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Sprechakte

Ein sprachphilosophischer Essay

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Searles Essay über Sprechakte steht in der Tradition der angelsächsischen ordinary language philosophy, die sich - nach dem Scheitern der Versuche, eine ›ideale‹ empiristische Wissenschaftssprache zu konstruieren - darauf konzentriert, das faktische Funktionieren der natürlichen Sprache zu beschreiben. Austin hatte bemerkt, daß wir mit bestimmten Äußerungen (wie Grüßen, Danken oder Versprechen) zugleich eine Handlung vollziehen, und hatte diesen ›performativen‹ Charakter später auf alle sprachlichen Äußerungen ausgedehnt. Searle knüpft an diese Entdeckung an und liefert mit dem vorliegenden Werk einen Entwurf jener von Austin geforderten »neuen Theorie, die vollständig und allgemein darlegt, was man tut, wenn man etwas sagt«.

Portrait
John R. Searle wurde in Oxford ausgebildet und ist seit 1959 Slusser Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley. Für sein umfangreiches Werk, das die Philosophie der Gegenwart auf vielen Gebieten maßgeblich beeinflußt hat, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Jean Nicod Preis und die National Humanities Medal.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 305
Erscheinungsdatum 24.10.1983
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-28058-4
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,9/10,8/2,5 cm
Gewicht 188 g
Originaltitel Speech Acts
Auflage 12. Auflage
Übersetzer Rolf Wiggershaus, Renate Wiggershaus
Verkaufsrang 17.378
Buch (Taschenbuch)
16,50
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Sprechakte sind performativ
von Zitronenblau am 25.09.2010

Searles genialer Essay "Sprechakte" ist paradigmatisch. Neben Austin wird oftmals Wittgenstein als Vater der Theorie erwähnt, wobei dies nicht ganz stimmt, da dieser vornehmlich in den "Philosophsichen Untersuchungen" über Sprachspiele/Privatsprache und über den Gebrauch von Semantik und Regeln philosophiert. Nichtsdestotrotz eint alle die gleiche These, dass die Philosophiegeschichte voll... Searles genialer Essay "Sprechakte" ist paradigmatisch. Neben Austin wird oftmals Wittgenstein als Vater der Theorie erwähnt, wobei dies nicht ganz stimmt, da dieser vornehmlich in den "Philosophsichen Untersuchungen" über Sprachspiele/Privatsprache und über den Gebrauch von Semantik und Regeln philosophiert. Nichtsdestotrotz eint alle die gleiche These, dass die Philosophiegeschichte voll von Irrtümern sei, welche in der Reduzibilität auf die Sprache korrigiert werden könnten. Searles Essay ist zweigeteilt, zum einen entwickelt er seine Theorie der Sprechakte, die fundamental ausssagt, dass solche perfomativen Charakter haben, also selbst Handlungen darstellen (z.B. im Versprechen von etwas liegt eine Handlung nicht eine propositionale Beschreibung oder Behauptung). Im zweiten Teil werden ihre Anwendungen expliziert. Freilich ist die Komplexität der Theorie hier nicht erörterbar. Wesentlich ist zum o. G. das Prinzip der Ausdrückbarkeit (Ausdruck E ist möglich derart, dass E ein exakter Ausdruck von der Bedeutung X ist). Analytisch sind ergo die Begriffe: Ausdruck, Bedeutung und Sprechakte theoretisch elementar. Sprechaktarten sind laut Searle: Äußerungsakte, propositionale Akte (Referenz- und Prädikationsakte), illokutionäre Akte (eigentlich performative Sprechakte wie Fragen, Versprechen, Befehlen, Behaupten etc.) und die perlokutionären Akte (die über den illokutionären Vollzug ein Wirken, ein Erzielen anstreben wie Überzeugen, Verärgern etc.). Alle Arten sind nicht notwendig voneinander getrennt, sie können koinzidieren. Neben den Begriffen Referenz, Prädikation, Proposition sind die Regeln (regulativ und konstitutiv) und die Bedeutung per se von hoher Bedeutung. Ferner geht Searle auf die Arten ein, definiert ihre Bedingungen (z.B. vollzogene Referenzäußerungen eines Ausdrucks durch das Existenz- und durch das Identifikationsaxiom). Auch die Regeln werden näher bestimmt (Eingabe- und Ausgabebedingungen etc.). Der Autor geht in den Exkurs der Universalien (ein zentrales Problem der Philosophiegeschichte, s. z.B. Russels "Probleme der Philosophie") und sagt: "Universalien bestehen nicht in der Welt, sondern in unserer Darstellungsweise der Welt, in der Sprache." Im zweiten Teil wird es besonders aufregend, wenn Searle den berühmten Satz "aus Sein kein Sollen", der auf Hume's Law basiert, dass sich aus deskriptiven Sätzen keine Wertaussagen ableiten ließen, versucht zu widerlegen. Im Einzelfall kann die Analyse hier nicht wiedergegeben werden, aber soviel: Der Satz, der aussagt, dass wertende (z.B. normative) Aussagen nicht aus deskriptiven Sätzen ableitbar wären, ist seine eigene reductio ad absurdum, denn wenn der Satz gültig sein soll, dann muss er als solcher anerkennt werden, das wiederum bedeutet, dass dessen Geltungsanspruch in einem Soll-Vollzug anerkannt wird (oder eben nicht, wobei gewisse logische Gestze a priori wie aus wahren Prämissen folgen richtige Schlüsse etc. schlechterdings anerkannt werden müssen). So einfach ist es aber nicht, Searle kann den Beweis der Widerlegung des Gesetzes nur anhand spezieller illokutionärer Sprachakte ableiten (am Beispiel des Versprechens), erkennt aber, dass die Verpflichtung aus einer institutionellen Tatsache, nicht aus einer natürlichen abgeleitet werden kann, wiewohl der naturalistische Fehlschluss bestehen bleibt, Searles eigene Behauptung des "Fehlschlusses der Kritik des naturalistisches Fehlschlusses" nur partikulare Gültigkeit erfährt. Alles in allem ist dieses Buch absolut wegweisend für jeglichen analytischen Diskurs, zum einen metatheoretisch hinsichtlich der Sprache per se, zum anderen in Bezug auf Theoriegebäude aller Art basierend auf natürlicher Sprache.