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Keine Angst vor niemand

Über die Siebziger, die Bewegung 2. Juni und die RAF

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Der Vater war Polizist in Dortmund - und Gabriele Rollnik ging 1970 zum Studium der Soziologie in das studentenbewegte Berlin, um Familie und Provinz hinter sich zu lassen. Sie brach das Studium ab und näherte sich, nach einem Intermezzo als Bandarbeiterin in einem Großbetrieb, dem "Untergrund" zunächst als Quartiersgeberin. Sie beschreibt ihre Zeit in der Bewegung 2. Juni, den Übergang vom "Blues" zum bewaffneten Kampf, die Banküberfälle, die Gefangenenbefreiung und den eigenen Gefängnisausbruch zusammen mit drei anderen Frauen. Es werden Kontakte zur RAF geknüpft und eine Zusammenarbeit diskutiert.
Im Gespräch mit Daniel Dubbe zieht Gabriele Rollnik Bilanz: wie war die Situation der Frauen in der Illegalität? Wie kam sie mit dem Leben im Untergrund zurecht? Wie sahen die politischen oder gesellschaftlichen Perspektiven tatsächlich aus? Und schließlich: wie blickt sie heute - nach 15 Jahren Gefängnis - auf ihre Geschichte zurück?
Portrait
Gabriele Rollnik, geboren 1950 in Dortmund, ab 1970 Studium der Sozialwissenschaften. Politische Aktivitäten in der neugegründeten Frauenbewegung. Abbruch des Studiums für Tätigkeit als Montiererin bei AEG-Telefunken. Ab 1974 Mitgliedschaft in der Bewegung 2. Juni. Teilnahme an der Entführung des CDU-Politikers Lorenz. 1975 erste Festnahme. 10 Monate später Ausbruch aus dem Berliner Gefängnis zusammen mit drei anderen gefangenen Frauen. 1978 Befreiungsaktion der Bewegung 2. Juni im Gefängnis Moabit, aus dem ein Gefangener der Bewegung befreit wird. Zwei Monate darauf zweite Festnahme durch ein Zielfahndungskommando des BKA in Bulgarien. Überstellung in die BRD, bis 1992 in Kleingruppenisolation in den Hochsicherheitsgefängnissen Berlin und Lübeck. Teilnahme an sechs kollektiven Hungerstreiks. Nach Absitzen der gesamten Strafe von 15 Jahren 1992 entlassen. Lebt und arbeitet in Hamburg.
Daniel Dubbe, geb. 1942, freier Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte u.a. Wilde Männer, wenig Frauen (1984), Große Insel fernsüdlich (1989), Bessere Tage (1995) Hart auf Hart (2002). Drehbücher zu Kanakerbraut (1983) und Mau-Mau (1991), beide mit Uwe Schrader.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum März 2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89401-436-0
Verlag Edition Nautilus
Maße (L/B/H) 208/124/12 mm
Gewicht 177
Abbildungen mit Fotos. 21 cm
Auflage 1. Auflage
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unecht
von einer Kundin/einem Kunden am 08.12.2007

Zufällig habe ich die Autorin bei einer Lesung erlebt. Es war ein sehr zwiegespaltener Eindruck. Sie wirkte insgesamt unecht. Ihre Gesten, ihre Mimik aber auch die gefärbten Haare. Sie redete von einem "Schönen Leben" und davon, dass sie nichts bereue. Aber es klang hart und verbittert. Ich interessiere... Zufällig habe ich die Autorin bei einer Lesung erlebt. Es war ein sehr zwiegespaltener Eindruck. Sie wirkte insgesamt unecht. Ihre Gesten, ihre Mimik aber auch die gefärbten Haare. Sie redete von einem "Schönen Leben" und davon, dass sie nichts bereue. Aber es klang hart und verbittert. Ich interessiere mich für Biographien .Bei dieser Lesung aber überkam mich irgendwann das Gefühl des Mitleids für die Autorin. Sie machte oft absolut zu, wirkte kalt bei Fragen, die ihr unbequem waren.Die Antworten wurden abstrakt, abgespalten von der Person. Das kleine Publikum wirkte wie alte Bekannte, Zwischen ihnen wirkte Gabriele Rollnik eher wie eine biedere, konservative Hausfrau. Eine Frau, die in einem früheren Leben Banküberfälle und Entführungen mitmachte. Sie betonte immer wieder, fast zu oft, dass es eine bewusste politische Entscheidung war. Nur für welche Politik, das kam den ganzen Abend nicht vor. Während der RAF Debatte erinnerte ich diese Lesung, die so eigenartig steril wirkte und das Umfeld politischer als die Autorin wirkte.

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