unerforschten Zeitschleifen in Amerika in einem Atlas festzuhalten. Gleichzeitig sollen die besonderen Kinder kleinere Aufgaben in Devil’s Acre ausführen, doch schnell wird es ihnen langweilig, vor allem Jacob. Bei Nachforschungen im Keller seines verstorbenen Großvaters Abe, der Hollowjäger war, stellt er fest, dass Abe nicht allein hinter den Hollows her war. Jacob macht sich auf die Suche nach den geheimnisvollen Unbekannten und bekommt prompt von diesem einen Auftrag und befindet sich gemeinsam mit Emma, Enoch, Bronwyn und Millard in einem neuen Abenteuer.
Meine Meinung
Ich habe mich riesig gefreut, als ich gesehen habe, dass das Abenteuer der besonderen Kinder weitergehen wird. Schon das Cover passt natürlich perfekt zu den anderen, auch wenn ich immer noch ein wenig das Gesicht verziehe, wenn ich auf mein Regal schaue und den dritten Band nicht als Hardcover darin vorfinde.
Die Geschichte geht also weiter und ich war wieder ganz schnell mitten unter den Besonderen, die mir allesamt ganz schön ans Herz gewachsen sind.
Ich liebe die Bücher von Ransom Riggs, dessen Schreibstil mich auch hier gleich wieder mitnehmen konnte. Er erzählt so voller Details, ohne dabei endlos abzuschweifen, so dass die Geschichte zu einem wunderbaren Kopfkino wird.
Der Beginn ist noch recht unspektakulär, doch wie immer mit dem gewissen Etwas aus Humor und Ungewöhnlichem. Doch spätestens als Jacob mit einigen seiner besonderen Freunde auf die Reise geht, wird es auch wieder spannend. Gemeinsam mit den Freunden lernt man die unterschiedlichen Zeitschleifen Amerikas kennen und trifft auf die verschiedensten Persönlichkeiten. Wie auch schon in den Büchern zuvor, findet man hier auch eine Menge Bilder, allerdings sind es dieses Mal eher Bilder vom Roadtrip, bzw. von den Stationen des Roadtrips. Trotzdem ist die Aufmachung wieder absolut gelungen und ein wahrer Schatz. Wie immer gibt es bei dem Abenteuer so einige Überraschungen und Wendungen, die das Buch zu einem Pageturner machten. Das Ende verspricht übrigens auch ein weiteres Buch rund um die besonderen Kinder, denn es bleibt auf eine gewisse Art offen. Ich freu mich da jetzt schon besonders drauf.
Jacob, Protagonist und Ich-Erzähler, steht auch hier, gemeinsam mit einer Handvoll Besonderer, im Mittelpunkt. Es ist einfach wie ein Treffen mit guten Freunden, die man mit all ihren Ecken und Kanten und in diesem Fall auch Merkmalen kennt. Man spürt den besonderen Kindern, zumindest denen, die Jacob begleiten, aber nun deutlich an, dass sie ein wenig mehr aus sich heraus wollen. Sie haben sich bemerkenswert weiterentwickelt, wollen ihre eigene Persönlichkeit mehr im Vordergrund wissen und sind bereit, einfach mal etwas anders zu machen. Mir hat diese Entwicklung nicht nur sehr gut gefallen, sondern war, nach den vorherigen Abenteuern, auch logisch und schlüssig.
Mein Fazit
Ich liebe die Reihe rund um die besonderen Kinder und bin auch dieses Mal tief in die Welt der Zeitschleifen, Ymbrinen und Besonderen abgetaucht. Wie immer konnte mich Ransom Riggs ganz schnell mit seinem bildstarken Schreibstil abholen und fesseln. Gerade die Entwicklung der besonderen Kinder hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf eine neue Geschichte. Für Fans der Besonderen wieder eine tolle Fortsetzung, allen anderen lege ich die gesamte Reihe ans Herz. Jedes Buch ist ein Schatz!

Der Atlas der besonderen Kinder - Ransom Riggs
Der Atlas der besonderen Kinder
von Ransom Riggs
(21)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,50

Sehr subtil

Über ein Mütterforum haben sie sich kennengelernt: die Mai-Mütter. Seitdem treffen sie sich einmal in der Woche im Park, dabei verbindet sie alle eigentlich nur eines, ihre Babies. Doch es entstehen dabei auch Freundschaften und als die Mütter beschließen, einmal eine Auszeit zu nehmen und sich ohne Babies zu treffen, sind alle begeistert. Alle bis auf die alleinerziehende Winnie, doch diese wird so lange von den anderen bekniet, bis sie zustimmt und ihren kleinen Sohn Midas für einen Abend bei einer Babysitterin lässt. Winnie trifft sich mit den anderen Müttern, scheint den Abend aber nicht richtig genießen zu können. Als sie zu Hause ankommt, ist das unaussprechliche Geschehen, Midas wurde entführt und es fehlt jegliche Spur des Säuglings. Dies bringt die Mütter dazu, eigene Nachforschungen zu stellen, doch es scheint, als hätte die ein oder andere von ihnen etwas zu verbergen.
Meine Meinung
Das Cover ist schlicht und bei diesem Buch war es vor allem der Klappentext, der mich unglaublich neugierig macht. Selber Mutter zweier Kinder war allein der Gedanke daran, dass man eins meiner Babies hätte entführen können, mehr als beängstigend.
Der Beginn lässt gleich den Schluss zu, dass bei einer der Mütter etwas schlimmes geschehen ist, doch um wen es sich dabei handelt, erfährt man zunächst nicht. Nach dem Einstieg und das erste Treffen der völlig unterschiedlichen Mütter bekommt man als Leser einen recht guten Überblick über die verschiedenen Persönlichkeiten. Gerade dieser Aspekt des Mutterseins in unserer Zeit hat die Autorin sehr überzeugend herübergebracht. Da sind die schlaflosen Nächte, die Angst um das Finanzielle, aber auch die Angst nur noch Mutter zu sein und sich selbst zu verlieren. Damit hat die Autorin wohl so gut wie jede Mama mit in die Geschichte integriert und auch ich konnte mich bei dem ein oder anderen Aspekt durchaus wiederfinden.
Auch der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, dabei ist es hier gar nicht so das Tempo, das hier an den Roman fesselt, sondern eher das Bedürfnis, zu erfahren, was wirklich mit dem Baby Midas geschehen ist. Die Geschichte landet dann auch recht schnell in den Medien und es ist sehr realistisch, in welche Richtungen all das abdriftet, z. B. die Verurteilung der Medien, dass die Mütter einfach mal einen Abend sie selbst sein wollten und nicht nur Mama.
Aus verschiedenen Perspektiven der Mütter erzählt die Autorin, wie jede einzelne von ihnen zum einen mit dem Verschwinden des Säuglings umgeht, zum anderen, wie sie selber empfinden. Die meisten Perspektiven werden dabei durch den dritte Person Erzähler dargestellt, bis auf eine, die in der Ich-Form erzählt. Wer die Ich-Erzählerin ist, bleibt jedoch lange unbeantwortet. Das machte so neugierig und lädt geradezu dazu ein, mitzurätseln.
Die Charaktere, bei denen vor allem drei Mütter, Colette, Francie und Nell und ein Vater in Mutterzeit, Token, im Mittelpunkt stehen, bekommen nach und nach eine deutliche Persönlichkeit. Allerdings sind diese Perspektivwechsel gerade zu Anfang recht verwirrend und ich brauchte ein wenig Zeit, die einzelnen Persönlichkeiten auseinanderhalten zu können. Eins haben auf jeden Fall alle Charaktere gemeinsam, sie haben Geheimnisse. Was mich hier besonders überraschte, dass man von der Mutter des Babies Midas nur sehr wenig zu erfahren scheint. Aber auch hier bekommt alles ganz langsam eine Auflösung.
Mein Fazit
Alles in allem konnte mich Aimee Molloy mit ihrem Roman überzeugen. Zwar ist es gerade am Anfang noch verwirrend, doch die Autorin schafft es sehr gut, die scheinbar losen Fäden aufeinander zuzuführen und letzten Endes zu verbinden. Dabei nimmt die Autorin durchaus auch Kritik an der Gesellschaft und den Medien, die schnell dabei sind, die Mütter zu beurteilen und auch ein wenig zu verurteilen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und auch wenn es nicht vor Action und Tempo strotzt, konnte ich es erst nach dem Beenden aus der Hand legen. Sehr lesenswert!

Die Mutter - Aimee Molloy
Die Mutter
von Aimee Molloy
(1)
Buch (Paperback)
13,40

Leider nicht meine Geschichte

Deutschland in den dreißiger Jahren: die beiden Schwestern Linda und Gitte wachsen gemeinsam bei ihren Eltern in Berlin auf. Beide genießen ihr Leben und ihre Freiheiten und arbeiten als Sekretärinnen, auch wenn Gitte sich lieber dem Jurastudium und Linda der Kunst gewidmet hätten. Dann lernt Linda den ruhigen Erich kennen und verliebt sich bis über beide Ohren. Als die beiden heiraten, scheint für Linda das Leben perfekt, doch dann kommt der Krieg und auch Erich wird einberufen. Als die Briefe von der Front ausbleiben, verfällt Linda in tiefste Depressionen und wird in ein Sanatorium eingeliefert. Doch das Sanatorium ist alles andere als sicher, denn psychisch kranke Menschen werden von den Nazis zum Tode verurteilt.
Meine Meinung
Das Cover gefiel mir gleich auf den ersten Blick, denn hier passt es wirklich wunderbar zum Inhalt. Romane aus dieser Zeit, bzw. die aus dieser Zeit erzählen, haben auf mich immer eine besondere Faszination, erzählen sie doch von etwas, was man sich wünscht, dass es nie geschehen wäre. Gerade das Thema der psychischen Erkrankungen in der Zeit des zweiten Weltkriegs gibt es nur wenige und so war ich sehr gespannt auf die Umsetzung des Debüts.
Der Einstieg beginnt noch recht langsam und es fiel mir leider sehr schwer, mich an den Schreibstil der Autorin zu gewöhnen. Stephanie von Heyek erzählt eher abgehackt und lässt vieles unausgesprochen zwischen den Zeilen ruhen. Das machte es mir hier auch schwer, von der Geschichte wirklich berührt zu werden, da ich einfach nicht in den gewohnten Lesefluss gefunden habe.
Dadurch, dass mir der Stil nicht so leicht fiel, war es auch schwer, hier richtig tief mitempfinden zu können. Die Handlung, die ja zu einem großen Teil während des zweiten Weltkrieges spielt, konnte mich trotz des erschreckenden Themas und der bekannten realen Geschichte nicht richtig fesseln. Dazu kommen die wechselnden Perspektiven, die ich zwar für gewöhnlich mag, die mir aber hier sehr schwer fielen, da ich oft den Faden verlor und dann erstmal wieder schauen musste, welche Person gerade im Mittelpunkt steht. Mir fehlte hier eine klare Linie, zu oft hatte ich den Eindruck, dass hier Ereignisse einfach nacheinander aufgezählt wurden, ohne die für diese Zeit schwere und tiefe melancholische Stimmung einzufangen.
Liest man die Charaktereigenschaften der beiden Schwestern, so müsste man ja meinen, dass man sie wirklich auf den ersten Blick auseinanderhalten könnte. Doch beide blieben, ebenso wie weitere Charaktere, eher blass. Genau wie bei der Handlung fehlte es mir hier, mit den Schwestern mitzuleiden oder mitzuzittern. Distanz blieb bei diesem Roman auch bei den Personen für mich gewahrt.
Mein Fazit
Gerade Bücher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges können mich mit ihren Schrecken immer tief bewegen. Doch dieses Gefühl blieb mir hier leider fern. Ich war der teilnahmslose Beobachter, dem es oft schwer fiel, den Faden nicht zu verlieren. Sehr schade, aber richtig mitnehmen konnte mich dieses Buch leider nicht.

Als die Tage ihr Licht verloren - Stephanie Hayek
Als die Tage ihr Licht verloren
von Stephanie Hayek
(21)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Zwischen Wahn und Wahrheit

Gemeinsam mit ihrem kranken, an einem Rollstuhl gefesselten Onkel leben die Schwestern Mary Katherine, genannt Merricat, und Constance auf dem Anwesen ihrer Familie, den Blackwoods. Sechs Jahre ist nun her, dass die anderen Familienmitglieder vergiftet wurden. Damals wurde Constance beschuldigt, doch vor Gericht frei gesprochen. Trotzdem können die übrigen Familienmitglieder nicht in Ruhe leben, denn die Einwohner des Dorfes, an dessen Rand das Anwesen liegt, lassen nur allzu deutlich spüren, was sie von den Schwestern halten. Dann taucht ein Cousin der Familie auf, Charles, doch dessen Absichten zielen nur auf das Familienerbe hat, sehr zum Leidwesen Merricats.
Meine Meinung
Dieses Cover ist mal einfach nur der Hammer, es zog auf jeden Fall sofort meinen Blick auf sich und machte Gänsehaut.
Der Roman ist eine Neuauflage des Buches, dessen Erstveröffentlichung bereits im Jahre 1962 liegt. Aber ich kann nur sagen, dass der Inhalt nach wie vor aktuell ist und mir mit seinem subtilen Horror schaurige Lesestunden bereitet hat.
Shirley Jacksons Art zu schreiben klingt auf den ersten Blick sehr leicht, doch diese Autorin versteht es zu hundert Prozent, eine schauerliche Atmosphäre zu erzeugen. Dabei ist es weder blutig oder brutal, sondern von der ersten Seite an absolut beklemmend.
Das wirkt ganz besonders dadurch, dass hier die achtzehnjährige Merricat als Ich-Erzählerin beschreibt, was vor sich geht, aber auch ein wenig, was in ihr vorgeht.
Merricat ist eine absolut einmalige Figur, am Rande des Wahnsinns, wie es mir scheint, besessen von der übergroßen Liebe zu ihrer Schwester Constance, aber in ihrer eigenen Welt auf dem Anwesen der Familie durchaus glücklich. Je mehr ich von Merricat las, desto mehr war ich von ihrer Figur gleichermaßen fasziniert und verstört. Ich bin mir selbst nach dem Beenden des Buches nicht sicher, was real war und was nicht. War Merricat real? Constance? Das Leben auf dem Schloss an für sich? Definitiv ist das ein Buch, das ich ein zweites Mal lesen werde, denn ich habe immer noch das Gefühl, dass mir etwas fehlt und doch ist alles gesagt.
Constance lebt völlig zurückgezogen auf dem Anwesen, das Anwesen, das hier Schloss genannt wird. Doch ist dieses Schloss schon mehr eine Metapher für das gefangen sein, sowohl in dem zu Hause als auch in sich selbst.
Neben den beiden merkwürdigen Schwestern darf der Leser auch einen Blick auf deren Onkel Julian werfen. Aber auch dieser ist anders, immer noch brütet er über Aufzeichnungen zu dem, was damals im Schloss wirklich geschah. So bekommt auch der Leser immer mehr von der Vergangenheit mit.
Letzten Endes kommt es, wie es kommen muss, als Cousin Charles, der Unsympath schlechthin, auftaucht. Aber eigentlich möchte ich da gar nicht zu viel zu verraten, denn man muss diese Stimmung eigentlich am eigenen Leib erleben.
Mein Fazit
Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen, gut, es hat auch nur etwas über 200 Seiten, aber ich wurde allein durch diese beklemmende, bedrückende Stimmung durch die Seiten getrieben. Ich bin fasziniert von der Zeichnung der Figuren, von dem subtilen Grauen, das einen überkommt, wenn man der Gedankenwelt Merricats folgt. Für Liebhaber des subtilen Psychothrillers ist dieses Buch perfekt. Nein, dieses Buch lebt nicht von Action und Blut, doch wer hier genau liest, der wird schnell vom kalten Grauen gepackt.

Wir haben schon immer im Schloss gelebt - Shirley Jackson
Wir haben schon immer im Schloss gelebt
von Shirley Jackson
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Spannende Grundidee

Jula Ansorge ist Radiomoderatorin und in ihrer Freizeit widmet sie sich ihrem True-Crime-Podcast. Selbst mit einer schweren Vergangenheit belastet, gilt ihre Aufmerksamkeit den unschuldig Verurteilten. Dabei stösst sie auf den Fall des forensischen Phonetikers Matthias Hegel. Dieser ist berühmt für sein überaus gutes Gehör und er kann allein auf Grund der Stimme sagen, ob jemand gelogen hat. Mit dieser Methode hat er schon zahlreiche Verbrecher überführt. Doch nach einem Einsatz gesteht er plötzlich seinen Kollegen, dass er eine junge Obdachlose mit zahlreichen Messerstichen getötet und in seinem Haus versteckt habe. Jula beginnt, auf eigene Faust zu forschen, denn sie glaubt, dass hinter diesem Geständnis weit mehr stecken muss.
Meine Meinung
Tja, was soll ich sagen, ich bin hier definitiv neugierig auf den Thriller geworden, weil da ein ganz bestimmter Name drauf steht: genau, Vincent Kliesch! Dieser Autor in Verbindung mit Sebastian Fitzek? Das konnte nur gut werden und dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an den Thriller. Ohne Frage, die Geschichte ist schon beim Einstieg sehr spannend und Vincent Kliesch weiß, mit welchen Wendungen er den Leser verblüffen kann. So bekommt man gleich zu Beginn zwei spannende Eindrücke der beiden Protagonisten und wird neugierig darauf, was wirklich hinter dem Geständnis des forensischen Phonetikers steckt. Alles in allem hatte ich aber gerade auch in diesem Bereich ein wenig mehr erhofft und gedacht, dass ich mehr über Hegel und dessen aussergewöhnliche Begabung erfahren würde. Das konnte aber hier in diesem Thriller erstmal nur ansatzweise erreicht werden. Allerdings lässt mich vor allem dieses mehr als verblüffende Ende wieder mit Erwartungen zurück, auch darauf, viel mehr über Hegels Fähigkeiten zu erfahren.
Wer jetzt denkt, dass der Name Fitzek hier hauptsächlich als Werbestrategie eingesetzt wird, könnte auf der einen Seite richtig liegen, auf der anderen Seite erklärt Herr Fitzek schon im Vorwort, wieso dieser Thriller nach seiner Idee geschrieben wurde. Meiner Meinung nach braucht Vincent Kliesch diesen Namen gar nicht als Werbung. Allerdings haben wohl nun auch viele, die den Autor noch nicht kannten, nun nach seinem Buch gegriffen und konnten sich selbst ein Bild von Klieschs wirklich gutem Schreibstil bilden. Kliesch schreibt sehr fesselnd, bringt immer wieder Überraschungen mit ein und hält auch den Lesefluss durch die kurzen Kapitel aufrecht. Durch unterschiedliche Perspektiven bekommt der Leser einen Einblick und wird zum Miträtseln animiert. Ob man auf diese Lösung dann wirklich kommt? Mich konnte Kliesch hier definitiv verblüffen und überzeugen und ich bin gespannt, was er noch für den Leser parat hält.
Die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere hat mir richtig gut gefallen. Jula konnte mich mit ihrer toughen und vor allem zielstrebigen Art absolut überzeugen. Nach dem Ende bin ich mehr als gespannt darauf, wie sie weiter vorgehen wird. Mathias Hegel scheint ein absolut spannender Charakter zu sein, da man aber über seine Figur bisher nicht allzu viel erfährt, bin ich auch bei diesem mehr als gespannt. Eins konnte sich hier schon herauskristallisieren: Hegel ist hochintelligent und ungewöhnlich.
Mein Fazit
Auch wenn ich mir ein wenig mehr Einblick auf Hegels Begabung gewünscht hätte, bin ich nach dem Ende überzeugt, dass man weiterhin mit hohen Erwartungen auf den zweiten Band gespannt sein darf. Schreibstil, Spannung und Charaktere fand ich überzeugend und ich bin immer noch platt, wenn ich an das Ende denke. Ich freue mich auf den nächsten Teil rund um Jula und Hegel und kann diesen Thriller weiterempfehlen.

Auris - Vincent Kliesch
Auris
von Vincent Kliesch
(136)
Buch (Paperback)
13,40

Gute Fortsetzung

Achtung, Band 2 einer Trilogie – inhaltliche Spoiler!

Sechzehn Jahre ist es her, dass ein Atomunfall den Schwarzwald zu einem Sperrgebiet machte. Damals blieben viele Menschen, die dort lebten, in der Zone und es geschehen merkwürdige Dinge. Der junge Felix, der damals seine Eltern im Schwarzwald verlor und deshalb bei der besten Freundin seiner Mutter aufwuchs, hat es gewagt und den Schwarzwald betreten. Hier traf er bereits auf viele unheimliche Dinge, aber auch auf Menschen, die dort immer noch leben. Nun ist er weiter auf der Suche nach seinen Eltern und dringt immer tiefer in die dunklen Ecken des Schwarzwaldes. Es wird düster, mysteriös und unheimlich, denn nicht nur die Natur scheint hier ganz verändert, sondern auch die Menschen.
Meine Meinung
Das Cover finde ich sehr gut gelungen und es macht neugierig auf den Inhalt, es wirkt düster und passt nicht nur sehr gut zum ersten Band, sondern auch zum Inhalt.
Der Einstieg gelingt recht leicht und auch die Ereignisse aus Band 1 sind schnell wieder präsent, auch wenn auf dessen Inhalt nicht explizit eingegangen wird. Trotzdem ist es bei dieser Trilogie wichtig, die Bücher auch in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da sie inhaltlich komplett aufeinander aufbauen.
Der Schreibstil gefällt mir gut, da er sich leicht und sehr gut verständlich lesen lässt. Allerdings verfällt mir der Autor, vor allem im ersten Teil des Buches, in sehr langen Erzählungen über die Umgebung, was zwar nicht langweilig ist, da es die Stimmung gut wiedergibt, aber doch einiges an Tempo herausnimmt. Erst mit der Begegnung weiterer, im Schwarzwald lebender Personen kommt wieder mehr Leben in die Geschichte. Was allerdings durch das gesamte Buch präsent bleibt, ist die Frage nach dem, was dort vor sich geht und warum alles wirklich so hermetisch abgeriegelt ist. Auch hier bekommt der Leser nur wenig Anworten darauf und man wird wohl bis zum letzten Band Geduld haben müssen, um wirklich hinter die Ereignisse zu steigen.
Eins muss man dem Autor auf jeden Fall lassen, er gibt sehr gut die Weite des Schwarzwaldes wieder und auch wenn man sich dort nicht auskennt, hat man durchaus eine Vorstellung darüber, wie es dort aussehen könnte.
Auch wenn im Hintergrund nach wie vor die Frage lauert, was den Gesang hervorruft, der einen unheimlichen Gegner ankündigt, wird es hier abenteuerlicher. Felix lernt neue Menschen kennen und gerät hier in manch einen Kampf.
Wie auch im ersten Band führt ein dritte Person Erzähler aus der Perspektive des Protagonisten Felix durch die Geschichte. Man ist dadurch schon nah an dem, was der Junge auf seiner Reise erlebt und durch die vielen Beschreibungen wirken Umgebung und Charaktere real und lebendig.
Felix ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen, er ist unheimlich mutig und gibt nicht so schnell auf. Ich bekam gerade bei der Vorstellung alleine durch diese unheimliche und düstere Gegend zu wandern, eine Gänsehaut. In diesem zweiten Teil lernt Felix die junge Chiara kennen, die mit ihrer Familie im Schwarzwald lebt. Durch diese Personen bekommt Felix noch einmal einen ganz anderen Blick auf das Leben im Schwarzwald und vor allem Chiara bekommt eine ganz besondere Bedeutung für den jungen Mann.
Mein Fazit
Wer den ersten Band der Trilogie spannend fand und wissen möchte, was hier wirklich passiert ist, sollte sich auch den zweiten Teil nicht entgehen lassen. Es gibt zwar noch sehr wenige Antworten, aber man lernt den Schwarzwald noch einmal intensiv kennen. Zwar war der Einstieg ein wenig langsam, doch brachte dieser auch diese Atmosphäre der Einsamkeit deutlich herüber. Ich bin gespannt auf den finalen Band und darauf, endlich erfahren zu dürfen, was hier wirklich vor sich geht. Gelungener zweiter Band.

Das Lied der Wächter - Der Gesang - Thomas Erle
Das Lied der Wächter - Der Gesang
von Thomas Erle
(4)
Buch (Taschenbuch)
15,50

Nichts für Weicheier

In einem Park wird die Leiche eines Mannes gefunden, in seinen Armen hält er den abgetrennten Arm einer Frau und in zwei Koffern, die bei ihm stehen, befinden sich die weiteren Leichenteile. Rechtsmediziner Paul Herzfeld wird zur Obduktion dazu gerufen, bei der er von seinem Vorgesetzten Schneider verblüfft wird. Dieser scheint nicht nur den Toten auf den ersten Blick erkannt zu haben, sondern weiß auch sofort die Tatwaffe einzuordnen, eine Machete. Der Tote ist ein bereits Verurteilter Täter, der mit einer Machete eine Frau verstümmelte. Als kurz darauf im Park tatsächlich die Machete gefunden wird, scheint es, als wäre für Prof. Schneider kein Halt mehr beim Erklimmen der Karriereleiter. Lediglich Paul Herzfeld hat seine Zweifel.
Meine Meinung
Ich habe bereits mehrere Bücher aus der Feder des Deutschen Gerichtsmediziners Michael Tsokos gelesen, die ich allesamt regelrecht verschlungen habe. Dementsprechend war ich neugierig auf den neuen Thriller.
Von Beginn an ist das Buch spannend und es kommt schon zu den ersten Szenen, die nichts für schwache Nerven sind. Michael Tsokos weiß zu gut, wie er bestimmte Taten beschreiben kann, um das dementsprechende Entsetzen beim Leser hervorzurufen. Aber nicht nur das, man spürt hier auf jeder Seite: der Mann weiß halt einfach auch, wovon er schreibt. Der Schreibstil liest sich absolut leicht und flüssig und die vierhundert Seiten habe ich an einem Abend auf dem Sofa verschlungen.
Wie bereits erwähnt, es ist absolut spannend von der ersten Seite an und auch wenn danach für einen Moment das Tempo herausgenommen wird, wird es auch schnell wieder richtig fesselnd. Aber Vorsicht: mit detaillierten Beschreibungen diverser Verletzungen wird hier nicht gegeizt. Trotzdem hält es sich für meinen Geschmack in einem Rahmen, der bei mir noch nicht zum Würgen führte. Aber trotzdem nicht unbedingt für zartbesaitete Leser gedacht.
Was mir an diesem True Crime Thriller besonders “gefallen” hat, sind die tatsächliche Fälle des Gerichtsmediziners, die er hier ganz geschickt mit in den Thriller einbaut. Das alles wirkt einfach erschreckend real und glaubwürdig. Auch die Lösung des Falles und die Wege dorthin sind schlüssig und stimmig.
Wie schon aus der Trilogie bekannt, ist auch hier Dr. Paul Herzfeld der Protagonist des Thrillers. Allerding spielt dieses Buch in einem deutlich früheren Zeitraum und ist so etwas wie die Vorgeschichte. Aus der Perspektive Herzfelds in dritter Person wird hier berichtet, allerdings gibt es immer wieder geschickte Perspektivenwechsel, die den Leser auch immer wieder neugierig machen.
Die Charaktere, allen voran Herzfeld, wirken auf mich authentisch und lebendig. Herzfeld kannte ich ja bereits und auch wenn er hier noch deutlich jünger ist, so ist er doch schon der, den man erleben durfte. Er ist nicht so leicht aufs Glatteis zu führen und auch wenn er häufiger aus dem Bauch heraus handelt, steht er zu dem, was er tut.
Aber auch alle weiteren Nebencharaktere wirken durchdacht, man erhält zu jedem die notwendigen Informationen, um sich selbst ein Bild zu machen.
Mein Fazit
Spannend von Beginn bis zum Ende, interessante Figuren und eine Tat, die den Leser durchaus Schauern lassen lassen den Thriller zu einem Pageturner werden. Man spürt natürlich, dass Michael Tsokos allein auf Grund seines Berufes über ein entsprechendes Hintergrundwissen verfügt, aber er kann auch mitreißend schreiben. Wer die Herzfeld Trilogie bereits kennt, wird auch hier spannende Lesestunden genießen können, für alle anderen: greift ruhig zu! Nichts für schwache Nerven!

Abgeschlagen - Michael Tsokos
Abgeschlagen
von Michael Tsokos
(30)
Buch (Paperback)
15,50

 
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