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Du hättest gehen sollen

Erzählung

Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann - ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet - schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes - eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht. Daniel Kehlmanns phantastische Erzählung ist im doppelten Wortsinn unheimlich, die Spirale in den Abgrund entwickelt einen starken Sog – umso mehr, als dem Schrecken etwas zur Seite gestellt wird: die wechselnden Stimmungen in der Familie, das Nebeneinander von Liebe und Gereiztheit, die Sorge um das Kind. «Das Geheimnis ist, dass man sich ja doch liebt.» Ist es so? Allmählich verschwimmen die Konturen, und der Boden beginnt zu wanken.
Portrait

Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet, zuletzt wurden ihm der Frank-Schirrmacher-Preis, der Schubart-Literaturpreis und der Anton-Wildgans-Preis verliehen. Sein Roman "Die Vermessung der Welt" ist zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit geworden, und auch sein Roman "Tyll" stand monatelang auf der Bestsellerliste und findet begeisterte Leser im In- und Ausland. Daniel Kehlmann lebt zurzeit in Berlin und New York.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 96
Erscheinungsdatum 21.10.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03573-0
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 19,5/11,8/1,5 cm
Gewicht 170 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 32625
Buch (gebundene Ausgabe)
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15,50
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

Urlaub in den Bergen

Pia Lemberger, Thalia-Buchhandlung Wien

Daniel Kehlmann versucht sich gerne an verschiedenen Genres. Es ist schwierig "Du hättest gehen sollen" überhaupt einem Genre zuzuordnen. Man könnte es unter Thriller genauso gut einordnen wie unter Fantasy, aber eigentlich lässt sich das Buch trotzdem ganz gut in einem Satz beschreiben: "Du hättest gehen sollen" könnte problemlos die Vorlage für eine Akte-X-Folge sein. Ein wenig mystisch, ein bisschen gruselig aber insgesamt einfach sehr vage. Irgendwie passend, dass der Protagonist Drehbuchautor ist. Ich habe ein großes Faible für Romane, die in den Bergen spielen und ich mag Krimis. "Ein einsam gelegenes Ferienhaus in den Bergen. Aber etwas stimmt nicht." hat mich sofort angesprochen. Nach dem Lesen bleibt zusammenfassend folgendes zu sagen: unbefriedigend, aber trotzdem ach so meisterhaft! Mit nur 90 Seiten die perfekte Lektüre für alle, die wenig Zeit zum Lesen haben und trotzdem nicht auf gute Literatur verzichten wollen.

Heimsuchung

Christa Felser, Thalia-Buchhandlung Wien

In dem Haus spukt es. Oder doch nicht? Ein Paar mit Kind mietet sich im Winter in einem einsamen Ferienhaus in den Bergen ein. Doch niemand in der Familie findet hier die geplante Ruhe. In der Ehe gibt es Spannungen und in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Oder passiert das alles nur in der Fantasie? In Daniel Kehlmanns phantastischer Erzählung gerät ins Wanken, was bislang verlässlich erschien.

Kundenbewertungen

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"Ich muss es aufschreiben, um nicht verrückt zu werden."
von einer Kundin/einem Kunden am 18.08.2018

Es beginnt mit einem Drehbuchautoren, der mit seiner Familie in die Berge fährt, um die Inspiration für den zweiten Teil seines bisher erfolgreichsten Drehbuchs zu finden und endet mit der Horrorvorstellung, im Kunstwerk "House of Stairs" von M.C. Escher verzweifelt den Anfang oder eher den Ausweg zu finden. Eine merkwürdige, ve... Es beginnt mit einem Drehbuchautoren, der mit seiner Familie in die Berge fährt, um die Inspiration für den zweiten Teil seines bisher erfolgreichsten Drehbuchs zu finden und endet mit der Horrorvorstellung, im Kunstwerk "House of Stairs" von M.C. Escher verzweifelt den Anfang oder eher den Ausweg zu finden. Eine merkwürdige, verwirrende und vielschichtige Geschichte, bei der am Ende jeder Leser für sich entscheiden muss, was passiert ist in diesem Haus am Ende einer Serpentinenstrasse.

Unheimlich, spannend und sprachintensiv
von Circlestones Books Blog am 14.01.2018

„Schnell, sagte sie. Schnell, geht weg.“ (Zitat Seite 32) Es ist der zweite Dezember und die junge Familie freut sich auf ein paar ruhige Urlaubstage in dem gemieteten Haus in den Bergen. Der Mann, Drehbuchautor, schreibt unter Termindruck an einem neuen Drehbuch. Seien Frau Susanna ist Schauspielerin und die gemeinsame Tocht... „Schnell, sagte sie. Schnell, geht weg.“ (Zitat Seite 32) Es ist der zweite Dezember und die junge Familie freut sich auf ein paar ruhige Urlaubstage in dem gemieteten Haus in den Bergen. Der Mann, Drehbuchautor, schreibt unter Termindruck an einem neuen Drehbuch. Seien Frau Susanna ist Schauspielerin und die gemeinsame Tochtr Esther ist gerade vier Jahre alt geworden. In der Abgeschiedenheit zeigen sich deutlich die Spannungen zwischen dem Ehepaar, immer wieder führen Dialoge zum Streit. Gleichzeitig scheint sich jedoch für den Autor immer wieder die Gegenwart unerklärlich in andere Dimmensionen zu verschieben. Im Dorf warnt man ihn: Geht weg! und auch Susanna und Esther wollen den Urlaub abbrechen. Sie packen … Erzähler dieser Geschichte ist der Drehbuchautor, die Ich-Form wechselt nur dort, wo er über seine Drehbuchfiguren Jana, Ella und Martin schreibt. Die Geschehnisse entwickeln sich um den kleinen Personenkreis der Familie. Hauptprotagonist ist jedoch der erzählende Drehbuchautor, man hofft mit ihm, dass dieser Urlaub, seine Ehe und auch sein Drehbuch ein positives Ende nehmen. Daniel Kehlmann kommt mit nicht mal 100 Seiten und fünf Tagen aus, um eine phantastische Schauergeschichte von packender Dichte zu entwickeln. Vorrangig geht es zu Beginn um die bekannten Fragen vieler Paare, warum man kaum bemerkt hat, wie der Alltag immer mehr Risse in die Beziehung gebracht hat. Doch bald erfährt man, dass es wohl größere Probleme gibt, denn seine Wahrnehmungen des Hauses und später auch der Umgebung verändern sich, überlagern sich und was sich anfangs mit Träumen und Sinnestäuschungen erklären lässt, entzieht sich langsam jeder Logik. Irgendwie ist alles einerseits überdeutlich, andererseits vage – auch manche der niedergeschriebenen Gedanken verschwinden irgendwie, indem die Sätze in der Mitte einfach aufhören. Kehlmann spielt mit Elementen aus der Mystik und dem absolut Unerklärbaren. Er braucht keine Todesfälle, um diese verhältnismäßig kurze Erzählung spannend und unangenehm bedrohlich zu gestalten. Schnell zu lesen, klingt diese Geschichte noch lange in den Gedanken des Lesers nach.

Nichts ist so wie es scheint
von einer Kundin/einem Kunden am 23.05.2017

Diese kleine feine phantastische Erzählung lotet wirklich alles aus. Zweifel, Liebe, Ängste, unheimliches und gruseliges gleichermaßen. Die dabei erzeugten Bilder lassen einen sobald nicht mehr los. Beinahe "Kafkaesk" entwickelt diese Novelle beim Lesen einen großen Sog. Lassen Sie sich auf Kehlmann ein, es lohnt sich.