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Über den Winter

Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2015

(9)

Lennard Salm ist fünfzig und als Künstler weltweit durchaus erfolgreich. Als seine älteste Schwester stirbt, kehrt er zurück nach Hamburg und in die Familie, der er immer entkommen wollte. So schnell wie möglich will er wieder zurück in sein eigenes Leben. Aber was ist das, das eigene Leben? Salms jüngere Schwester Bille verliert ihren Job, sein Vater nähert sich immer schneller der Hilflosigkeit. Einen funkelnden Winter lang entdeckt Salm, dass niemand jemals alleine ist. Er lernt seine Eltern und Geschwister neu kennen. Rolf Lappert erzählt vom Wunder der kleinen Dinge und von dem, was heute Familie bedeutet. Jedes Detail leuchtet in diesem zarten, großen Familienroman.

Rezension
"Ein schönes Buch, das von seiner melancholischen Grundstimmung und den vielen liebevoll gezeichneten Charakteren lebt." Jens Laloire, Weser Kurier, 25.10.15
"Rolf Lappert ist wieder ein äußerst atmosphärischer Roman mit überzeugenden Figuren gelungen." Mareike Ilsemann, WDR 5, 16.09.15
"Faszinierend, was er mit uns macht. Dass er uns an einen Ort versetzt, wo wir eigentlich nich hin wollen. ... Von Poesie durchdrungen, die mich sehr überzeugt." Christine Lötscher, SRF Literaturclub, 15.09.15
"Künstlerroman? Familienroman? Das Buch von Rolf Lappert ist beides. Es erzählt, wie sich ein Mann wandelt, zurückkehrt in die Familie und dort ein Zuhause findet – beeindruckend." Melanie Thun, NDR Kulturjournal, 07.09.15
"Rolf Lappert gelingt das fesselnde Porträt eines Mannes, der mit knapp 50 schließlich doch noch erwachsen wird." Heide Soltau, NDR Kultur, 01.09.15
"Ein sprachmächtiger Familienroman, der in seinem grandiosen Rückblenden und feinsinnigen, psychologisch austarierten Porträts an die Werke der grossen deutschen Erzähler des 19. Jahrhunderts erinnert. ... Ein wunderbar anrührender Roman." Sandra Leis, NZZ am Sonntag, 30.08.15
"Mit einer bildstarken Sprache zeichnet Rolf Lappert ein Bild der Gegenwart.. ... Rolf Lappert ist ein Seismograph der Gegenwart. Sein Familien- und Gesellschaftsroman zeichnet subtil die Vereinzelung in der Massengesellschaft nach." Guido Kalberer, Der Tages-Anzeiger, 25.08.15
Portrait
Rolf Lappert, geb. 1958 in Zürich, absolvierte eine Ausbildung zum Grafiker, bevor er sich entschloss, Schriftsteller zu werden. In den Achtzigerjahren unterbrach er für längere Zeit das Schreiben, gründete mit Freunden einen Jazzklub und reiste kreuz und quer durch Amerika. Zwischen 1996 und 2004 arbeitete er als Drehbuchautor, u.a. für eine Serie im Schweizer Fernsehen. Rolf Lappert lebt als Autor in Listowel, County Kerry, Irland.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 382
Erscheinungsdatum 24.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-24905-9
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 220/152/32 mm
Gewicht 592
Auflage 3
Buch (gebundene Ausgabe)
23,60
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


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Übersicht
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Der Weg zurück
von einer Kundin/einem Kunden am 01.09.2015

Über den Winter Rolf Lappert Roman Verlag Hanser Mit seinem Roman „ Über den Winter“ ist der Autor Rolf Lappert auf der Longlist des Deutschen Buchhhandels gelandet. Lappert , ein Schweizer Autor wurde mit seinem 2008 erschienen Roman „ Nach Hause schwimmen“ bekannt. Die Hauptfigur in „Über den Winter“ ist Lennard... Über den Winter Rolf Lappert Roman Verlag Hanser Mit seinem Roman „ Über den Winter“ ist der Autor Rolf Lappert auf der Longlist des Deutschen Buchhhandels gelandet. Lappert , ein Schweizer Autor wurde mit seinem 2008 erschienen Roman „ Nach Hause schwimmen“ bekannt. Die Hauptfigur in „Über den Winter“ ist Lennard Salm, ein fünfzig Jahre alter Künstler, der mit verschiedenen Aktionen und Projekten einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Durch die Nachricht vom plötzlichen Tod seiner ältesten Schwester Helene, wird er von seinem derzeitigem Projekt weggeholt: Salm sucht die Habseligkeiten von Flüchtlingen an einem italienischen Strand, und entdeckt dabei, unter einem umgedrehten Boot einen toten Säugling. Lennard fliegt nach Hamburg zur Beerdigung seiner Schwester. Da sein Koffer verloren geht, muss er sich noch mit dem Nötigsten eindecken. Dadurch kommt er fast zu spät.Seine Schwester Bille eilt auf ihn zu. Alle anderen Familienmitglieder sind bereits am Grab versammelt: sein Vater sitzt gebeugt auf einem Stuhl, begleitet von seiner polnischen Pflegerin, seine Mutter steht hoch aufgerichtet auf der anderen Seite, sein jüngster Bruder Paul ist mit Frau und Kindern angereist, und einige bekannte und ihm nicht bekannte Gesichter schauen ihm entgegen. Salm überlegt einen Begrüßungssatz für seine Mutter, mit der er seit sich seine Eltern getrennt haben, und er bei seinem Vater aufwuchs, wenig Kontakt hatte. Seinen Vater umarmt er herzlich. Der Vater bittet ihn doch vom Hotel zu ihm in die Wohnung zu ziehen. Eigentlich wollte Lennard sich nicht länger bei seiner Familie aufhalten, doch irgendwie weiß er auch , dass die Zeit, die er noch mit seinem Vater verbringen kann endlich ist. Sein letzter Aufenthaltsort, eine heruntergekommene Ferienanlage in Italien, davor ein zugiges Atelier in New York, das jetzt mit einigen seiner Kunstwerken ausgebrannt ist, sind keine Orte an die er zurückkehren möchte. Mit Schrecken stellt Lennard fest, das der Verlust seiner Kunstwerke in New York keine Bedeutung für ihn hat. Er stellt sich die Gäste bei der Vernissage seines künftigen Projekts vor: gutgekleidete, Sekt trinkende Menschen, zwischen den angeschwemmten Fundstücken der ertrunkenen Flüchtlinge. Irgendwie möchte er das so nicht mehr. Salm zieht zu seinem Vater und seiner polnischen Pflegerin nach Wilhelmsburg. Seit er vor zwei Jahren hier gewesen ist, sieht alles noch etwas trostloser aus: es gibt noch den alten Friseur, einen Imbiss und ein paar mehr oder weniger gut erhaltene Mietshäuser. Salm besucht öfters seine Schwester Bille, die gerade ihren Job am Theater geschmissen hat. Für Bille ist es wichtig, dass sich ihr Bruder mit der in Florida lebenden Mutter aussöhnt. Am Ende taucht noch Salms weit gereister Koffer wieder auf. Lennard Salm ist irgendwie an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt und weiß noch nicht wohin.

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Den Mut haben zur Revision des Lebens
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 11.12.2015

Ein wirklich schönes und lesenswertes Buch ist Rolf Lappert mit diesem Werk gelungen. Es geht um den Endvierziger Lennard Salm, einen Performencekünstler und Globetrotter, der nach dem Tod seiner älteren Schwester nach Hamburg zurückkehrt und sich sich mit seiner Familie und den schwierigen Verhältnissen seiner Jugend auseinandersetzen muss. Lennard,... Ein wirklich schönes und lesenswertes Buch ist Rolf Lappert mit diesem Werk gelungen. Es geht um den Endvierziger Lennard Salm, einen Performencekünstler und Globetrotter, der nach dem Tod seiner älteren Schwester nach Hamburg zurückkehrt und sich sich mit seiner Familie und den schwierigen Verhältnissen seiner Jugend auseinandersetzen muss. Lennard, der sich in einer Sinnkrise befindet, entdeckt, dass Familie wichtig sein kann und nicht nur lästige Verpflichtung. Er klärt das Verhältnis zu seinen Eltern und den anderen Geschwistern und beschließt, bei Null anzufangen obwohl er nicht weiss, wovon er zukünftig leben soll. Eine solche Revision der Biographie erfordert viel Mut und ich finde es bewegend und überzeugend, wie der Autor seine Figur schildert. Jede Krise bietet die Chance für den Neuanfang. Wer selbst um die Fünfzig ist und sich in einer ähnlichen Lebenslage befindet, wird an dem Buch viel Lesespaß haben.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Auf der Suche...
von Xirxe aus Hannover am 23.02.2016

Lennard Salm, ein nicht erfolgloser Konzeptkünstler (oder etwas in der Art), erhält die Nachricht, dass seine ältere Schwester gestorben ist. Er kehrt nach Hamburg zurück, wo sein pflegebedürftiger Vater und seine jüngere Schwester lebt. Sein Leben gerät aus dem scheinbaren Gleichgewicht, in dem es sich die letzten Jahre befand... Lennard Salm, ein nicht erfolgloser Konzeptkünstler (oder etwas in der Art), erhält die Nachricht, dass seine ältere Schwester gestorben ist. Er kehrt nach Hamburg zurück, wo sein pflegebedürftiger Vater und seine jüngere Schwester lebt. Sein Leben gerät aus dem scheinbaren Gleichgewicht, in dem es sich die letzten Jahre befand und er ist sich nur bei einem sicher: dass er seinem Vater nahe sein möchte. All das, was sein Leben bisher bestimmte, die Kunst, Reisen, Ausstellungen, interessiert ihn nicht mehr. Doch was statt dessen sein soll, weiß er nicht. Es ist kein ereignisreiches Buch. Man begleitet Salm während seiner Wintertage in Hamburg und erhält Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt, wobei letztere eher wenig ausgeprägt ist. Ich empfand ihn als einen Menschen auf der Suche nach dem, was er wirklich will. Seine Vergangenheit war bis dahin mehr durch Zufälligkeiten geprägt, die ihn dahin und dorthin brachten, ohne dass wirkliche Entscheidungen zu treffen waren. Wie bei seinem verloren gegangenen Koffer, der durch die Welt reist und ihn erst am Ende des Buches wieder erreicht. Und auch jetzt ist es keine aktive Suche. Vielmehr ein Sichtreibenlassen ohne sich tatsächlich offen zu etwas bekennen zu müssen. Vieles in diesem Roman hängt mehr miteinander zusammen als man auf den ersten Blick ahnt, zumindest habe ich es so wahrgenommen (siehe auch den verlorenen Koffer). Im Prolog befindet sich Lennard an einer nicht näher bezeichneten Küste im Süden Europas (?). Und im ersten Kapitel ist es auf den ersten drei Seiten völlig unklar, wo er sich befindet: Noch immer in dem unbekannten Land? Nun aber im Hotel? Erst in der Mitte auf Seite 50 wird deutlich, dass es sich um Hamburg handelt. Alles scheint austauschbar, nichts von Bestand - ganz so wie Lennards Leben. Es ist eine langsame Entwicklung, die der Protagonist hier durchläuft und damit umso glaubwürdiger. Sein Erschrecken, dass auch Menschen in seiner unmittelbaren Nähe teils existentielle Probleme haben. Oder die unerwartete Freundlichkeit und das aufrichtige Interesse an seiner Person, die ihn zu deutlich überhöhten Trinkgeldern greifen lässt. Erlebnisse, die sein bisheriges Leben in Frage stellen, ohne dass er diese laut äussert. Die Lektüre regte mich zum Nachdenken an: zum Einen über das Buch selbst, zum Andern über mich. Nicht das Schlechteste, was man über ein Buch sagen kann :-)

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