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Der Tod des Bunny Munro

Roman

Seit Nick Cave Wim Wenders »Stadt der Engel« mit seiner Band aufmischte, ist der australische Songwriter und Chefrocker aus der deutschen Kultlandschaft nicht mehr wegzudenken: in den Achtzigern lebte er in Berlin, mit Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten gründete er The Bad Seed. Vom ekstatischen Lärm-Blues entwickelte er sich zum Kopf der Mörderballade, die in getragenen Rhythmen die Nachtseite des Rock’n’Roll zelebriert. Nach einem Duett mit Kylie Minogue (Where the Wild Roses Grow) und einer Liason mit PJ Harvey hat er hat während der Sonnenfinsternis (11.8.99) zum zweiten Mal geheiratet, und hat drei Kinder, falls jemand nach dem Zusammenhang mit dem Roman fragt. Er nahm ein Duett mit Johnny Cash auf (der auch seinen Song The Mercy Seat coverte – was Besseres kann einem passieren?), die letzten Platten geben dem Rock’n’Roll wieder einen Schuss Punk dazu.
Portrait
Nick Cave, 1957 in Warracknabeal (Australien geboren), ist seit dreißig Jahren Musiker, u. a. Leadsänger der Bad Seeds. Seine Duette mit Kylie Minogue und P J Harvey waren Welthits. Mit Warren Ellis arbeitete er am Soundtrack zur Verfilmung von Cormac McCarthys »Die Straße«, er schrieb das Drehbuch zu »The Proposition« und veröffentlichte 1989 seinen ersten Roman: »Und die Eselin sah den Engel«. Er lebt in Brighton.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 310
Erscheinungsdatum 08.06.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-18555-9
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,3/12,5/2,3 cm
Gewicht 241 g
Originaltitel The Death of Bunny Munro
Auflage 2
Übersetzer Stefanie Jacobs
Verkaufsrang 41344
Buch (Taschenbuch)
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10,30
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

HENRY MILLER LÄSST GRÜSSEN

Walter Fürhacker, Thalia-Buchhandlung Salzburg / Europark

Wir sind jetzt "on the road" schmettert Bunny Munro, ein unersättlicher Lüstling und Vertreter für Schönheitsartikel, seinem neunjährigen Sohn eines Tages ins Gesicht, als die Beiden ins Ungewisse aufbrechen, um den tragischen Tod Bunnys Ehefrau und Bunny juniors Mutter zu überwinden. Sie brechen gemeinsam auf, um das Grauen hinter sich zu lassen, ihr Road-Trip führt sie jedoch in noch schwärzere und tiefere menschliche Abgründe, die den Leser in Lust- und Schmerztäler führen, aus denen es schliesslich nur ein Entkommen gibt: Den Tod des Bunny Munro. Nick Cave erzählt in zum Teil holprig-wilden auch humorigen Wortbildern eine rasante Vater-Sohn-Geschichte, die dem Leser in manchmal rührigen Szenen, dann wieder tiefschwarzen, blutgetränkten und hemmungslosen Katastrophen, die Grenzen des Menschlichen aufzeigt. Das Buch endet, Nick Cave zum Dank, in einem dunklen, schwarzen Todestraum. Was bleibt, ist ein leichter Hauch der häufig erwähnten Zigarettenmarke "Lambert and Butler" und die traurig-schöne Gewissheit, dass Nick Cave uns eine sexgeschwängerte und bittersaure Alkoholdunstglocke überstülpt, die einen nichts anderes, als vielleicht das wahre Leben einatmen lässt. Henry Miller lässt grüßen.

Bunny

Fabian Rabl, Thalia-Buchhandlung

Bunny Munro sieht gut aus, ist unheimlich cool und hat eine elektrisierende Wirkung auf Frauen. Sein Job als Haustürvertreter für Kosmetikartikel bringt ihm jede Menge Gelegenheit reihenweise frustrierte Frauen flachzulegen. Auch hat man das Gefühl, er hat nichts anderes im Sinn. Selbst als seine Frau sich aus Schmach über sein Verhalten das Leben nimmt, denkt er noch daran, wie toll doch der Sex mit Ihr war... Er hat auch einen Sohn, Bunny Junior; dieser versucht dem Geist seiner Mutter zu glauben, dass alles gut wird. Währenddessen entgleitet Bunny Munro zusehends das Leben.. Blixa Bargeld findet genau den richtigen Tonfall für dieses Roadmovie, zwischen Coolness, Irrsinn und distanzierter Ironie. Unterhaltsam bis tragisch, ironisch rührend bis niederträchtig von der ersten bis zur letzten Minute...

Kundenbewertungen

Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
9
11
3
1
0

Morbid und Großartig
von einer Kundin/einem Kunden am 11.02.2020

Nach "Und die Eselin sah den Engel" ist dies der zweite Roman von Nick Cave den ich gelesen habe. Genauso böse und genauso schräg! Für Nick Cave-Fans ein Muss!

Spinning Around
von einer Kundin/einem Kunden am 09.09.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nick Cave, Mr. Red Right Hand, war mir eher bekannt durch seine Band Nick Cave & The Bad Seeds. Doch als mir dieses Buch zwischen die Finger gekommen ist, konnte ich nicht anders als es mir zu kaufen - denn ich wollte wissen wie er schreibt. Bunny Munro ist ein sexsüchtiger Taugenichts. Er liebt seine Frau, vögelt sich aber d... Nick Cave, Mr. Red Right Hand, war mir eher bekannt durch seine Band Nick Cave & The Bad Seeds. Doch als mir dieses Buch zwischen die Finger gekommen ist, konnte ich nicht anders als es mir zu kaufen - denn ich wollte wissen wie er schreibt. Bunny Munro ist ein sexsüchtiger Taugenichts. Er liebt seine Frau, vögelt sich aber dennoch durch halb Australien. Bis sich eines Tages seine Frau umbringt und ihn mit seinem Sohn alleine lässt. Damit kann Bunny nichts anfangen... So rasant der Plot ist, so rasant ist auch der Schreibstil. Wie eine Mischung aus Trainspotting und Fear and Loathing in Las Vegas, wie eine Kreuzung aus Mark Renton und Raoul Duke stolpert der Protagonist von einem Fettnäpfchen ins nächste und mit jedem Unglück hat man mehr Mitleid mit dem armen Nichtsnutz, der im Prinzip nur noch auf seinen Tod wartet. Doch trotz einer sehr schwammigen Handlung lässt dieses Buch einen nicht in Ruhe. Nach jedem Kapitel drängt es einen zu erfahren, ob Bunny doch noch das Ruder herumreißen kann. Besonders interessant jedoch ist Nick Caves fast schon exzessive Faszination zu Kylie Minogues Hinterteil. Doch er hat sich immerhin in einer Widmung entschuldigt.

Munros Werk (Nick Cave) und Teufels Beitrag (Blixa Bargeld)
von einer Kundin/einem Kunden aus Neuss am 10.08.2013
Bewertet: Hörbuch (CD)

Und Blixa intonierte: Bunny Munro, Handelsvertreter für Kosmetik, unverwüstlicher Chauvi, haltloser Trinker und libidogesteuerter Frauenheld würde sicherlich weder von Alice Schwarzer (obwohl Nick Cave und Frau Schwarzer bestimmt interessante Diskussionspartner wären) noch von anderen distinguierten, wohlerzogenen und wertkon... Und Blixa intonierte: Bunny Munro, Handelsvertreter für Kosmetik, unverwüstlicher Chauvi, haltloser Trinker und libidogesteuerter Frauenheld würde sicherlich weder von Alice Schwarzer (obwohl Nick Cave und Frau Schwarzer bestimmt interessante Diskussionspartner wären) noch von anderen distinguierten, wohlerzogenen und wertkonservativen Frauen zum Kaffee eingeladen. Und das nicht, weil sie ihre Kosmetik andernorts einkaufen…(Wer weiß, was dann passierte?!) Offensichtlich treibt er seine Frau durch seinen Lebenswandel erst in die Depression und dann in den Selbstmord. Weder mit seiner Ehefrau noch mit seinem Sohn konnte er je wirklich etwas anfangen und ist erst nach ihrem Tod gezwungen, sich mit beiden auseinanderzusetzen. Er tut dieses auf seine Weise. Aber das möge der Roman selbst erzählen… Nick Caves Art und Weise, Geschichten zu erzählen, ähnelt sehr dem Universum seiner Musik: schroff, abweisend, von Brüchen durchzogen, widersprüchlich und bestimmt nicht zart besaitet, - andererseits extrem lyrisch, philosophisch, und voller Wärme. Man muss seinen Rhythmus, die Zerrissenheit und Kadenzen seiner Lieder verstehen, um von der Gedanken- und Gefühlswelt Bunny Munros nicht abgestoßen zu werden. Dann erkennt man sehr schnell, wie sehr er doch Schaf (oder Häschen) im Wolfspelz ist. Bunny Munro ist, wie er ist. Und das erzählt Nick Cave mit einer unvergleichlichen sprachlichen Authentizität und fast biblischem Pathos. Cave ist Exzentriker. Durch und durch. In seiner Musik, seinen Texten und in seinen Romanen. Das Panoptikum der Literatur ist Gott sei Dank groß. Und Blixa Bargelds Intonation ist ähnlich exzentrisch. Mit der Stimme begleitet er Cave genau so harmonisch/disharmonisch, wie dessen Musik mit der Gitarre...Zwei, die sich kennen!