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Junge Talente

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Infolge historischer Mißgeschicke in einem Harzer Städtchen zur Welt gekommen, gerät Less bereits als kleiner Junge in stille Opposition zu seiner Umgebung. Später drückt sich seine Verweigerung im Erscheinungsbild aus, das es dem werdenden Dandy unmöglich macht, ein passendes weibliches Pendant zu finden. Einzig Less' Kusine Radost, die während eines denkwürdigen Sommers eine Prise Berliner Boheme in die Provinz bringt, vermag sein Interesse dauerhaft zu fesseln. Und so läßt der junge Mann eines Tages Schule und Lehre sausen, um die Seelenverwandte in der Hauptstadt aufzuspüren. Doch statt Radost, die längst von zu Hause ausgezogen ist, gewährt ihm ihr Vater Unterschlupf und führt ihn in das bizarre Paralleluniversum rund um den Prenzlauer Berg ein. Less lauscht Lyrikern mit langen Bärten und dicken Bäuchen, die zur Klampfe nostalgische Freiheitslieder singen, freundet sich mit Beck an, einem der seltenen Punks, die überall Lokalverbot erteilt bekommen, weckt das Begehren des eleganten Anarchisten Nathanael und verliert seine Unschuld an die lebensfrohe Dani. Erste Ausflüge in die Arbeitswelt bestärken Less in seiner Ablehnung eines planvollen Lebens. Noch ahnt er nicht, was die Historie als nächstes für ihn bereit hält...André Kubiczeks bemerkenswertes Debüt beschwört die Atmosphäre der DDR-Endzeit herauf, eine Atmosphäre wie vor einem Sommergewitter, träge und zugleich von einer ungeheuren Spannung aufgeladen. Die Jungen Talente, die diesen eigentümlichen Kosmos bevölkern, sind allesamt Exzentriker und Träumer, die sich auf unterschiedlichste Weise der staatlichen Bevormundung entziehen - und ganz unbeabsichtigt zum Zusammenbruch des Systems beitragen.
Rezension
Was André Kubiczek vorführt, ist nichts Geringeres als eine Rekonstruktion der Wirklichkeit aus dem Geist des Ressentiments - und dies auf höchst selbstironische, ja humoristische Weise.
Portrait
Andre Kubiczek, geb. 1969 in Potsdam, lebt er heute nach seinem Studium der Germanistik in Leipzig und Bonn als freier Autor in Berlin. 1997 erhielt er das Arbeitsstipendium Brandenburg, 1998 das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 02.12.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783644117112
Verlag Rowohlt E-Book
eBook
7,49
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Ein Debüt zur DDR Endzeit
von Dietmar Behneke aus Wildau am 20.09.2009
Bewertet: Taschenbuch

Eigentlich mag ich Geschichten von pubertierenden Jugendlichen nicht, diese ist jedoch wunderschön; man merkt, dass der Schriftsteller (um die 40) seine Zeit der Jugend nicht vergessen hat; auch ein gutes Buch wenn man Berlin mag und sich etwas für Synonyme/Symbole in der Sprache interessiert; nicht ganz einfach in der... Eigentlich mag ich Geschichten von pubertierenden Jugendlichen nicht, diese ist jedoch wunderschön; man merkt, dass der Schriftsteller (um die 40) seine Zeit der Jugend nicht vergessen hat; auch ein gutes Buch wenn man Berlin mag und sich etwas für Synonyme/Symbole in der Sprache interessiert; nicht ganz einfach in der Sprache, aber sehr lesenswert