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leseratte1310 Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 872 (ansehen)


Meine Bewertungen

Geld regiert die Welt

leseratte1310 , am 23.01.2019

Nach dem Angstmörderfall geht es bergauf mit der Kanzlei Meller, ein neues Büro in der Kölner Innenstadt, zahlungskräftige Klienten und natürlich ein neues Auto. Aber dann gibt es einen Mord an einem Paketboten und nur ein Paket ist verschwunden, nämlich das an Nicholas Meller. Hauptkommissar Rongen kann kaum glauben, dass Nicholas keine Ahnung hat, worum es geht. Dann gibt es noch einen Auftrag von einem Baron von Westendorff, den Nicholas dank Beziehungen im Nu löst. Als er dann auch noch eine Einladung des Barons erhält, ist Meller überzeugt, dass ihn nun nichts mehr bremsen kann. Wie man sich doch irren kann.

Mir hat auch dieses Buch wieder viel Spaß bereitet. Es ist von Anfang an spannend und bis zum Ende wird man im Unklaren darüber gelassen, was hinter der ganzen Geschichte steckt und wer die Drahtzieher sind.

Ich habe immer gedacht, dass Paketboten nur Muckis brauchen, aber sie leben wohl ganz schön gefährlich.

Nicholas hat russische Wurzeln und Verbindungen zu nicht ganz lupenreinen Russen. Diese Verbindungen nutzt er gerne, weiß aber auch genau, wie weit er gehen darf. Lange ist seine Kanzlei mehr schlecht als recht gelaufen und nun genießt er den Erfolg. Kann man es Nicholas verdenken, dass er ganz oben mitmischen will? Leider geht im dabei ein bisschen der gesunde Menschenverstand verloren. Mir hat aber gefallen, dass er dann doch wieder in die Spur kommt und sich nicht benutzen lassen will. Aber er wurde schon tief in die Geschichte hineingezogen. Nina Venhoegen, Nicholas‘ Lebensgefährtin mit Handikap, kämpft derweil mit eigenen Problemen. Im Büro hat Büroleiterin Astrid Zollinger alles im Griff, nur ihren Chef manchmal nicht.

Ein toter Paketbote, ein verschwundener Künstler und Ackerland, das zu einer überhöhten Summe seinen Besitzer wechselt – wie hängt das alles zusammen? Erst mit der Zeit kommt Nicholas dahinter, dass es um Macht und Geld geht und wie leicht man abhängig werden kann. Für ihn steht viel auf dem Spiel.

Auch dieses Mal konnte mich Lorenz Stassen mit seinem spannenden Thriller wieder fesseln.

Blutacker - Lorenz Stassen
Blutacker
von Lorenz Stassen
(18)
Buch (Paperback)
13,40

Der Wilde

leseratte1310 , am 22.01.2019

Das Buch spielt in Mexico-City in den sechziger Jahren. Juan Guillermo ist siebzehn, als er in recht kurzer Zeit seine ganze Familie verliert. Besonders der Tod seines Bruders Carlos, der ermordet wurde, nimmt ihn mit, denn die Polizei ist nicht an der Aufklärung interessiert. Juan will Rache. Doch dann begegnet er der schönen Chelo.
Dieses Buch ist keine leichte Lektüre und das in vielerlei Hinsicht. Die ständigen Wechsel zwischen den Zeiten und Handlungsstrengen machen es einem nicht einfach. Außerdem ist die Geschichte brutal, blutig und manchmal unappetitlich. Den Handlungsstrang mit dem Wolf emfand ich nicht so interessant. Dazu gibt es noch eine Reihe von Einschüben, wie zum Beispiel Mythen aus unterschiedlichen Ländern. Dennoch packt einen dieses Buch, denn die Geschichte ist wirklich wild und düster.
Juan ist eine interessante Persönlichkeit, auch wenn er mir nicht sonderlich sympathisch ist. Er wächst in einer rauen Welt auf. Auf den Straßen lauert die Gefahr und so spielt sich das Leben der Jugendlichen auf den Dächern ab. Das Schicksal meint es nicht gut mit Juan, er verliert seine Familie und muss schauen, wie er mit dem Leben zurechtkommt, das ihm einiges abverlangt. Er quält sich mit der Frage, ob er seinem Bruder hätte helfen können und will Rache. Seine Beziehung zu Chelo ist problematisch und Juan ist eifersüchtig. Mich nervte das Verhalten von Chelo.
Als Juan den Wolf aufnimmt, der sich nur schwer zähmen lässt, ändert sich für ihn etwas. Der Wunsch nach Rache vergeht.
Es ist ein interessantes Buch über menschliche Abgründe, Grausamkeit, Hass, Rachegelüste und das Leben. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich durch die Geschichte zu arbeiten, aber ich kam nie auf den Gedanken, das Buch abzubrechen.

Der Wilde - Guillermo Arriaga
Der Wilde
von Guillermo Arriaga
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
26,70

Tot im Pranger

leseratte1310 , am 22.01.2019

Der Michaelismarkt in Weener sollte Publikum anlocken und den Beschickern ein gutes Geschäft bringen. Doch dann steckt eine junge Frau leblos im Pranger. Sie wurde mit einem Morgenstern erschlagen und dann dort deponiert. Eigentlich ist die Rechtsmedizinerin Dr. Josefine Brenner bereits im Ruhestand, aber sie scheint Mordfälle immer noch anzuziehen. So unterstützt sie die örtliche Polizei bei der Aufklärung des Falls.
Dies ist bereits der 8. Band der Reihe um Dr. Josefine Brenner, die wohl problemlos einzeln gelesen werden können. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und das Buch hat nicht allzu viele Seiten, so dass ich in einem Rutsch durch war. Auch die Örtlichkeiten wurde gut beschrieben, so dass ich ein buntes Bild vor Augen hatte.
Es gibt eine muntere Anzahl Personen auf und um den Mittelaltermarkt herum, die erst einmal auseinandergehalten werden wollen.
Die Tote Jasmin Hattinga ist eine intrigante Person, die auf jeden Markt nur Ärger bringt, denn sie klaut nicht nur Geschäftsideen, sondern verdreht allen Männern den Kopf und nimmt wenig Rücksicht darauf, ob sie dabei Ehen zerstört. Dabei kommt sie aus einer angesehenen Arztfamilie und hätte es nicht nötig, auf Märkten ihr Geld zu verdienen. Die ermittelnden Personen sind ausnahmslos sehr sympathisch. Das sind nicht nur die Polizisten Werner und Steffen mit Ermittlungen beschäftigt, sondern auch noch Britta, die ihre kriminalistische Neugier nicht zurückhalten kann. Ihre Freundin Josefine scheint auch nicht zufrieden nur mit Rentnerleben. Da die Tote ein schlimmes Früchtchen war und sich überall unbeliebt gemacht hat, gibt es eine Menge Verdächtiger.
Immer wieder gab es Wendungen, die es dem Leser schwer machten, den Täter herauszufinden und das Ende beschert dann doch noch eine handfeste Überraschung.
Ein unterhaltsamer und spannender Ostfriesland-Krimi.

Mord in Weener. Ostfrieslandkrimi - Susanne Ptak
Mord in Weener. Ostfrieslandkrimi
von Susanne Ptak
(8)
eBook
3,99

Eine Reise mit dem Fliegenden Teppich

leseratte1310 , am 21.01.2019

König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte braucht Platz und so helfen Jim und Lukas beim Aufräumen des Dachbodens. Sie entdecken einen alten, sehr verstaubten Teppich mit einem Loch. Der Teppich wird gesäubert und Frau Waas repariert ihn. Doch dann steigt der Teppich mit Lukas und Jim auf und fliegt durch das offene Fenster davon. Schon bald ist Lummerland nicht mehr zu sehen, sondern nur noch das Meer unter ihnen. Sie erzählen sich Geschichten und dann entdeckt Jim, wie der Teppich angetrieben wird. Eine abenteuerliche Reise bringt sie in eine orientalische Stadt, in der die Leute alle traurig sind.
Diese Bilderbücher für die kleinen Kinder sind nur an die Geschichten von Michael Ende angelehnt. Die bekannten Charaktere erleben Geschichten, die nichts mit dem Original zu tun haben. Trotzdem macht es den Kindern Spaß die Abenteuer mit Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, zu erleben. Sie sind kindgerecht und wunderschön illustriert. Vielleicht machen sie sogar Lust darauf, Michael Ende Geschichte komplett zu lesen, wenn sie etwas größer sind.
Eine abenteuerliche und unterhaltsame Geschichte für die Kleinen.

Jim Knopf und der fliegende Teppich - Michael Ende, Charlotte Lyne, Mathias Weber
Jim Knopf und der fliegende Teppich
von Michael Ende
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
13,40

Fantasievoll, aber nicht unbedingt pädagogisch wertvoll

leseratte1310 , am 21.01.2019

Das Buch „Ein Affe an der Angel“ enthält drei Geschichten: Fang, Marsch und Klopf.
Darko lebt in der achten Etage eines Hochhauses in der Stadt. Es regnet und seine Mutter lässt ihn einfach nicht raus bei dem Wetter, dabei würde er so gerne zu seinen Freunden nach draußen. Dabei gibt es als Tierforscher doch so viel draußen zu erforschen. Vielleicht kann man aber auch vom achten Stock aus Regenwürmer angeln. Ein Stau auf der Autobahn kann ganz schön lange dauern und dann wird es langweilig, Aber auch Zimmeraufräumen ist nicht gerade eine interessante Sache. Zum Glück hat Darko viel Fantasie und erlebt so Abenteuer, ganz unabhängig davon, wo er gerade ist.
Der Schreibstil ist kindgerecht und passt gut zum angegebenen Alter. Die Kinder kennen die Probleme, die Darko hat, aus eigener Erfahrung. Wer räumt schon gerne auf? Warum müssen Eltern verbieten nach draußen zu gehen, wenn es regnet?
Es macht Kindern bestimmt viel Spaß mit Darko die Abenteuer zu erleben. Bei diesen Abenteuern begegnet Darko vielen Tieren und es gibt einiges dabei zu erfahren. Allerdings werden Eltern manches Mal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil sie befürchten müssen, dass die eigenen Kinder Darko nacheifern. Es ist nämlich nicht immer ungefährlich, was er so treibt – „Angeln aus dem achten Stock!“ oder „im Stau aus dem Auto steigen“ zum Beispiel. Wir Erwachsenen wissen natürlich gleich, dass Darko das alles nur in seiner Fantasie erlebt, den Kindern wird das so nicht unbedingt klar.
Die Illustrationen ergänzen die Geschichten sehr schön und gefallen mir gut.
Unterhaltsame und fantasievolle Geschichten zum Vorlesen oder Selberlesen, allerdings nicht unbedingt pädagogisch wertvoll.

Ein Affe an der Angel - Jonny Bauer
Ein Affe an der Angel
von Jonny Bauer
(12)
Buch (gebundene Ausgabe)
13,40

Rätselhafte Jiangshi

leseratte1310 , am 20.01.2019

Kaum sind sich der Chemiker Dr. Rick Roth und Lucy nähergekommen, da müssen sie sich schon wieder trennen, da Ricks Fähigkeiten in China gefragt sind. Dort werden Menschen durch eine Art Seuche zu Jiangshi, extrem gealterte Kreaturen die anderen gefährlich werden. Rick ist nicht der einzige Wissenschaftler, der in einem Gebäude eingesperrt wird, um der Sache auf den Grund zu gehen. Obwohl sie so abgeschottet sind, gibt es schon bald weitere Tote.
Dieses Buch ist nach „Die Lourdes-Formel“ der zweite Band einer Reihe um den Chemiker Dr. Rick Roth. Wie schon der Vorgänger ist auch dieses Buch gut und flüssig zu lesen. Die Geschichte spiel auf zwei Zeitebenen. Neben dem Strang in der Gegenwart, gibt es auch noch einen in der Zeit der Ming-Dynastie. Von Anfang an ist es sehr spannend und man möchte wissen, wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen und wer hinter dem allen steckt.
Die Charaktere sind ausführlich und authentisch dargestellt. Rick ist Wissenschaftler ist und damit natürlich neugierig. Schnell stellt er fest, dass nicht mit offenen Karten gespielt wird. Sein lockeres Mundwerk kommt auch nicht immer gut an.
Wer hätte gedacht, dass ein paar wissenschaftliche Untersuchungen zu so einem gefährlichen Abenteuer werden könnten. Zum Glück weiß Rick Lucy sicher in Schottland.
Es ist ziemlich bedrückend, wenn man im Laufe der Geschichte erfährt, wie viel man in China erreichen kann, wenn man an der richtigen Position ist und wie weit die Überwachung des Einzelnen reicht.
Auch wenn mir manches schon mal etwas unwahrscheinlich vorkam, so hat es doch Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn es war sehr spannend und packend. Am Ende gibt es ein Nachwort, dass über Realität und Fiktion in der Geschichte informiert.
Ich kann das Buch nur empfehlen und bin gespannt auf das nächste Abenteuer.

Das Erbe des Schattenkaisers - Adrian Canis
Das Erbe des Schattenkaisers
von Adrian Canis
(4)
Buch (Taschenbuch)
12,99

Erschütternd

leseratte1310 , am 18.01.2019

Sieben Jahre hat Ilja im Straflager verbracht. Sieben Jahre unschuldig weggesperrt. Nun ist er wieder draußen und sein Leben ist kaputt. Seine Freundin, die er seinerzeit verteidigt hat, hat ihn verlassen. Die Mutter stirbt wenige Tage bevor er zurück ist und sein Jugendfreund verhält sich argwöhnisch. Im Alkoholrausch ersticht Ilja den Mann, der ihm das alles angetan hat. Er nimmt dessen Handy an sich und antwortet als Petja auf die Nachrichten, die eingehen, um zu vertuschen, dass Petja nicht mehr lebt. Mit der Zeit vermischen sich die Identitäten von Ilja und Petja.
Der Schreibstil des Autors Dmitry Glukhovsky ist gewöhnungsbedürftig und die Atmosphäre ist reichlich düster. Auch wenn es keine angenehme Geschichte ist, die hier erzählt wird, so wurde ich doch gepackt, denn ich wollte wissen, ob es Ilja gelingt, damit durchzukommen, dass er unter einer anderen Identität kommuniziert. Man lernt Ilja mit der Zeit sehr gut kennen. Mir war Ilja nicht besonders sympathisch und doch habe ich mitgefühlt. Da hat jemand sein Leben zerstört und ihm jede Perspektive für die Zukunft genommen. Freunde haben sich abgewendet. Das entschuldigt natürlich nicht, was er getan hat.
Es ist ein Buch, das mich zwar nicht begeistert hat, welches mich aber auch nicht losgelassen hat. Man muss sich auf die Geschichte einlassen können.

TEXT - Dmitry Glukhovsky
TEXT
von Dmitry Glukhovsky
(45)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,50

Frauenschicksale

leseratte1310 , am 18.01.2019

'Töchter einer neuen Zeit' ist der Auftakt einer Trilogie, mit der uns Carmen Korn am Leben von vier Frauen teilhaben lässt. Dieser Band umfasst die Zeit von 1919 bis 1948.
Es beginnt in Hamburg im Jahr 1919. Der Krieg ist zwar vorbei, aber die Auswirkungen sind immer noch spürbar. Trotzdem haben die Menschen Hoffnung, dass es nun friedlich bleibt.
Mich hat der Schreibstil nicht so ganz überzeugt, dass die Perspektiven häufig wechselten und ich oft nicht so recht wusste, wo ich mich nun der Geschichte befand. Manches war mir einfach auch zu ausführlich und zu nüchtern beschrieben, mir fehlten da einfach Emotionen. Trotzdem packten mich die Lebensgeschichten der Menschen.
Es ist eine Geschichte von vier Frauen, die aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammen, und trotzdem Freundinnen sind. Henny Godhusen und ihre Freundin Käthe Laboe machen eine Ausbildung als Hebamme an der Hamburger Frauenklinik Finkenau. Ida kommt aus wohlhabendem Haus und hat noch nicht viel vom wirklichen Leben gesehen und die Lehrerin Lina führt ein unkonventionelles Leben. Käthe stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen, was ihre Begeisterung für den Kommunismus verständlich macht. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von Nebencharakteren. Jede von ihnen ist aber auf der Suche nach dem eigenen Glück.
Erzählt wird die Geschichte aus sehr unterschiedlichen Perspektiven, was dafür sorgt, dass man zwar einen umfassenden Überblick bekommt, andererseits aber auch manchmal etwas unübersichtlich wird. Die Menschen haben es in jener Zeit nicht unbedingt leicht. Auch schlägt das Schicksal manchmal unerbittlich zu.
Die politische Lage wird auch sehr gut aufgegriffen und man erfährt, welche Auswirkungen das Erstarken der Nationalsozialisten auf das Leben hat. Es wird denunziert und dadurch entsteht überall Misstrauen - und dann droht wieder ein Krieg.
Eigentlich eine Geschichte, wie sie schon öfters erzählt wurde und dennoch gefällt mir, dass wir in den drei Bänden die Frauen über einen längeren Zeitraum begleitet dürfen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Töchter einer neuen Zeit - Carmen Korn
Töchter einer neuen Zeit
von Carmen Korn
(51)
Buch (Klappenbroschur)
11,30

Erinnerungen an ein Leben

leseratte1310 , am 15.01.2019

Im Jahre 1938 verbringt die Schottin Ella einen Sommer an der Atlantikküste in Frankreich und verliebt sich in den Franzosen Christophe. Sie schmieden Zukunftspläne, doch dann bricht der Krieg aus und macht diese Pläne zunichte. Ella baut sich ein neues Leben auf.
Im Jahr 2014 soll Kendra anhand von alten Dokumenten die Lebensgeschichte ihrer Großmutter Ella aufschreiben. Dabei hat Kendra selbst alle Hände voll zu tun, denn sie ist Lehrerin und hat einen autistischen Sohn. Mit ihrem Mann läuft es auch nicht mehr so problemlos. Doch als sie die Dokumente und Tonaufnahmen ihrer Großmutter in die Hände bekommt, ist sie fasziniert von der Lebensgeschichte Ellas.
Dieses wundervolle Buch lässt sich wirklich toll lesen. Ich mag es, wenn Geschichten in verschiedenen Zeiten spielen und auch hier wechseln sich die Handlungsebenen ab, so dass man sowohl Ellas Geschichte, aber auch Kendras Leben ausführlich kennenlernt. Ergänzt wird das Ganze durch die Briefwechsel, die Ella mit den Geschwistern Caroline und Christophe Martet führt. Die historischen Begebenheiten werden von der Autorin Fiona Valpy sehr schön mit einer tragischen Liebesgeschichte verknüpft.
Die Charaktere sind sehr gut und lebendig beschrieben. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Ella hat in Frankreich ihre große Liebe gefunden, doch die Zeiten sind schlimm und der Krieg zerstört die Träume. Kendra hat es nicht leicht, aber die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter bringt sie dazu, sich über ihr eigenes Leben Gedanken zu machen.
Die gefühlvolle und tiefgründige Geschichte ist wirklich fesselnd. Ich kann Das Buch nur empfehlen.

Die Sommer meines Lebens - Fiona Valpy
Die Sommer meines Lebens
von Fiona Valpy
(14)
Buch (Klappenbroschur)
13,40

Eine Frau kämpft für ihre Interessen

leseratte1310 , am 15.01.2019

Der Krieg ist zwar vorbei, doch trotzdem spürt man seine Auswirkungen 1919 in der Hansestadt Hamburg noch überall. Auch das Handelskontor Hannemann & Tietz mit eigener Schokoladenmanufaktur leidet unter den Folgen. Im Gegensatz zu vielen anderen Familien geht es den Hannemanns noch recht gut. Die 17-jährige Frieda Hannemann liebt es im Kontor ihres Vaters oder in der Schokoladenküche zu sein. Ihr Herz hängt an dem Unternehmen und sie würde gerne den Betrieb übernehmen, zumal ihr Bruder Hans zwar überlebt hat, aber nicht mehr wiederzuerkennen ist und kaum in der Lage ist, in der Firma zu arbeiten. Doch dann will ihr Vater sie mit dem Sohn eines befreundeten Handelspartners verheiraten, damit das Unternehmen überleben kann. Für Frieda bricht eine Welt zusammen, da sie ihr Herz auch längst an einen anderen vergeben hat.
Mir hat diese Familiengeschichte sehr gut gefallen. Das Buch ist einfach wundervoll zu lesen, denn alles ist sehr bildhaft beschrieben. Ich kenne Hamburg ganz gut und habe viele Örtlichkeiten der Hansestadt wiedererkannt. Auch die Charaktere sind sehr realistisch und individuell ausgearbeitet.
Ich mochte Frieda von Anfang an. Mit ihren 17 Jahren ist sie unbeschwert und hat dennoch ein Herz für andere. Sie sieht die Not und möchte gerne helfen. Dagegen mochte ich ihre ichbezogene Mutter Rosemarie überhaupt nicht. Ich hätte sie schütteln wollen, als sie vollkommen empathielos bei Hans im Krankenhaus reagiert. Hans hat sich mit Begeisterung in das Kriegsgetümmel gestürzt und dann im Krieg Schlimmes mitgemacht, aber das ist keine Entschuldigung für sein weiteres Verhalten. Dagegen mochte ich Ernst sehr, dem der Krieg auch seinen Stempel aufgedrückt hat, der sich aber trotzdem nicht hat unterkriegen lassen.
Friede ist eine starke junge Frau, die ein großes Interesse an dem Unternehmen hat. Sie ist kreativ und entwickelt Ideen, um das Geschäft voranzubringen. Doch sie ist eine Frau und Frauen haben zu heiraten und sich um Familie und Haus zu kümmern. Aber sie gibt nicht auf und kämpft für ihre Interessen, muss aber auch einiges durchstehen.
Dies Auftaktband der großen Hamburg-Saga von Lena Johannson hat mir sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Die Villa an der Elbchaussee - Lena Johannson
Die Villa an der Elbchaussee
von Lena Johannson
(5)
Buch (Klappenbroschur)
13,40

 
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