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Bewerter

Thomas Zörner aus Lentia

Gesamte Bewertungen 373 (ansehen)


Über mich:
bin da.
Alter:
30 Jahre
Abteilung:
Belletristik, DVD
Funktion:
Themenleiter Buch
Lieblingsautoren:
Martin Suter, Paul Cleave, Walter Moers, Thomas Glavinic, J.K. Rowling
Im Beruf seit:
2006
Das beste Buch aller Zeiten:
Muss ich wohl selbst schreiben.

Meine Favoriten

Meine Bewertungen

Purple Little Fire Banner

Thomas Zörner aus Lentia , am 17.01.2012

Zu Lebzeiten veröffentlichte Jimi Hendrix eigentlich nicht viele Alben, und erarbeitete sich trotzdem den Namen eines Gitarrengottes. Erst posthum überfluteten CDs den Markt, und ein Neuling im Hendrix Universum sieht sich vielleicht überfordert mit der Frage, wo er bloß anfangen soll. Wieso nicht mit diesem Querschnitt aus dem Schaffen des wohl bekanntesten Gitarristen aller Zeiten. Immerhin ist hier alles vertreten was Rang und Namen hat, und bereits unzählige Male gehört wurde, manchmal auch unwissend, oder in gecoverter Version. Den Beginn macht natürlich das große „Purple Haze“, bei dem man sich das erste Mal an des Meisters Können ergötzen kann. Hendrix war ein Freund des Experiments, und sprengte in seiner Schaffenszeit diverse Grenzen, und vorgesetzte Regeln. Damals war es revolutionär, heute ist seine Musik beinahe konventionell, und doch so großartig. Wie das verträumte „The Wind Cries Mary“, das flotte „Fire“, und das mächtige, und mein absoluter Favorit, „All Along The Watchtower“. Dass Hendrix letzten Endes viel aus dem Blues mitnahm zeigt sich z.B. in „Foxey Lady“, oder „Little Wing“. Experimentell wurde er mit „Castles Made of Sand“, und gerockt wird bei „Crosstown Traffic“. Eigentlich sollte jeder Musikbegeisterte wenigstens ein Lied finden, das ihn anspricht. Wer sich Hendrix und seiner Musik nähern will, macht mit diesem Best Of sicher keinen Fehler, denn es bietet einen hitgeschwängerten Überblick, über das Schaffen des Ausnahmegitaristen.

Hendrix, J: Experience Hendrix: The Best Of Jimi Hendrix
Hendrix, J: Experience Hendrix: The Best Of Jimi Hendrix
von Jimi Hendrix
(1)
Musik (CD)
12,99

Purple Haze, äh Rain

Thomas Zörner aus Lentia , am 17.01.2012

Was kannte ich bisher von Prince. „Kiss“, und das war’s dann auch schon wieder. Das Lied war einst auf einer Hitcompilation, die ich mein eigen nannte. Nun, viele Jahre später, entschied ich, dass ich mir doch mehr von seiner Majestät zu Gemüte führen solle, und so stieß ich auf „Purple Rain“. Weithin als des Prinzen bekanntestes Album angepriesen, und der Soundtrack zum gleichnamigen Film. Prince selbst, eine Glitzergestalt wie Ziggy Stardust, ist ja beinahe schon ein Kunstwerk für sich, und ganz ähnlich legt er seine Musik an, als glitzernde Schnittmenge aus Pop, Rock, Funk, RnB und Elektronik. Den Start macht „Let’s Go Crazy“, und kombiniert sofort alle genannten Komponenten, und macht außerdem noch etwas klar: Prince sieht zwar auf den ersten Blick nicht so aus, aber der Mann ist ein großartiger Gitarist. Seine Soli, die meiner Meinung nach viel zu leiste abgemischt sind, stellen immer wieder Highlights der Songs dar. Was Prince noch ist, zeigt er mit „Take Me With U“, und zwar ein großartiger Komponist, denn wer so federleicht von einem düsteren Synthiesound, zu einem fröhlichen Popsong wechseln kann, der ist ein Meiste seines Faches. Meisterhaft ist auch „The Beautiful Ones“, das wieder eine neue Facette des Prinzen in den Vordergrund rückt, und zwar den Sänger. Was er gegen Ende der Nummer abliefert, ist an Emotionalität kaum zu überbieten. Das folgende „Computer Blue“ zeigt die Mischung aus Elektronik, und Rock auf ihrem Höhepunkt. Die Drummachine tuckert angenehm dezent vor sich hin, und die majestätischen Gitarren tuen ihr Übriges. „When Doves Cry“ stellt in dezenter Art und Weise ein Experiment dar, denn es kommt ohne Bass aus, und funktioniert trotzdem hervorragend, auch wenn es gar poppig ist, und in manchem Aufbau zu vorhersehbar. Ebenso „I Would Die 4 U“, das zwar wieder emotional, aber eben vorhersehbar ist. „Baby I’m A Star“ schlägt wieder verstärkt auf die elektronische Seite, bis es mit dem Titeltrack „Purple Rain“ zum monumentalen Abschluss kommt. Ein 8minütiges Epos, das sich immer weiter steigert, bis zu seinem furiosen Finale, und mich in dem Glauben ließ, dass ein gewisser Axl Rose für sein „November Rain“ hier Inspiration gesucht hat. Der Ausflug in die princschen Gefilde der Musik hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, denn abseits von „Kiss“ kann der Mann noch viel mehr, wie er auf „Purple Rain“ eindrucksvoll unter Beweis stellt.

OST/Prince: Purple Rain
OST/Prince: Purple Rain
von OST
(1)
Musik (CD)
7,99

Green Of

Thomas Zörner aus Lentia , am 16.01.2012

Green Day sind einen weiten Weg gegangen. Einst die kalifornischen Spaß Punks, inklusive dem entsprechenden Bandnamen (Ein Green Day ist ein Tag an dem man nur rumhängt und sich bekifft). Heute ist das Trio eine angesehen Institution in Sachen Punkmusik, und haben vor allem die Spaßattitüde eher zu einer politischen abgewandt. So gelang ihnen das große Comeback mit „American Idiot“, ein Album das schonungslos mit dem amerikanischen System aufräumt, und auch das folgende „21 Century Breakdown“ war stark politisiert. Wer sich nun eine Übersicht über die Zeit vor diesem Anti Bush Doppelschlag machen will, der kommt an diesem Best Of kaum vorbei. Da beginnt es wirklich ganz vorne, in den Anfangstagen mit „Maria“ und „Poprocks & Coke“, Lieder, die noch nichts von dem haben, was Green Day heute ausmacht. Natürlich sind die ersten Hits enthalten, wie das tolle „Welcome to Paradies“, „When I Come Around“, und das unumgängliche „Basket Case“, der erste richtig große Hit der Band. Außerdem das vom Godzilla Soundtrack bekannte „Brain Stew“ mit dem simpelsten, aber hypnotischsten Riff, das ich je gehört habe. Gegen Ende zeigt sich außerdem die Wandlung, die Green Day schon vor „American Idiot“ durchmachten. „Hitchin’ A Ride“ zeigt bereits einen wesentlich durchdachteren Songaufbau als vieles zuvor, und „Good Riddance (Time of your Life)“ als erste große Ballade, ist inzwischen zum Klassiker avanciert. Aber das ganz besondere Schmankerl wartet gegen Ende in Form von „Warning“ und besonders „Waiting“. „Waiting“ ist ein so perfekter Song, wie ihn Green Day später kaum noch hinbekommen haben. Die Harmonien, die Melodie, der Aufbau, dies ist eine ganz besondere Perle. All jenen Jungfans, die sich auf den Konzerten der Kalifornier fragen, was denn das nun für ein Song war, wenn es mal nicht eine Nummer von „American Idiot“, oder „21 Century Breakdown“ ist, sei diese Compilation wärmstens empfohlen.

Green Day: International Superhits
Green Day: International Superhits
von Green Day
(3)
Musik (CD)
7,99

Träumende Kürbisse

Thomas Zörner aus Lentia , am 16.01.2012

Nachdem Nirvana den großen Grungetrend losgetreten hatten, ohne das wirklich zu wollen, warfen Plattenfirmen den Alternative Bands die Plattenverträge regelrecht nach, immerhin war Rock jetzt wieder massentauglich, und damit ließ sich ja richtig Kohle machen. Die Smashing Pumpkins hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vertrag, und auch ein Album aufgenommen. Nun lastete der Druck aber entsprechend schwer auf der Truppe, nachdem „Nevermind“ die Musikwelt erobert hatte. Den Druck steigerte Mastermind Billy Corgan aber selbst noch, der sich extrem hohe Ziele setzte, allerdings vor allem in künstlerischer Sicht, auf den finanziellen Erfolg hofften vor allem die Labels. Hinzu kam, dass Corgan eine Schreibblockade plagte, und das Bandgefüge teils heiß lief, da der Gitarist und Sänger die Gruppe mit eiserner Hand führte, und einzig und allein für den Output verantwortlich war. Erstaunlich, dass „Siamese Dream“ trotzdem so gut gelungen ist. Das erste Stück „Cherub Rock“ rockt nicht nur entsprechend, sondern ist für alle Effektgerätfanatiker ein Paradebeispiel dafür, wie ein Big Muff, ein legendärer Verzerrer, zu klingen hat. Besser kann man kaum einsteigen. Das folgende „Quite“ besticht mit einem enorm groovenden Riff, allerdings geht der Nummer gegen Ende etwas die Puste aus. Die geht Corgan nie aus. Dessen Gesang ist es auch, der die Hörerschaft sicher spalten wird. Corgans Organ ist ein reichlich nasales, und findet sicher nicht bei jedem Anklang, und auch ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel auf einmal davon vertrage. Man kann der Stimme des Manns aber sich nicht ihren Wiedererkennungswert abreden. So z.B. im ersten Ruhepunkt „Today“, das auf den ersten Blick positiv erscheint, aber tatsächlich von Corgans Selbstmordgedanken und Depressionen handelt, die er während der Schaffensphase des Albums teils hatte. Der zweite Ruhepol der CD ist das wunderschöne „Disarm“ wahrscheinlich die schönste Ballade der Pumpkins bis heute. Es war schon immer diese Fusion von Melodie und Härte, die die Band von anderen Vertretern ihrer Gattung abhob, so kann ein Song noch so manisch verzerrt sein, eine Melodie lässt sich immer ausmachen, wie im großartigen „Geek U.S.A.“. Richtig epochal wird es noch mal gegen Ende mit dem über 8 Minuten langen „Silverfuck“, das zum fixen Live Repertoire der Band gehört. Trotz all der schlechten Vorzeichen ist den Smashing Pumpkins mit „Siamese Dream“ ihr erstes richtig großes Werk geglückt, dem auch der entsprechende Erfolg folgte.

Smashing Pumpkins: Siamese Dream (2011 Remastered)
Smashing Pumpkins: Siamese Dream (2011 Remastered)
von The Smashing Pumpkins
(1)
Musik (CD)
17,99

Lücke, sei gefüllt

Thomas Zörner aus Lentia , am 16.01.2012

Wie war das? Man soll die Kuh melken, so lange sie warm ist? Wie auch immer, jedenfalls sollte man "Incesticide" im ersten Moment auf jeden Fall kritisch beäugen. Diese Sammlung von B-Seiten, und vorher nicht veröffentlichten Tracks schoben die Studious DGC und Subpop, in trauter Gemeinsamkeit, schnell nach, als die Luft nach "Nevermind", und vor "In Utero" dünn wurde. Man wollte die entsprechende Nachfrage nach neuem Nirvana Stoff nun mal befriedigen. Was diese CD bietet ist eine Menge raue Musik, Pop àla "Nevermind" gibt es hier kaum, "Incesticide" geht streckenweise erschreckend ehrlich zur Sache, was unter Umständen auch sehr anstrengend sein kann. "Dive" bietet zwar einen guten Einstieg, und das fantastische "Sliver" ist über jeden Zweifel erhaben, aber für Nummern wie "Beeswax" oder "Hairspray Queen" muss man schon in entsprechend destruktiver Stimmung sein. Dagegen heben sich aber Songs wie "Been A Son", oder natürlich "Aneurysm" angenehm ab, und gehen auch sofort ins Ohr. Witzig auch die diversen Coversongs wie das fröhliche "Molly's Lips", oder "Turn Around", die soundtechnisch gar nicht zum Seattler Grunge der Band passen wollen, sich aber so gut machen, als wären sie selbst verfasst. Besonders hervor gehoben sei noch "(New Wave) Polly", eine verzerrte und wesentlich schnellere Version des "Nevermind" Lieds, das mich grinsend zurück ließ. "Incesticide" ist in meinen Augen vor allem ein Lückernfüller, um das Interesse der Fans an der Band hoch zu halten, bis das nächste reguläre Studioalbum erschien.

Incesticide
Incesticide
von Nirvana
(1)
Musik (CD)
8,99

Herr der Fliegen 2.0

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Sergej Lukianenko war vor nicht all zu langer Zeit eigentlich ein noch recht unbeschriebenes Blatt. Doch dann erschienen seine Wächter Romane, und plötzlich darf sich der Russe zu den neuen Großen des Fantasygenres zählen. Mit "Die Ritter der vierzig Inseln" kommt nun ein lange nicht veröffentlichtes Frühwerk des Autors auch im deutschen Sprachraum zu seinen Ehren, und nach der Lektüre frage ich mich, wieso das so lange gedauert hat. Der Held Dima weiß nicht recht wie ihm geschieht, als er nachdem er von einem Fotografen geknippst wurde, plötzlich auf einer tropischen Insel landet. Noch viel befremdlicher ist, dass auf dieser Insel eine Burg steht, die mittels Brücken dieses Eiland mit weiteren Inseln verbindet. Doch die tropische Idylle währt nicht lange, denn bald muss Dima lernen, dass die Bewohner des Paradieses, allesamt Jugendliche, an einem grausamen Spiel teilnehmen, bei dem es darum geht die anderen Inseln zu erobern. Wer alle vierzig eingenommen hat, gewinnt, und darf nach Hause. Der Haken: es geht dabei tatsächlich um Leben und Tod. Lukianenko erzählt hier seine eigene Version von Herr der Fliegen. Eine Gruppe von jungen Menschen muss sich, ohne Hilfe von Erwachsenen, durchschlagen. Dabei bilden sich Freundschaften, Pakte, es gibt Verrat, und auch erste Ansätze von Liebe. Was der Geschichte enorm zugute kommt ist, dass er aber auch eine Prise "Lost" hinzu fügt. Immer wieder fragt man sich, was mit den Inseln auf sich hat. Wer hinter alle dem steckt. Wo sind die Jugendlichen tatsächlich? Häppchenweise füttert Lukianenko den Leser mit Antworten auf die vielen Fragen, wirft aber immer wieder neue auf, wodurch das Lesevergnügen nie Gefahr läuft langweilig zu werden. Die Figuren selbst bleiben teils blass, oder werden gut ausgeführt. Bei einer solch großen Anzahl von Charakteren, die immer wieder mal dezimiert wird, ist es nur verständlich, dass manche außen vor bleiben. Dima selbst ist ein typischer, und sympathischer, Jugendlicher, dessen einziges Ziel von Anfang an die Flucht ist. Lukianenkos Stil liest sich so flüssig wie eh und je, der Spannungsbogen ist enorm konsistent. Lediglich gegen Ende läuft die Geschichte Gefahr den Leser zu enttäuschen, und wäre da nicht dieses großartige letzte Kapitel, dann hätte das Finale tatsächlich alles vermiesen können. "Die Ritter der vierzig Inseln" ist hervorragende Fantasyliteratur, die sich sowohl für Jugendliche, wie auch Erwachsene eignet.

Die Ritter der vierzig Inseln - Sergej Lukianenko
Die Ritter der vierzig Inseln
von Sergej Lukianenko
(9)
Buch (Taschenbuch)
9,30

Am Zebrastreifen

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Fälschlicherweise wird stets „Let It Be“ als letztes Album der Beatles genannt, obwohl es vor „Abbey Road“ aufgenommen wurde, wonach dieses eigentlich das „richtige“ letzte Album der Liverpooler ist. Die Band hatte sich inzwischen an ihr unweigerliches Ende manövriert. Machtkämpfe zwischen Lennon und McCartney, Unzufriedenheiten von Harrison und Starr, hatten dafür gesorgt, dass die einstige Freundschaft zwischen den vier Pilzköpfen grandios zerbröselt war. Dennoch raufte man sich noch einmal zusammen, begab sich in die legendären, namensgebenden Abbey Road Studios und nahm ein letztes Mal gemeinsam Songs auf, die es auf dieses sehr intime, und rohe Album geschafft haben. Dabei beginnt das ganze so positiv mit „Come Together“, vielleicht eine Ode daran, sich zusammen zu reißen, und es noch mal gemeinsam zu probieren, oder doch einfach einer jener Peace & Love Songs, für die die Beatles, besonders Lennon, unter anderem inzwischen standen. „Something“ stellt eines der vielleicht schönsten Liebeslieder dar, die die Beatles jemals geschrieben haben, was „Maxwell’s Silver Hammer“ sicher nicht ist. Eine meiner Lieblingsnummer der Beatles erklärt Songvater McCartney den Inhalt so, dass es darum geht, wenn alles schief. Dies verpackt er in einer reichlich skurrilen Geschichte über einen jungen Mann namens Maxwell, der mordend seine Spur durch die Nummer zieht. Dies bleibt aber nicht die einzige schräge Nummer des Albums, denn „Octopus’s Garden“ steht dem in nichts nach, auch wenn es für den Hörer textlich wohl noch weniger Sinn ergibt. Ein Lied über den Garten eines Oktopuss unter dem Meer? „Yellow Submarine“ lässt grüßen. Neben schrägen Allüren und der neuen Liebe für Blues gibt es aber auch konventionelle Beatles Kost in Form von z.B. „Here Comes The Sun“, eine fröhliche Nummer, die unter anderem von STS gecovert wurde. Wahrlich experimentell werden die vier aber bei dem schwebenden „Because“, und meinem absoluten Highlight von „Abbey Road“, dem vertrackten „I want You (She’s So Heavy)“. Bluesige Einlagen in den Strophen wechseln sich mit progressiven, beinahe metallischen Ausbrüchen im Refrain, wobei schwer zu unterscheiden ist, was denn nun Strophe und was Refrain ist, großartig. „Abbey Road“ ist, wie auch „Let It Be“, ein oft übersehenes Werk der Beatles, warum ist mir schleierhaft, immerhin bieten beide einige der besten Lieder der Pilzköpfe.

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Abbey Road - Stereo Remastered
Abbey Road - Stereo Remastered
von The Beatles
(1)
Musik (CD)
12,99

Magische Musik, mysteriöse Texte

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Zwar hatten sich die Beatles inzwischen mit einem ihrer Opi Magnus „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ vom klassischen Rockbanddasein losgelöst, vor allem dem lästigen Touralltag, so benannten sie die folgende EP doch beinahe zynischerweise „Magical Mystery Tour“. Die EP kam mit dem gleichnamigen, enorm schrägen Film, und hinterlässt bei mir nach wie vor einen etwas schalen Beigeschmack, was aber nicht alle Titel betrifft. Der Opener „Magical Mystery Tour“ ist, und es gibt kein anderes Wort dafür, nervig. Das ständige wiederholen des quäkenden Refrain tut sein übriges. Gut, dass das folgende „Fool on the Hill“ sofort wieder einiges gut macht. Lennons Einfluss auf dieser CD lässt sich kaum leugnen, denn die schrägen Experimente, und der lyrische Nonsens gehen meist auf seine bebrillte Kappe. So z.B. das abgefahrene, aber absolut großartige „I am the Walrus“. Ein gewisser John Frusciante sollte viel später sagen: „I am the Walrus, I don’t need to know, that that means. It just sounds good.” Recht hat er, lyrischer Quatsch ist absolute legitim, wenn er sich so gut anhört wie hier. Dazwischen schummeln sich aber immer wieder reichlich herkömmliche, um nicht zu sagen, langweilige Nummern wie „Your Mother Should Know“, oder „Baby, you’re a rich man“. Da lobe ich mir doch stattdessen das kultige „Strawberry Field Forever“, oder das schöne „Penny Lane“. Ebenfalls absolut gelungen ist das Wechselspiel von Frage und Antwort in der bekannten Single „Hello Goodbye“, und natürlich das beinahe monumentale Schlussstück „All You Need Is Love“, das sich seinem Finale unweigerlich nähert, um beinahe in Chaos zu zerfallen. So muss Rockmusik sein. Dennoch ist bereits „Magical Mytery Tour“ ein Sinnbild dessen, was sich auf dem weißen Album zeigen sollte, die Band lebte sich auseinander, die musikalischen Interessen unterschieden sich inzwischen zu sehr. Die CD bietet sicher einige grandiose Nummern („I am the Walrus“, „All You Need Is Love“), aber im gesamten gesehen, gibt es von den Beatles viel Besseres.

Beatles, T: Magical Mystery Tour (Remastered)
Beatles, T: Magical Mystery Tour (Remastered)
von The Beatles
(1)
Musik (CD)
17,99

Pubertät

Thomas Zörner aus Lentia , am 14.01.2012

Mit „Revolver“ setzten die Beatles das fort, was sie mit „Rubber Soul“ begonnen hatten, sie wurden erwachsen, und selbstständig. Keine Coversongs wollte man mehr machen, sondern eigenständige Kompositionen, wo sich natürlich das Paar Lennon/McCartney, bzw McCartney/Lennon sich besonders hervortat. Und was dabei herauskam, ist grandiose Musik. „Taxman“ zeigt George Harrison an der Gitarre in bester Stimmung, mit einigen, für die damalige Zeit, ungehörten, und unerhört guten, Gitarrensoli, die sich zu einem sozialkritischen Text gesellen. Überschattet wird dieser rockige Auftakt aber von einer meiner absoluten Beatles Lieblingsnummern überhaupt, „Eleanor Rigby“. Musikalisch entfernte man sich hier weit vom Rock, und unterlegte die Geschichte über eine alternde Dame, und eine Parabel über Einsamkeit, mit Streichern. Was die Beatles hier abliefern, lässt sich nur als eines bezeichnen: Kunst. Aber sonst bleibt man weitestgehend auf rockigen Pfaden, auch wenn diese manchmal sehr ruhig ausfallen, wie bei dem, wie könnte es anders sein, verschlafenen „I’m only sleeping“. Positiv trällernd gibt sich „Good Day Sunshine“, das man nach dem Hören noch stundenlang vor sich hin pfeifen möchte. Oder aber man lässt Lennon wieder seiner ironischen Ader frönen, wenn er in „Dr. Robert“ skurrile Geschichten zum Besten gibt. Auf jeden Fall erwähnt werden sollte außerdem noch Ringo Starrs erste Gehversuche als Songwriter, und auch Sänger, und diese hören auf den Namen „Yellow Submarine“. Ein Lied, das später von vielen belächelt wurde, so klingt es doch eher wie ein Kinderlied, und weniger wie eine ernstzunehmende Rocknummer. Eines der definitiven Highlights folgt aber noch, beinahe Beatles typisch, gegen Ende mit dem fantastischen „Got To Get You Into My Life“. Was für ein grandioser Refrain. „Revolver“ ist für die Entwicklung der Liverpooler kein minder wichtiges Album wie „Rubber Soul“, oder da große „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“.

Beatles, T: Revolver (Remastered)
Beatles, T: Revolver (Remastered)
von The Beatles
(3)
Musik (CD)
17,99

Welcome Home

Thomas Zörner aus Lentia , am 13.01.2012

Nach seinem Ausstieg war John Frusciante für ein paar Monate nicht auffindbar, bis ihn ein Journalist in einem Hotel ausmachte, wo er sich voll und ganz seiner Drogensucht hingab. Wäre er von der Hotelleitung auf Grund der Tatsache, dass er die Miete nicht mehr zahlen konnte, nicht auf die Straße gesetzt worden hätte er wohl nicht mehr lange zu leben gehabt. So aber macht er einen Entzug und kehrte zu den Red Hot Chili Peppers zurück. Seiner Rückkehr haben wir dieses einmalige Meisterwerk zu verdanken, und auch sämtliche folgenden Geniestreiche.
Eine großartige Idee, ein Album mit einem Bassdonner von Flea zu eröffnen, der in einen seltengenialen und nie so gehörten Basslauf gipfelt, mit dem der kleinen Mann mit der Zahnlücke klar macht, dass er nun mal zu den besten Rockbassisten überhaupt gehört. Frusciante hält sich bei "Around the World" noch zurück und bleibt bei einem kleinen, aber feinen Funkloop um Kiedis Sprechgesang zu untermauern. Ganz ander bei "Parallel Universe" denn im Refrain lässt der Gitarist ordentlich die Sau raus und verpasst dem ohnehin nervös beginnenden Song auch noch einiges an Ecken und Kanten. Am Ende beschert er uns noch ein verschrobenes, soundeffektdurchzogenes Solo und rundet somit einen meiner All Time Favourits ab. "Scar Tissue" ist die Hymne auf Johns Rückkehr. Ein Song über Wiedergeburt und Freundschaft. Wie sagte Kiedis so schön vor diesem Song auf "Live in Hyde Park"? "Somebody has just been born. So let's get reborn too." Ein absoluter Chilisklassiker steht vor der Tür mit "Otherisde". Aber nicht nur Klassiker sondern eine Entwicklung, denn so düster wie hier waren die RHCP noch nie. Fleas dunkle Bassläufe, "bemalt" John mit sehr feinen Gitarrenlicks und Anthony singt dazu "Slitting my throat is all I ever...". Man sollte aber nicht vergessen von dem dieses Album ist und so bringen sie mit "Get on Top" eine dieser funkigen Spaßnummern, die sie groß gemacht haben. Gleich darauffolgend der Titeltrack und Klassiker schlecht hin. "Californication" besticht durch aufsteigende Melodiebögen und ein zurückhaltendes Solo. Ein Abgesang auf den Goldstaat und seine Falschheit in Form von Silikonbrüsten und nachgebauten Mondlandungen im Keller. "Easily" packt den Rock wieder aus, der bei "Porcelain" wieder verloren geht. Letztres ist ein relativ schwieriges Stück, das sicher nicht jedem gefallen wird, ob seiner Souligkeit und vor allem Ruhe. Bass und Drums, das wars. "Emit Remmus" (umgedreht: "Summer Time") erschreckt den Hörer zunächst mit kreischenden Gitarren, setzt sich aber nach mehrmaligen hören genauso fest wie das folgende "I like dirt", dass man von der Message her mit "Green Heaven" gleichsetzen könnte. "This velvet Glove" ist das erste und einzige wirkliche Liebeslied auf "Californication" und erreicht den lauschenden Fan leider nicht wirklich, ebenso wie "Savior". Ganz anders "Purple Stain", das einen dieser Sextexte der alten Tage zelebriert und dabei ungemein funkig bleibt. Ausklingen lassen RHCP dieses Meisterstück mit dem leisen und wunderschönen "Roadtrippin", welches die Freundschaft innerhalb der Band preist. Es ist ja auch diesen, die die Band zusammenhält und zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Californication
Californication
von Red Hot Chill Peppers
(5)
Musik (Vinyl)
18,99

 
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