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BuchhändlerInnen im Portrait

Philipp Brandstötter
aus der Thalia-Buchhandlung in Linz

Gesamte Empfehlungen 274 (ansehen)


Meine Empfehlungen

Den Klimawandel verstehen anhand von Infografiken

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 14.09.2019


Wenn man heute in den Nachrichten sieht was Rund um den Globus alles passiert, fällt dem genauen Beobachter eines sofort auf: die Berichte über Naturkatastrophen nehmen stark zu. Auch wenn manche Länder und deren Regierungen das immer noch nicht wahrhaben wollen ist dennoch ein enormer Anstieg dieser Vorkommnisse zu beobachten. Fast keine Woche vergeht, in welcher nicht über eine Überschwemmung in einem europäischen Land berichtet wird. Andere Teile der Welt, etwa bestimmte Regionen in Afrika, haben damit zu kämpfen, dass seit mehreren Jahren kein Tropfen Regen mehr gefallen ist. Die Folge vom Ausbleiben des Wassers sind Dürrekatastrophen, welche ganze Landstriche für den Menschen und auch die meisten Tierarten unbewohnbar machen.

In Teilen Asiens und Nordamerikas haben die Menschen vor Ort mit einem starken Anstieg an Windereignissen zu kämpfen. Auch wenn sie dieses Phänomen unterschiedlich bezeichnen (bei den Asiaten heißt es Taifun, bei den Amerikanern Hurrikan und bei uns in Europa einfach Windhose) so ist es dennoch ein und das selbe Problem, welches immer gewaltigere Ausmaße annimmt. Aufgrund der Aktivitäten der schwedischen Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg wird auch den meisten Menschen endlich klar, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Entgegen allen Versprechungen der internationalen Staatengemeinschaft steigt der weltweite Ausstoß von Kohlendioxyd immer weiter an. Eine handvoll Länder, so erfährt man in diesem Buch, haben bereits damit begonnen ihre Emissionen zurückzufahren, leider sind das nur Einzelfälle. Auch die meisten EU Mitgliedsländer sind hier sehr säumig. Auch wenn Politiker fast täglich in den Nachrichten propagieren weniger mit dem Flugzeug zu reisen und dadurch den Kerosinausstoß zu verringern, steigt die Zahl der gebuchten Flüge an.

Die deutsche Infografikerin Esther Gonstallas, die Autorin des hier vorliegenden Buches, hat sich ihr Können als Grafikerin zu Nutze gemacht diesem aktuell großen Interesse Rechnung zu tragen. In Form von knapp über 50 großformatigen Grafiken wird hier auf sachlicher Ebene die Auswirkungen des Klimawandels verdeutlicht. Gerade für Menschen, die nicht allzu gerne lesen, ist dieses Buch eine Bereicherung. Schöne Grafiken in großer Schrift helfen einem diese doch sehr komplexe Materie relativ einfach und schnell zu erfassen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Fall nicht speziell auf Deutschland, viele Beispiele sind auch auf andere Länder ausgelegt.

Auch optisch finde ich dieses Buch sehr ansprechend und mit einer witzigen Idee versehen . Alle Grafiken und Texte des Buches sind in lediglich drei Farben untergliedert, nämlich in grau, schwarz und grün. Das Ganze ist auch noch auf wiederverwertetem Altpapier gedruckt welches aus verantwortungsvollen Quellen stammt. Ich finde auch das zeichnet ein gutes Buch aus. Der Oekom Verlag, der Herausgeber dieses Werkes, ist auch der erste Verlag der seine Bücher zur gänze ohne Plastikverpackung herstellt. Und das nicht nur seit dem heurigen Sommer, seit es Populär ist, sondern schon ein paar Jahre länger. Ein wirklich gelungenes Buch wenn Sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Klimawandel beschäftigen wollen.

Das Klimabuch - Esther Gonstalla
Das Klimabuch
von Esther Gonstalla
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,70

Familienepos oder doch eher ein Mystery-Thriller? Das ist leider nicht ganz klar...

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 14.09.2019

Eve ist eine junge Medizinstudentin, die vor Kurzem ihren Abschluss gemacht hat. Zusammen mit einer Freundin bewohnt Sie daher ein kleines Apartment am Stadtrand Londons. Nach mehreren gescheiterten Beziehungen ist es ihr nun endlich gelungen den passenden Mann fürs Leben zu finden. Endlich, nach turbulenten Jahren, scheint sich allmählich alles wieder etwas zu beruhigen, bis etwas Unvorhergesehenes passiert: ihre geliebte Großmutter stirbt. Eve hatte schon seit ihrer frühesten Kindheit einen viel besseren Draht zu ihr, als zu ihrer eigentlichen Mutter.

Da Eve neben ihren Eltern auch noch zwei ältere Brüder hat, muss nun geregelt werden, wer welchen Anteil am Erbe der Großmutter erhält. Vor allem ihre Mutter ist jedem Familienmitglied ihren Anteil neidig. Dennoch bekommt, zur Überraschung aller, Eva das Haus der Großmutter, sowie mehrere größere Liegenschaften. Als sie zusammen mit ihrem Mann das Haus nach Abschluss der Testamentsvorlesung besichtigt, stoßen sie auf mehrere unerwartete Gegebenheiten vor Ort. Ihre Großmutter hat offensichtlich Dinge aus der ganzen Welt gesammelt. Von schamanistischen Stäbchen bis hin zu Buddhastatuen findet sich alles Mögliche im Haus. Was jedoch sofort ins Auge sticht, ist Folgendes: Fast überall im Gebäude befinden sich Gegenstände indianischen Ursprungs. Nach längerer Recherche findet Eve heraus, dass diese fast alle von einem Indianerstamm aus dem nördlichen Kanada stammen.

Obwohl Eve viel mit ihrer Großmutter gesprochen hatte, hat diese ihr Interesse an der indianischen Kultur niemals erwähnt. Das erscheint etwas seltsam. Als Eve eine Kiste mit Landkarten und genauen Ortsbeschreibungen einer Reise aus dem Jahr 1878 entdeckt, packt Sie die Abenteuerlust. Sie will herausfinden, was ihre Großmutter dort genau gesucht hat. Eine Entdeckungsreise nach Kanada beginnt, an deren Anfang sie schnell auf Widersprüche stößt. Ihre eigene Familiengeschichte hat offensichtlich mehr mit diesem vermeintlich öden Landstrich zu tun, als Eve zuerst glaubt.

Ein Roman der mehrere verschiedene Genres anspricht. Zum einen ist die Suche nach der eigenen Familiengeschichte, die immer totgeschwiegen wurde. Dann gibt es die Handlung im Jahr 1878, die aus der Sicht der damals lebenden Verwandten von Eve geschildert wird. Dann gibt es natürlich noch die Suche von Eve nach sich selbst. Außerdem treibt in den großen Weiten Kanadas ein Ungeheuer aus grauer Vorzeit sein Unwesen, auch das ist ein nicht zu unterschätzender Handlungsstrang. Das Wesen namens Boykok hat bereits vor fast 150 Jahren mehrere Menschen getötet und ist dann plötzlich verschwunden.

In der gedruckten Ausgabe hatte dieser Band von Thomas Thiemayer einen völlig anderen Einband. Dieser Roman von Thiemayer ist nicht wirklich ein Familienepos, aber auch leider nicht kein Mysthery-Thriller wie andere Bände aus seiner Hand. Was das Cover des neuaufgelgten E-Books mit diesem zu tun hat, ist mir leider auch nicht ganz klar. Mit der eigentlichen Handlung des Romans kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Ein sehr vielschichtiger Roman des Autors Thomas Thiemayer, der sehr unterschiedliche Leute ansprechen kann. Da hier jedoch der historische Hintergrund, welchen ich von anderen Bänden gut kenne, abgeht - leider der schwächste Band von Thiemayer. Hoffe auf den neuen Band um seine Romanheldin „Hannah Peters“, von welcher in Kürze der fünfte Teil erscheinen wird!

Devil's River - Thomas Thiemeyer
Devil's River
von Thomas Thiemeyer
(1)
eBook
5,99

Ein MUSS für jeden Star Trek Fan

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 13.09.2019


Star Trek ist heute das Vorzeigemodell, wenn es darum geht Sience Fiction einen Namen zu geben. Mit über 700 Folgen aus fünf Fernsehserien und mittlerweile 14 Kinofilmen ist es das am größten ausgebaute Franchise der Welt. Selbst wenn Sie kein Fan dieser Serie sind, so sind Ihnen zumindest Namen wie Spock oder Kapitän Kirk ein Begriff. Aber Stark Trek wäre nicht der ganz große Stern am Sience Fiction Himmel, wenn es sich nicht im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt hätte. Mit der durch den Streaming-Dienst Netflix erneut erweiterten Universum kam mit „Star Trek Discovery“ nach einer fast 14-jährigen Pause eine neue Serie ins Star Trek Universum dazu.

Das besondere an dieser Serie, vor allem in der ersten Staffel, ist die Tatsache, dass sie zu fast 50 Prozent in einer Sprache abgefasst ist, welche Ihnen ein Begriff sein sollte: nämlich Klingonisch. Das Volk der Klingonen sind in den unterschiedlichen Serien manchmal Gegner aber auch immer wieder mal Bündnispartner der Vereinigten Förderation der Planeten, welche im Wesentlichen aus Menschen und deren Alliierten Welten besteht. Das Klingonische Reich hat im Laufe der Star Trek Saga eine sehr wechselvolle Geschichte durchlebt, das erfährt man auch als Einsteiger in diesem Band immer weider sehr deutlich.

Da Klingonisch, einer aktuellen Schätzung zufolge, die weltweit am meisten gesprochene NICHT-existente Sprache ist, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis hier auch ein kleiner Sprachführer erscheint. Die Reihe Kauderwelsch aus dem Verlag Reise-Know-How hat sich nun entschieden anlässlich der soeben veröffentlichen zweiten Staffel von „Star Trek Discovery“ dieser Nachfrage Rechnung zu tragen und einen eigenen Sprachführer für Klingonisch zu veröffentlichen.

Sollten Sie selbst klingonisch noch nie gehört haben so gebe ich Ihnen den Tip sich die erste Staffel von „Star Trek Discovery“ im Original und ohne Untertitel anzuhören. Sollten Sie dann im ersten Moment noch nicht genau wissen von was die beiden Charaktere sprechen so sei Ihnen dieses kleine Büchlein ans Herz gelegt. Es bietet neben einer sehr kompakten Einführung in die Geschichte der Klingonen auch einen Überblick über die aktuelle Forschung zu ebendiesen. Und JA es gibt hier wirklich einen eigenen Forschungszweig einer Universität, die sich mit diesem Thema befasst.

Ich bin selber schon viele Jahre ein Fan des Star Trek Universums und habe schon länger auf so ein Buch gewartet. Ein wirklich gelungenes Werk, welches auch mir viele neue Einblicke vermittelt hat. Den einzigen Vorbehalt, den ich hier aussprechen möchte, ist die Tatsache, dass man ein Fan (für Kenner ein „Trakkie“) sein sollte ansonsten versteht man einen Großteil des Witzes nicht. Absolute Leseempfehlung für Star Trek Fans aller Altersgruppen.

Klingonisch - Wort für Wort - Lieven L. Litaer
Klingonisch - Wort für Wort
von Lieven L. Litaer
(2)
Buch (Taschenbuch)
10,20

Klassiker in neuem Gewand

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 13.09.2019

Der Staat Israel gilt aufgrund seiner hohen Dichte von archäologischen Funden aus den letzten 5000 Jahren Menschheitsgeschichte als ein Mekka für Archäologen aller Zeitepochen. Da die Wissenschaftler jedoch nur selten selbst den Hammer und die Schaufel in die Hand nehmen bedienen sie sich an einer ganzen Heerschar an Grabungshelfern, die sie bei ihrer Arbeit im Feld unterstützen. Einer von ihnen ist der aus Montana stammende Stephen Foxx. Der ihm zugeteilte Bereich trägt den etwas sperrigen Namen „Areal 14“, das heißt er befindet sich auf einer Großgrabung, welche von einer Vielzahl an Laien betreut wird und unter der Aufsicht von Professor Willfort-Smith steht.

Als Foxx bei seinem aktuellen Grabungsprojekt auf antike Knochen aus der Zeit Jesu Christi stößt ist das zunächst nicht allzu ungewöhnlich. Das Areal, welches Sie betreuen ist ein aufgelassener Friedhof, bei welchem allerlei Grabbeigaben aus dem Wüstensand befördert werden. Als jedoch im noch unberührten Grab eine alte Plastikverpackung auftaucht glaubt Stephen zunächst an einen Scherz seiner Grabungshelferkollegen. Doch schnell stellt sich heraus, es könnte auf die ganz große Sensation gestoßen sein, auf die ein jeder Ausgräber ein Leben lang hofft. Als Grabbeigabe findet Stephen das schon stark in Mitleidenschaft gezogene Bediehnungsheft einer Kamera vom Typ „MR-01“ der Marke Sony. Diese soll, so findet er schnell heraus, jedoch laut Angaben des Herstellers Sony erst in knapp drei Jahren auf den Markt kommen.

Nach längerer Überlegung ist sich Stephen sicher: vor ihm befinden sich die Überreste eines Zeitreisenden der in die Zeit des Jesus von Nazarath gelangt ist. Doch ist das alles nur ein großer Schwindel oder hat er wirklich den ganz großen Coup gelandet? Foxx wendet sich an Professor Willford-Smith, welcher kurzerhand den Sponsor der Ausgrabung John Kaun kontaktiert. Kaun ist Medigenmagant und Inhaber des Unternehmens „Kaun Enterprises“, welches sich zum Ziel gesetzt hat CNN als größtes Nachrichtenmedium der Welt abzusetzen. Dieser wittert nun die ganz große Chance seinem Unternehmen den letzten großen Anstoß zu geben und CNN vom Thron zu stürzen. Innerhalb weniger Stunden werden alle Amateur-Ausgrabungshelfer nach Hause geschickt und Kaun treibt eine Handvoll Spezialisten für Altertumsforschung auf, die ihm bei der Suche nach der angeblichen Kamera helfen sollen.

Doch Stephen Foxx durchschaut das Machtspiel von Kaun und holt sich ebenfalls Hilfe. Ihm zur Seite stehen Jehousua und Judith Mendez, ein ungleiches Geschwisterpaar das ebenfalls als Ausgrabungshelfer vor Ort beteiligt war. Zusammen mit Foxx bringen sie die bereits stark in Mitleidenschaft gezogene Anleitung in das Labor der Israelischen Kulturgemeinde. Was sie dort über die Kameragebrauchsanweisung erfahren sprengt jedoch all ihre Vorstellungskraft.

Auch wenn der Roman an manchen Stellen schon etwas angestaubt wirkt, etwa wenn Foxx mittels eines heute schon antik wirkenden Laptops mit Modem zur Internetanbindung arbeitet, ein über weite Strecken überzeugender Roman. Da die Handlung ins Jahr 2000 gelegt ist kann man darüber durchaus hinwegsehen. Außerdem lernt man eine ganze Menge über die Arbeit von Archäologen im Heiligen Land. Es ist an manchen Stellen sehr detailliert beschrieben wie man historische alte Texte wieder lesbar machen kann.

Das Jesus-Video - Andreas Eschbach
Das Jesus-Video
von Andreas Eschbach
(14)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Die Wissenschaft hinter der Serie

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 29.08.2019

Die sehr populäre Serie „The Big Bang Theory“ begeistert nach wie vor rund um den Globus ein Millionenpublikum. Die vier Fernsehcharaktere Sheldon, Leonard, Raj und Howard machen dabei einen nicht unwesentlichen Teil der Serie dadurch spannend, immer wieder sehr originelle Lösungen auf unmögliche Fachfragen der Wissenschaft zu finden. Die meisten ihrer Lösungsansätze oder auch manchmal Experimente werden jedoch nicht auf dem Universitätscampus und den dazugehörigen Forschungseinrichtungssälen gelöst, sondern zumeist zu Hause beim gemeinsamen Essen.

Ein großer Teil der Serie spielt dabei auf der Coach der vier Wissenschaftler in Sheldons Wohnung, welche er in abwechselnder Besetzung im Laufe der Serie mit anderen Mitbewohnern teilt. Im Hintergrund sieht man, meistens flankiert von einigen großen englischen Chemie-, Physik- und Biologielehrbüchern ein weißes Flipchart auf einem Aufsteller stehen. Dieses dient den Wissenschaftlern oft dazu ihre zu entwirrenden Probleme schneller zu lösen, als wenn sie einfach alles mal wieder im Kopf machen müssten. Ich war lange der Meinung, dass hier einfach sinnloses Kauderwelsch auf der Flipchartwand aufgezeichnet ist. Einfach eine vollkommen undurchdachte und furchtbar komplizierte Anordnung von Buchstaben, Zahlen und mathematischen Gleichungen. Doch weit gefehlt!

Diese Wand wird in der Realität von einer echten Person betreut, die auch wirklich mal vom „Fach“ ist. Es handelt sich dabei um einen unbekannten amerikanischen Mathematiker. Dieser ist sozusagen als Berater für die Serie tätig. Seine Hauptaufgabe besteht ein, ob diese auch wirklich stimmen! Ich finde hier merkt man einfach die Liebe zum Detail, welche in diese Serie gelegt wurde. Allein schon der Gedanke, dass es einen (Berufs-)Mathematikprofessor gibt, der nur dazu da ist, die Flipchartwand auf inhaltliche Fehler zu untersuchen, finde ich ein absolutes Kuriosum der Serie und ist mir so eigentlich noch nie bei vergleichbaren Fernsehproduktionen untergekommen. Star Trek mal ausgenommen!

In diesem sehr unterhaltsamen Sachbuch werden nun einige der zahllosen Berechnungen aufgezeigt und auf inhaltliche Fehler untersucht. Man glaubt gar nicht, wie durchdacht dieses offensichtliche Kauderwelsch für einen Laien, wie mich, plötzlich wirkt, wenn man weiß, wie man diese Wand wirklich lesen kann. In der Serie selbst sieht man sie ja meistens nur ein paar Sekunden, gelegentlich für ein paar Minuten. Das reicht allerdings bei Weitem nicht aus, diese kompliziert anmutenden Berechnungen genauer in Augenschein zu nehmen, zumal die Handlung selbst ja im Vordergrund steht.

In diesem wirklich lustig zu lesenden Buch werden, nicht nur für Fans der Serie, diese Wissenslücken geschlossen. Sie werden überrascht darüber sein, wie leicht manche mathematischen Aufgaben zu lösen sind, wenn einem die Aufgabe in vereinfachter Form dargestellt wird. Man muss hier wirklich kein Fan der Serie sein, Interesse an mathematischen Aufgaben sollte man allerdings schon haben. Für alle Altersklassen ab der Pflichtschule aufwärts bis ins hohe Alter ohne Vorbehalte zu lesen.

Die Wissenschaft hinter The Big Bang Theory - Dave Zobel
Die Wissenschaft hinter The Big Bang Theory
von Dave Zobel
(1)
Buch (Taschenbuch)
10,30

U 136 auf der Jagd nach dem neuen Atom-U-Boot

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 24.08.2019

Kapitänleutnant Toni Lützow ist mit seinem Boot U 136 vor dem drohenden Kriegsgericht nach Argentinien geflohen. Dort werden er und seine 48-köpfige Besatzung zunächst in ein Internierungslager gebracht und warten dort, relativ abgeschirmt vom Rest der Welt, das Kriegsende ab. Nach dem Krieg werden er und seine Mannschaft vor die Wahl gestellt: entweder geht er zurück in das zerstörte Deutschland oder er und seine Frau Judith erhalten die Möglichkeit in den USA an einer Marineversuchsanstalt in Cleveland an der Entwicklung eines neuen U-Boot Typus mitzuwirken. Das Projekt trägt den Namen „Nautilus“.

Da Lützow keine lebenden Verwandten in Deutschland mehr hat und auch eigentlich alle seine Freunde aus der Marineschule im Nachkriegsdeutschland ins Ausland gehen, entschließt er sich für die zweite Möglichkeit und beginnt eine Laufbahn als technischer Angestellter am „Nautilus“ Projekt. Durch eine Handvoll Gönner in der oberen Führungsebene der US-Marine gelingt ihm schnell auch hier der militärische Aufstieg zum Konteradmiral, was in etwa dem Rang eines Flottilienchefs in Nazi-Deutschland entsprochen hätte. Hier lernt er eine Menge Menschen, die noch vor wenigen Jahren die Gegner von U 136 und der Deutschen Kriegsmarine waren kennen. Doch die Gegner sind mittlerweile andere, allen voran die Marine der Sowjetunion. Fast alle Mitarbeiter in Cleveland unterstützen Lützow in seiner neuen Funktion, jedoch gibt es immer noch Männer, die an den Krieg zurückdenken und jeden Deutschen als potenziellen Nazi und somit als Feind betrachten. Am NAUTILUS Projekt beteiligt wird so der Senatsangehörige Stephen Harvey sein neuer Widersacher.

Judith und und Toni haben sich in New York mittlerweile ein Haus gekauft und denken nicht mehr daran Deutschland je wiederzusehen. Lützows größer Gegenspieler in den Reihen der einstigen Kriegsmarine, Sigurd Brandenburg, gilt seit Herbst 1944 als im Atlantik vermisst, zu seiner Frau Baronin Sylvia von Brandenburg-Königsau, hat er keinen Kontakt. Da diese jedoch plant nach Australien auszuwandern, werden sich ihre Wege erneut kreuzen. Dabei wird nicht nur die Loyalität von Toni Lützow und seinen Mitstreitern von U 136 auf eine schwere Probe gestellt, auch Sigurd Brandenburg hat den Krieg überlebt und sinnt auf Rache.

In der Zwischenzeit schreitet das Nautilus-Projekt schnell voran, Ziel des ganzen ist der Bau von zwei einsatzfähigen Atom-U-Booten. Da dies jedoch erst einmal erprobt werden muss, werden auf Lützows Vorschlag hin Anfang 1951 drei Transportschiffe mit den dazugehörigen Materialien zu Testzwecken in die Karibik entsandt. Nur eines der drei Schiffe, die "Pacific Sun", hat das radioaktive Material geladen. Als dieses Schiff jedoch von Piraten gekapert wird und vom neuartigen Radar verschwindet, steht die US-Marine erneut vor einem Rätsel.

Auch der dritte Band um Toni Lützow und seine Mitstreiter von U 136 entspricht meinen Erwartungen. Auf den ersten knapp 100 Seiten werden die Ereignisse der ersten beiden Bände rückblickend in Erinnerung gerufen, danach geht es erneut auf U-Boot Jagd, diesmal nicht im Mittelmeer oder dem Atlantik, sondern in den Weiten des Pazifik auf Piratenjagd, denn die Fracht der „Pacific Sun“ ist hochradioaktiv. Auch der Abschlussband ist hochspannend und zeigt die Gefahren des angehenden Atomzeitalters auf.

U 136 auf tödlicher Jagd. - C. H. Guenter
U 136 auf tödlicher Jagd.
von C. H. Guenter
(1)
Buch (Taschenbuch)
8,20

Was befindet sich an Bord der Santa Lucia?

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 16.08.2019

Der spanische König Philipp ist dabei seine Flotte neu aufzustellen, um sich gegen die britische Königin Elisabeth zu stellen. Durch einen alten Vertrag sieht er sich dazu genötigt das Britische Empire unter spanische Kontrolle zu bringen. Dazu braucht er jedoch eine große Summe an Gold und Silber. Da kommt ihm der glücklose Kapitän einer Caravelle gerade recht. Raoul Coronado, so sein Name, behauptet einen Teil der Beute aus Südamerika an das Schiff „Santa Lucia“ abgegeben zu haben. Dieses Schiff solle in den nächsten Tagen, wir schreiben das Jahr Anno Domini 1571, Vollbeladen mit Gold der Konquistadoren, in einen spanischen Hafen einlaufen. Doch dazu wird es niemals kommen. Die letzte Sichtung des großen Transportschiffes erfolgte durch einen kleinen militärischen Außenposten Spaniens vor der Insel Feuerland. Seit dem hat sie niemand mehr gesehen.

Fast vierhundert Jahre später, im Herbst 1986, ist ein russisches Forschungsschiff an der Grenze zum Schelfeisbruch in Grönland unterwegs. Mit an Bord der von der Sowjetunion geführten Expedition befinden sich Angehörige aus Australien, Deutschland, Spanien, Japan und Italien. Der italienische Wissenschaftler ist Biologe und heißt Paolo Ernsto Polo, ein direkter Nachfahre Marco Polos. Eigentlich sind die Wissenschaftler auf Einladung der sowjetischen Akademie der Wissenschaften im ewigen Eis unterwegs. Da auch in der Sowjetunion ein politisches Tauwetter gegen andere Nationen der Welt vonstatten geht ist es nun möglich auch als ausländischer Staatsbürger diese Region der Welt zu besuchen.

Als weit entfernt vom eigentlichen Schelfeisbruch ein gewaltiger Eisberg das sowjetische Forschungsschiff passiert glauben die Wissenschaftler zunächst an einen Zufall. Als der japanische Kollege jedoch ein im Eis eingeschlossenes Objekt sichtet werden alle Wissenschaftler kurzerhand unter Deck verbannt. Als sie am nächsten Tag wieder ins Freie dürfen ist der Eisberg samt seinem ominösen Inhalt verschwunden und die russischen Marineangehörigen sagen er wäre einfach abgetrieben. Alle Beteiligen, mit Ausnahme der Italieners, glauben diese Geschichte zunächst und vergessen die Angelegenheit. Doch der Nachfahre Marco Polos wittert hier eine Verschwörung, die bis in die höchsten sowjetischen Militärkreise reicht.

Zurück in seiner Heimatstadt Venedig beginnt er mit Nachforschungen und stößt dabei auf erste Ungereimtheiten. Die Fahrt des sowjetischen Schiffs wurde nicht in den internationalen Seekarten verzeichnet. Da die Geschichte ja um das Jahr 1985 angesiedelt ist, gibt es noch kein Internet und die Schiffe werden alle händisch in internationle Seeregister verzeichnet. Da Polo jedoch auch hier auf eine Mauer des Schweigens stößt holt er sich Hilfe. Vor kurzem ist eine neue Studentin aus Polen an seine Fakultät gekommen. Obwohl sie eigentlich zum Studieren vor Ort ist, kennt sie sich gut mit neuesten sowjetischen Überwassereinheiten aus. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem angeblich verloren gegangenen Eisberg, denn auch sein Wissenschaftskollege aus Spanien ahnt, dass hier noch viel mehr dahinter steckt.

Bis zum Schluss eine wirklich spannende Geschichte um U-Boote und sowjetische Forschungsschiffe. Denn Gold und Silber sind nicht die einzige Ladung welche der „Santa Lucia“ ins ewige Eis gefolgt sind.

Guenter, C: Santa-Lucia-Rätsel - C. H. Guenter
Guenter, C: Santa-Lucia-Rätsel
von C. H. Guenter
(1)
Buch (Taschenbuch)
8,20

Fehlgeschlagener U-Boot Einsatz vor Gibraltar

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 10.08.2019

Kommandant Ernst Wittgenstein ist Befehlshaber des schon etwas älteren Jagd-U-Boots U 44. Dieses Boot vom Typ VII-C ist das am meist verwendetste U-Boot der deutschen Marine in den Geleitzuschlachten im Mittelmeer. Da U 44 jedoch schon ziemlich in die Jahre gekommen ist, es handelt sich um ein Boot noch aus der Vorkriegszeit, erleidet es bei einem weiteren Atlantikeinsatz schwere technische Schäden. Nur durch die rechtzeitige Reaktion des I WO Gunter Fux (erster Wachoffizier, der zweite in der militärischen Hierarchie eines U-Boots) wird das Boot vor der völligen Zehrstöhrung gerettet.

Doch anstatt Fux für eine Beförderung vorzuschlagen, wird er vor den Augen der restlichen Männer von Wittgenstein degradiert und bis auf Weiteres Dienstfreigestellt. Zurück im norwegischen U-Boot Stützpunkt Trondheim wird er sogleich auch noch vom Stützpunktkommandanten General von Loos zu einem achtwöchigen Zwangsurlaub nach Paris geschickt. Dies nutzt Sax jedoch gekonnt, um seine Freundin Anna Sabwoski zu besuchen. Anna ist die Tochter eines bekannten Kommunistenführers, welcher nach Russland zu Stalin in den engsten Führungskreis emigriert hat.

Daher steht sie unter permanenter Bewachung der Gestapo. Als Fux beim obersten Richter in Paris eine Abschiebung verhindern will, gesteht ihm dieser, daß er das nicht kann. Grund dafür ist die Befehlsverweigerung auf U 44, Wittgenstein ist nämlich sein Stiefsohn. Etwas zufällig, wie ich finde, Paris hat ja doch mehrere Millionen Einwohner. Fux wird daher kurzerhand zurück ins noch neue U-Boot Hauptquartier, nach Lorient, versetzt. Dort soll er einem deutschen Geheimdienstbericht nachgehen.

Wenige Tage vor der Degradierung auf U 44 wurde der deutsche Sperrbrecher “Schwabenalp“ vor Norwegen versenkt. Laut Angaben der überlebenden Seemänner konnte keiner der Beteiligten einen Torpedo ausmachen, auch keinen Wasserschweif, den dieser gewöhnlich nach sich zieht. Daher geht die Marineversuchsanstalt in Schwenemünde davon aus, dass ihr Gegner, die britische Marine, über einen neuartigen Hochleistungstorpedo verfügt, der nicht ortbar oder auch sichtbar ist. Fux wird zum Kapitänleutnant befördert und erhält den Befehl über ein neues Kleinst-U-Boot vom Typ XXIII. Laut Geheimdienstangaben hat die britische Marine in einer unterseeischen Seegrotte vor Gibraltar den neuartigen Torpedo samt dazugehöriger Abschussvorrichtung entwickelt.

Eine durchaus spannende Ausgangssituation, die jedoch bei genauerer Betrachtung einige Fehler und Schwächen aufzeigt. Zum einen ist die Tatsache, dass laut Klappentext die Handlung im Mai 1941 angesiedelt ist. Da jedoch an zwei Stellen von Rückzugsgefechten der kämpfenden Truppen in Russland und Nordafrika gesprochen wird, passt das zeitlich gesehen nicht zusammen. Dass Wittgenstein der Stiefsohn des Richters in Paris ist, finde ich auch schon ziemlich weit hergeholt. Die Liebesgeschichte als solches, mit der Tochter eines hohen russischen Militärangehörigen, ist gut, jedoch kommt auch hier kaum Spannung auf. Der Hauptcharakter heißt nicht Sax (wie angegeben), sondern Fux. Außerdem wird Fux der auf dem Klappentext als „Oberleutnant zur See“ bezeichnet, das ist ein drei Stufen niederer militärischer Rang auf U-Booten als I WO. Das eigentlich wirklich Schwache ist aber, das sehr abrupte Ende bei dem, wie ich finde, auch ein paar Fragen unbeantwortet bleiben. Grundsätzlich eine gute Idee, aber in Summe der bis jetzt schwächste U-Boot Roman von C. H. Guenter, den ich gelesen habe. Ich empfehle Ihnen das Buch „U 77 - Gegen den Rest der Welt“.

U-Boot-Einsatz in der Todeszone - C. H. Guenter
U-Boot-Einsatz in der Todeszone
von C. H. Guenter
(1)
Buch (Taschenbuch)
8,20

Das Gründungsfeuer in einem entfachen

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 08.08.2019

Der Wunsch ein eigenes Unternehmen aufzubauen und zugleich der Kopf dieses zu sein, schlummert in vielen von uns. Doch welche Grundvoraussetzungen muss ich mitnehmen, um ein erfolgreicher Manager einer Firma zu werden? Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass in jedem von uns ein Unternehmer steckt! Diese wirklich interessante These eröffnet Lutz Langhoff, der Autor des hier vorliegenden Buches, gleich zu Beginn.

Das Lagerfeuer als ein Treffpunkt für viele Ideen steht hier symbolisch für viele Überlegungen, die in diesem Werk aufgegriffen werden. Welche Möglichkeiten bieten sich durch den Aufbau eines Netzwerkes etwa. Erst durch den Austausch mit anderen Menschen, die dieselbe Gesinnung haben, erfolgt die Idee für etwas Neues. Die Quellen der Inspiration sind so vielfältig, wie es nur eine jede Flamme eines Lagerfeuers sein kann. Unverwechselbar und dennoch einzigartig. Keine Flamme gleicht der Anderen, auch wenn alle die gleiche Funktion erfüllen. Das Erwärmen für eine neue Idee, und das Zusammenbringen vieler Menschen zum Schaffen eines neuen Ziels vereint.

Herr Langhoff zeigt in seinem Buch auf, dass sich (fast) alle Menschen in zwei große Gruppen unterteilen lassen, nämlich die der „Wut-Bürger“ und die der „Mut-Bürger“. Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen. Der „Wut-Bürger“ bei uns in Österreich ist nämlich ein anderer als im Buch von Herrn Langhoff. Während hierzulande alle Menschen, die sich über irgendetwas aufregen der Einfachheit halber als „Wut-Bürger“ bezeichnet werden, sind diese in seinem Buch der Begriff für Menschen, die sich nicht trauen ein Unternehmen zu gründen. Das Gegenstück sind dazu eben die „Mut-Bürger“, die diesen Schritt bereits hinter sich haben.

In unserer Gesellschaft gibt es eine ganze Menge an Ängsten, die uns von der Gründung abhalten wollen. Lutz nennt Sie die „German Angst“. Dieser Begriff des sich nicht drüber Trauens kommt häufiger in der Gründerwelt vor, als man denkt. Durch den gezielten Einsatz von negativen Zeitungsleitartikeln oder auch Buchtiteln werden Menschen gezielt davon abgehalten, sich zu trauen ein Unternehmen zu gründen. Beispiele gibt Langhoff dafür in seinem Buch eine ganze Menge. Quer durch alle Branchen, seien es nun Serviceangestellte, Banker oder Kioskmitarbeiter. Wenn er von Bankern erzählt, die heute Segelboote vermieten, ist das nur eine wunderbar durchgeführte Idee, die zur Gründung einer Firma führte.

Viele, der von ihm aufgezeigten visionären Einfälle ,kommen aus der Gegend um Hamburg, das mag auch sicher daran liegen, dass der Autor dort lebt. Die meisten, der von ihm aufgezählten Firmen, sind dennoch auch mir ein Begriff gewesen. Taxis, die sich per App bestellen lassen, gibt es mittlerweile ja auch bei uns. Die Möglichkeit, auch ohne einen Anruf das gewünschte Taxi A an den Ort B zu bestellen, ist heute allgegenwärtig, doch bedarf es trotzdem einer Person, die diese Idee einmal hat. Die Vermietung von Parkplätzen in der Nähe des (Hamburger)Flughafens erscheint auf den ersten Blick durchaus logisch, doch braucht man einmal den Parkraum und auch hier wieder die grundlegende Überlegung.

Ein Buch, das gekonnt zeigt, dass Prognosen auch noch nach fünf Jahren dieses Buches nichts an Aktualität verloren haben. Eine Ideensammlung für Gründer.

Die Kunst des Feuermachens - Lutz Langhoff
Die Kunst des Feuermachens
von Lutz Langhoff
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
30,80

Die Mondlandung "fast" live miterleben

Philipp Brandstötter aus der Thalia-Buchhandlung in Linz , am 19.07.2019

Wir leben in einer Zeit, in welcher wir uns auch gerne, zu Recht, auf Vergangenes zurückerinnern. Immer wieder gibt es eine ganze Reihe an Jubiläen. Seien es nun 250-jährige Geburtstage, 100-jähriges Staatenbestehen oder das runde Datum eines wichtigen gesellschaftlichen Ereignisses. Auch diesen Juli ist es wieder soweit, ein großes Jubiläum der Menschheitsgeschichte steht an. Am 21. Juli 1969 setzt der erste Mann seinen Fuß auf den Mond. Neil Armstrong ist sein Name, jedes Kind hat sicherlich schon einmal von ihm gehört.

Bis es allerdings soweit war, dass die Mannschaft der Apollo 11 ihre dreiköpfige Besatzung auf den nächsten Erdtrabanten setzen konnte, waren eine ganze Heerschar von schlauen Köpfen notwendig, um dies zu bewerkstelligen. Thorsen Dambeck, ein aus Deutschland stammender Astronom und Mitarbeiter der europäischen Raumfahrtagentur ESA, erzählt in diesem wirklich gelungenen Buch, wie es dazu kommen konnte. Die beiden Supermächte der 1960er und 1970er Jahre, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion, lieferten sich einen knallharten Wettkampf um die Eroberung des Mondes.

Hatte, vor allem noch in der Anfangszeit, die russische Seite die Nase vorne, so holten die USA jedoch immer weiter auf. Auf die ersten Erfolge des russischen Mondfahrtprogramms erfolgten eine ganze Reihe an Rückschlägen, wie man wirklich sehr informativ in diesem Buch erfährt. Die Vereinigten Staaten auf der anderen Seite hatten den Start einfach verschlafen und erst durch die aufweckenden Aufschreie ihres Präsidenten John F. Kennedy, erfolgte die fulminante Aufholjagd.

Thorsten Dambeck gibt einen wirklich gelungenen Einblick in diese Anfangszeiten, die gleichzeitig der Beginn einer neuen Ära der Erforschung des Weltalls bildeten. Heute denken viele Menschen, anlässlich des 50jährigen Jubiläums, mit Wehmut an dieses Ereignis zurück. Damals erschien es, als gäbe es (nach oben hin) keine Grenzen, heute fünfzig Jahre später, wissen wir es natürlich etwas genauer und besser.

Dambeck selbst, trifft noch im Jahr 2013 den letzten noch lebenden Astronauten Eugene Cernan, welcher den Mond noch mit Apollo 17 im Herbst 1972 besucht hatte. Seit diesem Zeitpunkt ist leider kein Mensch mehr auf dem Mond gewesen. Die Vereinigen Staaten von Amerika sind daher die Einzigen, die wirklich auf dem Mond waren, auch wenn in jüngerer Zeit vermehrt andere Nationen versuchen es ihnen gleichzutun. Am Ende seines Buches gibt Dambeck auch hier noch einen interessanten Ausblick auf zukünftige mögliche Mondlandeprojekte anderer Nationen, die „nach den Sternen greifen“ wollen.

Die Landung auf dem Mond ist ein Ereignis, dass zu Recht schon ganze Generationen an Menschen fasziniert hat. Stellt es doch einen Meilenstein in der jüngeren Menschheitsgeschichte dar. Nur durch den Mut Einzelner, des technischen Einfallsreichtums Vieler und der Begeisterung aller Menschen auf der Erde, konnte so ein tolles Ereignis stattfinden. Und dass dann mehrere Male hintereinander. Auch wenn ich selber da noch nicht auf der Welt war, begeistert mich ein solches Ereignis wirklich sehr und ich finde, das Buch von Thorsten Dambeck ist das richtige Werk zum Thema. Schöne Bilder und gut lesbare Hintergrundinformationen, ohne dabei gleich selbst Wissen mitnehmen zu müssen.

Das Apollo-Projekt - Thorsten Dambeck
Das Apollo-Projekt
von Thorsten Dambeck
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

 
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