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Walter Nowak bleibt liegen

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Jeden Tag schwimmt Walter Nowak seine Bahnen im Freibad. Eines Morgens bringt eine Begegnung ihn aus der Fassung, mit fatalen Folgen: Der Länge nach ausgestreckt findet er sich wenig später auf dem Boden seines Badezimmers wieder, bewegungsunfähig und auf sich allein gestellt. »Von nun an geht es abwärts, immer abwärts«, schießt es ihm durch den Kopf. Zunehmend verliert er die Kontrolle, Gedankenfetzen, Bilder aus der Vergangenheit stürzen auf ihn ein: das Weihnachtsfest mit seiner ersten Frau Gisela, ihr Schweinebraten, ihre Tränen; der Blick seines Sohnes Felix, als er von der Trennung erfährt; Erinnerungen an seine eigene Kindheit als unehelicher Sohn eines GIs; und, vor kurzem, eine Diagnose seiner Ärztin. Während nach und nach alles vor seinen Augen verschwimmt, ziehen seine Gedanken immer engere Kreise, nähern sich einem verborgenen Zentrum, dem Anfang, dem Ende ... Als das Hitzegewitter endlich losbricht, steht plötzlich sein Sohn Felix vor der Tür.
Mit verblüffender erzählerischer Souveränität und großer Empathie zeichnet Julia Wolf in ihrem zweiten Roman ein eindrückliches Männerporträt: Walter Nowak, Kind der Nachkriegszeit, steht an einem Scheidepunkt. Seinem Gedankenstrom folgend macht der Leser eine faszinierende Reise in die menschliche Psyche.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 200 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 07.03.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783627022433
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
Dateigröße 738 KB
Verkaufsrang 23.444
eBook
14,99
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Für Kenner
von einer Kundin/einem Kunden am 28.05.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Keine ganz einfache Kost, aber wenn man sich eingelesen hat, ist es eine interessante Lektüre. Die sprachlichen Stilmittel sind ungewöhnlich und erzeugen beim Leser eine Atemlosigkeit durch den unaufhörlichen Gedankenfluss, den die Autorin mit abenteuerlicher Interpunktion notiert. Walter wurde mir nach der Lektüre nicht sympathisch, er ist kein Mensch, den ich... Keine ganz einfache Kost, aber wenn man sich eingelesen hat, ist es eine interessante Lektüre. Die sprachlichen Stilmittel sind ungewöhnlich und erzeugen beim Leser eine Atemlosigkeit durch den unaufhörlichen Gedankenfluss, den die Autorin mit abenteuerlicher Interpunktion notiert. Walter wurde mir nach der Lektüre nicht sympathisch, er ist kein Mensch, den ich um mich haben möchte, aber auch das ist eine Kunst, der ich Beifall zollen möchte.

von einer Kundin/einem Kunden am 19.01.2018
Bewertet: anderes Format

Ein beeindruckendes Portrait über das Sterben eines Alphamanns. Manchmal bedrückend, zeitweise urkomisch und immer wieder so dramatisch, das mir der Atem stockte. Sehr lesenswert!!

Nowak blickt zurück
von Bibliomarie aus Düsseldorf am 13.11.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Walter Nowak, Ende 60, ein Selfmade Mann, wie er im Buche steht. So ein Mann duldet keine Schwäche, schon gar nicht bei sich. 1000 Meter jeden Morgen im Schwimmbad, man ist „Fit wie ein Turnschuh“, da verbieten sich Gedanken an Krankheiten oder Beeinträchtigungen. Doch das holt Walter schneller ein,... Walter Nowak, Ende 60, ein Selfmade Mann, wie er im Buche steht. So ein Mann duldet keine Schwäche, schon gar nicht bei sich. 1000 Meter jeden Morgen im Schwimmbad, man ist „Fit wie ein Turnschuh“, da verbieten sich Gedanken an Krankheiten oder Beeinträchtigungen. Doch das holt Walter schneller ein, als gedacht. Beim morgendlichen Schwimmtraining abgelenkt – eine Frau erinnert ihn an seine Mutter – stösst er mit dem Kopf an die Beckenwand. Nein, er will nicht in den Krankenwagen – er will nach Hause und zwar allein. Dort findet er sich einige Zeit später wieder am Boden, seltsam eine geleerte Bierflasche in der Hand und was war davor? Während Walter liegen bleibt, wie der Titel schon verrät, setzen seine Erinnerungen und Gedanken ein. Julia Wolf kriecht buchstäblich ins Hirn ihres Protagonisten, der so erbarmungslos seziert wird, dass beim Leser allenfalls noch Mitleid für ihn aufkommt. Seine Gedankenfetzen sind oft nur aus Phrasen und Worthülsen zusammengesetzt, wie so oft bei Menschen, die sich daran festhalten, wenn die eigenen Worte fehlen. Die eigenwillige Interpunktion betont noch die Pausen, wenn Walters Gehirn Zeit braucht um zu formulieren. Aber seine Erinnerungen führen in weit zurück in seine Kindheit, die nicht besonders glücklich war und immer auch ein Kampf gegen Spott und Ausgrenzung. So erschließt sich dem Leser allmählich das Leben Walters, ein exemplarisches Leben der Nachkriegszeit mit dem unbedingten Willen ‚es zu schaffen, nach oben zu kommen‘, auch wenn Ehe und Sohn dabei auf der Strecke bleiben. Ich hatte anfänglich Schwierigkeiten mit Julia Wolfs Buch, ich konnte keine Beziehung zum Protagonisten herstellen und die radikale literarische Umsetzung des Gedankenflusses bereitete mir wenig Lesefreude. Aber ich konnte nicht verhindern, dass das Buch mich packte. Auch als ich mit einem gewissen Gefühl der Erleichterung die letzte Seite umblätterte, blieb mir die Sprache und der Ton im Kopf. Immer wieder habe ich Walters Geschichte reflektiert, in Bezug zu realen Personen gesetzt. Ein wirklich außergewöhnlicher Roman, der zu Recht so viel Anerkennung findet. (Klagenfurt, Long List Buchpreis)