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Das Genie

Roman

(25)
Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als »Wunderjunge von Harvard« gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Er weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten – mit aller Konsequenz.
Portrait
Klaus Cäsar Zehrer, geboren 1969 in Schwabach, ist promovierter Kulturwissenschaftler und lebt als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer in Berlin. Er veröffentlichte u.a. zusammen mit Robert Gernhardt die Anthologie ›Hell und Schnell‹, das Standardwerk der deutschsprachigen komischen Lyrik. ›Das Genie‹ ist sein erster Roman.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 656
Erscheinungsdatum 23.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-06998-3
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 18,8/12,1/3,5 cm
Gewicht 496 g
Auflage 6
Buch (gebundene Ausgabe)
25,70
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Faszinierend und eindrucksvoll
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 20.07.2018

William James Sidis war ein US-amerikanisches ?Genie? mit geschätztem IQ von 250, das mit 18 Monaten Zeitung lesen konnte, mit fünf Jahren acht Sprachen (darunter eine selbst erfundene) sprach und mit elf Jahren der jüngste Harvard-Student aller Zeiten war. Er wurde am 1. April 1898 in New York City... William James Sidis war ein US-amerikanisches ?Genie? mit geschätztem IQ von 250, das mit 18 Monaten Zeitung lesen konnte, mit fünf Jahren acht Sprachen (darunter eine selbst erfundene) sprach und mit elf Jahren der jüngste Harvard-Student aller Zeiten war. Er wurde am 1. April 1898 in New York City geboren und verstarb mit 46 Jahren am 17. Juli 1944 in Boston, Massachusetts. In seinem Debütroman ?Das Genie? erzählt Klaus Cäsar Zehrer die ebenso faszinierende, wie nachdenklich machende Geschichte dieses ?Wunderkindes?. Der Roman beginnt mit dessen Vater Boris Sidis, der aus dem russischen Kaiserreich 1887 nach Amerika emigriert und dort Dank seiner Wissbegierde und Intelligenz ein völlig neues Leben beginnt, indem er sich anhand von Büchern vieles erarbeitet und schließlich auch zu akademischen Titeln gelangt. ?Für einen intelligenten Menschen ist Wissen wie ein zahmer Vogel. Er muss nur seine Sinne öffnen wie ein Fenster, dann fliegt es ihm zu, frei und leicht, und bleibt für immer.? (S. 62) Schließlich ist er als bekannter Psychologe davon besessen, ?die Menschheit von ihrer schlimmsten Seuche zu befreien, der Dummheit, und somit zugleich vom verrohten Sohn der Dummheit, dem Krieg.? Er glaubt den universalen Impfstoff gegen die Dummheit in einer Erziehungsmethode entdeckt zu haben und probiert diese von Geburt an bei seinem Sohn William James aus, der sich schnell zu einem hochbegabten Kind entwickelt. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William älter wird bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Er weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Ver­fügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstel­lungen zu gestalten ? mit aller Konsequenz. Während ich zu Beginn des Romans noch Bewunderung für die Hartnäckigkeit und den unerschütterlichen Lernwillen des Boris Sidis und seiner späteren Frau empfinden konnte, schlug dies um, als sie ihre Erziehungsmethode an dem eigenen Kind ausprobieren. Schnell erkennt man beim Lesen, welche entscheidende Zutat der Sidis-Methode fehlt, die den Verstand über alles stellt. Man erlebt ein unglaublich kluges, aber auch sehr schrulliges und enorm einsames Kind, das einzig und allein ein Produkt seiner Eltern ist und trotz Intelligenz dem Leben nicht so recht gewachsen ist. So sehr das Wunderkind in den ersten Jahren zumindest in der Denkleistung brilliert, so sehr betrübt es erkennen zu müssen, dass der Junge dies mit einer nie gelebten Kindheit bezahlen muss und von den Eltern schließlich sogar beschuldigt wird, für das Scheitern der Sidis-Erziehungsmethode allein verantwortlich zu sein. Man mag sich eigentlich lieber keine Gedanken darüber machen, was geschehen wäre, wenn das Ergebnis ein anderes gewesen wäre und Boris Sidis mit seiner Theorie, dass alle Säuglinge ab der Geburt die gleichen geistigen Startbedingungen haben, recht gehabt hätte. Wäre die Welt wirklich besser geworden, wenn sich die Sidis-Methode flächendeckend durchgesetzt hätte und die Universitäten voll mit Zehnjährigen wären? Im Sinne der Kinder wäre dies eher nicht wünschenswert, wenn man den Werdegang von William James Sidis verfolgt, dessen Probleme in diesem Roman gut nachvollziehbar dargestellt werden. ?Dabei war Billy durchaus nicht der Lehrerliebling, für den seine Mitschüler ihn hielten. Im Gegenteil, den meisten Lehrern war er suspekt. Seine Auffassungsgabe war ihnen nicht geheuer, seine Selbstgewissheit unsympathisch, seine Altklugheit lästig. Sie unterrichteten in der ständigen Furcht, durch seine Verbesserungen vor der ganzen Klasse blamiert zu werden, und sie spürten, wie in seiner Anwesenheit ihre Autorität schwand, ohne dass sie genau sagen konnten, ob daran seine Kommentare schuld waren oder ihre Angst vor ihnen.? (S. 261/262) Fast wünscht man sich, dass dieser Roman keinen realen Hintergrund hätte und auch wenn er in längst vergangenen Zeiten spielt, findet er doch auch genug Berührungspunkte mit der heutigen Zeit und immer aktuellen Themen. Insgesamt ein faszinierendes Buch, das viel Stoff zum Nachdenken bietet und das ich kaum noch aus der Hand legen mochte ? für mich ein echtes Lesehighlight, das ich sehr empfehlen kann.

von einer Kundin/einem Kunden am 13.04.2018
Bewertet: anderes Format

Lassen Sie sich von der wahren Lebensgeschichte des Wunderjungen von Harvard mitreißen. Ein absolutes Lesehighlight!

von einer Kundin/einem Kunden am 25.02.2018
Bewertet: anderes Format

Ein äußerst beeindruckendes literarisches Werk! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Sowohl Schreibstil als auch Handlung haben mich völlig gebannt und erschüttert.