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BuchhändlerInnen im Portrait

Barbara Sitter
aus der Thalia-Buchhandlung in Wien

Gesamte Empfehlungen 58 (ansehen)


Über mich:
Ich liebe Bücher... was sonst?
Alter:
27 Jahre
Lieblingsautoren:
Judith Taschler, Cornelia Funke, Patrick Rothfuss, George Martin, J.R.R Tolkien, Bernard Cornwell
An meinem Beruf gefällt mir:
Mehr als alles andere, schätze ich eine gute Geschichte. Geschichten, die einen in ihren Bann ziehen, fesseln und nicht mehr loslassen, bis die letzte Seite umgeblättert ist. Das ist es, was Lesen ausmacht!
Im Beruf seit:
August 2010
Das beste Buch aller Zeiten:
kann ich unmöglich sagen!

Meine Empfehlungen

Ein Geruch von Meersalz und Abenteuer

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 11.10.2019

Eine großartige Geschichte für Weltenbummler, Möchtegern-Entdecker, Draufgänger und unstete Geister. Für Liebhaber jener Zeiten, als die Weltkarte noch weiße Flecken hatte und der Himmel sich noch um die Erde drehte. Für Tagträumer und Nichtsnutze, Tunichtgute und Abenteurer und solche, die zu Hause von der weiten Welt träumen und von einem Schiff, das sie fort bringt an unbekannte Ufer und zu nie gesehenen Wundern.

Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal - Raoul Schrott
Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal
von Raoul Schrott
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
26,80

Ein folgenschwerer Unfall...

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 11.10.2019

Ihr ältester Bruder stirbt bei einem Unfall und Jas gibt sich die Schuld daran. Hat sie nicht darum gebetet, dass er anstelle ihres Kaninchens stirbt? Jeder für sich zerbrechen die Familienmitglieder an der Tragödie. Jas verkriecht sich – ihrem Namen gemäß – in ihre Jacke, ihr Bruder wird brutal und unzugänglich, ihre Schwester verliert sich in Träumen von einer besseren Zukunft.
Marieke Lucas Rijnveld hat ein beinah beklemmendes Buch geschrieben, dass sich ohne falsche Einfühlsamkeit einem schweren Thema widmet. Der Roman ist keine leichte Kost, es lohnt sich aber, ihn auszuhalten.

Was man sät - Marieke Lucas Rijneveld
Was man sät
von Marieke Lucas Rijneveld
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,70

Ein hervorragender Roman

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 22.07.2019

Lucius ist ein etwas exzentrischer, aber außergewöhnlich begabter Medizinstudent und der jüngste Sohn aus einer betuchten, alten, polnischen Familie, die sich in Wien, im Herzen des österreich-ungarischen Weltreichs niedergelassen hat.
Als der große Krieg ausbricht, wittert er seine Chance, das theorielastige Studium um eine handfeste Komponente zu erweitern und meldet sich freiwillig als Arzt. Nach einigen Irrungen und Wirrungen endet er schlussendlich im hinterletzten Winkel der Kaparten, in einem Feldlazarett, das in einer Kirche Unterschlupf gefunden hat. Dort lernt er die ebenso geheimnisvolle wie faszinierende Schwester Margarete kennen, die dem praktisch ahnungslosen Studenten das Wichtigste beibringt.
An einem bitterkalten Tag im Winter bringt ein Transport einen äußerlich unverletzten, aber schwer traumatisierten Soldaten in das Lazarett. Lucius und Margarete versuchen alles, ihm zu helfen, doch keine Behandlung zeigt Wirkung. Bis Lucius aus Zufall auf das richtige Medikament stößt. Vom Ehrgeiz gepackt, den mysteriösen Fall selbst zu heilen, und aus dem Wunsch heraus, ihm weitere Traumatisierungen zu ersparen, versucht Lucius, ihn so lange wie möglich im Lazarett zu behalten. Doch sein Plan geht nicht auf, und am Schluss leidet nicht nur der Wintersoldat darunter, sondern auch seine vorsichtig aufkeimende Liebe zu Margarete.
Der Krieg trennt schließlich die Protagonisten voneinander, doch Lucius kann Margarete nicht vergessen. Die letzten zwei Kriegsjahre verbringt er in Wien, unter den Fittichen seines alternden Mentors, doch sobald der Krieg offiziell vorbei ist, macht er sich auf die Suche nach Margarete.

Der Roman besticht durch seine außergewöhnlich detaillierten Beschreibungen des alten Kaiserreichs, mit seiner Vielzahl an Völkern, Sprachen und Lebensweisen. Die Charaktere wirken authentisch, mit Ecken und Kanten und nicht immer zu 100% sympathisch – wie Menschen nun mal so sind. Auch die Liebesgeschichte steht nicht prominent im Vordergrund, sondern webt sich fast unbemerkt in die Handlung ein. Daniel Mason hat einen hervorragenden Roman geschrieben, der den Leser um hundert Jahre in der Vergangenheit versetzt und ihn das Geschehen miterleben lässt, als wäre er dabei gewesen.

Der Wintersoldat - Daniel Mason
Der Wintersoldat
von Daniel Mason
(25)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,70

Die Seele von Geschichten

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 12.07.2019

Wenn Bücher die Seelen der Geschichten beschreiben, dann zeigen Filme ihre Oberfläche. Eine Geschichte verfilmen, von der man die Seele kennt, ist ein schwieriges Unterfangen, aber die Seele zu einer Geschichte finden, die man nur aus einem Film kennt – so gut wie unmöglich. Cornelia Funke hat es gewagt – und ihre Sache nicht schlecht gemacht.
„Das Labyrinth des Fauns“ hält sich eng an die Filmvorlage, was die Handlung betrifft, und ergänzt sie um eingeschobene Hintergrundgeschichten, die sich gut darin einfügen. Es ist ein sehr düsteres Buch, brutal teilweise, bleibt dabei allerdings seltsam leblos. Auch die Sprache, sonst so charakteristisch in Funkes Büchern, lässt ihren üblichen Zauber vermissen. Sei es, weil es nicht ihrer eigene Geschichte ist, die sie da erzählt, sei es, weil es eine Übersetzung ist… An die Wortmagie der Tinten- oder Spiegelwelt kommt „Das Labyrinth des Fauns“ nicht heran.
Nichtsdestotrotz ist das Buch ein Leseerlebnis, das sich eingefleischte Funke-Fans (wie ich) nicht entgehen lassen dürfen.

Das Labyrinth des Fauns - Cornelia Funke, Guillermo Del Toro
Das Labyrinth des Fauns
von Cornelia Funke
(139)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Achtfache Liebe

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 16.04.2019

Dieses Buch ist das richtige für:
- Menschen, die Oktopoden unheimlich finden: Lassen Sie sich darauf ein. Sie werden staunen, wie empathisch, liebevoll und interessant diese Tiere sind.
- Menschen, die Oktopoden unheimlich toll finden: Sie werden Ihre Meinung bestätigt finden und nebenbei unglaubliche viele interessante Details über die Tiere erfahren und zwei oder drei davon recht nahe kennen lernen.
- Menschen, die sich nicht vorstellen können, Oktopoden faszinierend zu finden: Lassen Sie sich überraschen, wie vielseitig die Tiere sind! Und Sy Montgomery schreibt mit solch einer Begeisterung über sie, dass Sie gar nicht anders können werden, als sich auch in diese Tiere zu verlieben.
- Menschen, die ein neues Lieblingstier suchen: Der Oktopus wird Sie nicht enttäuschen. Er ist intelligenter als Sie denken, vielseitiger als Sie glauben mögen und sehr, sehr liebenswert.

Wer nach der Lektüre noch Oktopus essen kann, hat ein Herz aus Eis. Es ist, als würde man seine Hauskatze verspeisen.

Rendezvous mit einem Oktopus - Sy Montgomery
Rendezvous mit einem Oktopus
von Sy Montgomery
(16)
Buch (gebundene Ausgabe)
28,80

Wirklich das Ende der Welt?

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 15.04.2019

John Ironmonger hat ein herzerwärmend eigenwilliges Buch geschrieben, eine charmante Mischung aus bitterem Ernst und rührender Situationskomik, voll mit allem, was ein richtig gutes Buch braucht - gute Charaktere, Spannung, Aktualität, ganz viel Humor und ganz viel Talent. Von meiner Seite eine warme Empfehlung!

Der Wal und das Ende der Welt - John Ironmonger
Der Wal und das Ende der Welt
von John Ironmonger
(109)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,70

Wer sind Sie, wenn Sie nicht mehr wissen, woran Sie sich erinnern?

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 22.02.2019

Wäre es nicht manchmal verlockend, schmerzhafte Erinnerungen einfach vergessen zu können? In Emmetts Welt ist das möglich - indem man sie in ein Buch binden lässt. Doch Buchbinder sind wenig angesehen, erinnert ihre Kunst doch zu sehr an Hexerei.
Als Leser sind wir nah an Emmetts Gedanken und Gefühlen und teilen seine Einschätzungen. Doch im Laufe der Geschichte ändert sich die Perspektive und so manches erscheint in neuem Licht. In Rückblenden und mit neuen Sichtweisen erschließt sich uns langsam die wahre Geschichte, Stück für Stück, Detail für Detail. Mit viel Gespür für die Handlung und großer Liebe für die Kleinigkeiten entführt uns die Autorin auf eine Reise in eine fremde und doch sehr vertraute Welt. Wunderbar, wunderbar erzählt!
Kommen Sie und lauschen Sie den verborgenen Stimmen der Bücher, Sie werden es nicht bereuen.

Die verborgenen Stimmen der Bücher - Bridget Collins
Die verborgenen Stimmen der Bücher
von Bridget Collins
(67)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,70

Wie viel Mensch kann man bleiben?

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 25.11.2018

Louise und Ludovic stranden auf einer abgelegenen Insel, umgeben von Eis und Pinguinen. Beinahe ohne Hoffnung auf Rettung versuchen die beiden, sich mit der Situation zu arrangieren. Doch zu den offensichtlichen Schwierigkeiten kommen bald subtilere dazu, die schon nach kurzer Zeit schwerer wiegen als alle anderen. Ein Drama entspinnt sich, simpel in den Zutaten, aber durchschlagend in der Wirkung. Die Autorin vermag es - mit wenigen, wohlgesetzten Worten - den Panzer der Zivilisation aufzubrechen und den Wesenskern der Menschheit aufzuzeigen.
Die Rettung, die kein Happy End ist, die Heldin, die keine sein kann und die Veränderung, die unumkehrbar ist - Bausteine einer in all ihrer stillen Gewalt beängstigenden Geschichte, die zu lesen sich lohnt.

Herz auf Eis - Isabelle Autissier
Herz auf Eis
von Isabelle Autissier
(7)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Wie gemacht zum Verfilmen

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 21.10.2018

Ein paar Sachen vorweg: Vox ist einigermaßen spannend, lässt sich leicht lesen und behandelt ein aktuelles Thema. Wer allerdings Tiefgang oder Komplexität erwartet, wird hier leider enttäuscht. Die Charaktere erscheinen oberflächlich, die Handlung ist einsträngig und relativ simpel erzählt und die Sprache anspruchslos. Was mich am meisten gestört hat, war das eindeutige Hinschreiben auf eine Verfilmung oder eine Umsetzung als Serie. Diese episodenhafte Schreibweise nimmt dem Buch viel von seinen Möglichkeiten. So verschenkt die Autorin viel Potential, welches die Idee und auch die Umsetzung als Roman auf jeden Fall zu bieten gehabt hätte. Außerdem sind die Figuren bloße Schablonen, die eigentlich durchgängig nicht authentisch sind, was mich ebenfalls stark an eine generisch-hirnbefreite Hollywood-Produktion erinnerte.
Wer also über ein gesellschaftspolitisch aktuelles Thema in wenig anspruchsvoller Sprache und mit einfacher Spannungsarithmetik lesen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Vox - Christina Dalcher
Vox
von Christina Dalcher
(179)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Ein Buch wie eine Wagner-Oper – nicht für jeden geeignet

Barbara Sitter aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 30.09.2018

Turtle wächst abgeschieden in den kalifornischen Wäldern auf, der Natur ebenso ausgesetzt wie ihrem Vater – einem gebildeten, gewalttätigen, schusswaffenvernarrten Mann, der in der Seele seiner Tochter tiefe Spuren hinterlässt. Die Versuche vonseiten ihrer Lehrerin zu dem verschlossenen Teenager durchzudringen, bringen keinen Erfolg. Erst als Turtles Vater nach monatelanger Abwesenheit mit einem jungen Mädchen nach Hause kommt, findet Turtle den Mut, sich und die Kleine von ihrem Vater zu befreien.
„Mein Ein und Alles“ ist ein krasses Buch. Es ist brutal, schonungslos, schmerzhaft intensiv und stellenweise unerträglich grausam. Es ist konsequent aus der Sicht Turtles geschrieben und erlaubt uns einen unheimlichen Blick in ihre Gefühlswelt.
Das hier ist kein angenehmes Buch. Es soll auch kein angenehmes Buch sein und ich möchte allen, die gerne angenehme Bücher lesen, ausdrücklich davon abraten, dieses Buch zu lesen. Wer sich aber einlassen kann auf eine sprachgewaltige Reise in menschliche Abgründe, wer gerne Bücher liest, die nachwirken, wer es mag, von einem Buch so richtig mitgenommen zu werden, dem empfehle ich dieses Buch wärmstens. Ich habe mich selten so mitreißen lassen von einem Buch wie von diesem hier.

Mein Ein und Alles - Gabriel Tallent
Mein Ein und Alles
von Gabriel Tallent
(27)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,70

 
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