Wer die Nachtigall stört ...

(36)
Dies ist die Neuausgabe eines modernen Klassikers der Weltliteratur: ein packender Roman über Unrecht und Gerechtigkeit, über Rassismus und Fremdheit und ein flammendes Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen. 1960 in den USA publiziert, wurde 'Wer die Nachtigall stört…' schnell ein Welterfolg und eroberte die Herzen von Generationen von Lesern im Sturm. Er liegt nun in einer vollständig von Nikolaus Stingl überarbeiteten und mit einem Nachwort von Felicitas von Lovenberg versehenen Übersetzung vor.
Harper Lee beschwört darin den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit tief im Süden der Vereinigten Staaten in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Geschwister Scout und Jem Finch wachsen in einer äußerlich idyllischen Welt heran, erzogen von ihrem Vater Atticus, einem menschenfreundlichen Anwalt. Auf den weiten Rasenflächen des fiktiven Örtchens Maycomb, Alabama, auf denen weiße Villen und tropische Bäume stehen, erfahren sie die Freuden und Geheimnisse des Heranwachsens. Doch durch die alte Gesellschaft des Südens ziehen sich tiefe Risse: zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Arm und Reich. Als Scouts Vater, der Anwalt, die Verteidigung eines schwarzen Landarbeiters übernimmt, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat, erfährt die Achtjährige staunend, dass die Welt viel komplizierter ist, als sie angenommen hat. Tapfer versucht sie, die demokratischen Gerechtigkeitsideale ihres Vaters gegen alle Anfechtungen hochzuhalten, und gerät selbst in Gefahr …
Menschliche Güte und stiller Humor, aber auch ein scharfer Blick auf die Welt durch Kinderaugen zeichnen diesen Roman aus, und vor allem: eine zeitlose, unverminderte Aktualität.
Aktuell war er auch schon zur Zeit seiner Entstehung. Er spielt zwar in den dreißiger Jahren, aber erschien 1960 mitten hinein in die Rassenunruhen im amerikanischen Süden, die infolge des Montgomery Bus Boycotts 1957 ausgebrochen waren. Eine Schwarze hatte sich auf einen Weißen vorbehaltenen Sitz gesetzt und sich geweigert, wieder aufzustehen. Sie wurde festgenommen, und ein Aufstand brach los. Diese Episode markiert den Beginn der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, in deren Verlauf die afroamerikanische Bevölkerung mit der National Association for the Advancement of Coloured People (NAACP), aus der später so bekannte Vertreter wie Martin Luther King und Malcolm X hervorgingen, zum ersten Mal eine ernstzunehmende eigene politische Interessenvertretung bekam. In den zehn folgenden Jahren wurde sozusagen der amerikanische Bürgerkrieg endgültig zugunsten des Nordens und der Gleichheit aller US-Amerikaner entschieden. Man kann mit Fug und Recht sagen, dieses Buch habe hinter den Kulissen, auf eine Weise, wie Bücher es im Glücksfall können, einiges dazu beigetragen. Ohne es wäre, zugespitzt formuliert, ein farbiger Präsident Obama heute nicht möglich. Es öffnete vielen Lesern in den USA die Augen über die Rassenungerechtigkeit und wurde schnell ikonisch, auch anderswo auf der Welt feierte es riesige Erfolge, wie auch der nach ihm gedrehte Film (1962) mit Gregory Peck in der Hauptrolle des weißen Anwalts, der drei Oscars einheimste.
In Deutschland war es ebenfalls ein wichtiges Buch, weil die schuldbeladene, nach demokratischen Vorbildern lechzende Kriegs- und Nachkriegsgeneration es als Allegorie auf ihre eigene Situation lesen und darin die Verheißung einer wahrhaft ideologiefreien, nur dem Recht verpflichteten Gesellschaft finden konnte. Es gehört laut einer Umfrage zu den zehn meistgelesenen und bekanntesten Büchern in Deutschland; auch wer es nicht kennt, weiß oft mit dem Titel etwas anzufangen, der sich ins kollektive Bewusstsein gebrannt hat. In Zeiten von Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit liest es sich unvermindert modern und als ein Buch am Puls der Zeit. Es ist eben kein tagesaktueller Text, sondern eine zeitlose politische Allegorie und zugleich, wie der ihm ebenbürtige 'Tom Sawyer', eine Geschichte vom Verlust der Kindheit und von den bitteren Erkenntnissen im Prozess des Erwachsenwerdens, und es ist ein Fanal für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Vor allem aber ist es ein großes Lesevergnügen von einer Sorte, die heute leider nicht mehr hergestellt wird.
Portrait
Harper Lee, geboren 1926 in Monroeville, studierte Jura an der University of Alabama, zog nach New York und begann zu schreiben. Sie war befreundet mit Truman Capote, der ihr Kindheitsfreund war und dem sie bei den Recherchen für 'Kaltblütig' half. Nach dem Welterfolg ihres in 40 Sprachen übersetzten Romans 'Wer die Nachtigall stört…', für den sie 1961 den Pulitzerpreis erhielt, zog sie sich aus dem literarischen Leben und weitgehend auch aus der Öffentlichkeit zurück. 2015 wurde eine frühe Manuskriptfassung von 'Wer die Nachtigall stört …' gefunden und publiziert, die 50 Jahre lang als verschollen galt. Harper Lee starb 2016 in ihrer Heimatstadt Monroeville in Alabama.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 464
Erscheinungsdatum 10.07.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03808-3
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 20,2/12,6/4 cm
Gewicht 474 g
Originaltitel To Kill a Mockingbird
Auflage 7. Neuausg.
Übersetzer Claire Malignon
Buch (gebundene Ausgabe)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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„Eine verklärte Kindheit in den Südstaaten“

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

Im kleinen Südstaatenstädtchen Maycomb wachsen die Geschwister Scout und Jem auf. Charles Baker Harris, von allen nur Dill genannt, ist ihr bester Freund. Sie verbringen ihre Zeit in relativer Freiheit und in der Natur. Die Idylle der Kleinstadt endet, als der Vater von den Geschwistern, Atticus Finch der Abgeordneter und Anwalt ist, Im kleinen Südstaatenstädtchen Maycomb wachsen die Geschwister Scout und Jem auf. Charles Baker Harris, von allen nur Dill genannt, ist ihr bester Freund. Sie verbringen ihre Zeit in relativer Freiheit und in der Natur. Die Idylle der Kleinstadt endet, als der Vater von den Geschwistern, Atticus Finch der Abgeordneter und Anwalt ist, einen heiklen Fall übernimmt: Ein junger schwarzer Mann, soll angeblich eine weiße Frau angegriffen haben. Im rassistisch geprägten Süden der USA beginnt eine beispiellose Vorverurteilung und Hetze. Mittendrin die Familie Finch.

Der Rowohlt Verlag hat - Wer die Nachtigall stört - in einer überarbeiteten und neuen Übersetzung herausgebracht. Zeitgleich ist er mit dem Überraschungsroman im DVA Verlag - Geh hin und stell einen Wächter - aus der Feder derselben Autorin, Harper Lee, erschienen und war bis dahin war es auch das einzige Buch, dass die mittlerweile verstorbene Schriftstellerin geschrieben hat. 40 Jahre nach dem Verfassen des Manuskripts wurde es wiedergefunden und nun endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Manch ein Leser sieht auch viel biografisches in dieser Erzählung und dem geneigten Leser meiner Rezensionen möchte ich nicht etwas anderes verraten: Harper Lee war eine Jugendfreundin von Truman Capote und manch böse Zunge behauptet sogar, dass sie gar nicht schreiben könne und der mit vielen Auszeichnungen überhäufte Roman eigentlich von ihm ist. Ein Brief von Truman Capote soll beweisen, dass nichts an diesem Gerücht dran sein soll. Ähnlichkeiten des Erzählstils sagen nichts aus, die beiden Schriftsteller könnten sich auch gegenseitig in ihrer Kreativität befruchtet haben. Nach dem Erfolg ihres Buches, gingen allerdings beide getrennte Wege. Harper Lee zog sich aus der Öffentlichkeit beinahe komplett zurück und Truman Capote reifte zum Skandalautor seiner Zeit. Auf alle Fälle liegt der zweite Roman von Harper Lee auf meinen SuB und ich bin darauf schon sehr gespannt. Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wer die Nachtigall stört.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der jungen Scout und man fühlt sich regelrecht in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts versetzt. Durch die kindliche und teils naive Sichtweise bekommt der Roman eine gewisse Leichtigkeit in der Erzählung, obwohl er den Leser mit einem schwerwiegendem Thema konfrontiert, dem Rassismus. Auch heute noch ist der Roman in den USA, in konservativen Kreisen sehr verpönt ist nichtsdestotrotz zu einem wichtigen Instrument der Bürgerrechtsbewegung geworden. Wer weiß wie die Welt aussehen würde, hätte es diesen Roman nie gegeben. Aber es ist nicht nur ein politischer Roman, sondern zeigt auch ein romantisiertes Bild der Südstaaten und zeigt ein verklärtes Bild einer anscheinend wohlbehüteten Kindheit (=sieht man von dem rassistisch geprägten Gerichtsverhandlung ab). Manchmal hab ich mich auch an Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn erinnert. Anfang der 60er Jahre wurde der Film mit Gregory Peck in der Hauptrolle verfilmt und ich kann mich dunkel daran erinnern, ihn in meiner Kindheit gesehen zu haben. Was man nun von diesem Roman hält, er gehört für mich auf alle Fälle zur klassischen amerikanischen Literatur, die man gelesen haben sollte.

„zeitloser Klassiker“

Ines F., Thalia-Buchhandlung Wien Westbahnhof

1960 wurde „Wer die Nachtigall stört“ veröffentlicht und seitdem in über 40 Sprachen übersetzt. Nicht umsonst erfreut sich dieses Buch seiner vielen Auflagen- die Themen welche von Lee angeschnitten werden sind genauso aktuell wie zur Zeit der Veröffentlichung.
Als Leser wird man von der sympathischen Scout durch das Buch geführt und
1960 wurde „Wer die Nachtigall stört“ veröffentlicht und seitdem in über 40 Sprachen übersetzt. Nicht umsonst erfreut sich dieses Buch seiner vielen Auflagen- die Themen welche von Lee angeschnitten werden sind genauso aktuell wie zur Zeit der Veröffentlichung.
Als Leser wird man von der sympathischen Scout durch das Buch geführt und trotz sehr ernster Themen, wird immer eine kindliche Leichtigkeit bewahrt. Dies kann natürlich auch an der Übersetzung liegen, die für manche wohl etwas „frei“ erscheinen mag- mir persönlich hat sie sehr gut gefallen.

„Wunderschöne Neuberarbeitung eines Klassikers!“

Anna Brandstätter, Thalia-Buchhandlung Linz

"Wer den Nachtigall stört" gehört nicht umsonst in jedes Bücherregal. Besonders diese Neuübersetzung zeigt uns wie aktuell die Themen sind. Rassismus, Mut und die Wirtschaftskrise der 30. Jahre sind nur ein paar der Themen des aus Kurzgeschichten zusammengestückelten Romans die uns auch noch heute beschäftigen!

Lassen Sie sich von
"Wer den Nachtigall stört" gehört nicht umsonst in jedes Bücherregal. Besonders diese Neuübersetzung zeigt uns wie aktuell die Themen sind. Rassismus, Mut und die Wirtschaftskrise der 30. Jahre sind nur ein paar der Themen des aus Kurzgeschichten zusammengestückelten Romans die uns auch noch heute beschäftigen!

Lassen Sie sich von der kleinen Stadt Maycomb in Alabama und ihrer Einwohner bezaubern. Besonders von der kleinen Scout (Jean Louise), der Erzählerin.

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
36 Bewertungen
Übersicht
35
1
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 21.11.2017
Bewertet: anderes Format

Ein amerikanischer Klassiker, der auch in deutschen Schulen Lektüre sein sollte. Der Roman zeigt den Rassismus der 30er Jahre durch unschuldige Kinderaugen.

Weise und humorvoll
von monerl aus Langen am 20.11.2017
Bewertet: Hörbuch-Download

Kurzmeinung: gehört und gelesen Handlung: Das Thema Rassismus und Ungleichheit von Menschen, beispielhaft an einem fiktiven Ort in Alabama dargestellt, als Weiße sich noch nicht für die Rechte schwarzer Bürger eingesetzt haben. Als das eigene Gefühl, höher geboren und wertvoller zu sein, noch über der Wahrheit stand. Als der ungerechtfertigte... Kurzmeinung: gehört und gelesen Handlung: Das Thema Rassismus und Ungleichheit von Menschen, beispielhaft an einem fiktiven Ort in Alabama dargestellt, als Weiße sich noch nicht für die Rechte schwarzer Bürger eingesetzt haben. Als das eigene Gefühl, höher geboren und wertvoller zu sein, noch über der Wahrheit stand. Als der ungerechtfertigte Tod eines Familienvaters keinen Aufschrei verursachte, da er doch nur ein Schwarzer war. Charaktere:Ich war von allen Figuren im Buch begeistert und bin ein großer Fan von Atticus und Scout geworden! Dieser trockene Humor, der sich insbesondere über Scout, trotz des ernsten Themas, durch den Roman zieht, ist das sogenannte i-Tüpfelchen. Die Autorin hat sich sehr viel Zeit gegeben, uns die Figuren nahezubringen, was ihr außerordentlich gut gelungen ist. Ich hatte eine genau Vorstellung der Figuren vor Augen, die diesen Roman auch zu einem wundervollen Hörerlebnis gemacht haben. Spannung: Die Hoffnung stirbt zuletzt und dadurch gibt es auch eine Spannung, die sich gesteigert durch die Seiten zieht. Atticus ist klug und wenn einer das Unmögliche möglich machen kann, dann ist es er, dieser alleinerziehende Mann mit so viel Weisheit und Verständnis für Menschen, ihre Nöte und Sorgen. Schreibstil: Harper Lee hat einen ganz besonderen Schreib- bzw. Erzählstil gefunden, der dieses Buch zu einem wahren Erlebnis machen. Eindrucksvoll beschreibt sie das Zusammenleben der weißen Bevölkerung mit der schwarzen. Sie nimmt sich der damaligen Probleme an und zieht sie ans Licht. Die Autorin schaffte es, dass ich mich in der Ohnmacht der damaligen Zeit gefangen fühlte. Es erschütterte mich, wie Menschen sich in all den Jahrhunderten und Jahrzehnten kaum nach vorne entwickeln, haben wir es in der heutigen Zeit mit ähnlichen Probleme, auf anderen Ebenen, zu tun. Ende: Wer sich fragt, warum das Buch diesen etwas seltsamen Titel trägt, sollte das Buch bis zum Schluss lesen. Am Ende wird der Bezug hergestellt und alles erklärt. Hörbuch: Eva Mattes verleiht auch diesem Buch ihre unverkennbare Marke und macht es zu einem besonderen Hörerlebnis. Sie wird den Kindern gerecht und materialisiert einen Atticus, den man sich gerne als Nachbar und Freund im eigenen Umfeld wünscht. Fazit: Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte, befasst er sich doch mit wichtigen Themen, die auch heute noch aktuell sind und ist ein Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen! Eine wunderbare Schullektüre, um Kinder durch die kindlichen Augen von Scout brisante Themen näher zu bringen und sie dafür zu sensibilisieren

Erschreckend aktuell
von einer Kundin/einem Kunden am 19.07.2017

Zurecht ein Klassiker der Weltliteratur. Die Geschichte von Scout, ihrem Bruder Jem sowie deren Vater Atticus ist nicht ohne Grund Pflichtlektüre in jeder amerikanischen Schule. Eine treffendere Skizze des amerikanischen Südstaatenrassismus der dreißiger Jahre lässt sich wahrlich schwer finden. Dabei gelingt es Lee durch die Perspektive der jungen und vorlauten Scout... Zurecht ein Klassiker der Weltliteratur. Die Geschichte von Scout, ihrem Bruder Jem sowie deren Vater Atticus ist nicht ohne Grund Pflichtlektüre in jeder amerikanischen Schule. Eine treffendere Skizze des amerikanischen Südstaatenrassismus der dreißiger Jahre lässt sich wahrlich schwer finden. Dabei gelingt es Lee durch die Perspektive der jungen und vorlauten Scout das Thema Rassismus in einer völlig anderen Sichtweise darzustellen. Eine Sichtweise, die überrascht, aber auch schockiert. Vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Bewegung "black life matters" ein Buch, das man unbedingt lesen sollte! Unbedingt auch den zweiten Teil "Geh hin, stelle einen Wächter" lesen!


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