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Letzte Lockerung

Ein Handbrevier für Hochstapler und solche, die es werden wollen

intermedium 56

(1)
Der Knigge für Zyniker
Serners Lockerungsübungen für kluge Köpfe gehören in jeden Smoking! Geistreich, frech und pointiert, avancierte sein »Handbrevier« schnell zum Kultbuch. Denn nirgendwo ist das Lebensgefühl des literarischen Amoralismus gewitzter auf den Punkt gebracht als in Serners Maximen. »Die Welt will betrogen sein, gewiß«, heißt es da kurz und bündig: »Sie wird sogar ernstlich böse, wenn du es nicht tust.«
Das Sernersche Benimmbuch für Filous spielt lustvoll mit den herrschenden Klischees von Moral und Wohlanständigkeit. Unverschämt, nicht selten ätzend werden die Widersprüche zwischen gesellschaftlichem Schein und Sein auf die Spitze getrieben. Der erste Abschnitt, 1918 in Lugano entstanden, war explizit als »Manifest dada« angelegt, als subversive Sinn-Camouflage und »prinzipielles Handbrevier«. Der zweite Teil, 1927 in Genf geschrieben, versteht sich indessen als »praktische« Denk- und Handlungsanleitung für den mondänen, stilbewußten Amoralisten.
Mit enzyklopädischer Nonchalance werden Kleidung und Manieren, Reisen und Hotels, Frauen und Männer, Gott und die Halbwelt abgehandelt. Ein anzüglicher Knigge – gleichsam für alle, die sich von der Schamlosigkeit der Moderne nicht länger zum Narren halten lassen wollen: Herrenzynismen wechseln mit Sentenzen der Weltgewandtheit, Travestien des Zeitgeists mit lebensphilosophischen Betrachtungen. Während sich eine durch und durch bigotte Gesellschaft in den Saturnalien der Selbstidealisierung berauschte, schrieb Walter Serner ihr die denkbar luzideste Ernüchterungsprosa auf den Leib.
Portrait
Walter Serner (1889–ca. 1942), als Walter Eduard Seligmann im böhmischen Karlsbad geboren, studierte Jura in Wien, ging 1912 nach Berlin und wurde zum personifizierten Unruhegeist des Dada-Zeitalters. In den Zwanzigerjahren tat er sich als Essayist, Literat und Aktionskünstler hervor. Von den Nazis verfolgt, lebte er noch einige Monate im Prager Ghetto, ehe sich seine Spur in einem deutschen Vernichtungslager verliert.
Zitat
"Zu den >dunklen Schriftstellern des Bürgertums< gehört Serner wie Baudelaire und Flaubert."
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Herausgeber Andreas Trojan
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 296 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.02.2009
Sprache Deutsch
EAN 9783641018825
Verlag Manesse Verlag
eBook
13,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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"Die Welt will betrogen sein, gewiß. Sie wird sogar ernstlich böse, wenn du es nicht tust."
von einer Kundin/einem Kunden am 29.09.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Ich könnte Ihnen stundenlang aus diesem Kultbuch zitieren, welches mich nun seit über zwanzig Jahren begleitet, in das ich immer wieder mit größtem Vergnügen hereinlese, in dem man immer wieder phantastische Sätze und Gedankengänge entdecken kann. Ein höchst amoralisches und intellektuelles Vergnügen - dass garantiere ich Ihnen!! Walter Serner gehörte... Ich könnte Ihnen stundenlang aus diesem Kultbuch zitieren, welches mich nun seit über zwanzig Jahren begleitet, in das ich immer wieder mit größtem Vergnügen hereinlese, in dem man immer wieder phantastische Sätze und Gedankengänge entdecken kann. Ein höchst amoralisches und intellektuelles Vergnügen - dass garantiere ich Ihnen!! Walter Serner gehörte zum innersten Zirkel der Dadaisten und so erschien der erste Teil dieses Buches 1918 unter dem Titel "Letzte Lockerung manifest dada" und erst 1928 kam der zweite Teil, "das praktische Handbrevier" dazu, dass in Aphorismen zynischst Gedankensplitter wie Schrotpatronen in den Kopf des Lesers jagt. Und wer getroffen, der wird sein Leben lang infiziert sein...Gut so! Das Manifest wie das Handbrevier sind - wenn man sich auch mit der Biographie Serners beschäftigt - bis ins letzte erfahren, erlebt und dann durchdacht. Immer wieder frappiert die Prägnanz des Ausdrucks und entzückt die Schärfe des Gedankens. Die "Letzte Lockerung" ist eine geistreiche Analyse und gleichzeitig Ausdruck des damals (künstlerisch) vorherrschenden Nihilismus; so winkt der Herr Nietzsche doch an vielen Ecken dem Leser zu: "Interessante Menschen (sozusagen) sind immer ein wenig brutal." Im Kapitel 'Menschenkenntnis' gibt es aber zeitlose Formulierungen wie "Erzählt Dir jemand, er werde von morgen an ein neues Leben beginnen, so kannst du sicher sein, daß ihm etwas sehr Unangenehmes zugestoßen ist, vielleicht sogar etwas Tragisches. Oder es wedelt dahinter bloß eine Dame mit dem Busen." Ok, den Rest müssen Sie selber lesen und entdecken. Viel Vergnügen! Zum Abschluss: "Lust ist der einzige Schwindel, dem ich Dauer wünsche."