Muttermale

Roman

(2)

Otto Kadoke arbeitet als Psychiater in einem Krisenzentrum. Dort versucht er, Menschen davon abzuhalten, sich das Leben zu nehmen. Als er eines Tages seine pflegebedürftige alte Mutter besucht, öffnet ihm die nepalesische Pflegekraft die Tür, nur in ein Handtuch gehüllt.
Kadoke wird auf der Stelle von einem übermächtigen Verlangen nach Liebe überwältigt und verhält sich ganz untypisch unkorrekt. Die junge Frau kündigt auf der Stelle, und Kadoke muss sich vorerst selbst um seine Mutter kümmern. Kinderlos geschieden, zieht er wieder zu Hause ein, merkt aber bald, dass er der Situation nicht gewachsen ist. So überredet er Michette, eine junge Frau mit Selbstmordabsichten, zu einer »alternativen Therapie«: der Pflege seiner Mutter. Eine weitere Grenzüberschreitung, die in der so entstehenden Dreiecksbeziehung stets wechselnde Allianzen und Abhängigkeiten schafft.
Wer hier Patient ist und wer Therapeut, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, und auch Kadoke kann sich dem Strudel scheinbar bedingungsloser Liebe nicht entziehen.
»Muttermale« ist ein schonungsloser, aufrührender Roman über zwei Menschen, die ohne einander nicht leben und nicht sterben können: Mutter und Sohn.

Rezension
Kai Lohnert, Literatur-Experte Thalia:
"Wer die Romane von Arnon Grünberg kennt, weiß, dass der niederländisch-jüdische Schriftsteller es liebt, seine Geschichten mit einem Hang zu einem bisweilen grotesken Humor zu erzählen. Auch in „Muttermale“ entspinnt Grünberg eine possenhafte, aber durch und durch tiefgehende Geschichte um den allein lebenden Psychiater Otto Kadoke, den ein sehr inniges Verhältnis mit seiner kranken Mutter verbindet. Eines Tages aber verguckt er sich in die nepalesische Pflegekraft seiner Mutter, die daraufhin postwendend kündigt. Kadoke bemüht eine absurde Idee, um eine neue Pflegekraft zu finden. Er überredet eine seiner selbstmordgefährdeten Patientinnen, seine Mutter zu pflegen. Und dann verliebt er sich auch noch in die junge Frau. Das Chaos ist perfekt. Mich hat diese Geschichte komplett begeistert. Vor allem die Art, wie sie erzählt ist. Ich habe gelacht, geweint, ich habe mich aufgeregt und war letzten Endes tief berührt von dieser Woody-Allen-haften Literatur, die einen mitten in die Seele trifft."
Portrait

Arnon Grünberg, geboren 1971 in Amsterdam, wohnt in New York, Amsterdam und Berlin. Seine Bücher wurden schon mit allen großen niederländischen Literaturpreisen aus-gezeichnet. 2002 erhielt er den NRW-Literaturpreis für sein Gesamtwerk. Neben seinen literarischen Arbeiten schreibt Arnon Grünberg einen Blog sowie eine tägliche Kolumne für die Titelseite von De Volkskrant, er verfasst Theaterstücke und Reportagen und war mehrfach als »embedded journalist« im Irak und in Afghanistan. Sein Werk erscheint in 27 Sprachen

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 30.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-04925-1
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 211/136/37 mm
Gewicht 525
Originaltitel Moedervlekken
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Kundenbewertungen


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Ein Roman über eine ganz besondere Mutter-Sohn-Beziehung
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 22.01.2017

Otto Kadoke ist Psychiater, der sich auf Suizidprävention spezialisiert hat. Seine pflegebedürftige Mutter wird von jungen Nepalesinnen betreut, bis er eines der Mädchen massiv sexuell bedrängt und sich nun selbst um alles kümmern muss. Doch dann lernt er während seiner Arbeit die stark selbstmordgefährdete Michette kennen und wagt mit... Otto Kadoke ist Psychiater, der sich auf Suizidprävention spezialisiert hat. Seine pflegebedürftige Mutter wird von jungen Nepalesinnen betreut, bis er eines der Mädchen massiv sexuell bedrängt und sich nun selbst um alles kümmern muss. Doch dann lernt er während seiner Arbeit die stark selbstmordgefährdete Michette kennen und wagt mit ihr ein Experiment: Sie soll die Pflege seiner Mutter übernehmen... . Der Autor Arnon Grünberg hat hier einen vielschichtigen Roman geschrieben, der neben der Darstellung einer ganz besonderen Mutter-Sohn-Beziehung auch einen Einblick in die Arbeit eines Psychiaters gibt, der mit seinen eigenen Grenzen konfrontiert wird. Im Mittelpunkt der Handlung befindet sich stets Otto Kadoke, der seine um Distanz bemühte professionelle Haltung auch außerhalb seines Berufs nicht ablegen kann. Anfangs wirkte er auf mich etwas stumpf und träge, doch relativ schnell merkt man, dass hinter seiner kühlen Fassade ein starkes Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung steckt. Genau diese Tatsache erkennt seine Mutter, die ihn einerseits gerne herumkommandiert und ihn kritisiert, aber andererseits ihren Sohn einfach nur lieb hat. Im Bezug auf ihre Figur erlebt man als Leser eine große Überraschung, mit der ich so nicht erwartet hätte. Während man im ersten Teil viel über die Mutter-Sohn-Beziehung erfährt, bekommt die Handlung eine ganz neue Wendung durch die borderlinekranke Michette. Mir ihr hat es bald den Anschein, als ob sie ihren Psychiater auch auf eine gewisse Art und Weise therapiert. Arnon Grünberg schreibt gut lesbar und schafft es, seine Figuren und deren Beweggründe für ihr Handeln gut herauszuarbeiten. Obwohl das Buch vom der Grundstimmung eher melancholisch angelegt ist, gibt es doch immer wieder Momente, in denen man schmunzelt und wegen der teilweise sehr skurillen Szenen lachen kann. Allerdings ist das Erzähltempo ein wenig langsam und manchmal verliert sich Grünberg in seinen übermäßig vielen Dialogen und Beschreibungen. Insgesamt ist ,,Muttermale" ein besonderer Roman über gewöhnliche und außergewöhnliche Beziehungen, der viel Stoff zum Nachdenken bietet und mich persönlich sehr angesprochen hat. Ich kann das Buch daher nur weiterempfehlen.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von einer Kundin/einem Kunden am 18.08.2017
Bewertet: anderes Format

Eine tiefgehende Charakterstudie eines Mannes, der der Beziehung zu seiner Mutter nicht entrinnen kann. Skurrile und zugleich berührende Szenen machen das Buch zu einem Genuss!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?

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