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Meine Bewertungen

Amusing

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 22.10.2019

I very much liked the premise of the book. A guide not on how to find the love of your life, but how to overcome the break-up of your life! And all of this written and experienced from a male perspective. I also liked the beginning, the build-up to the 'grand proposal', although we already know from the title how this will end.

But during the following episodes of Ollie trying out various recommendations of how to overcome his lovesickness, the book verged on becoming a slapstick comedy (which I'm not a big fan of) a bit too often. There were more moments that made me cringe than laugh, and in my book only Mr. Bean can get away with that.

But, in the end there was a nice message for Ollie, and some of it might even be useful to someone who got dumped, who knows. But I wouldn't necessarily recommend it as a self-helf-book for heartbroken people.

Dumped, Actually - Nick Spalding
Dumped, Actually
von Nick Spalding
(1)
Buch (Taschenbuch)
14,99

Hochzeitsfotografin wider Willen

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 19.10.2019

2,5 Sterne //

Wer gerne was über Hochzeiten liest, kommt in diesem Buch voll auf seine Kosten - es finden gleich mehrere statt. Wir als Leser betrachten sie aber genauso wie Protagonistin des 4. Teils der "Brautladen am Strand"-Reihe rein aus Fotografen-Sicht. D.h. der ganze Stress um Kleiderkauf, Tortenauswahl und sonstige benötigten Requisiten wird komplett ausgeblendet. Trotzdem kommt die Atmosphäre gut rüber. Und am Ende dieser ganzen Hochzeiten im Dezember gibt es auch noch eine schöne Weihnachtsfeier der Einheimischen.

Was für mich nicht so gelungen ist, ist alles was mit dem Thema Liebe zu tun hat. Zum einen war es für mich unerklärlich, wieso Holly offensichtlich noch an ihrem Ex hing - wo doch sie diejenige war, die letztes Weihnachten bei seinem Heiratsantrag weggerannt ist. Und das aus nachvollziehbaren Gründen, die sich mittlerweile ja kaum geändert haben werden. Trotzdem redet bzw. denkt sie ständig, dass ihr Herz gebrochen und ihr Glück zerstört wurde etc. etc.
Dann trifft sie in ihrer Heimat St. Aidan auf ein Typen aus ihrer Jugend, der sie damals natürlich immer nur geärgert hat und sich jetzt aber doch als ganz sympathisch entpuppt. Für mich waren die beiden aber schon schnell so sehr in der "friends zone", dass ich sie mir später nicht mehr als Liebespaar vorstellen konnte. Ich habe null Knistern gespürt!
Auch manche Dialoge - und zwar nicht nur zwischen Holly und Rory, sondern generell - klangen komisch (d.h. ergaben manchmal insgesamt wenig Sinn), was vielleicht an einer schlechten Übersetzung liegen könnte.

Somit haben wir hinter dem wunderschönen Cover eine zwar leicht lesbare Winter-Hochzeits-Geschichte mit ein bisschen Liebe wie Glitzer drübergestreut. Allerdings gibt es von dieser Sorte auch zahlreiche bessere Bücher, so dass ich diese Reihe um Jess und ihre Freundinnen im Brautladen wohl nicht weiter verfolgen werde (nachdem dieses hier nach "Winter im kleinen Brautladen am Strand" mein 2. Buch der Serie war).

Weihnachten im kleinen Brautladen am Strand - Jane Linfoot
Weihnachten im kleinen Brautladen am Strand
von Jane Linfoot
(9)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Viele Fäden zu einem großen Teppich verwoben

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 18.10.2019

Das Buch knüpft nicht unmittelbar an den 11. Teil an (wie ich es aufgrund des Cliffhangers im letzten Buch erwartet hatte) sondern rund 1,5 Jahre später. Harry Hole wurde von seiner Frau rausgeschmissen, ist nun endgültig wieder dem Alkohol verfallen und steht beruflich auf dem Abstellgleis. Dann rüttelt ein Messermord ihn so richtig wach, und er ermittelt auf eigene Faust. Zum Glück hat er noch ein paar Freunde, die ihn dabei unterstützen...

Ein packender Krimi, der diesmal weniger auf die Polizeiarbeit fokussiert ist als vielmehr auf Harry Hole als (Privat-)Person. Er ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Falls, und nicht nur einfach Protagonist. Zusätzlich lernen wir diverse Verdächtige und ihre Biographien teils recht ausführlich kennen. Dadurch kam mir das Buch zwischenzeitlich sehr langatmig und ausschweifend vor, und die Spannung ging mir definitiv verloren. Andererseits waren diese 'Exkurse' inhaltlich auch wieder wichtig, denn mit Hilfe vieler einzelner Fäden strickt Jo Nesbo hier einen ebenso grausamen wie interessanten Fall zusammen. So manches Mal glaubte ich schon zu wissen, wer der Täter war - um am Ende dann doch komplett überrascht zu werden! Das war definitiv gut gemacht, allerdings fand ich die finale Auflösung in punkto Täter und Motiv enttäuschend. Das passte doch überhaupt nicht zusammen mit dem, wie diese Person vorher charakterisiert wurde!

Auch um den Fall Svein Finne, der am Ende des 11. Teils aus der Haft entlassen wurde und nun auf einem Rachefeldzug ist, hätte ich mir sehr viel mehr erwartet. Nicht dass ich scharf drauf bin, grausige Szenen zu lesen wie er über Opfer herfällt. Aber dass er hier nur eine kleine (wenn auch nicht unwichtige) Nebenrolle spielt hätte ich auch nicht gedacht. Und das Mordwerkzeug aus Teil 11, von dem er sich extra eine teure Kopie hat anfertigen lassen, wird nicht mal erwähnt.

Insgesamt vergebe ich für diesen Teil nur 4 Sterne, wobei die Langatmigkeit im Mittelteil am stärksten dazu beigetragen hat. Dennoch hat mich das Buch neugierig gemacht, auch die vorangegangenen Teile mal zu lesen!

Messer - Jo Nesbo
Messer
von Jo Nesbo
(110)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,70

Do you write in the stars with permanent ink or is everything alterable?

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 13.10.2019

It's another one of those books about having a second chance with the love of your (past) life. While those often follow the same path, I liked it that the story by Emma Heatherington is kind of unique (although the framework did remind me of "One Day in December" by Josie Silver). I also really appreciated it that I wasn't 100% sure how Charlotte will decide until the very end. Will she choose the safe option? Or the adventurous one? Will she go with her heart? But what is it that her heart wants? Will she try to fulfil her dream of becoming a musican? Will she do what the people around her hurts the less? Will she remember what her friend once said to her: "Just because things could have worked out differently, doesn't mean they'd have been better!"? (This advice is applicable to many situations in ones life, actually.) But another one said: "No matter how long you feel you have travelled in the wrong direction, you still have the choice to turn around."

But there were also things that made the book not perfect for me:
- All the musing of Charlotte about her past, present and future are too often repetitive. Here some editing would have definitely helped the story to move along less tedious.
- We never get to see Charlotte and Tom as a couple, the time they do spend together is only told retrospectively and we only get small glimpses. This did not necessarily help me root for them getting together, and it also made it harder to understand why they are both obviously so madly in love with each other.
- The epilogue is cheesy times three! Way too over the top.

Rewrite the Stars - Emma Heatherington
Rewrite the Stars
von Emma Heatherington
(1)
eBook
5,99

When a Goth meets a Zombie...

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 11.10.2019

4,5 Stars //

This book was funny, quirky and peculiar - but in a good way!

It starts off a bit like the 80s movie "War of the Roses". While the husband is having a serious medical emergency (and in this case is even believed to be dead!), the wife is not sad at all but thinks "mmmh, this freedom actually feels kinda good!".

At least this gives Nathan the chance to get to know his life-saver Kat a bit better. And discover she might be a better fit for him than his snobbish wife Laura. She, of course, doesn't react too well to the news that Nathan has stopped pining for her...

I liked the idea of the story, I liked the two main characters and I hugely enjoyed the banter between Kat and Nathan, but also between Kat and Hayley, Kat and her Dad, Kat and Sid... That was my type of humour! And Kat with her credo "Everyone needs nonsense in their lives to make up for all the serious stuff." my kind of girl.

The Second Life of Nathan Jones: A laugh out loud, OMG! romcom that you won't be able to put down! - David Atkinson
The Second Life of Nathan Jones: A laugh out loud, OMG! romcom that you won't be able to put down!
von David Atkinson
(1)
eBook
2,99

Zurück in ein selbständiges Leben

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 09.10.2019

Nur ein kleiner falscher Schritt beim Joggen kann soo große Auswirkungen haben. Heidi verdreht ihr Bein beim Ausrutschen leider derart unglücklich, dass die Blutzufuhr abgeschnürt ist und der Unterschenkel schließlich amputiert werden muss. Genau dasselbe ist übrigens auch der Autorin passiert, wie sie im Interview am Ende des Buches erzählt.

Weite Teile des Romans sind also ihre eigenen Erlebnisse. Andere Dinge (wie die Nebenfiguren) hat sie verändert bzw. hinzugedichtet. Leider erwähnt sie in dem Interview nicht, ob sie auch einen 'Jack' kennengelernt hat. Zu wünschen wäre es ihr, denn für Heidi wird Jack eine wichtige Unterstützung auf ihrem Weg zurück in ein neues Leben, dass sie so selbständig wie nur möglich führen möchte. Dass das mit harter Arbeit und auch vielen Schmerzen verbunden ist, macht Ella Dove eindrucksvoll deutlich.

Ich fand es toll, auch mal so eine Geschichte zu lesen, das hat man ja nicht so oft (obwohl ich zufälligerweise erst vor ein paar Wochen mit "Wir von der anderen Seite" ein Roman gelesen habe, in dem die Autorin ebenfalls ihre Rekonvaleszenz nach einer plötzlichen heftigen Erkrankung verarbeitet hat).
Trotz des ernsten Themas und der Ehrlichkeit, mit der sie von all den Schwierigkeiten berichtet, erschuf die Autorin hier einen Roman, den man wirklich gerne liest.

Fünf Wörter für Glück - Ella Dove
Fünf Wörter für Glück
von Ella Dove
(33)
Buch (Klappenbroschur)
12,40

Mission: Rettung der Spielzeuge

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 09.10.2019

4,5 Sterne

Eigentlich soll Lenni nur auf Herrn Wunders Spielzeugladen aufpassen, solange der verreist ist. Doch plötzlich passieren dort allerhand merkwürdige Dinge: Nachts dringen seltsame Geräusche aus dem Laden, Spielzeuge liegen nicht mehr da, wo sie noch am Vortag waren, und ein magisches Kribbeln erfüllt die Luft. Werden die Spielzeuge etwa in der Nacht lebendig? Und was hat die dritte Schublade im Ladentisch damit zu tun, die Lenni auf keinen Fall öffnen darf?

Ein wunderschönes Kinderbuch, das von der Grundidee wie eine Mischung aus 'Toy Story' und 'Nachts im Museum' ist, mit einem Hauch von 'Doc McStuffins'. Denn in dem Laden von Waldo Wunder werden die Spielzeuge des nachts 'lebendig' (und müssen ab und an auch mal kuriert und repariert werden). Das erstaunt Lenni, der eigentlich nur ab und an mal nach dem rechten sehen soll, anfangs sehr - bevor er dann doch begeistert und ausgiebig mit seinen neuen Freunden spielt. Doch als die Spielzeuge nach und nach Probleme bekommen, überhaupt wach zu werden, weil ihr Zauberpulver zur Neige geht, muss Lenni schnell und beherzt eingreifen.

Meine Söhne - große Fans von Toy Story - hatten auch an dieser Geschichte viel Freude. Nicht zuletzt auch wegen der Tatsache, dass sie nicht zu sehr düster-spannend-gruselig war wie so manch andere Kinderbücher, die wir in letzter Zeit gelesen haben. Und dennoch nicht langweilig!
Die Kapitel haben eine super Länge zum Vorlesen oder selber lesen, und die liebevollen Illustrationen runden dieses schöne Kinderbuch wunderbar ab.

Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen - Anne Scheller
Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen
von Anne Scheller
(10)
Buch (gebundene Ausgabe)
10,30

Schokotrüffel-Hygge

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 06.10.2019

So schön wie der Schokoladen von Emma in dem kleinen Küstenort in Northumberland beschrieben ist würde ich da selbst gerne arbeiten. Oder zumindest mal zum naschen vorbei schauen. Manche der Kreationen, die zahlreich und oft erwähnt werden im Verlauf des Buches, klingen wirklich köstlich!

Dagegen fällt die Handlung leider nur sehr durchschnittlich aus. Sie plätschert so vor sich dahin, mit kleinen Höhen und Tiefen, die manchmal arg konstruiert wirken. Das erste Treffen von Emma und Max, ihr darauffolgendes Sehnen nach dem Unbekannten während sie sich gleichzeitig einredet, dass es ja nun nicht so ungewöhnlich ist dass man mal jemanden begegnet, stürmisch küsst und dann nie wiedersieht. Ja, ne, überhaupt nicht! Als sich später einer der beiden doch wieder zurückzieht wirkt das auch sehr aufgesetzt, und fungierte wohl nur als 'Spannungsgenerator' für die Story - zündet aber in dieser Funktion eh nicht.

Spannung oder auch Spaß fand ich in diesem Buch nicht. Die Geschichte hat eher einen leicht melancholischen Touch, weil Emmas Herz immer noch an ihrer verlorenen großen Liebe hängt. Diese wird mehrfach erwähnt, ohne aber genau zu erzählen was genau geschehen ist. Ständig werden nur Andeutungen gemacht - wahrscheinlich auch um Spannung aufzubauen. Klappte aber auch hier nicht, es wird mit der Zeit nur nervig und man möchte ihr am liebsten zurufen "Jetzt erzähl es doch endlich!". Vor allem weil die 'Auflösung' am Ende dann auch eher in die 08/15 Kategorie fällt.

Trotz all dieser Kritik habe ich mich beim Lesen dennoch wohl gefühlt. Behaglich! Neudeutsch würde man wohl "hygge" sagen. Genau in diese Kategorie fällt dieser Roman für mich, und damit findet er ganz sicher auch sein Lesepublikum.

Die kleine Chocolaterie am Meer - Caroline Roberts
Die kleine Chocolaterie am Meer
von Caroline Roberts
(5)
Buch (Taschenbuch)
11,30

Für Kaffee-Fetischisten

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 04.10.2019

2,5 Sterne //

Ein Buch für echte Kaffee-Fetischisten, denn neben Claire spielt eindeutig der Kaffee hier die Hauptrolle. Jede Zubereitung eines immer wieder anderen Kaffees wird detailliert beschrieben, inklusive Angabe der Herkunft der Bohnen, was beim Rösten noch hinzu gegeben wurde, ob mit Handmühle gemahlen oder nicht, welchen Mahlgrad, wieviel Gramm Pulver dann in welche Kanne (Chemex, oder Kaffee-Siphon, Karlsbader Kanne, Espresso Herdkännchen, Fayence-Porzellankanne, Bayreuther Kanne, Französische Presse oder doch Espresso-Maschine?) gegeben wird und wie genau das dann dort vonstatten geht (Wasser steigt hier hin oder dorthin oder dreht noch eine Schleife, und dann kommt das Pulver dazu, und manchmal auch anders herum...). In dieser Häufung las sich das dann eher wie eine Bedienungsanleitung, und in der zweiten Hälfte des Buches habe ich diese Beschreibungen auch übersprungen. Es ist zwar toll, wenn der Autor eine passende Atmosphäre kreiert, aber hier ist es mir einfach zu "technisch" und zu viel geworden. Zumal ja auch der Rest der Geschichte ein Namedropping-Fest ist, wo alle möglichen Kaffeebohnen und Anbaugebiete von Asien über Afrika bis nach Südamerika, die Claire natürlich auch schon alle selbst besucht hat, mit ihren jeweiligen Charakteristika vorgestellt werden. Und selbstverständlich kann Claire auch über 20 Zertifikate für Öko, Bio und Fairtrade vorweisen und kennt jeden ihrer vielen Lieferanten, von denen sie dann ja eigentlich jeweils nur kleine Mengen kaufen kann, von Plantagen auf aller Welt persönlich. Die Bohnen röstet sie auch noch selbst. Ich möchte nicht wissen, wie teuer am Ende dieser unglaublich aufwendigen und auch zeitintensiven Kette einer ihrer Kaffees ist, damit sich das alles wirklich finanziell rentiert. Diese Idealvorstellung von der Kaffeewelt ist meinetwegen Liebhaberei aber kein Geschäftsmodell.

Allerdings finde ich die Idee des "Coffee to stay" statt einen schnell zum Mitnehmen wirklich gut. Auch dass sie so viele verschiedene Sorten anbietet macht das Café sicher zu etwas ganz Besonderem (auch wenn ich mir da wieder die Frage nach der Rentabilität stelle bei den hundert verschiedenen Zutaten für all ihre Kreationen). Selbst die Kuchen im "Coffee to stay" passen alle zum Thema: Macaroons à la Café au lait, Mokka-Käsekuchen, Cappuccino-Windbeutel, Espresso-Gugelhupf, Coffee-Cupcake...

Nun könnte ich über diesen Koffein-Overkill leichter hinweg sehen, wenn wenigstens der Rest der Geschichte toll wäre. Aber obwohl ich die Figur der Claire wirklich sympathisch fand, konnte mich ihre Geschichte nicht richtig fesseln. Die beiden interessantesten Details, die sonst für etwas Überraschung gesorgt hätten, werden leider schon im Klappentext verraten.
Auch bei der Figurenzeichnung gibt es Verbesserungspotential. Claires Eltern sind so überkandidelt dargestellt, dass sie nicht mehr wie erst zu nehmende Figuren sondern wie reine Karikaturen wirken. Mutters Faible für Horoskope und Aberglauben wird wirklich in jedem einzelnen Gespräch mit ihr thematisiert, und der Vater spricht selbst für einen Oberstudiendirektor a.D., Fachrichtung Geschichte und Deutsch, viel zu abgehoben. (Kostprobe: »Ich meine, dieser These kann ich durchaus etwas abgewinnen. Wenn ich jedoch an die Antithese der grundsätzlichen Verschiedenheit von Arbeit und Freizeit anknüpfe, wird es schwierig, hieraus eine sinnvolle Synthese zu ziehen. Ich meine, die Dialektik ist hier nicht sauber zielführend.« -> er antwortet damit auf den 'Vorschlag' seiner Tochter, im Haushalt wenigstens mal 2 Handschläge pro Tag zu tun). Das kauf' ich dem einfach nicht ab. Auch mit seinem unverschämten und störrischen Kleinkindgehabe wenn es um sein Frühstück geht hat mich der Vater anfangs sehr auf die Palme gebracht. Später mäßigt er sich zwar, aber die Sympathiepunkte waren leider schon verloren.

Dafür war ich beim "deheimen deheimdeschenk" am Ende durchaus gerührt, der allerletzte Schluss dann aber war leider doch wieder zu over the top! Schade eigentlich, denn auf den ersten Blick wirkte das Buch mit dem wunderschönen Cover doch sehr vielversprechend.

Das Café zum Glück - Nadin Maari
Das Café zum Glück
von Nadin Maari
(2)
Buch (Taschenbuch)
11,10

Tolles Geschichtsbuch über die DDR - aber leider viel zu wenig über den Mauerfall an sich

Eine Kundin / Ein Kunde aus Wien , am 04.10.2019

Meine Kinder sind geboren und aufgewachsen in Österreich, 20 Jahre nach dem Ende der DDR. Trotzdem möchte ich Ihnen erzählen können, woher ich eigentlich komme, und wieso es das Land meiner Kindheit nicht mehr gibt. Dafür ist dieses Buch wirklich super! Die Autorin beschreibt hier, wieso es überhaupt zur Trennung von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg kam, was der Kalte Krieg war und warum 1961 schließlich die Berliner Mauer gebaut wurde. Bei der Erklärung wie es dann zum Mauerfall kam, holt sie einigermaßen weit aus, erklärt dass viele Leute und vor allem Jugendliche in den 80ern immer unzufriedener wurden, und wie sich die Lage seit den Wahlen im Frühjahr 1989 in der DDR immer mehr zuspitzte, wie viele Menschen dann aus ihrem Sommerurlaub nicht mehr zurückkehrten und ab September schließlich in Leipzig die Gebete in der Nikolaikirche begannen die dann zu den Montagsdemos führten - und schlussendlich dann zum Fall der Mauer.

Als roter Faden durch das Buch führt eine (fiktive) Rahmenhandlung, bei der sich anlässlich einer Familienfeier in einem Ort an der ehemaligen innerdeutschen Grenze mehrere Generationen treffen, und vor allem ganz wissbegierig die Großeltern, Mutter, Tante... ausfragt. Ich fand es gut, dass hierbei durch die einzelnen Familienmitglieder auch verschiedene Positionen dargelegt werden und so ein sehr differentiertes Bild zustande kommt. Der Opa trauert immer noch seiner DDR hinterher, die Oma überhaupt nicht. Während die Tante gerne bei den Pionieren waren, fühlte sich deren Zwillingsschwester gar nicht wohl bei dieser Gleichschaltung schon im Kindesalter und ist aus der FDJ ausgetreten. So bekommt auch der Leser Für und Wider zu hören.

Unterstützt wird das ganze dann durch mehr oder weniger lange Infokäste, Berichte von Zeitzeugen und Fotos. Generell ist das Buch aber schon sehr textlastig! (Bei einem Kinder-Sachbuch hätte hier die Text-Bild-Rate ruhig etwas anders sein können! Man will ja auch nicht, dass die Kids vorschnell die Lust verlieren, etwas über dieses Thema zu erfahren.)
Konzentriert hat sich die Autorin in diesem Buch wirklich auf die rein geschichtlichen und politischen Informationen, es gibt keine Erwähnung der Dinge, die die DDR überlebt haben (Ampelmännchen, Rotkäppchen-Sekt, Sandmännchen, Zetti Knusperflocken). Und das ist auch absolut ok, denn für diese Ostalgie gibt es genug andere Bücher!

Enttäuscht war ich jedoch, dass der eigentliche Mauerfall sooo extrem kurz abgehandelt wurde. Nachdem das Buch schließlich "Mein Mauerfall" heißt, hätte ich mir da mehrere Seiten dazu, wahrscheinlich zahlreiche Bilder, und auch einen 'Erfahrungsbericht' der Autorin selbst erwartet. Stattdessen bekommen wir hier ca. 1 Seite Text plus den Bericht der Schauspielerin Jana Pallaske, die erzählt dass sie am Abend des Mauerfalls (der übrigens ein Donnerstagabend war, und nicht ein Freitagabend wie sie meint!) Lambada getanzt hat. Schade, zu diesem Thema gibt es doch Unmengen an Material, das man hier hätte verwenden können. Oder der Verlag hätte das Buch anders nennen sollen! Bei mir wurden jedenfalls ganz andere Erwartungen geweckt als ich das Cover des Buches sah.
Auch die Tage und Wochen unmittelbar nach dem Mauerfall wird nicht thematisiert. Es folgen dann noch ein paar Seiten über 1990 - die letzten Wahlen in der DDR und die 4 plus 2 Verhandlungen über die Wiedervereinigung. Aber das war es dann auch schon.

Ich kann mich jedenfalls noch sehr gut an "Meinen Mauerfall" erinnern. Wie es sich in der Zeit vorher schon angebahnt hatte, mit dem Grenzöffnungen in Ungarn und schließlich auch der CSSR, mit dem Rücktritt von Honecker im Oktober. So war ich dann auch gar nicht soo überrascht, als mich meine Mutter am Freitag früh weckte und sagte "Die Mauer ist offen"! Wie wir in der Schule in der 1. Stunde Mathe bei Hr. Wiese hatten, nur ein Mitschüler fehlte (weil er mit seinen Eltern noch in der Nacht nach Berlin gefahren ist), und wir nur über den Mauerfall sprachen. Wie ich mit meinen Eltern und Bruder am Sonntag schließlich auch nach West-Berlin gefahren bin, das ja nur ne knappe halbe Stunde entfernt war. Wie die Banken dort sogar am Sonntag geöffnet hatten, um die 100 DM Begrüßungsgeld herauszugeben. Wie wir später bei unserem ersten 'Einkauf' bei Aldi in dem riesengroßen Einkaufswagen 2 Tafeln Milkaschokolade zu je 1 DM packten und sonst nichts (wir sparten das Begrüßungsgeld lieber für schöne Weihnachtsgeschenke!) Wie auf unserer allerersten Bravo, die ein richtiger Schatz für meinen Bruder und mich wurde, Jack Nicholson als grinsender Joker abgebildet war. An all das erinnere ich mich, wenn ich an den November 1989 zurück denke. Aber genau sowas (zumindest in dieser Richtung) fehlte mir leider in diesem ansonsten schönen Buch, dass Kindern (ab etwa 10 Jahren) den Beginn und das Ende der DDR erklärt.

Mein Mauerfall - Juliane Breinl
Mein Mauerfall
von Juliane Breinl
(1)
Buch (Klappenbroschur)
15,50

 
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