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Malina

Roman

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»Malina«, der erste und einzige Roman der Lyrikerin Ingeborg Bachmann, ist das Buch einer Beschwörung, eines Bekenntnisses, einer Leidenschaft. »Malina« ist wohl die denkbar ungewöhnlichste Dreiecksgeschichte: weil zwei der Beteiligten in Wahrheit eine Person sind. Das Buch handelt von nichts anderem als von Liebe, es zeigt die Einsamkeit dessen, der liebt. Ein radikales Buch, das seit seiner Erstveröffentlichung vor vierzig Jahren nichts an seiner Kraft verloren hat.
Rezension
»… die intelligenteste und bedeutendste Dichterin, die unser Land in diesem Jahrhundert hervorgebracht hat.«
Thomas Bernhard
Portrait

Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 als erstes von drei Kindern des Volksschullehrers Matthias Bachmann (1895-1973)und seiner Frau Olga (geb. Haas, 1901-1998)in Klagenfurt (Österreich) geboren. Ihre Mutter stammt aus dem an ›Böhmen‹ und Ungarn grenzenden Niederösterreich, ihr Vater aus Obervellach bei Hermagor im Kärntner Gailtal, wo die Familie in Ingeborg Bachmanns Kindheit oft Ferien verbrachte. Dieser Kärntner Grenzraum im Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien repräsentiert für die Autorin später »ein Stück wenig realisiertes Österreich (...), eine Welt, in der viele Sprachen gesprochen werden und viele Grenzen verlaufen» (WIV, 302), und damit die Utopie eines gewaltfreien Miteinanders der Völker, die bereits der ebenfalls in Klagenfurt geborene Autor Robert Musil (1880-1942),Bachmanns wohl wichtigster Bezugspunkt in der literarischen Moderne Österreichs, mythisierend auf das Kaiserreich Österreich-Ungarn als Vielvölkerstaat projiziert hatte. Noch in dem Roman Malina steht dieses »Haus Österreich« als literarische Utopie für eine »geistige Formation«, die kritisch gegen die Verkrustungen der österreichischen Nachkriegsgesellschaft und gegen die Verdrängung des österreichischen Anteils an der Katastrophe des Nationalsozialismus gewendet wird, um zugleich gegen die wachsende kulturelle Dominanz Westdeutschlands einen spezifisch österreichischen »Erfahrungsfundus, Empfindungsfundus» zu behaupten.
Rückblickend nach dem Erscheinen des Romans Malina(1971)hat die Autorin den »Einmarsch von Hitlers Truppen in Klagenfurt« (im Rahmen des ›Anschlusses‹ Österreichs an das Deutsche Reich am12. März 1938) symbolisch zum biographischen Ausgangspunkt ihres Schreibens erklärt und als »einen zu frühen Schmerz« bezeichnet, mit dem ihre »Erinnerung« anfange. Mit dieser Pointierung unterstreicht sie die moralische Verpflichtung und zeitkritische Ausrichtung ihres literarischen Werks als ein »Schreiben gegen den Krieg« (Höller 2004),das seine »Problemkonstanten« in der Auseinandersetzung mit den Verflechtungen von ›kleiner‹ und »großer GESCHICHTE« (TKA 1, 53), Individual- und Zeitgeschichte im Zeichen gesellschaftlicher Gewalt findet.
Bachmann beginnt schon als Schülerin in Klagenfurt zu schreiben, bis ihr nach ihrem ersten, in Innsbruck und Graz verbrachten Studienjahr (1945/46) mit der Erzählung Die Fähre schließlich die erste Veröffentlichung ...

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 480 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.09.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783518734704
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 1393 KB
eBook
9,99
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Kundenbewertungen

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Du darfst nicht sein
von einer Kundin/einem Kunden am 22.01.2018
Bewertet: Taschenbuch

Eines Tages beginnt sich die Welt um sie herum aufzulösen. Malina lebt ihr Leben wie bisher, empfindet sich aber immer mehr als leere Hülle in einer dominanten Welt. Der Lebensroman einer Frau, fast ein Diagramm, über die fortschreitende Loslösung aus der Realität in einer Gesellschaft, die die totale Selbstverleugnung fordert... Eines Tages beginnt sich die Welt um sie herum aufzulösen. Malina lebt ihr Leben wie bisher, empfindet sich aber immer mehr als leere Hülle in einer dominanten Welt. Der Lebensroman einer Frau, fast ein Diagramm, über die fortschreitende Loslösung aus der Realität in einer Gesellschaft, die die totale Selbstverleugnung fordert und in der Malina als Mensch nicht mehr existieren kann. Ein Hilfeschrei. Von einer, die nicht schreien darf.

Literaturklassiker, aber naja...
von Katha am 05.05.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Da ich selbst aus der Germanistik komme, hörte ich den Titel Malina von mehreren Seiten. Ich dachte mir: das musst du lesen! - Das Buch entpuppte sich leider als ziemlich langweiliges (weil langwierig und in einer Wurscht geschriebenes) Werk. Endlose Monologe folgen auf endlose Dialoge. Für Ingeborg Bachmann Fans... Da ich selbst aus der Germanistik komme, hörte ich den Titel Malina von mehreren Seiten. Ich dachte mir: das musst du lesen! - Das Buch entpuppte sich leider als ziemlich langweiliges (weil langwierig und in einer Wurscht geschriebenes) Werk. Endlose Monologe folgen auf endlose Dialoge. Für Ingeborg Bachmann Fans auf jeden Fall empfehlenswert. Für mich leider nichts, deswegen nur zwei Sterne.

Unvergesslich
von einer Kundin/einem Kunden am 06.03.2010
Bewertet: gebundene Ausgabe

Gehört zu der Art Literatur, an die man sich auch nach dem Konsum der Lektüre ein ganzes Leben lang erinnern kann. Die Anstrengung rechnet sich!