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Soldaten

Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben

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Sachbuch in einer neuer Dimension: Buch PLUS tausende Seiten Quellen im Originalwortlaut. Dieses Buch legt auf einer einzigartigen Quellengrundlage erstmals eine überzeugende Mentalitätsgeschichte des Krieges vor. Auf der Grundlage von 150.000 Seiten Abhörprotokolle deutscher Soldaten in britischer und amerikanischer Gefangenschaft wird das Wissen um die Mentalität der Soldaten auf eine völlig neue Basis gestellt. In eigens eingerichteten Lagern wurden Kriegsgefangene aller Waffengattungen und Ränge heimlich abgehört. Sie sprachen über militärische Geheimnisse, über ihre Sicht auf die Gegner, auf die Führung und auch auf die Judenvernichtung. Das Buch liefert eine Rekonstruktion der Kriegswahrnehmung von Soldaten in historischer Echtzeit - eine ungeheuer materialreiche Innenansicht des Zweiten Weltkriegs durch jene Soldaten, die große Teile Europas verwüsteten.
In diesem erweiterten E-Book können die Leser an über 500 Stellen die im Buch zitierten Abhörprotokolle im jeweils vollständigen originalen Wortlaut nachlesen. Diese vielen tausend Seiten zusätzlichen Materials geben Leserinnen und Lesern die einmalige Gelegenheit, die bahnbrechende Analyse der Autoren nachzuvollziehen, sämtliche Quellenzitate im Kontext zu nachzulesen und sich schließlich die historische Situation der Wehrmachtssoldaten noch anschaulicher vorzustellen.

Portrait

Sönke Neitzel, geboren 1968, Lehrtätigkeit in Mainz, Karlsruhe und Bern; 2010 Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, ist seit 2012 Inhaber eines Lehrstuhls für International History an der London School of Economics (LSE). Bekanntgeworden ist Neitzel mit »Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945« (2005). Zuletzt erschien von ihm und Harald Welzer in den Fischer Verlagen der Bestseller »Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben« (2011).

Literaturpreise:

1966: Werner-Hahlweg-Preis für Wehrwissenschaften und Militärgeschichte für seine Diss.

Harald Welzer, geboren 1958, ist Direktor von Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit, Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg. Daneben lehrt er an der Universität St. Gallen. In den Fischer Verlagen sind von ihm erschienen: ›»Opa war kein Nazi«. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis‹ (zus. mit S. Moller und K. Tschuggnall, 2002), ›Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden‹ (2005), ›Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben‹ (zus. mit Sönke Neitzel, 2011), Der FUTURZWEI-Zukunftsalmanach 2015/16 (2014), ›Selbst denken‹ (2013), ›Autonomie. Eine Verteidigung‹ (zus. mit Michael Pauen, 2015) und zuletzt ›Die smarte Dikatur. Der Angriff auf unsere Freiheit‹. Seine Bücher sind in 21 Ländern erschienen.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 528
Erscheinungsdatum 12.04.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-089434-2
Verlag S. Fischer
Maße (L/B/H) 22,2/15,3/4,4 cm
Gewicht 778 g
Abbildungen mit Fotos
Auflage 5. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
23,60
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Ein neuer Blick
von einer Kundin/einem Kunden aus Strasbourg am 09.07.2012

Dieses Buch wirft einen neuen, anderen Blick auf die Soldaten der Wehrmacht und ihrer Taten. Es macht verständlich, warum Soldaten zu teilweise grausamsten Mitteln greifen. Das Buch macht auch klar, dass die heute oft anzutreffende Erschütterung über verübte Gewalt eine Illusion ist. Gewalt ist immer da. In unserer Gesellschaft... Dieses Buch wirft einen neuen, anderen Blick auf die Soldaten der Wehrmacht und ihrer Taten. Es macht verständlich, warum Soldaten zu teilweise grausamsten Mitteln greifen. Das Buch macht auch klar, dass die heute oft anzutreffende Erschütterung über verübte Gewalt eine Illusion ist. Gewalt ist immer da. In unserer Gesellschaft jedoch meist nur als (nichtgewählte) Option und stark sanktioniert. Im Krieg verschwinden einige der Sanktion oder werden bewusst außer Kraft gesetzt. Es ist vor allem der Geist in der Gruppe und in der Armee, der das Handeln der Soldaten bestimmt. Eigentlich ist es in heutigen Armeen, auch der Bundeswehr nicht anders. Im letzten Kapitel schlagen die Autoren eine Brücke zur heutigen Zeit. Die Autoren stellen sich mit Ihrer Analyse gegen die Demonisierung von Gewalt. Nicht das sie Gewalt verherrlichen. Vielmehr erkenne sie an, dass Gewalt immer eine Option ist und versuche zu verstehen, wann es zu extremsten Gewaltausbrüchen kommt. Nur wenn man dies verstanden hat, können Gesellschaften auch untereinander, Auswege auf dem Weg zu einem möglichen Krieg finden. Die alleinige Verdammung von Krieg reicht Ihnen nicht und greift ihrer Meinung zu kurz. Mir wurde das Buch zeitweise etwas zu lang. Wie in einem anderen Kommentar geschrieben, sind nicht alle Erkenntnisse komplett neu. Allerdings werden mit den Protokollen neue Beweise/Belege angeführt. Das Buch ist weder eine rein akademische noch eine rein populärwissenschaftliche Abhandlung. Es findet eine gute Balance zwischen der wissenschaftlichen Aufarbeitung und eines Alltagsbuches. Insbesondere die (für mich) neuartige Analyse über die Referenzrahmen für die Handlung der Soldaten macht die Geschehnisse sehr viel verständlicher ohne sie zu rechtfertigen.

Erschreckend
von einer Kundin/einem Kunden am 03.03.2012

Dieses Buch führt einem die unglaublichen Greueltaten des Zweiten Weltkriegs schonungslos vor Augen. Es demonstriert auf nüchterne weise, wie einfach "normale" Menschen zum Werkzeug einer gewaltigen Mordmaschine wurden.

Soldaten sind Mörder ...
von einer Kundin/einem Kunden am 17.06.2011

... in Bezug auf die wiedergegebenen Abhörprotokolle kann nur dieser Schluß gezogen werden. Die Sachverhalte sind eigentlich nicht neu. Spätestens seit der Wehrmachtsausstellung des Hamburger Institutes für Sozialforschung bei der Hannes Heer federführend war, sind die Fakten über die Wehrmacht, ihr Handeln, ihre Aufgabe und deren Folgen bekannt.(Es gab... ... in Bezug auf die wiedergegebenen Abhörprotokolle kann nur dieser Schluß gezogen werden. Die Sachverhalte sind eigentlich nicht neu. Spätestens seit der Wehrmachtsausstellung des Hamburger Institutes für Sozialforschung bei der Hannes Heer federführend war, sind die Fakten über die Wehrmacht, ihr Handeln, ihre Aufgabe und deren Folgen bekannt.(Es gab dazu einen ausführlichen Katalog, der sich sowohl durch Bild- und Textmaterial auszeichnet). Neu ist die komprimierte Sammlung von persönlichen Aussagen von Soldaten und Offizieren über das Verhalten im Krieg. Die Verrohung, die Brutalität, das ausgeblendete Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden spiegeln hier in Wort und Zitat die Folgen einer seit 1933 permanent geführten rassenideologischen Propaganda wieder. Das Werk ist eher zum Nachschlagen geeignet, wenn zu konkreten Themen Aussagen gebraucht werden z.B. Töten, Technik,Ideologie. Durch das ausführliche Literaturverzeichnis wird dieses Buch noch interessanter. Insgesamt schließt es eine Lücke in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Faschismus in Deutschland.