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Manja

Ein Roman um fünf Kinder

(3)
„Eine weiche, warme Geschichte inmitten des aufkommenden Faschismus.“ Die Zeit
Poetisch und berührend erzählt Anna Gmeyner die Geschichte von fünf Kindern, die in derselben Nacht im Frühjahr 1920 gezeugt werden, aber in ganz unterschiedlichen Milieus aufwachsen. Eigentlich trennen sie Welten, und dennoch sind sie zu Freunden geworden, verbunden durch eine innige Zuneigung zu Manja – dem Mädchen aus armen ostjüdischen Verhältnissen. Für ihre Freundschaft nehmen die fünf Konflikte in Kauf, mit den Eltern, der Schule, der Hitlerjugend. Letztlich aber bleiben sie Gefangene ihrer Zeit, an der Manja tragisch zerbricht und mit ihr die Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft.
Rezension
"Eine weiche, warme Geschichte inmitten des aufkommenden Faschismus." (Die Zeit)
Portrait
Anna Gmeyner, 1902 in Wien geboren, zählte zur literarischen Avantgarde der zwanziger Jahre. Ab 1932 arbeitete sie in Paris, wo sie Drehbücher u. a. für G. W. Pabst schrieb. Nach ihrer Heirat emigrierte sie nach England. Dort entstand der Roman Manja, der 1938 bei Querido in Amsterdam herausgegeben wurde. Gmeyner starb 1991 in York.

Heike Klapdor, geb.1952, Literaturwissenschaftlerin. Dokumentarfilm über Paul Kohner. „Ich bin ein unheilbarer Europäer. Briefe aus dem Exil“ (Hrsg., Aufbau 2007).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 544
Erscheinungsdatum 16.05.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-3201-8
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 195/121/43 mm
Gewicht 430
Auflage 1. Auflage
Buch (Taschenbuch)
13,40
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Die Entdeckung einer unbekannten Exilschriftstellerin
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 11.08.2016

Als ich dieses Werk im Aufbau Verlagsprogramm entdeckte, sprach mich die Handlung sofort an. Ein Roman über den aufkommenden Faschismus in Deutschland anhand des Schicksals von fünf Kindern aus verschiedenen Millieus. Die Autorin war mir bisher unbekannt und ich hielt sie für eine junge Nachwuchsautorin. Umso überraschter war ich... Als ich dieses Werk im Aufbau Verlagsprogramm entdeckte, sprach mich die Handlung sofort an. Ein Roman über den aufkommenden Faschismus in Deutschland anhand des Schicksals von fünf Kindern aus verschiedenen Millieus. Die Autorin war mir bisher unbekannt und ich hielt sie für eine junge Nachwuchsautorin. Umso überraschter war ich als ich erfuhr, dass Anna Gmeyner eine 1902 in Wien geborene jüdische Schriftstellerin war, die seit 1929 in Berlin lebte und kurz nach Hitlers Machtergreifung nach England emigrierte. Manja erschien 1938 erstmals in einen Amsterdamer Verlag, in Deutschland blieb dieser Roman jedoch nahezu unbekannt. In den achtzigern erschien er in einem kleinen Verlag aber erst jetzt macht ihn Aufbau einem größeren Leserkreis zugänglich. Dem Verlag kann man dafür nur danken! Es ist ein Roman, der in jeder Hinsicht thematisch und sprachlich auf der Höhe mit den großen Exilautoren ist. In einem sehr gepflegten Deutsch schreibt sie wechselweise poetisch und realistisch eine Geschichte, die im Frühjahr 1920 beginnt, als kurz hintereinander fünf Kinder geboren werden. So unterschiedlich die Herkunft der Kinder ist, werden sie durch seltsame Umstände zu Freunden. Im Zentrum steht dabei das einzige Mädchen Manja, die aus einer ostjüdischen Krämersfamilie stammt. Doch die aufkommende Nazidiktatur bedroht diese kleine Gemeinschaft mehr und mehr bis zu ihrem tragischen Ende. In Manja beschreibt Gemeyner sehr detailliert die verschiedenen deutschen Schichten und ihre Rolle auf dem Weg in die Diktatur. Ins Auge fällt dabei vor allem die Familie Meissner: typische Kleinbürger, die sofort begeistert dabei sind. Oder die Arbeiterfamilie Müller. Der Vater wird als Kommunist bereits 1933 verhaftet. Besonders ans Herz geht jedoch das traurige Schicksal der kleinen Manja. Ein Roman der an Anna Seghers oder Stefan Zweig erinnert und der eine Lücke in der Exilliteratur ausfüllt. Man kann dieses Buch nur empfehlen, es ist auch sprachlich eine große Freude, weil heute kaum noch Autoren so gut mit der deutsche Sprache umgehen können.

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Eigentlich ist dies nur ein Versuch einer Rezension. Denn lange hat mich ein Buch nicht so berührt, ging so unter die Haut. Auch nach dem Ende hat es mich gedanklich noch nicht losgelassen und beschäftigt mich weiter. Es fällt mir gerade bei diesem Buch besonders schwer all meine Gefühle,... Eigentlich ist dies nur ein Versuch einer Rezension. Denn lange hat mich ein Buch nicht so berührt, ging so unter die Haut. Auch nach dem Ende hat es mich gedanklich noch nicht losgelassen und beschäftigt mich weiter. Es fällt mir gerade bei diesem Buch besonders schwer all meine Gefühle, die ich beim Lesen hatte, zu beschreiben. Aber erst einmal zum Inhalt: 1920, in einer einzigen Nacht werden von fünf verschiedenen Paaren fünf Kinder gezeugt. Manja, Heini, Harry, Franz und Karl. Sie alle werden hinterher in einer Stadt wohnen. Die Lebenswege ihrer Mütter oder Väter werden sich kreuzen und die fünf Kinder werden zusammenfinden. Sie sind verschieden, haben einen verschiedenen Hintergrund. Familär, religiös, politisch oder was das Einkommen der Väter betrifft. Doch Manja führt sie zusammen und hält sie zusammen. Gemeinsam wachsen sie heran. Doch dann kommt das Jahr 1933. Und alles ändert sich. Anna Gmeyner( 1902 – 1991 ), die Autorin, hat das Buch bereits 1938 im Exil veröffentlicht. 2014 ist das Buch in einer neuen gebunden Auflage im Aufbau Verlag erschienen. Meinung: Das Buch ist wahrlich keine leichte Kost. Es geht unter die Haut. Anna Gmeyner hat mich langsam, aber stetig, in die Welt von Manja entführt. Im ersten Drittel geht es hauptsächlich um die Elterngeneration. Hautnah erleben wir als Leser mit, in was für eine Zeit die fünf Kinder hinein geboren werden. Anschlaulich lässt uns Gmeyner hinter die Kulissen eines Arztes, eines jüdischen großbürgerlichen Kommerzienrates, einer Arbeiterfamilie, eines Arbeitslosen und einer jüdischen Familie aus Polen blicken. Geschickt werden hier Lebenswege und Schicksale verknüpft. Dann erleben wir die Zeit der Inflation und des Umbruchs. Immer mehr wird die Kluft zwischen den Familien deutlich. Immer mehr gewinnt der Nationalsozialismus Einfluss. Inzwischen sind die fünf Kinder fast dreizehn. Sie sehen die Gefahren, sie können sich nicht wehren. Gefangen in ihrem Umfeld, versuchen sie zu reagieren oder sich einzuordnen. Manja ist diejenige, die strahlend, lachend, optimistisch und vor Ideen sprühend die Gruppe zusammenhält. Bis..... Ohne spoilern zu wollen, der Druck, die Spannung wächst von Seite zu Seite. Die Ohnmacht oder die Macht – erfasst jeden. Ich kann Anna Gmeyners ganz besonderen Schreibstil nicht beschreiben. Ihr teils poetischer Stil vermittelt die Gedanken, die Gefühle der Protagonisten. Glückliche und ängstliche, gefahrvolle Momente werden beschrieben, so dass man mitfühlt. Wechselnde Sichtweisen erlauben uns hinter verschiedene Fassaden zu blicken. Immer beklemmender wird die Geschichte, man kann es sich ja denken. Obwohl alles fiktiv ist, genauso könnte es sich abgespielt haben. Am Ende bleiben die Gedanken. Ein Buch, das man nicht so schnell vergessen kann. Daher von mir : 100% Lesempfehlung !!!!!

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Ich muss gestehen, ich hatte leichte Zweifel als ich mit diesem umfangreichen Hörbuch begann. 873 Minuten - und das zu einem solch ernsten Thema. Ist das auszuhalten? Nein, zumindest nicht immer. Doch dies hängt nicht mit der Länge der Lesung oder des Inhalts an sich zusammen, sondern mit der... Ich muss gestehen, ich hatte leichte Zweifel als ich mit diesem umfangreichen Hörbuch begann. 873 Minuten - und das zu einem solch ernsten Thema. Ist das auszuhalten? Nein, zumindest nicht immer. Doch dies hängt nicht mit der Länge der Lesung oder des Inhalts an sich zusammen, sondern mit der unbeschreiblich eindringlichen Sprache Anna Gmeyners, die kongenial von Iris Berben umgesetzt wurde. Immer wieder musste ich innehalten, um das Gehörte erst einmal zu verdauen. Fünf Kinderschicksale in der Zeit von 1920 bis 1934 werden geschildert, jedes so individuell wie Menschen nun mal sind. Manja, das 'Ergebnis' einer spontanen Liebesnacht, voller Lebendigkeit und Liebe dem Leben gegenüber, lebt in einer verarmten jüdischen Einwandererfamilie. Und dann die vier Jungen, deren Familien einen Querschnitt durch die gesamte Gesellschaft bilden: die politisch engagierte Arbeiterschaft, das großbürgerliche, reiche Judentum, die liberalen konfessionslosen Intellektuellen und die faschistischen Kleinbürger. Gemein ist ihnen, dass sie Manja lieben, egal wer aus welcher Familie kommt. Es ist eine schöne, wenn auch von Geldsorgen geprägte Kindheit die da erzählt wird. Doch das Unheil des III. Reiches rückt näher und macht auch vor der Freundschaft dieser Fünf nicht halt. Denn Manja und Harry, einer der vier Jungs, sind nicht rasserein... Gmeyners Sprache ist voller Poesie und doch so genau, dass man das Schrecken und Grauen dieser Zeit förmlich mit den Händen greifen kann. Iris Berben setzt dies in einer fantastischen Art und Weise um. Rauh und hart klingt ihre Stimme, wenn der faschistische Familienvater seinen Sohn zusammenbrüllt, weich und sanft wenn Manja sich um ihre schwache Mutter kümmert. Einfach brilliant!

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