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In jedem Augenblick unseres Lebens

Roman

(49)
»In jedem Augenblick unseres Lebens« ist ein tragisch-schönes Buch über ein Jahr, das alles verändert. Eine Geschichte über Verlust, Elternschaft und das Leben, das wir leben, Augenblick für Augenblick. Hier gibt es kein Dann, kein Später, nur Jetzt. Ein Buch wie ein einziger Atemzug. Tom und Karin erwarten ihr erstes Kind, als Karin plötzlich schwer erkrankt und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Das Baby wird per Kaiserschnitt gerettet, während Tom wie in einem Albtraum in den unterirdischen Gängen des Krankenhauses umherirrt. Zwischen Intensivstation und Säuglingsstation, zwischen Leben und Tod. Als er nach Hause zurückkehrt, hat er Karin verloren und ist allein mit einem Neugeborenen. Um sich seiner Trauer zu stellen und seiner Tochter ein Vater zu sein, beginnt er ein Buch zu schreiben.
Rezension
»Unmöglich, zu widerstehen ... So viel Menschlichkeit in einem Roman ...« EXPRESSEN »Wer das Buch anfängt, legt es nicht mehr aus der Hand. So wird es auch Ihnen gehe ... Dieses Buch ist nicht nur mit starken Emotionen, sondern auch mit herausragender Fertigkeit geschrieben.« HELSINGBORGS DAGBLAD »"In jedem Augenblick unseres Lebens" ist ein Roman, der voller Wucht den Tod erfasst und ihn der zerbrechlichen Schönheit des Lebens gegenüberstellt.« Mattias Ahlén, Corren »Tom Malmquist nimmt seine Leser tausendfach emotional gefangen ... und findet dadurch den perfekten Ton zwischen Ernsthaftigkeit und Sensibilität, um seine Geschichte zu erzählen.« Jeanne de Ménibus, Elle »Tom Malmquist hat den besten Roman des Herbstes geschrieben.« Björn Wiman, Dagens Nyheter »Malmquists Bericht darüber, wie eine Person hochtraumatische Ereignisse bewältigt, ist außergewöhnlich. Sein Stil und Tempo ziehen den Leser in die Geschichte, eine Geschichte, die niemals selbstmitleidig ist.« Janny Middelbeek-Oortgiese, Swedish Book Review
Portrait
Tom Malmquist, geboren 1978, hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht, die von der Kritik gefeiert wurden. »In jedem Augenblick unseres Lebens« ist sein erster Roman und wurde für zahlreiche Literaturpreise nominiert.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 304, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.03.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783608100815
Verlag Klett Cotta
Verkaufsrang 21.794
eBook
15,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„tief berührendes Leseerlebnis“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

"Der Arzt hat kräftige Hände, schraubt eine patronenähnliche Flasche fest und fährt fort: Patientin schwanger, Kind laut Angaben wohlauf, dreiunddreißigste Woche, vor etwa fünf Tagen grippeähnliche Symptome......heute akute Verschlechterung....."Tom hat Karin in die Klinik gebracht. Die Freude auf ihr erstes gemeinsames Kind ist der "Der Arzt hat kräftige Hände, schraubt eine patronenähnliche Flasche fest und fährt fort: Patientin schwanger, Kind laut Angaben wohlauf, dreiunddreißigste Woche, vor etwa fünf Tagen grippeähnliche Symptome......heute akute Verschlechterung....."Tom hat Karin in die Klinik gebracht. Die Freude auf ihr erstes gemeinsames Kind ist der Angst gewichen. Karin hat schwere gesundheitliche Probleme bekommen. Erste medizinische Maßnahmen bringen keine signifikante Besserung.Die Sauerstoffzufuhr ist nicht zufriedenstellend genug. Es wird angedacht, Karin in Narkose zu setzen, um sie mit einem Beatmungsgerät zu unterstützen. Tom sitzt vor dem Operationssaal und versucht seine aufsteigende Panik in den Griff zu bekommen. Er wartet und versinkt in Gedanken an seine Frau und sein Kind. Ein Albtraum beginnt.
"In jedem Augenblick unseres Lebens" von Tom Malmquist ist tief bewegendes Leseerlebnis.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
49 Bewertungen
Übersicht
10
13
18
7
1

berührend, aber auch schwer zu lesen
von einer Kundin/einem Kunden aus Belm am 11.03.2017

Das Buch " In jedem Augenblick unseres Lebens" behandelt ein Thema, was sicherlich schwer auszuhalten ist. Den Tod einer werdenden Mutter und das Überleben des Ehemannes mit dem Neugeborenen. Die Geschichte berührt, das schon mal vorab, denn solch einen Schicksalsschlag zu verwinden und dann damit umzugehen ist sicherlich nicht... Das Buch " In jedem Augenblick unseres Lebens" behandelt ein Thema, was sicherlich schwer auszuhalten ist. Den Tod einer werdenden Mutter und das Überleben des Ehemannes mit dem Neugeborenen. Die Geschichte berührt, das schon mal vorab, denn solch einen Schicksalsschlag zu verwinden und dann damit umzugehen ist sicherlich nicht einfach. Der Protagonist dieses Romans tut dies mit aller Kraft , die ihm geblieben ist. Trotzdem ist dieses Buch schwer zu lesen, denn der Schreibstil ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Ohne Einleitung von Kennzeichnungen bei Dialogen werden die Sätze in das Geschehen geworfen und der Leser muss dabei versuchen bei der Sache zu bleiben. Auch der übrige Schreibstil ist kurz und stakkatomäßig, fast wie ein Bericht, der ohne Emotionen auskommen soll. Vielleicht ein Ausdruck des tiefen Schmerzes unseres Protagonisten, der nicht in der Lage ist den Schmerz an sich heranzulassen ohne zusammen zu brechen. ?

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Ein Roman, der keiner ist
von einer Kundin/einem Kunden aus Stolberg am 27.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Die Überschrift verrät es bereits: Das Buch wird als Roman gehandelt, jedoch ist es eigentlich eine biografische Erzählung des Autors Tom Malmquist. Seit 10 Jahren leben Karin Lagerlöf und er zusammen und erwarten nun ihr Wunschkind. Einige Wochen vor dem errechneten Termin erkrankt Karin schwer an akuter Leukämie und... Die Überschrift verrät es bereits: Das Buch wird als Roman gehandelt, jedoch ist es eigentlich eine biografische Erzählung des Autors Tom Malmquist. Seit 10 Jahren leben Karin Lagerlöf und er zusammen und erwarten nun ihr Wunschkind. Einige Wochen vor dem errechneten Termin erkrankt Karin schwer an akuter Leukämie und sie muss in die Notaufnahme. An dieser Stelle beginnt Toms Buch. Es ist gegliedert in 5 Abschnitte. Der erste handelt ausschließlich von der Zeit in der Klinik - der Notaufnahme, die Verlegung in eine Spezialklinik, wo das Kind per Kaiserschnitt geholt und die Mutter besser versorgt werden soll sowie in der Frühchenstation. Dieser 1. Abschnitt ist geradezu rasant geschrieben. Atemlos verfolgt man jeden Schritt Toms und man ist förmlich in die Handlung hinein gesogen. Man hat geradezu die Bilder vor Augen. Jedes noch so kleine Detail findet nebenbei Erwähnung. Es ist, als ob Tom alles noch einmal erlebt vor seinem geistigen Auge. Tagelang pendelt er in der Klinik zwischen Intensiv- und Frühchenstation hin und her. Er schläft in der Klinik und isst kaum etwas. Freunde warten gemeinsam mit ihm, seine Schwiegereltern - es ist eine eigenwillige Stimmung, denn sie alle dürfen nicht zu seiner Karin, die verlangt hat, dass nur Tom bei ihr sein darf. Mit dem Tod Karins endet dieser Abschnitt. Die nun folgenden 4 Abschnitte sind nicht so klar thematisch voneinander abgegrenzt und ich kann verstehen, dass etliche Leser Probleme damit haben, dass es von Zeitsprüngen nur so hagelt. Die Schreibweise ist ohnehin ungewöhnlich, denn wörtliche Rede wird nicht gekennzeichnet - was mich jedoch überhaupt nicht gestört hat; nach 2 Seiten war ich drin und konnte es einfach akzeptieren. Der Schreibstil war für mich sehr angenehm zu lesen, da m. E. typisch skandinavisch: präzise, schnörkellos, knapp. Damit kam ich wunderbar zurecht. Es gibt Probleme mit den Behörden, weil Tom und Karin nicht verheiratet waren, seine Schwiegereltern nehmen übel, dass sie nicht zu ihrer Tochter durften, Telefonate mit seiner Psychologin, Tod des eigenen Vaters, Erinnerungen an vergangene Zeiten, als Karin bereits einmal lebensgefährlich erkrankte und er um sie gezittert hat und alles, was eine 10jährige Beziehung so ausmacht, findet sich in diesen 4 Abschnitten. Schade fand ich, dass die Zeit mit der kleinen Livia alleine m. E. wenig Aufmerksamkeit fand. Aber vermutlich war das auch nicht Sinn des Buches. Es war eher die Aufarbeitung eines traumatischen Erlebnisses, was es zweifellos für Tom darstellte. Es beschreibt den Zustand der kompletten inneren Verwirrung und tlw. Erstarrung. Zeiten fließen durcheinander und auch die Realität beginnt zu verschwimmen - zum Glück gibt es Livia, die Tom immer wieder in die Gegenwart zurück holt. Denn er muss funktionieren. Für Livia und letztlich auch für seine Karin. Ich kenne aus eigener Trauer-Erfahrung diesen Zustand, wo man sich plötzlich an total nebensächliche Kleinigkeiten erinnert, die man erlebt hat. An einzelne Kleidungsstücke, Schmuck, Gerüche, Situationen. Tom hat dies alles aufgeschrieben, was ihm in den Monaten danach so alles durch den Kopf ging und was ihn aufwühlte. Das wirkt auf manchen Leser sicher eher verwirrend und vor allem eines: handlungsarm. Das ist vor allem im letzten Drittel des Buches etwas problematisch. Vom ersten Abschnitt des Buches abgesehen besitzt es quasi keinen Handlungsstrang. Einzelne Handlungen und Dialoge werden detailliert beschrieben, finden jedoch oftmals keine Fortsetzung geschweige denn einen Abschluss. Wie bei einem Erzähler, der immer wieder den Faden verliert und nach 1 Stunde fragt man sich, wie denn nun die 5 begonnenen Geschichten weiter und aus gegangen sind. Da ich mit dem Schreibstil sehr gut zurecht komme, machte es mir nichts aus, Toms Gedankengängen und Zeitreisen als stiller Zuhörer zu folgen. Ein wenig bekommt man eine Ahnung, wie sich Psychologen fühlen müssen. Aneinandergereihte Gedankensprünge, die auf den ersten Blick keinerlei Zusammenhang haben und die doch für den Gedankenträger so viel bedeuten. Ein ausgesprochen mutiges Buch, denn Tom kehrt hier sein Innerstes nach außen. Ich habe mich gefühlt wie ein guter Freund, den man zum Reden braucht - wobei mit "reden" eher zuhören gemeint ist. Man soll zuhören und keine Fragen stellen, weil es einen eigentlich eh nichts angeht - aber es muss einfach mal alles raus... Erwähnen möchte ich noch, dass ich das Buch begann mit der Vorahnung, auf jeden Fall reichlich Taschentücher zu bunkern. Aber dazu gab es wirklich keinerlei Anlass - und ich heule schon mal schneller bei der Lektüre, gerade wenn es um den Verlust oder die Qualen eines Menschen geht. Doch der fast sachliche, knappe Ton diente nie dazu Mitleid zu erregen. Aufarbeitung durch Aufschreiben - das war m. E. sein Ansinnen. Und seiner Tochter eine ganz frische Erinnerung, auch an ihre Mutter, zu erhalten, wenn sie dereinst dieses Buch lesen wird. Fazit: Es handelt sich wirklich um ein besonderes Buch, fernab leichter Lektüre, auf das man sich nur einlassen muss. ...und man darf kein "hab ich das nicht toll als alleinerziehender Vater hinbekommen"-Buch erwarten.

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In jedem Augenblick leben wir
von einer Kundin/einem Kunden am 08.06.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Vor einigen Jahren, im März 2012, wurde die Welt des schwedischen Musikers und Poeten Tom Malmquist von Grund auf erschüttert. Innerhalb kürzester Zeit verlor er seine Lebensgefährtin Karin. Diese war hochschwanger, als sie plötzlich unter grippeartigen Symptomen zu leiden begann und Anzeichen einer Lungenentzündung entwickelte. Nach einigen Tagen verschlechterte... Vor einigen Jahren, im März 2012, wurde die Welt des schwedischen Musikers und Poeten Tom Malmquist von Grund auf erschüttert. Innerhalb kürzester Zeit verlor er seine Lebensgefährtin Karin. Diese war hochschwanger, als sie plötzlich unter grippeartigen Symptomen zu leiden begann und Anzeichen einer Lungenentzündung entwickelte. Nach einigen Tagen verschlechterte sich ihr Zustand so dramatisch, dass sie als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die schockierende Diagnose lautete: Akute myeloische Leukämie. In seinem 2015 im Original erschienenen autobiografischen Roman wirft Malmquist den Leser genauso unvermittelt ins Geschehen, wie er sich damals selbst hineingeworfen gefühlt haben muss. „Der Oberarzt tritt den Kipphebel an Karins Patientenbett fest.“ lautet der erste lapidare Satz. Mit ihm beginnt eine Odyssee des Schreckens durch die Flure des Karolinska Krankenhauses in Stockholm. Nicht nur befindet sich Karin in zunehmend ernster Verfassung, drohen ihre gesamten Organe zu versagen, sondern Tom muss sich gleichzeitig auch um die kleine, in dieser 33. Schwangerschaftswoche durch einen Notkaiserschnitt auf die Welt gekommene Tochter Livia auf der Station der Neonatologie kümmern. Zwischen beiden Abteilungen pendelt er hin und her, wird gleichzeitig mit dem Drama des Kampfes der Ärzte um das verlöschende Leben der Mutter und der hoffnungsvollen, positiven Entwicklung auf der Station der Neugeborenen konfrontiert. Ein Gefühlskarussell. Die eigene Verzweiflung und Hilflosigkeit kollidiert mit der pragmatischen, wenn auch freundlichen, so doch kühlen Routine des Krankenhausalltags. Tom rettet sich in ein nüchternes Funktionieren, notiert alle ärztlichen Äußerungen akribisch auf einem Notizblock, scheut sich nicht, medizinisches Personal wie Familienangehörige durch eigenwillige Reaktionen vor den Kopf zu stoßen. Tom ist kein einfacher, kein glatter Charakter. Genauso wenig wie Karin und ihrer beider Liebesbeziehung. Tom Malmquist macht daraus kein Geheimnis, er beschönigt nichts, schont weder sich noch Karin oder andere Familienmitglieder. Das macht den Text so lebensnah, die Figuren so glaubhaft. Der erste atemlose, gehetzte, auf nüchterne Beobachtung konzentrierte Abschnitt des Buches endet auf Seite 92. „Es wird still im Raum, nichts verursacht mehr Geräusche, Nygren schaut auf die Uhr und fügt hinzu: Patientin Exitus um 06.31.“ Insgesamt ist das Buch in fünf Abschnitte geteilt, die nicht gerade überdeutlich lediglich durch eine freibleibende Seite voneinander getrennt sind, und die sich jeweils um einen der fünf Sinne herum gruppieren. Diese Absicht des Autors ist allerdings nicht leicht erkennbar, ich erfuhr sie in einem Gespräch des Autors auf der Leipziger Buchmesse. Der erste Abschnitt ist allerdings noch relativ eindeutig dem Geruchssinn zugeordnet. Um Mutter und Kind in den ersten Stunden nach der Geburt zu verbinden, trägt Tom eine kleine Kuscheldecke von einer zu anderen. Ein rührendes, hilfloses Unterfangen. Nach Karins Tod wird der Text ein wenig ruhiger, bewahrt aber seinen eigenwilligen Stil. Der Autor schreibt nicht gefällig, schon gar nicht pathetisch. Seine Emotionalität ist verhalten, schon gar nicht geht er damit hausieren. Er springt in den Zeiten, erzählt von der Begegnung von Tom und Karin, ihrer Liebe, ihrem Zusammenleben. Er berichtet vom nicht einfachen, aber auch zutiefst beglückenden Leben mit einem Säugling. Er schildert die behördlichen Hürden, die er nehmen muss, waren doch er und Karin nicht verheiratet und blieb ihnen ja auch im Vorfeld keine Zeit, entsprechende Regelungen zu treffen. Er erzählt von den vielen praktischen Dingen, die geregelt werden müssen. Und er schaut in die Zukunft seiner Tochter. Das ist nicht wirklich „süffig“ zu lesen, keine „zu Herzen gehende“ Lektüre im klassischen Sinn. Mich hat das Buch aber wohl gerade deshalb unglaublich angerührt, zeigt es doch keine „Helden des Alltags“, wie wir sie in so vielen thematisch ähnlichen Texten und Filmen präsentiert bekommen, sondern überforderte, oft hilflose, manchmal gar unangenehm reagierende Menschen, die einfach versuchen müssen, mit den schrecklichen Dingen umzugehen, mit denen sie konfrontiert sind. Denn „In jedem Augenblick leben wir“, so die richtige, wörtliche Übersetzung des schwedischen Titel, die meiner Meinung nach viel besser passt als das doch etwas melodramatisch anmutende „In jedem Augenblick unseres Lebens“. Das Leben pausiert nicht, auch nicht in den dunkelsten Stunden. Und Tom hat nun die Verantwortung zu tragen für dieses kleine, neue Leben. Ihr, der kleinen Tochter Livia, ist dieses Buch auch zugedacht. Für sie hat Tom Malmquist es in erster Linie geschrieben. Wenn es sicher auch für den Autor selbst befreiend gewesen sein mag, über dieses unglaublich dunkle Jahr seines Lebens zu berichten. Es ist das gleiche Jahr, in dem sein Vater kurz darauf seinem langen Krebsleiden erliegt. Auch diesem Tod und dem nicht immer ganz unproblematischen Verhältnis der beiden sind Abschnitte des Buches gewidmet. Der Vater, Thomas Malmquist, war ein in Schweden sehr bekannter Sportredakteur der Zeitung Expressen, sehr einflussreich, sehr erfolgreich, nach Aufdeckung eines Wettskandals auch sehr umstritten – und Alkoholiker. Enthüllungen über ihn haben sicher auch etwas zum überwältigenden Erfolg des Buches in Schweden beigetragen. Diesen „Promifaktor“ hat es aber in keiner Weise nötig. „In jedem Augenblick leben wir“ – das ist ein Zeugnis davon, wie schwer das sein kann, ungeschönt, direkt, nachdenklich, schnörkellos, und es ist ein so unaufdringlicher wie eindrücklicher Appell dazu, nie zu vergessen, wie kostbar und zerbrechlich es ist, unser Leben.

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