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Meine Bewertungen

Eine witzige, spannende und originelle Version von Cinderella

Monika Schulze , am 14.06.2019

Meine Meinung:

Von B.E. Pfeiffer hatte ich schon mehrere Bücher gelesen und wusste, dass sie schreiben kann, aber dieses Buch klang wirklich zu ungewöhnlich, um es nicht zu lesen. Außerdem bin ich ein großer Fan von Märchen und wenn im Klappentext schon Prinzessinnen, Drachen und Feen (oder Feeriche) vorkommen, dann ist es um mich sowieso schon geschehen.

Schon im Prolog wird klar, dass Alessandra alles andere als eine süße kleine Prinzessin ist, die gerne ausladende rosarote Kleider und Krönchen trägt und stundenlang mit ihren Prinzen auf Bällen tanzen möchte. Nein, die Protagonistin ist wirklich eine starke, selbstbewusste junge Frau, die nicht darauf wartet, von einem Prinzen gerettet zu werden. Sie sucht sich ihren Weg, vor allem, um den ganzen Regeln und dem Druck, der auf einer Prinzessin in Soleil lastet zu entkommen. Dabei stoßt sie schnell auf den Stallburschen Nathaniel und es ist natürlich (wie sollte es in einem Märchen anders sein) Liebe auf den ersten Blick. Obwohl ich dieses „Liebe auf den ersten Blick“ in Büchern immer verurteile und mich solche Geschichten nie packen können, war es hier absolut stimmig, da B.E. Pfeiffer es sogar thematisiert hat und daraus eine eigene Magie gewoben hat. Das ist richtig originell und deshalb konnte ich das auch akzeptieren und fand es sogar gut.

Doch nicht nur mit der Liebe hat sich die Autorin etwas Neues einfallen lassen, nein, sie stellt das ganze Märchen „Cinderella“ auf den Kopf, schmeißt die Rollenbilder über den Haufen und fügt ein paar neue Elemente hinzu, die mich richtig begeistert haben. Eine männliche Fee im rosa Glitzerkleid mit pinken Haaren aber Bartschatten? Das klingt wahrlich ungewöhnlich, fast schon skurril, aber genau deshalb, weil es so verrückt ist, ist es auch einfach großartig. Überhaupt liebe ich den Humor in diesem Märchen und musste so oft schmunzeln, dass mir dieses Buch einfach gute Laune bereitet hat.

Doch obwohl die Autorin das Märchen komplett auf den Kopf stellt, sind doch die wichtigsten Elemente noch enthalten, so dass man es jederzeit widererkennen kann.

Neben all dem Humor und der neuen Rollenverteilung gibt es aber auch einen spannenden Teil. Die Helden müssen sich auf eine gefährliche Reise begeben, auf der sie viele Aufgaben und auch Magie erwarten. Das gibt dem Buch im letzten Drittel noch einmal eine andere Richtung, was mir sehr gut gefallen hat, weil das Buch so nie langweilig wird.

Am Ende hat die Autorin sich dann auch nochmal etwas Besonderes ausgedacht, denn da wird es noch einmal richtig emotional: Ich musste ein paar Tränchen verdrücken, war geschockt und erstaunt, gerührt und verzweifelt und dann doch wieder glücklich. Eine richtige Achterbahn der Gefühle, was ich bei dieser Geschichte eigentlich nicht erwartet hatte. Umso positiver war ich dann überrascht und konnte das Buch schließlich glücklich und zufrieden zuschlagen.

Fazit:

Dieses Buch war eine echte Überraschung für mich. B.E. Pfeiffer stellt das Märchen von Cinderella komplett auf den Kopf und setzt es neu und originell zusammen. Sie bricht die Rollenbilder auf, fügt ein paar spannende, magische und humorvolle Effekte hinzu und schickt ihre Leser auf eine Achterbahn der Gefühle.

Für mich ist das das beste Buch von B.E. Pfeiffer bisher und ich hoffe, dass wir noch viel mehr davon bekommen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Aschenglitzer: Kein Herzenswunsch ohne Feerich - B. E. Pfeiffer
Aschenglitzer: Kein Herzenswunsch ohne Feerich
von B. E. Pfeiffer
(7)
Buch (Taschenbuch)
14,90

Ein Buch zum Verlieben

Monika Schulze , am 08.06.2019

Meine Meinung:

Seit ich „Törtchen zum Verlieben“ gelesen habe, warte ich sehnsüchtig auf neuen Lesestoff von Silvia Konnerth. Deshalb war für mich auch sofort klar, dass ich „Heideblütenküsse“ lesen muss.

Der Prolog spielt zunächst im Jahr 1989 und man erlebt einen kleinen Ausschnitt aus Emmas Kindheit. Dabei wurde mir sofort klar, dass die Protagonistin sich sehr wohl in ihrer Heimat fühlt, dass sie dort Freunde hat, aber auch, dass sie sehr stark und selbstbewusst ist. Ich war sehr gespannt, was wohl passiert war, dass die junge Frau plötzlich ihre Heimat verlassen und jahrelang nicht zurückgekehrt ist.

Nach dem Prolog machen wir einen Zeitsprung von 28 Jahren und begleiten Emma zum Gerichtstermin ihrer Scheidung und sind Zeugen, wie die Protagonistin den Auftrag von ihrem Chef bekommt. Die Frau macht ja ein großes Geheimnis daraus, was in ihrer Jugend in der Lüneburger Heide passiert ist und ich war wirklich sehr neugierig darauf. Ich fand es richtig toll, dass es neben all der Romantik auch ein bisschen Spannung in der Geschichte gab.

Als Emma schließlich wieder zuhause eintrifft, kommt auch noch ein ordentliche Prise Humor hinzu. Ihre Eltern sind wirklich zwei einzigartige Nebencharaktere, die mich mehrmals richtig zum Lachen gebracht haben. Ehrlich gesagt würde ich mit solchen Eltern ausflippen, aber es passte einfach wundervoll zur Gesamthandlung und ich freute mich sehr über jede Begegnung mit Peter und Betti. Aber neben diesen beiden gab es auch noch ein paar einzigartige, tierische Nebencharaktere. Wenn ich da an das Pferd Elvis denke, dann kann ich nur schmunzelnd den Kopf schütteln. Was für ein eigensinniger Kerl. Ich war wirklich sehr erstaunt, was Silvia Konnerth in ihrem Buch „Heideblütenküsse“ für wunderbare Figuren erschaffen hat. Es ist für mich immer sehr schön, wenn es neben den sympathischen Protagonisten auch ein paar andere Charaktere gibt, die im Kopf bleiben und die man sofort ins Herz schließen kann.

Überrascht hat mich auch die Liebesgeschichte, denn eigentlich hatte ich ja etwas ganz anderes erwartet, wobei ich gar nicht so genau weiß, wieso J Jedenfalls hat mich auch hier die Autorin sehr begeistert. Die Gefühle entwickeln sich langsam, so dass man zwischen den Zeilen lesen muss, um zu erkennen, wer das Herz der Protagonistin gestohlen hat. Ich mochte diese subtilen Anspielungen und trotzdem führte mich Silvia Konnerth auch ein bisschen an der Nase herum, aber das nehme ich ihr nicht übel, im Gegenteil, ich fand es schön, dass nicht alles ganz so durchschaubar war. Wobei mich das in diesem Genre auch gar nicht wirklich stört. Wichtig ist eher, dass die Gefühle glaubhaft rüberkommen und das ist hier definitiv der Fall. Wobei es hierbei nicht nur um Liebe geht. Für mich stand eigentlich eher die Vergebung im Vordergrund. Denn es gibt so vieles, das aufgearbeitet werden muss. Emmas Eltern müssen ihr vergeben, dass sie sich so lange von ihnen ferngehalten hat, Emma muss ihren Freunden vergeben, dass sie sie so schnell haben fallen lassen und Emma muss sich vor allem auch selbst vergeben, was vielleicht sogar am allerschwersten ist. Für mich hatte das Buch eine ganz klare Botschaft: Jeder macht Fehler im Leben, entscheidend ist nur, wie man dann damit umgeht. In meinen Augen eine sehr schöne und wertvolle Aussage.

Neben dieser Ernsthaftigkeit, der Spannung, dem Gefühl und dem Humor kann man jedoch auch die einzigartige Landschaft in diesem Roman genießen. Da ich selten aus meinem kleinen Kaff hier wegkomme, liebe ich es, wenn ich durch Geschichten an andere Orte reisen kann. Die Lüneburger Heide stand zwar eigentlich nicht auf meiner Liste der Orte, die ich gerne besuchen würde, aber Silvia Konnerth hat mich mit ihren Beschreibungen doch verzaubert. Gerne wäre ich mit Emma auf Bäume geklettert und hätte den Heideschnucken beim grasen zugesehen. Auch Bettis Buchweizen-Kirschkuchen hätte ich gerne probiert oder mich auf Leos Pferdehof entspannt. Ja, nach diesem Roman ist die Lüneburger Heide vielleicht doch eine kleine Reise wert.

Fazit:

Sehnsüchtig habe ich auf neuen Lesestoff von Silvia Konnerth gewartet und wurde nicht enttäuscht. „Heideblütenküsse“ ist so voller Gefühl, aber auch mit einer Prise Spannung und Humor gewürzt. Durch die zauberhafte Atmosphäre der Lüneburger Heide und die wunderbare Botschaft hinter der Handlung habe ich mich schließlich endgültig in dieses schöne Buch verliebt.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Heideblütenküsse - Silvia Konnerth
Heideblütenküsse
von Silvia Konnerth
(2)
eBook
3,99 bisher 8,99

Eine zauberhafte Liebeserklärung ans Lesen

Monika Schulze , am 04.06.2019

Meine Meinung:

Die Bücher von Elvira Zeißler und Ellen McCoy sind aus meinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken, deswegen wollte ich unbedingt auch einmal eines lesen, das sie unter dem Pseudonym „Ella Zeiss“ geschrieben hat. Was wäre da geeigneter, als ein Buch über die Liebe zu Büchern? Da konnte ich natürlich nicht widerstehen.

Im ersten Kapitel hat Hannah gerade vom Tod ihrer Tante erfahren und versucht Urlaub zu bekommen, um zur Testamentseröffnung fahren zu können. Schnell erfährt man auch, wieso die junge Frau so lange ihren Heimatort gemieden hat und ein Stück weit konnte ich sie sogar verstehen. Auch die Tatsache, dass sie den Buchladen so schnell wie möglich wieder loswerden möchte, fand ich noch nachvollziehbar, doch ganz so überstürzt hätte ich sicher nicht gehandelt. Das war jedoch nötig, um die Handlung der Geschichte vorantreiben zu können. Hannah ist auf jeden Fall eine starke junge Frau, die mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Manchmal versucht sie ihre Gefühle zu sehr zu verdrängen und dafür mehr mit dem Kopf zu handeln, aber da macht ihr dann das Leben einen Strich durch die Rechnung.

Ihre erste Begegnung mit Ben fand ich richtig nett, denn man merkt sofort, dass zwischen den beiden die Chemie stimmt. Sie ziehen sich gegenseitig an und gehen damit sehr erwachsen um. Allerdings steht plötzlich der Buchladen zwischen ihnen und macht alles komplizierter, als geplant. Ich mochte aber ihre Kappeleien und wie sie sich gegenseitig das Leben schwer machen. Das brachte einiges an Humor in die Geschichte und machte mir wirklich Spaß. Die beiden sorgten bei mir aber nicht nur für einige Lacher, sondern auch für eine schöne Liebesgeschichte, die mir direkt ein bisschen Kribbeln im Bauch verursachte. Dabei fand ich es besonders erfrischend, dass diese einmal ganz anders verläuft, als üblich. Ich mag Lovestories, die total ungewöhnlich beginnen und auch, wenn der Ausgang in diesem Genre immer vorhersehbar ist, hat es die Autorin doch geschafft, mich ein bisschen zu überraschen.

Doch nicht nur die Protagonisten tragen dazu bei, dass dieses Buch locker-leicht und fröhlich ist, sondern auch die Nebencharaktere, allen voran die älteren Damen aus dem Buchclub. Die haben es wirklich in sich oder sollte ich sagen faustdick hinter den Ohren? Aber es ist auch schön zu sehen, wie sie sich für ihre Leidenschaft einsetzen und wie sie Hannah in ihrer Mitte aufnehmen und ihr beistehen. Manchmal findet man Unterstützung eben dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Überhaupt sprüht dieses Buch vor netten kleinen Botschaften, die man zwischen den Zeilen herauslesen kann. So z.B. auch die Liebe zu Büchern. Anfangs hat Hannah diese Leidenschaft zwar verdrängt, aber sobald sie den Buchladen wieder betritt wird sie wiedererweckt und fortan kann man sich gemeinsam mit der Protagonistin in den Kampf um die Buchhandlung und um die Leseliebe stürzen. Hach und ich konnte Hannah so gut verstehen. Bücher sind eben auch etwas ganz Besonderes, was die Autorin Ella Zeiss wirklich sehr gut in ihrer Geschichte einfließen lässt. Vor allem am Ende hätte ich mich gerne direkt ins Geschehen hineingewünscht, um alles mit eigenen Augen sehen zu können.

Ella Zeiss hat in ihrem Buch wirklich eine zauberhafte Atmosphäre geschaffen, die keinen Bücherfan kalt lässt. Dabei beschreibt sie alles so bildlich, dass ich es direkt vor Augen hatte und mir super vorstellen konnte. Auch sonst ist das Buch einfach flüssig geschrieben und so voller Leben, dass nicht eine Seite langweilig war, sondern im Gegenteil viel zu schnell zu Ende ging.



Fazit:

„Das Glück hat viele Seiten“ ist wirklich ein Buch über die Liebe zu Büchern, aber gleichzeitig auch noch viel mehr. Ella Zeiss zaubert darin eine wundervolle Atmosphäre und führt uns gemeinsam mit den sympathischen Protagonisten und einzigartigen Nebencharakteren in einen humorvollen Kampf um einen zauberhaften kleinen Buchladen. Dabei musste ich so manches Mal schmunzeln, spürte aber auch ein Kribbeln im Bauch und fieberte mit Hannah und dem Buchclub mit.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Das Glück hat viele Seiten - Ella Zeiss, Ellen McCoy
Das Glück hat viele Seiten
von Ella Zeiss
(7)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Gänsehautfeeling

Monika Schulze , am 28.05.2019


Meine Meinung:

Als ich den Klappentext und das Cover zum ersten Mal gesehen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Die erste Szene im Buch gefiel mir sofort richtig gut. Sie zeigt, dass Kate eine außergewöhnliche Protagonistin ist, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt und um zu bekommen, was sie möchte, auch zu ungewöhnlichen, „krassen“ Methoden greift. Ich fand sie auf Anhieb toll, eben weil sie so anders ist, als ein nettes, sympathisches Mädchen von nebenan. Damit hatte sie mich auf jeden Fall sofort in ihren Bann gezogen.

Danach muss ich zugeben verlor sich meine anfängliche Euphorie erst einmal, was sicher daran lag, dass ich mir kein richtiges Bild von der Welt machen konnte. Anfangs gab es nur sehr spärliche Informationen, anhand derer ich weder die Monster noch die Gesetzmäßigkeiten oder die Rahmenbedingungen der Stadt einordnen konnte. Ich war ehrlich gesagt ziemlich verwirrt, wollte aber unbedingt weiterlesen. Das war unter anderem dem mitreißenden Schreibstil geschuldet. Victoria Schwab schreibt sehr flüssig und malt mit ihren Worten eine düstere Atmosphäre, die mich sofort gefangen genommen hat. Die Geschichte ist dunkel, gewaltsam, aber auch faszinierend und beeindruckend.

Die Autorin hat hier einen Roman geschrieben, der sich von anderen Büchern abhebt, der mir mit seiner Thematik aber durchaus unter die Haut ging. Allein der Gedanke, dass Gewalttaten Monster hervorbringen jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken und dann ging es noch um die Frage, wo das Gute aufhört und das Böse beginnt und welcher Zweck die Mittel heiligt. Ja, hier ist wirklich nicht alles schwarz oder weiß und es gab einige unerwartete Überraschungen und Wendungen, die mich richtig begeistert haben. Ich mag es, wenn eine Geschichte undurchschaubar und nichts so ist, wie man anfangs denkt.

Doch ich muss auch sagen, dieses Buch ist nichts für Zartbesaitete. Es gibt viel Action, aber auch Gewalt, Blut, Kampf und Dunkelheit. Das mag nicht für jedes Gemüt geeignet sein, ich mochte es jedoch, weil es zur Geschichte passt und damit absolut stimmig ist. Und vielleicht macht es auch ein bisschen das Besondere dieses Buches aus, denn in all der Finsternis gibt es immer auch ein Licht und wo Licht ist, gibt es auch Hoffnung. Hoffnung für die Welt von Verity oder ist diese am Ende schon verloren? Tja, das erfahren wir erst im zweiten und letzten Band dieser außergewöhnlichen Dilogie.

Fazit:

„Monsters of Verity – Dieses wilde, wilde Lied“ ist anders, besonders, was vor allem daran liegt, dass es eine düstere, dunkle Atmosphäre hat und auch viel Action, Gewalt, Blut und Kampf den Inhalt der Geschichte bilden. Anfangs hatte ich kleine Einstiegsschwierigkeiten, da ich länger gebraucht habe, um die Welt für mich zu ordnen und zu durchschauen, doch die Atmosphäre und der Schreibstil haben mich von Anfang an so gepackt, dass ich drangeblieben bin, bis mich das Buch schließlich doch noch mitgerissen hat, so dass ich es nicht mehr weglegen konnte.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied - Victoria Schwab
Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied
von Victoria Schwab
(53)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Ein echter Wohlfühlroman

Monika Schulze , am 28.05.2019

Meine Meinung:

Zu Beginn des Buches begleitet man Julie bei einem Geschäftstermin. Sie steckt mitten in einer Verhandlung und man merkt sofort, dass sie gut ist, in dem, was sie macht, dass sie aber auch das Herz am richtigen Fleck hat. Es ist ihr nicht egal, was aus den Firmen nach der Übernahme passiert und das zeigt, dass sie keine gewissenlose, knallharte Anwältin ist. Damit war sie mir natürlich sofort sympathisch und ich mochte sie auf Anhieb.

Als sie schließlich auf dem Schröder-Hof landet, lernt man auch die anderen Charaktere kennen und lieben, denn diese Geschichte ist voll von netten Nebencharakteren. Ob das der alte Stallbursche Björn ist, der so einen „fiesen“ Dialekt spricht, dass man ihn kaum versteht oder das kleine, quirlige Mädchen, das ständig total verdreckt vom Spielen auf dem Hof zurückkommt. Ganz zu schweigen von den tierischen Helden dieser Geschichte, wie z.B. dem gutmütigen Hund mit dem ungewöhnlichen Namen Kebab oder das neugierige Pony Peppi. Hach, in diesem Buch kann man wirklich viele liebenswerte Figuren treffen und gemeinsam mit Julie ihre Geschichte entdecken.

Die Story selbst gefiel mir auch richtig gut. Natürlich weiß man schon vorher ungefähr, was passieren wird, aber das tut dem Lesevergnügen hier keinerlei Abbruch, denn Julia K. Rodeit schafft es trotzdem immer wieder, mich in ihre Geschichten hineinzuziehen und richtig mitzureißen. Julie und David sind einfach so ein schönes Paar, dass man sie wirklich gerne begleitet und jede Sekunde mit ihnen mitfühlt. Gemeinsam mit der Protagonistin habe ich im Kopf schon an einer Lösung für den Schröder-Hof gefeilt und gegrübelt, wie die Familie aus dieser Misere herauskommen könnte. Sie sind alle einfach so liebenswert, dass man sich nur das Beste für sie wünscht und der Reiterhof hat so ein besonderes Flair, dass man ihn einfach erhalten möchte, auch, wenn es eigentlich nur ein fiktiver Ort ist.

Der Autorin gelingt es auch immer, ihre Handlungsplätze lebendig werden zu lassen und selbst, wenn ich jetzt kein Pferdenarr (mehr) bin, hatte dieser Hof an der Ostsee doch diesen besonderen Charme, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Und auch, wenn ich ja eher der Typ, Sonne, Meer und weißer Sandstrand bin, hätte ich mir in diesem Moment doch sehr gut vorstellen können, einen Urlaub an der Ostsee zu verbringen und auf dem Rücken eines Pferdes den Strand entlang zu galoppieren. Die Romane von Julia K. Rodeit versprühen einfach immer Urlaubsfeeling pur, was sicher auch am Schreibstil der Autorin liegt, mit dem sie ihren Orten Leben einhaucht. Die Beschreibungen sind so bildhaft, dass man sich alles genau ausmalen kann und auch sonst ist das Buch einfach locker-leicht und flüssig geschrieben, was perfekt zu diesem Genre passt. So kann man sich entspannt zurücklehnen und dieses Buch einfach nur genießen.



Fazit:

„Hufspur in den Dünen“ von Julia K. Rodeit ist eines dieser Wohlfühlbücher, das einem einfach den Tag versüßt. Mit ihren bildhaften Beschreibungen haucht sie ihren Orten Leben ein und man wünscht sich unweigerlich dort selbst Urlaub machen zu können. Die Charaktere sind sympathisch und liebenswert und auch, wenn man vorher schon weiß, wie die Geschichte ausgehen wird, ziehen einen die Ereignisse doch in den Bann und man wird richtig mitgerissen.

Die Bücher von Julia K. Rodeit verbreiten einfach immer gute Laune und gehören deswegen in jedes Bücherregal.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Hufspur in den Dünen - Julia K. Rodeit
Hufspur in den Dünen
von Julia K. Rodeit
(8)
Buch (Taschenbuch)
11,30

Berührend, gefühlvoll, einzigartig, schön

Monika Schulze , am 18.05.2019

Meine Meinung:

Die Bücher von Katharina Herzog sind für mich immer ein absolutes Must-Have und auch nicht mehr aus meinem Bloggerleben wegzudenken. Ich liebe ihre Geschichten und sie begleiten mich wirklich schon von Anfang an.

Deshalb freute ich mich auch schon unglaublich auf „Der Wind nimmt uns mit“. Der Klappentext gefiel mir sofort sehr gut und ich war gespannt, was die Autorin daraus wieder zaubern würde.

Das Buch beginnt mit einem Prolog aus Karolines Sicht, der im Jahr 1985 spielt, als Maya gerade geboren wurde und gemeinsam mit ihrer zukünftigen Adoptivmutter die Insel verlässt. Was jedoch zu dieser Reise geführt hat und wer wirklich die Eltern des Babies sind, bleibt vorerst geheim, was die Geschichte natürlich umso spannender machte.

Danach macht man einen gewaltigen Zeitsprung von 32 Jahren und erlebt Maya, die mit ihrer besten Freundin Kathi ins neue Jahr hineinfeiert. Dort erfährt man ein bisschen über das Leben der Protagonistin und ich war total überrascht. Ohne festen Wohnsitz mit kaum Besitz … puh, das wäre ja so gar nichts für mich, aber schnell wurde mir auch klar, dass hinter diesem Lebensstil viel mehr steckt. Mir kam Maya etwas verloren vor, ich hatte das Gefühl, als würden ihr die Wurzeln fehlen, als würde sie nichts irgendwo halten. Das zeigte mir, dass die Protagonistin sehr viel Tiefe besitzt und ihr Leben trotz all der tollen Erlebnisse auch seine Schattenseiten hat. Damit hatte sie mich auf jeden Fall schon für sich eingenommen. Natürlich stellt die Schwangerschaft dann auch noch ihr Leben komplett auf den Kopf und bei manch einem Leser könnte Maya etwas „kalt und berechnend“ rüberkommen. Doch nicht, wenn man zwischen den Zeilen liest und versucht die Protagonistin zu verstehen und das tat ich wirklich, auch, wenn ich sicher manches Mal anders gehandelt hätte als sie und nicht all ihre Entscheidungen guthieß. Das muss man in meinen Augen auch gar nicht, um mit Maya mitzufühlen. Mich hat sie jedenfalls von Anfang an abgeholt und mitgenommen auf eine Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft.

Sehr schön fand ich aber auch, dass man nicht nur Mayas Geschichte erfährt, sondern auch tiefer in die von Karoline eintaucht, die ungewöhnlich mit der ihrer Adoptivtochter verwoben wurde. Einfühlsam und mit viel Gefühl bringt Katharina Herzog es auf den Punkt: Um eine Familie zu sein, braucht es nicht zwangsläufig eine Blutsverwandschaft. Mich hat sie damit tief berührt, denn es gibt so viele verschiedene Arten von Familien und keine davon ist „richtig“ und eine andere „falsch“. Familie ist das, was man daraus macht, dort, wo man sich wohl und geborgen fühlt und man Zuhause ist.

Immer wieder wechselt man zu Karolines Perspektive und begibt sich damit auf die Spuren in die Vergangenheit. Ich muss ja gestehen, dass ich nicht von Anfang an erkannt habe, wie die Zusammenhänge sind und wie es dazu kam, dass Karoline plötzlich die Verantwortung für ein kleines Kind übernommen hat. Genau das bringt aber auch ein bisschen Spannung in die Geschichte. Ich liebe es ja, auf Spurensuche zu gehen und Detektiv zu spielen und genau das bietet uns die Autorin, auch, wenn das Hauptaugenmerk ganz klar auf Maya und ihren Erlebnissen liegt.

Denn während diese nach dem Vater ihres Kindes sucht, begegnet sie vielen ungewöhnlichen und einzigartigen Menschen, die alle ihr Leben auf eine gewisse Weise berühren und beeinflussen. Ja, La Gomera ist wirklich voll von diesen besonderen Personen, was ich wirklich großartig fand, denn ein Buch lebt nicht nur von außergewöhnlichen Protagonisten, sondern auch von Nebencharakteren, die im Gedächtnis bleiben.

Aber dieses Buch enthält noch eine weitere, sehr tiefgründige Botschaft, die ein Charakter so treffend beschrieben hat: „Heutzutage wird viel zu schnell etwas weggeworfen, weil man es nicht mehr gebrauchen kann …“. Das ist ein sehr aktuelles Thema und macht mich auch sehr nachdenklich. Wir leben wirklich in einer Wegwerfgesellschaft und sollten uns viel mehr Gedanken darum machen, auch einmal Dinge zu reparieren, anstatt sie sofort wegzuschmeißen. Das ihren Lesern ins Gedächtnis zu rufen ist auf jeden Fall schon der erste Schritt in die richtige Richtung zur Nachhaltigkeit, also ein sehr wichtiger Beitrag, der von Katharina Herzog in eine wundervolle Geschichte eingewoben wurde. Vielen Dank dafür.

Fazit:

„Der Wind nimmt uns mit“ von Katharina Herzog ist eine wirklich wundervolle Geschichte, die eine ungewöhnliche Protagonistin in den Vordergrund stellt, bei der man hinter die Fassade sehen muss, um sie zu verstehen. Mich hat sie jedoch sofort abgeholt und auf eine interessante Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft mitgenommen, die mich sehr bewegt hat. Es ist mitreißend zu sehen, wie die Geschichte von Maya mit der von Karoline, ihrer Adoptivmutter verwoben ist. Doch nicht nur das Schicksal dieser beiden starken Frauen hat mich wirklich berührt, sondern auch die Botschaftn zwischen den Zeilen der Geschichte.

Ich danke der Autorin von ganzem Herzen für dieses schöne, gefühlvolle und einzigartige Buch, das mich sehr berührt hat.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Der Wind nimmt uns mit - Katharina Herzog
Der Wind nimmt uns mit
von Katharina Herzog
(60)
Buch (Paperback)
13,40

Was für eine atemberaubende Reihe

Monika Schulze , am 18.05.2019

Meine Meinung:

Nachdem mir Band 1 wirklich wahnsinnig gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt lesen.

Band 2 schließt nahtlos an seinen Vorgänger an und ich war wirklich sehr gespannt, was Luke bei Crovan erwarten würde. Doch auch Abis und Daisys Schicksal war für mich richtig interessant und ich freute mich sehr, dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde. So lernt man zum einen die Familie Jardine noch besser kennen. Bekommt tiefere Einblicke in deren Vergangenheit und auch in deren Zukunftspläne. Es ist wirklich erschütternd, wie diese Familie ihre Macht ausnutzen möchte und wie sie vor nichts zurückschreckt. Trotzdem bleiben einige der Familienmitglieder nach wie vor undurchsichtig und ihre Motive versteckt. Das fand ich richtig gut, denn ich liebe es, wenn mich Protagonisten überraschen können.

Doch auch Lukes Sicht ist wirklich spannend. Nach den Geschehnissen aus Band 1 hatte ich etwas ganz anderes erwartet, war jedoch nicht weniger schockiert, was Luke und den Leser bei Crovan erwartet. Hier geht die Autorin allerdings viel subtiler vor, so dass man anfangs überhaupt keine Ahnung hat, wohin das Ganze führen wird. Umso erschreckender war die große Enthüllung und auch sonst gibt es hier jede Menge Überraschungen, die der Geschichte noch einmal eine ganz andere Wendung geben.

Abi begleitet man auf der Suche nach Verbündeten und sie hat mich ganz besonders begeistert, weil sie von dieser angepassten, jungen Frau zu einer Kämpferin wird. Dass sie ihre Familie über alles liebt hat man schon in Band 1 gemerkt, aber hier setzt sie noch einmal einen drauf und riskiert alles für ihre Lieben und zeigt sich von einer ganz anderen Seite.

Jeder dieser drei Handlungsstränge ist wirklich sehr spannend und auch, wenn ich Lukes Sicht am liebsten gelesen habe, war ich total begeistert davon, so einen tollen Gesamtblick über die Ereignisse zu bekommen. Denn irgendwann laufen die Handlungsstränge zusammen und es gipfelt in einen Wahnsinnsshowdown, der nicht spannender hätte sein können. Hier trifft die Grausamkeit der Jardines auf die Stärke der Geschicklosen und die Situation explodiert förmlich. Das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich wirklich die Luft angehalten und Gänsehaut bekommen habe.

Es ist wirklich Wahnsinn, was die Autorin hier geschaffen hat. Während man im 1. Band noch in Ruhe die Welt kennenlernen durfte und einen ersten Eindruck von der Magie der Geschickten bekam, geht man in dieser Fortsetzung mehr in die Tiefe. Dafür ist dieser Teil auch grausamer, düsterer und schockierender, was mich jedoch auch richtig mitgerissen hat, da es einfach perfekt zur Geschichte passt. Ich liebe es jedenfalls, wenn mich Autoren mit ihren Protagonisten und der Handlung ihrer Bücher überraschen können und das ist Vic James mit „Dark Palace – Die letzte Tür tötet“ wirklich sehr gut gelungen.

Fazit:

„Dark Palace – Die letzte Tür tötet“ ist wirklich ein richtiges Highlight. Es ist düsterer, grausamer und schockierender als sein Vorgänger, was jedoch perfekt zu den Ereignissen und der Gesamtgeschichte passt. Mit unvorhersehbaren Wendungen und Überraschungen und undurchsichtigen Protagonisten konnte mich Vic James zusätzlich begeistern. Ich bin wirklich gespannt, wie die Autorin im finalen Band noch einen draufsetzen will, wobei ich mir sicher bin, dass ihr das auf jeden Fall gelingen wird. Einfach genial!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Dark Palace 2 - Die letzte Tür tötet - Vic James
Dark Palace 2 - Die letzte Tür tötet
von Vic James
(8)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,60

Ich brauche mehr von diesen süßen Liebesgeschichten von Julia K. Stein

Monika Schulze , am 09.05.2019

Meine Meinung:

Nachdem mir „All I want for Christmas“ sehr gut gefallen hat, wollte ich natürlich auch das neueste Buch von Julia K. Stein lesen.

Zu Beginn trifft man Emma und ihre Freundin beim Sonnenbaden am Pool. Man erfährt etwas über die Familiengeschichte der beiden und über ihre Pläne für den Sommer. Während man in Jen sofort das typische Partygirl vermutet, das von Beruf „Tochter“ ist, bemerkt man, dass an Emma die letzten Jahre mit ihrer depressiven Mutter nicht spurlos vorüber gegangen sind. Sie musste schon früh Verantwortung übernehmen und möchte sich deshalb auch jetzt nicht „aushalten“ lassen. Ich fand sie sofort sympathisch. Sie ist bodenständig, verantwortungsbewusst und liebenswert.

Schnell trifft sie auch auf Leo. Es ist wirklich witzig, wie sich die beiden kennenlernen und kein Wunder, dass Leo danach so viele Vorurteile gegenüber Emma hat. Das bringt jedoch auch ein bisschen Humor in die Geschichte.
Überhaupt ist sie locker-leicht und fröhlich. Durch das wundervolle Setting hat man das Gefühl beim Lesen selbst im Urlaub zu sein. Man fühlt fast die Sonne auf der Haut und den Sand unter den Füßen. Gerne hätte ich mich selbst an den Strand gelegt und dort das Buch weitergelesen.

Der Schreibstil von Julia K. Stein passt super zum Genre Jugendbuch. Er ist einfach, locker und „frech“. Die Dialoge sind genauso, wie Jugendliche sich unterhalten würden und man merkt beim Lesen gar nicht, dass die Autorin diesem Alter selbst schon entwachsen ist. Dadurch bekommt das Buch eine Leichtigkeit, durch die man sich einfach so durch die Seiten liest, ohne zu merken, wie schnell diese vergehen.

Hinzu kommt diese süße Liebesgeschichte, die anfangs in eine ganz andere Richtung geht, von der man aber natürlich schon weiß, wie sie ausgeht. Das ist aber in diesem Fall nicht schlimm, weil das zu diesem Genre einfach dazugehört.
Umso begeisterter war ich jedoch, dass wir in dieser Geschichte kein nerviges Hin und Her zwischen den Protagonisten finden. Im Gegenteil, die Lovestory entwickelt sich langsam, die Hauptdarsteller lernen sich immer besser kennen und fühlen sich dadurch immer mehr zum anderen hingezogen. Das fand ich richtig schön authentisch und konnte auch mit den beiden mitfiebern und an so mancher Stelle gerührt aufseufzen. Hach, es ist einfach schön so lesen … junge, frische Liebe ist doch immer etwas Schönes :D

Doch nebenbei hat die Autorin auch noch ein paar andere, interessante Handlungsstränge für uns. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Familie, um Verantwortung und Zusammenhalt, um Freundschaft, um Vorurteile und Träume. So wird es auf keiner Seite langweilig, weil es immer etwas zu entdecken gibt.

Fazit:

Ich liebe die Liebesgeschichten von Julia K. Stein und auch, wenn ich bei „Café au Love“ nicht mehr wirklich der Zielgruppe entspreche, konnte ich dieses Buch in vollen Zügen genießen. Es ist witzig, locker-leicht und das zauberhafte Setting läd zum Träumen ein. Die Lovestory war einfach nur süß und authentisch und die beiden Protagonisten sind absolut liebenswert. Leider war dieses Buch wieder viel zu schnell zu Ende, aber ich hoffe, dass wir bald Nachschub von dieser begabten Autorin bekommen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Café au Love. Ein Sommer in den Hamptons - Julia K. Stein
Café au Love. Ein Sommer in den Hamptons
von Julia K. Stein
(12)
Buch (Taschenbuch)
10,30

Spannend vom Anfang bis zum Ende

Monika Schulze , am 09.05.2019

Meine Meinung:

Ich liebe Familiengeschichten, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen und hier klang der Klappentext auch noch so toll, dass ich es einfach lesen musste.

Das Buch beginnt für mich völlig unerwartet im Jahr 1959. Ivy ist schon seit Jahren in St. Margaret’s und man erfährt ein bisschen von ihr und ihrer Geschichte. Schon auf diesen wenigen Seiten wurde mir klar, was für eine ungewöhnliche, starke und mutige junge Frau Ivy ist. Ihr Schicksal hat mich wirklich tief berührt und das schon zu Beginn des Buches. Doch je tiefer ich in die Geschichte eintauchte und je mehr ich von Ivy erfuhr, desto bewegter war ich. Die Briefe sind so voller Gefühl, voller Verzweiflung und gleichzeitig voller Hoffnung … ich musste richtig weinen, so sehr haben sie mich mitgenommen.

Dagegen bleibt das Leben von Sam fast etwas blass. Zwar hat man auch hier eine starke junge Frau vor sich, doch leider erfährt man von ihr sehr wenig. Man platzt quasi fast in ihr Leben hinein, als es gerade an einem kritischen Punkt ist, aber da sie die meiste Zeit mit ihrem Job und mit der Suche nach Antworten verbringt, bekommt man ihr Familienleben nur am Rande mit. Das fand ich etwas schade, kann man aber gleichzeitig verschmerzen, da man selbst ebenfalls unbedingt hinter das ganze Geheimnis um St. Margaret’s kommen möchte.

Und das hat es wirklich in sich: Neben all den kleinen Geheimnissen gibt es nämlich auch einige sehr überraschende Wendungen, die ich ehrlich gesagt gar nicht habe kommen sehen. Immer wieder deckt die Journalisten neue Fakten auf, setzt Puzzleteile zusammen und kommt so dem Rätsel immer weiter auf die Spur. So ist die Geschichte wirklich von Anfang bis Ende durchgehend spannend und ich hatte fast das Gefühl, in einem Krimi zu stecken, denn teilweise habe ich mich sogar richtig gegruselt und bekam Gänsehaut.

Meine Nerven waren wirklich wie Drahtseile gespannt und ich fieberte der großen Auflösung entgegen. Dabei konnte ich das Buch wirklich kaum weglegen. Es war unfassbar, was am Ende tatsächlich hinter dem Ganzen steckte und wie die Autorin ihre Geschichte aufgelöst hat.

Zwar blieben dabei auch ein paar Fragen offen, was ich jedoch nicht weiter schlimm fand, da die Hauptgeschichte aufgelöst wurde und ich auch der Meinung bin, dass man nicht alles „zerreden“ muss.

Fazit:

Obwohl das Leben von Protagonistin Sam für meinen Geschmack etwas zu sehr im Hintergrund und diese dadurch im Gegensatz zu Ivy etwas blass bleibt, hat mich das Buch doch voll überzeugt. Fast hatte ich das Gefühl in einem Krimi zu stecken, so spannend war die Geschichte und ich konnte das Buch kaum weglegen, bevor ich nicht hinter das Geheimnis kam.

Wer Geschichten mag, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Das Haus der Verlassenen - Emily Gunnis
Das Haus der Verlassenen
von Emily Gunnis
(55)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60

Wer Märchen liebt, kommt an Lilly London nicht vorbei

Monika Schulze , am 05.05.2019

Meine Meinung:

Im Prolog erhält man einen kleinen Einblick in die Feenkunde, was mich vermuten ließ, dass diese eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen würden.

Danach springt man in Sophias Leben und erfährt, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und früh ihre Eltern verloren hat. Dann macht man jedoch einen gewaltigen Zeitsprung und findet sich gemeinsam mit Sophia nach Jahren am königlichen Hof wieder. Das ist jedoch nicht schlimm, da man durch Rückblicke innerhalb der Geschichte alle wichtigen Infos bekommt, was in den Jahren dazwischen alles passiert ist. Die junge Frau war mir von Anfang an sympathisch. Man merkt, dass sie ein sehr herzlicher Mensch ist und die Prinzessin und ihr Bruder ihr wirklich sehr wichtig sind. Mit der Zeit findet man jedoch auch heraus, dass Sophia sich nicht wirklich wohl am Hofe fühlt und ihre Freiheit vermisst. Ich fand es wirklich sehr spannend, dass in diesem Märchen das Prinzessinnendasein nicht idealisiert und romantisiert wird.

Aber wer das erste Buch von Lilly London kennt, der weiß, dass ihre Märchenadaptionen sehr originell sind. Zwar erkennt man das Originalmärchen und es kommen viele prägnante Elemente daraus in ihren Büchern vor, aber sie dreht die Originale komplett um und macht etwas ganz anderes, Besonderes daraus. Auch in „Grimoria“ erkennt man deutlich Aschenputtel bzw. Cinderella heraus, aber doch erschafft die Autorin etwas ganz Neues, was ich besonders interessant und toll finde, denn genau das bringt noch einmal jede Menge Spannung in die Geschichte, vor allem, da man anfangs noch überhaupt keine Ahnung hat, in welche Richtung es letztendlich gehen wird.

So habe ich wirklich mit den Protagonisten mitgerätselt und mich auf die Suche nach Antworten gemacht. Dabei ist es in meinen Augen auch sehr spannend, dass Sophia nicht die Prinzessin selbst, sondern eigentlich „nur“ ihre Hofdame ist. Sie hat auch Fehler und ist nicht die perfekte Heldin. Deshalb muss sie auch erst ihren Weg finden, was ich sehr erfrischend fand. Ich mag es jedenfalls immer sehr gerne, wenn die Protas Zeit und Gelegenheit bekommen sich zu entwickeln und genau das passiert in Lilly Londons Büchern und trotzdem passieren nebenbei noch so viele andere Dinge, dass es einfach nie langweilig wird.

Dabei ist es dieses Mal, meiner Meinung nach, etwas Besonderes, dass die Liebesgeschichte erst einmal nur im Hintergrund stattfindet. Dagegen sind andere Thema wichtiger und stehen im Vordergrund z.B. Freundschaft und Vertrauen, aber auch Familie und Zusammenhalt. Es geht um Freiheit und darum, man selbst zu sein und zu bleiben. Zwischen den Zeilen kann man sogar sehr ernste Themen herauslesen z.B. inwieweit man sich Regeln beugen sollte. So bekommt die Geschichte auch eine gewisse Ernsthaftigkeit, die jedoch überhaupt nicht schwermütig wird, wodurch man das Lesen trotzdem in vollen Zügen genießen kann.

Mir hat das Buch jedenfalls wieder richtig gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, was Lilly London im zweiten Teil für uns bereithält, denn der erste Teil dieses Märchens hier endet nicht mit einem Happy End, sondern mit einem mehr als fiesen Cliffhanger.

Fazit:

Autorin Lilly London schafft es in ihren Märchenadaptionen immer, altbekannte Geschichten komplett auf den Kopf zu stellen und etwas ganz Neues, Besonderes daraus zu machen. Mich konnte sie auch mit „Grimoria – Vertraue niemals einer Taube“, ihrer ganz eigenen, originellen Version von Cinderella wieder richtig begeistern und ich bin schon jetzt sehr gespannt, was sie in der Fortsetzung noch für uns bereithält. Wer Märchen liebt, sollte sich die Bücher von Lilly London nicht entgehen lassen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Grimoria - Lilly London
Grimoria
von Lilly London
(2)
Buch (Taschenbuch)
13,90

 
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