Sechzehn Wörter

Roman

(4)
Es gibt Wörter, die wir nicht kennen. Deren Bedeutung wir aber erahnen. Als wären sie immer schon hier gewesen. Als hätten sie schon immer in uns gewohnt. Und manchmal wollen sie endlich ausgesprochen werden.



Als ihre Großmutter stirbt, diese eigenwillige Frau, die stets einen unpassenden Witz auf den Lippen hatte, beschließt Mona, ein letztes Mal in den Iran zu fliegen. Gemeinsam mit ihrer Mutter wagt sie die Reise in die trügerische Heimat. Der Rückflug in ihr Kölner Leben zwischen Coworking und Clubszene ist schon gebucht. Doch dann überredet sie ihr iranischer Langzeitliebhaber Ramin zu einem Abschiedstrip nach Bam, in jene Stadt, die fünf Jahre zuvor von einem Erdbeben komplett zerstört wurde. Und Monas Mutter schließt sich den beiden an. Die Fahrt wird für Mona zu einer Konfrontation mit ihrer eigenen Identität und ihrer Herkunft, über die so vieles im Ungewissen ist. Aber manchmal wird uns das Fremde zum heimlichen Vertrauten. Und über das, was uns vertraut schien, wissen wir so gut wie nichts.




Rezension
»Nava Ebrahimi erzählt in ihrem klugen, poetischen Roman 'Sechzehn Wörter' von einer jungen Frau 'in zwei Ausprägungen'« Norbert Mappes-Niediek, Frankfurter Rundschau
Portrait
Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, studierte Journalismus und Volkswirtschaften in Köln. Sie arbeitete unter anderem als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland und als Nahost-Referentin für die Bundesagentur für Außenwirtschaft. Nava Ebrahimi veröffentlichte bereits verschiedene Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften. 2007 war sie Finalistin des Open Mike. 2013 nahm sie an der Bayerischen Akademie des Schreibens teil. Nava Ebrahimi lebt mit ihrer Familie in Graz und arbeitet als Werbetexterin. »Sechzehn Wörter« ist ihr erster Roman.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 27.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-75679-7
Verlag btb
Maße (L/B/H) 205/136/32 mm
Gewicht 446
Abbildungen schwarz-weiss Illustrationen
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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sechzehn Wörter
von miss.mesmerized am 05.04.2017

Bestimmt die Sprache das Denken, wie es die Sapir-Whorf-Hypothese besagt? Mona fällt auf, dass sie in ihrer persischen Muttersprache Wörter hat, die sie nie ins Deutsche übersetzt hat, denn sie waren an die inzwischen fremde Heimat gebunden, Erlebnisse und Konzepte, die sie nur mit dem Iran verband und für... Bestimmt die Sprache das Denken, wie es die Sapir-Whorf-Hypothese besagt? Mona fällt auf, dass sie in ihrer persischen Muttersprache Wörter hat, die sie nie ins Deutsche übersetzt hat, denn sie waren an die inzwischen fremde Heimat gebunden, Erlebnisse und Konzepte, die sie nur mit dem Iran verband und für die es in Deutschland und in der deutschen Sprache keinen Platz oder adäquaten Ersatz gab. „Sechzehn Wörter“ sind es, die sie mit dem Land im Nahen Osten verbindet, aus dem ihre Eltern einst flüchteten und in das sie jetzt anlässlich der Beerdigung der Großmutter zurückkehrt. Von „Maman-Bozorg“, dem Kosewort für die Großmutter, über das Schimpfwort „Kos“, dem für Iraner typischen Übergepäck, „Ezafebar“, bis hin zur geliebten Frucht „Anar“ – mit allen Begriffen verbindet sie etwas und anhand dieser Begriffe lässt die Ich-Erzählerin nicht nur die aktuelle Reise Revue passieren, sondern auch ihre Familiengeschichte und die Zeit, die sie Jahre zuvor schon einmal im Iran verbracht hatte. Nava Ebrahimis Roman „Sechzehn Wörter“ ist eine eigenwillige Annäherung an ihre eigene Heimat. Ähnlich wie ihre Protagonistin ist auch die Autorin im Iran geboren und seit vielen Jahren in Deutschland und als Journalistin tätig, man kann vermuten, dass viele ihre persönlichen Erfahrungen eingeflossen sind in dieses Kaleidoskop-artige Bild des Landes. Zwei Dinge sind an dem Roman gleichermaßen faszinierend. Zum einen die junge Frau, die zwischen den beiden Kulturen steckt, sich einerseits typisch deutsch verhält und in jeder Hinsicht dem Bild einer unabhängigen, modernen, westlich geprägten Frau entspricht; andererseits aber auch ihre Wurzeln sucht, fasziniert ihre Cousinen beobachtet und messerscharf über die sprachlichen Unterschiede auch die Differenzen zwischen den beiden Ländern begreift. Daneben bekommt man den ganz privaten, persönlichen Iran zu Gesicht. Politische Aspekte spielen nur eine ganz marginale Rolle, sie sind für diese Geschichte nicht von Relevanz. Die Familienstrukturen, die Erwartungen an die Kinder, insbesondere die Töchter, aber auch die Art und Weise, wie man sich innerhalb den strikten Grenzen der Sittenwächter mit den Gegebenheiten arrangiert, um trotzdem ein in gewissem Maße freies Leben leben zu können, wir hier deutlich. Der Erzählton ist lebendig und locker, er passt zur Erzählerin, schwankt er zwischen abgeklärt-analytisch und fasziniert-naiv, wie sie ihre Umwelt beobachtet und ihre eigene Familiengeschichte ergründet. Es gibt Dinge, die ihr auch jenseits der 30 noch nicht offenbar wurden, doch mit dem Tod der Großmutter ist der Zeitpunkt gekommen, Klarheit zu erhalten, weshalb die Ehe der Eltern scheiterte und wie diese überhaupt nur zustande kommen konnte. Andere Romane der letzten Monate, die ebenfalls im Iran spielen und uns das Land etwas näher bringen, wie etwa Shida Bazyars „Nachts ist es leise in Teheran“ setzen einen anderen Fokus, so dass hier eine neue Komponente gefunden wird, die nochmals das Bild des Lesers gewinnend ergänzt. Selten hat man einen so intimen Blick in das Land bekommen, der jedoch nicht skandalös-voyeuristisch ist, sondern schlichtweg persönlich und mich in jeder Hinsicht überzeugen konnte.

Zwischen den Kulturen
von Melanie Enns aus L. am 23.04.2017

"Sechzehn Wörter" ist ein Roman, der mir die iranische Kultur ein klein wenig näher bringen konnte, In sechzehn Worten, die Monas leben prägen erhalten wir Einblicke in eine Welt, die mir fremd war und je mehr ich las nicht mehr unverständlich blieb, sondern beeindrucken konnte. Nach dem Tod der... "Sechzehn Wörter" ist ein Roman, der mir die iranische Kultur ein klein wenig näher bringen konnte, In sechzehn Worten, die Monas leben prägen erhalten wir Einblicke in eine Welt, die mir fremd war und je mehr ich las nicht mehr unverständlich blieb, sondern beeindrucken konnte. Nach dem Tod der Großmutter setzt sich Mona mit ihren Wurzeln auseinander und dies geschieht zwar allmählich, wird aber von Seite zu Seite eindrücklicher. Gerade der Schreibstil konnte mich überzeugen, da die Worte fließen und mich mitnehmen konnte in eine sehr interessante Lebensgeschichte und eine Kultur, die mir irgendwann nicht mehr fremd erschien. Für mich war "Sechzehn Wörter" intensiv, da sich die Story hauptsächlich auf Mona konzentrieren konnte und natürlich auch auf Sitten und Gebräuche des besuchten Landes. Es ist ein Roman der nicht überfordert oder eigentümlich auf seine Leserschar wirkt, da es authentisch bleibt und mich dadurch besonders anrühren konnte. Hervorgehoben werden Familienbande, die auch zerbrechen können und dennoch bestehen bleiben, da Familie wertgeschätzt wird. Auch wenn man viele Meilen auseinander lebt bleibt man verbunden. Besonders herrlich sind die Rückblicke auf die Großmutter, die mir äußerst herzlich erschien und deren Lieblingswort "Kos" mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Für mich war "Kos" bisher eine Insel in Griechenland und nun werde ich sicherlich grinsen müssen, sobald jemand "Kos" sagen wird, da ich nun auch eine andere Bedeutung kenne. "Sechzehn Wörter" ist ein Roman mit dem ich mich gerne auseinandergesetzt habe, denn die mitunter naive analytische Suche nach Wahrheit und Erkenntnis konnten mich überzeugen. Mona steht zwischen zwei Kulturen und auch wenn ich dieser fremden Welt mitunter misstrauisch entgegenblicken konnte, war ich am Ende fasziniert und auch aufgeklärter was Begebenheiten und Traditionen betrifft. "Sechzehn Wörter" hat mich überzeugt und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung. Die knapp 2000 Seiten waren fast schon zu zügig gelesen, denn mein Interesse an Land, Kultur und Tradition war geweckt und ich hätte hier und da gerne mehr Einblicke in Gepflogenheiten erhalten. Dennoch war die Story rund und ich finde nichts, was ich bemängeln müsste. Außergewöhnlich, warmherzig und interessant gestaltete sich jede Buchseite und nahm mich mit auf eine Suche nach Identität.

Ein schoener - und auch spannender! - Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am 07.04.2017

Für alle, die einmal einen tiefen, intimen Einblick in die iranische (Frauen-)Gesellschaft werfen möchten. Empfehlen kann ich dieses Buch auch denen, die wirklich einmal nachempfinden möchten, was es heißt, mit (oder zwischen) zwei Kulturen aufzuwachsen (so wie ich). Eindrücklich, aber null prätentiös oder wehleidig (die Sprache ist eher unterkühlt),... Für alle, die einmal einen tiefen, intimen Einblick in die iranische (Frauen-)Gesellschaft werfen möchten. Empfehlen kann ich dieses Buch auch denen, die wirklich einmal nachempfinden möchten, was es heißt, mit (oder zwischen) zwei Kulturen aufzuwachsen (so wie ich). Eindrücklich, aber null prätentiös oder wehleidig (die Sprache ist eher unterkühlt), schildert Nava Ebrahimi mit ihrer Protagonistin Mona die inneren und äußeren Widersprüche einer Deutsch-Iranerin. Heute, und in Rückblenden auch zurückreichend bis in die 80er Jahre hinein. Angefangen beim ständigen Gefühl des Anders- und Schlechtseins im Kindesalter über die Sprachlosigkeit in der Beziehung zu den Eltern bis hin zur Unfähigkeit, Beziehungen zu führen im Erwachsenenalter. Die Autorin vermittelt diese Gefühle in eindrücklichen Szenen, anstatt zu dozieren. Auf der Ebene der Handlung gilt es für Mona, endlich das große Fragezeichen in ihrem Leben zu klären, ausgelöst durch den Tod der Großmutter. im Laufe der Handlung tastet sie sich langsam an die Antwort heran. Das Ende bzw. die Auflösung haben mich dennoch sehr überrascht. Dabei erzählt sie auch eine Liebesgeschichte, die eigentlich keine sein soll oder darf, die aber sehr berührend ist. Zusammenfassend ein lesenswertes Buch, das durch eine schöne Sprache, intensive Einblicke, bildhafte Szenen sowie durch einen spannenden Aufbau besticht!


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