503 Service Unavailable

No server is available to handle this request.
Warenkorb
 

BuchhändlerInnen im Portrait

Lisa Tritscher
aus der Thalia-Buchhandlung in Wien

Gesamte Empfehlungen 90 (ansehen)


Lieblingsautoren:
Jack London, David Mitchell, Patrick Rothfuss, Donna Tartt, Thomas Hardy, Daphne du Maurier, Neil Gaiman, Chuck Palahniuk, Stephen Greenblatt
An meinem Beruf gefällt mir:
Millionen Bücher blieben von den Menschen früh'rer Zeiten/Hätten sie nichts aufgeschrieben, könnt' ihr Geist uns nicht begleiten/Und verdammt zu Ignoranten müssten wir durchs Leben schreiten/Alle Bücher sind Garanten für den Fortschritt uns'rer menschlichen Kultur
Im Beruf seit:
2011

Meine Empfehlungen

Torture the artist

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 04.11.2014

"Kill your darlings" ist ein Biopic über Allen Ginsberg und seine Zeit an der University of Columbia, wo er das erste Mal auf William Burroughs, Lucien Carr und Jack Kerouac trifft.
Man erkennt hier sofort warum dieser Film von der Presse als „'Der Club der Toten Dichter' der Beat-Generation“ bezeichnet wurde: Lucien Carr ist hier derjenige, der talentierte Literaturstudenten zusammenbringt, sie aus ihren Schneckenhäusern holt und dazu animiert aus den alten Schemen und Dogmen, die überall gelehrt werden, auszubrechen. Hinter all diesen neuartigen Ideen steht aber auch immer David Kammerer, Luciens „Guardian“, von dem sich der Schüler nie ganz zu lösen vermag, was schlussendlich über die voraussehbare Obsession zum unvermeidlichen Desaster führt.

Wieder einmal sind es hier Sex, Drugs & Alcohol, die unsere Schriftsteller zum Schreiben animieren. Der nahezu kopflose Fall Allen Ginsbergs für Lucien Carrs Charme wird hier gut über die Leinwand transportiert und nebenbei noch von einer etwas unbeholfenen Liebesgeschichte unterstützt, die allerdings Carrs Ziel - Ginsberg als seinen persönlichen Schreiberling zu engagieren und ihn für seine Vision von einer Form des Schreibens ohne Regeln einzuspannen - ein bisschen überschattet.
Vielleicht wurde bei „Kill your darlings“ von einigen Zusehern zu Recht beklagt, dass die Vorfälle des Jahres 1944 hier rein aus der Sicht Ginsbergs geschildert werden.

„Kill your darlings“ ist für alle sehenswert, die zwischen der Schönheit und der Macht des geschriebenen Wortes auch wieder einmal die gängige Theorie bestätigt sehen wollen, dass nur der leidende Künstler wahre Kunst vollbringen kann. Schließlich sind aus den hier porträtierten jungen Autoren, die an der ihnen schlussendlich widerfahrenden Tragödie teilweise zerbrochen sind, einige der größten Schriftsteller Amerikas hervorgegangen.

Sicherlich kein perfekter Film, da hier einige nur allzu bekannte Motive eingesetzt wurden, wie beispielsweise der bereits erwähnte „Club der Toten Dichter“-Charakter. Dann gibt es hier einerseits noch eine Prise von benebelter „Great Gatsby“-Festivität - sogar mit der passenden Musik - und in der nächsten Szene seltsamerweise Musik aus dem 21. Jahrhundert, mit der wohl versucht wurde, den Film auch dem heutigen Mainstream-Publikum mundgerecht darzubringen.
Trotzdem ist „Kill your darlings“ sehr empfehlens- bzw. sehenswert – schon alleine aufgrund der sehr überzeugenden Schauspielleistungen von allen Beteiligten.

Kill Your Darlings - Junge Wilde
Kill Your Darlings - Junge Wilde
(3)
Film (DVD)
5,99

Terri Hooley, Godfather of Punk

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 31.10.2014

Ich kann mich nicht entscheiden, welche die beste Szene dieses Films für mich ist:
Terri Hooleys Gesichtsausdruck, als er "Teenage Kicks" von den Undertones das erste Mal hört
oder
der Moment, als ebenjener Song von BBC-Radiomaster John Peel zweimal hintereinander im Radio gespielt wird
oder
das Benefiz-Konzert für Good Vibrations, das 1980 in der Royal Ulster Hall gegeben wird?

"Good Vibrations" ist ein weiterer dieser fantastischen Filme wie "Radio Rock Revolution" oder "Once", bei denen es im Endeffekt nur einen Protagonisten gibt - und das ist die Musik! Egal wie oft ich diesen Film anschaue oder um welche Uhrzeit, ich MUSS danach einfach die Undertones auflegen und mich diesem sicher nicht alleine dastehenden Beispiel einer Punk-Symphonie hingeben, das beweist, dass es in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts auch etwas anderes als die Troubles in Nordirland gab.
Fantastisch!
Ein Teil von Belfasts Geschichte mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet.
Für alle, die Musik lieben und wissen, was diese bewegen kann.

"Good Vibrations isn't a record shop.
It's not a label.
It's a way of life!"

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Good Vibrations
Good Vibrations
(1)
Film (DVD)
9,99

How dare you?

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 28.09.2014

Auf ironische Art und Weise wird man in die Thematik dieses Films mit "Oh Sinnerman" (neu interpretiert von Clara Luzia) eingeführt, das den Zuseher bei "Das finstere Tal" noch mehr über dessen Mehrdeutigkeit nachdenken lässt.
Thomas Willmanns Geschichte über eine Seite der Unmenschlichkeit des Menschen wurde von Andreas Prochaska in ein kleines Arthouse-Meisterwerk verwandelt. Ein Film, bei dem man sieht, das er noch mit echtem Schweiß und echten Tränen gedreht wurde - der keine auf Hochglanz polierte Massenware ist. Ein Film mit wortkargen und nichtsdestotrotz ausdrucksstarken Darstellern, die die Stille mit etwas zu füllen verstehen, das man getrost als wahre Schauspielkunst bezeichnen kann. Stille, mit der ein Gefühl einhergeht, an die das Spannungsniveau des gängigen Blockbusters nicht einmal annähernd heranreicht. Nur unterbrochen von einer Musik von Matthias Weber, die dem Zuseher Angst vor der wiederkehrenden Stille macht - hinter der nächsten Wegbiegung, dem nächsten Sinneswandel des Autors, könnte alles lauern.
Schnee wird hier genauso wie die Landschaft noch als etwas Respekteinflößendes vermittelt - und nicht nur als umherstäubender Zweck, der die Mittel heiligt.
Apropos heilig.... Nein, diesen Weg sollte ich wirklich nicht nehmen.

Freuen soll man sich über diesen Film - sofern man sich über so etwas freuen kann. Freuen über die Unmenschlichkeit des Menschen, die hin und wieder solche Meisterwerke, bei denen man die Welt um sich herum vergisst, möglich macht.

Verabschiedung mit einem erneuten "Oh Sinnerman" (diesmal neu interpretiert von One Two Three Cheers and a Tiger)

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Das finstere Tal
Das finstere Tal
(7)
Film (DVD)
7,99

Der Chronist

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 18.08.2014

Wien, 1684: Wird es der vermeintliche Dorftrottel Senfbichler schaffen, seinen halb österreichisch, halb türkischen Stiefsohn Jakob - dem von allen als "Türkenbankert" beschimpftem Sohn seiner verstorbenen Frau Maria - vor der Intoleranz der Dorfbewohner zu beschützen und ihm die versprochene Bildung zu ermöglichen?

"Jakob Mustafa" ist eine sehr authentische Geschichte über den alle Vernunft übertrumpfenden Aberglauben, menschliche Unmündigkeit und extremistischen religiösen Eifer in einer bewegten und schwierigen Zeit: dem ausgehenden 17. Jahrhundert, als die Türken Wien bedrängten.
Ein Roman, der sich vor allem sprachlich sowie inhaltlich von der sonstigen Massenware von historischen Romanen abhebt. Darüber hinaus wird "Jakob Mustafa" aus der Sicht eines Chronisten erzählt, der sich nur an die Aufzeichnungen hält, die aus der damaligen Zeit stammen (könnten), was dem Leser - trotz der Beharrung darauf eine fiktive Geschichte verfasst zu haben - das Gefühl vermittelt, die genaue prosaische Wiedergabe einer geschichtlichen Chronik der damaligen Lebensumstände in und um Wien zu lesen.

All diese Punkte machen "Jakob Mustafa" zu einem Buch mit großem Seltenheitswert!
Für alle, die gerne historische Romane mit hohem Wahrheitsgehalt in gehobener Sprache lesen!

Jakob Mustafa - Das Vermächtnis des Chronisten - Fritz Schindlecker
Jakob Mustafa - Das Vermächtnis des Chronisten
von Fritz Schindlecker
(1)
Buch (Taschenbuch)
12,95

Verwirrend schön

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 14.08.2014

Durch den Selbstmord eines Mannes im Familienauto des 7-jährigen Protagonisten, werden Mächte geweckt, die besser in Ruhe gelassen werden sollten. Gemeinsam mit dem Mädchen, das am Ende der Straße wohnt, macht sich der Junge auf, diese Mächte wieder zu besänftigen. Leider geht dabei einiges schief und die Probleme fangen erst so richtig an.

Neil Gaimans neuestes preisgekröntes Buch in Worte zu fassen, fällt mir schwer, da sich vieles davon nicht beschreiben lässt. Teils, weil der Inhalt selbst sehr abstrakt ist; teils, weil von Neil Gaiman selbst vieles nicht näher erklärt wird.
Wieder einmal ein Buch von ihm, nach dessen Lektüre ich mir gedacht habe: Das war genial!! – aber was war es eigentlich?

Die Idee bzw. die Beschreibung des Ozeans „am Ende der Straße“ finde ich entrückend schön, beängstigend und nicht zuletzt überwältigend! Um auch nur ansatzweise eine Ahnung vom Ozean – der meiner Meinung nach der Protagonist in diesem Buch ist - erhaschen zu können, muss man das ganze Buch lesen.

Abstrakt, schwer zu verstehen bzw. zu erklären und wunderschön elegisch – aber nichts für Kinder (selbst wenn der Ich-Erzähler erst sieben Jahre alt ist und der Schreibstil deshalb sehr einfach gehalten wurde)!

Sehr empfehlenswert für alle, die offen sind für unorthodoxe, brandneue Bücher und unverbrauchte Ideen!

The Ocean at the End of the Lane - Neil Gaiman
The Ocean at the End of the Lane
von Neil Gaiman
(5)
Buch (Taschenbuch)
7,99

I took the road that was less travelled by

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 12.08.2014

Hommage an Robin Williams, der in seiner Rolle als John Keating bis heute unerreicht darin ist, mir die Macht und die Schönheit der Worte bzw. die Möglichkeiten der Poesie zu vermitteln.

I went to the woods because I wished to live deliberately
I wanted to live deep and suck out all the marrow of life
To put to rout all that was not life
And not, when I come to die, discover that I had not lived
(Thoreau)

Der Club der Toten Dichter - Special Edition
Der Club der Toten Dichter - Special Edition
(5)
Film (DVD)
5,99

The Taste of Blood

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 20.07.2014

Regisseur Jim Jarmusch hat seine Vampir-Kurzgeschichte im 21. Jahrhundert angesiedelt, an das sich die Protagonisten mehr oder weniger angepasst haben, das für sie aber auch immer mehr zur Bedrohung wird. Dabei lässt er allerdings gekonnt kaum apokalyptisches Feeling aufkommen - "Only Lovers Left Alive" ist kein Film für Menschen mit einer Vorliebe für viel Blut und viele Tote. Es wird nicht einmal die gesamte Bandbreite der Exzessivität ausgelotet, mit der Vampire oft in anderen Geschichten nach ihrem Blut gieren, bzw. mit der sie es schließlich trinken. Diese wird bei "Only Lovers Left Alive" eher durch den subtilen, perfekt angepassten Soundtrack und die schauspielerischen Meisterleistungen von Tilda Swinton und Tom Hiddleston übermittelt.

Ehrlich gesagt, hätte ich hier keine Nebenhandlungen mehr gebraucht (auch wenn es interessant war Christopher Marlowe alias John Hurt zu begegnen). Mir würde dieser Film auch gefallen, wenn es sich um eine zweistündige visuelle und akustische Hingabe des lustvollen Bluttrinkens, des gekonnten Musik-Machens, des Sortierens unzähliger (für die Seele) nahrhafter Bücher, des Redens über vergangene Zeiten/Taten/große Erfinder/Musiker/Dichter und des Tanzens handeln würde. Tilda Swinton und Tom Hiddleston in der von Jim Jarmusch hergestellten düsteren, melancholischen und zeitgleich unglaublich anziehenden Atmosphäre durch die Straßen Detroits oder Tangiers schlendern zu sehen - alleine dafür ist es dieser Film wert gesehen zu werden. Aufgrund seiner Ausstrahlung und der Emotionen, die er übermittelt - nicht um irgendeiner Botschaft oder eines Sinnes willen.

Only Lovers Left Alive
Only Lovers Left Alive
(8)
Film (DVD)
6,99

The Tales That Really Matter

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 14.07.2014

Ehrlich gesagt habe ich mir dieses Buch ursprünglich nur wegen der beiliegenden CD bestellt, die teils unveröffentlichte Musik vom Komponisten Howard Shore zum Thema "Herr der Ringe" enthält, aber mittlerweile muss ich sagen, dass das Buch selbst der größte Glücksgriff ist, den ich bis dato gemacht habe!

1. nicht wie erwartet im Taschenbuchformat sondern in gebundener Form. Nimmt man den Umschlag ab, findet man das Buch mit schwarzem, hochwertigen Stoffeinband und golden geprägter Ringinschrift auf dem Cover vor.
2. ein knapp 400 Seiten starkes Werk in der Größe eines Bildbandes mit Illustrationen von "Herr der Ringe"-Illustator Alan Lee.
3. von Doug Adams verfasst - dem Musikwissenschaftler, der Howard Shore sage und schreibe vier Jahre lang bei der Verfassung des "Herr der Ringe"-Soundtracks begleitet hat und deshalb genau weiß, wovon er hier schreibt.

Nach einer Einleitung von Howard Shore und einem kurzen Vorwort von "Herr der Ringe"-Produzentin Fran Welsh folgt eine Auswahl aus den 90 (!) Themen, die Howard Shore für diesen Soundtrack verfasst hat. Die wichtigsten und eingängigsten sind hier aufgelistet, mit genauer Beschreibung von Doug Adams, wann sie das erste Mal auftauchen, wie sie sich über den Verlauf der drei Filme verändern und mit welchen anderen Themen sie noch interagieren. Auch ein kleines Exzerpt vom jeweiligen Notenblatt ist bei jeder Themenbeschreibung mit dabei (eingeteilt nach Ring-, Hobbit-, Elben-, Zwerge-, Menschen-, Mittelerde-, Mordor-, Isengard-, Monster-, Ent- und Gefährten-Themen).
Das Vertraut-machen mit diesen einzelnen Themen ist im Übrigen sehr wichtig um den nächsten Teil des Buches zu verstehen: Hier geht Doug Adams Lied für Lied die Gesamtaufnahmen der drei Filme durch und beschreibt bei jedem Stück genau welche Themen verwendet worden sind und inwiefern diese die Geschichte weitergetragen haben. Dieser Teil des Buches ist immer wieder durchsetzt von einigen Filmfotos, was dem Leser - zusammen mit den Noten, den Zitaten und den Liedtexten in Sindarin, Quenya, Altenglisch etc. - das Gefühl vermittelt, die jeweilige Filmsequenz direkt vor dem inneren Auge ablaufen zu haben.
Nach dem Ende des dritten Teils folgen im Buch noch die Beschreibung der einzelnen Aufnahmesitzungen mit Howard Shore in Neuseeland und England, ebenso wie eine genaue Auflistung der für die einzelnen Themen verwendeten Instrumente und Kurzbiographien der jeweiligen Solisten.
Der letzte kurze Teil des Buches dreht sich dann schlussendlich um die beigelegte CD mit bislang unveröffentlichten Demo-Aufnahmen, ersten Probeaufnahmen, die Howard Shore mit einem Synthesizer aufgenommen hat und einige Themen, die es einfach nicht in den finalen knapp 11-stündigen Soundtrack geschafft haben - mit dabei ein bislang unbekanntes Moria-Thema, ein sehr ungewöhnliches Gondor-Thema, "Frodo's Song" (der gemeinsam mit "Use well the days" und "Into the west" für das Abschlusslied der Trilogie zur Auswahl stand) und ein 10-minütiges Interview von Howard Shore mit Doug Adams.

Ich empfehle dem Leser, sich vor der Lektüre von "The Music of the Lord of the Rings Films" mit den Gesamtaufnahmen des "Herr der Ringe"-Soundtracks vertraut zu machen, da man ansonsten an einigen Stellen dieses Buches verloren sein wird. Ansonsten kann ich nur sagen, dass das Buch jeden Cent wert ist und dass ich es niemals bereuen werde, dass ich es mir gekauft habe!

The Music of the Lord of the Rings Films - Doug Adams
The Music of the Lord of the Rings Films
von Doug Adams
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
57,99

3. Band der Dancing Jax - Reihe

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 14.07.2014

Im Abschlussband der Dancing Jax-Reihe "Fighting Pax" (Pax = lat. Frieden) geht es Schlag auf Schlag mit der Horrorgeschichte um das Buch 'Dancing Jax' weiter. Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden ("Dancing Jax"/"Auftakt" und "Freax und Rejex"/"Zwischenspiel") werden hier die Ereignisse einiger weniger Tage geschildert in denen es zum finalen Showdown kommt.

Diejenigen, die dem Buch, das alle in seinen Bann gezogen hat, noch widerstehen können, müssen von einem Ende der Welt zum anderen fliehen und landen schließlich wieder dort, wo alles angefangen hat: in England - wo die Personifikation von Austerly Fellows am 24. Dezember einen Plan entfaltet, der droht, die gesamte Menschheit in den Abgrund zu reißen.

Die "Dancing Jax"-Reihe unterscheidet sich schon alleine deshalb von anderen sich derzeit im Umlauf befindlichen Dystopie-Reihen, weil die Welt zu Anfang des ersten Buches noch ebenjene ist, die wir heute alle kenne und weil sich die Protagonisten auch noch jederzeit an diese Welt erinnern können. Ein weiterer signifikanter Unterschied sind auch noch die teilweise sehr heftigen Horrorszenen, die in den Büchern beschrieben werden.
Auch wenn hiermit Band 3 "Fighting Pax" genauso wie seine Vorgänger aus dem heutigen Jugendbuchangebot heraussticht, muss ich doch sagen, dass mir der erste und der zweite Teil besser gefallen haben. Robin Jarvis hat im dritten Teil leider nicht mehr sehr viel Zeit für die Charakterentwicklung der jeweiligen Figuren gefunden - etwas, das in den vorangegangenen Bänden immer wieder der Antrieb der Geschichte war. Es ist klar, dass dieses Storyelement im finalen Showdown zurückstecken musste um dem bisher teuflischsten Plan von Austerly Fellows Platz zu machen, aber es hat mir sehr gefehlt.
Außerdem war mir die ganze Handlung des letzten Bandes - wieder verglichen mit den vorherigen - etwas zu bombastisch.
Aber davon abgesehen hat Robin Jarvis wieder ein Buch geschrieben, dass ich aufgrund des Sucht-Faktors innerhalb weniger Tage verschlungen habe.

Eine Horror-Satire über unsere heutige Zivilisation, die einen weiten Bogen spannt: angefangen bei der Faszination, die ein Buch ausüben kann, bis zur bedrohlichen Vision (?) was Smartphones, Tablets, Selfies etc. mit unserer Gesellschaft heute anrichten könnten.

Fighting Pax - Robin Jarvis
Fighting Pax
von Robin Jarvis
(1)
Buch (Taschenbuch)
11,99

Gesamtaufnahme live

Lisa Tritscher aus der Thalia-Buchhandlung in Wien , am 15.06.2014

Eine Geschichte über die Moral des Menschen, seine Wertigkeit und die Grenzen der Menschlichkeit als Musical inszeniert?
Kann es "Der Besuch der alten Dame" in diesem Metier schaffen auf seinem ursprünglichen Niveau zu bleiben?
Teilweise ja, sage ich.

VBW-Intendant Christian Struppeck (Buch) hat es in den für das inhaltliche Fortschreiten des Stückes relevanten Szenen geschafft, Dürrenmatts Klassiker für die Showbühne umzuschreiben - wobei ihm hier nur zweimal (meiner Meinung nach) die Hand ins absolut bodenlose und in keiner Weise an Dürrenmatt erinnernde Showbiz abgeglitten ist. Dazu komme ich später noch - aber wenn man diese misslungenen Szenen außer Acht lässt, dann kann man trotz der "Überdramatisierung" des ohnehin schon dramatischen Stoffs ein Auge bei dieser Musicalgeschichte nach Literaturvorlage zudrücken und sagen, dass er sich relativ gut daran gehalten hat.
Moritz Schneider und Michael Reed (Musik) haben mit ihrem Sound für die alte Dame sicherlich nichts gänzlich Neues bzw. bis dato Ungehörtes erschaffen - dafür sind bei einigen Liedern zu viele Einflüsse von Andrew Lloyd Webber und Jim Steinmann herauszuhören. Aber sie haben es geschafft, die wichtigsten Themen dieses schwierigen Stücks musikalisch zu transportieren, wobei hier vor allem die Duette der beiden Protagonisten hervorstechen.
Hierzu zählen "Weißt du noch?", "Sturm der Liebe" und "Liebe endet nie".

Die Beziehung zwischen Claire Zachanassian und Alfred Ill wird auch auf der Bühne sehr kreativ aufbereitet - mit jeweils einer jungen Claire (Lisa Habermann) und einem jungen Alfred (Riccardo Grecco), die ihrem gealterten Selbst (Pia Douwes und Uwe Kröger) gegenübertreten.
Diese Idee, die Vergangenheit auf diese Weise aufzurollen, bzw. die vergangenen und gegenwärtigen Gefühle der Hauptpersonen so darzustellen, gibt dem hier vorhandenen Kontrast eine unerwartete Schärfe, die vor allem in der finalen Szene zu tragen kommt und dabei gerade durch ihr überraschendes Auftreten umso tiefer ins Herz einschneiden kann.
Über die dabei transportierte Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Pia Douwes ("Gerechtigkeit", "Die Welt gehört mir") und Uwe Kröger ("Ich hab die Angst besiegt") möchte ich hier gar nicht allzu viele Worte verlieren, sondern einfach sagen, dass es immer wieder eine Freude ist, mitanzusehen, in wie vielen verschiedenen Rollen diese beiden sowohl stimmlich als auch schauspielerisch unglaublich miteinander interagieren.
Diesen beiden zur Seite gestellt sind noch weitere Musicalstars wie z.B. Ethan Freeman als Lehrer ("Das Böse wird siegen") und Norbert Lamla als Polizist ("Freunde fürs Leben"), die wieder einmal von einem exzellenten VBW-Ensemble + Orchester unterstützt werden.

Ein kleiner Tipp an alle Käufer dieser CD:
Bitte überspringen Sie das "Trio Infernale"! - außer Sie möchten komplett aus dem Drama um den "Besuch der alten Dame" herausgerissen werden und sich Witzeleien anhören, die schon nächstes Jahr nicht mehr lustig sein werden.

Bis auf diesen Fauxpas und einige überbordend schrille und sehr unpassende Kostümwahlen, die meiner Meinung nach in einem Dramamusical absolut nichts verloren haben, ist "Der Besuch der alten Dame" sehr hörens- und sehenswert!
Ich hoffe sehr, dies ist bzw. war nicht der letzte Besuch von Fr. Zachanassian in den Theatern Wiens!

Der Besuch der alten Dame-Gesamtaufnahme Live
Der Besuch der alten Dame-Gesamtaufnahme Live
von Original Cast Wien
(1)
Musik (CD)
22,99