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Ich nannte ihn Krawatte

(26)
Ist es Zufall oder eine Entscheidung? Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine alt, der andere jung, zwei aus dem Rahmen Gefallene. Nach und nach erzählen sie einander ihr Leben und setzen behutsam wieder einen Fuß auf die Erde.

Nur wenige sorgfältig gewählte Worte benötigt Milena Michiko Flasar, um ihre Figuren zum Leben zu erwecken, nur wenige Szenen, um ganze Schicksale zu erzählen. Ein junger Mann verlässt sein Zimmer, in dem er offenbar lange Zeit eingeschlossen war, tastet sich durch eine fremde Welt. Eine Bank im Park wird ihm Zuflucht und Behausung, dort öffnet er die Augen, beginnt zu sprechen und teilt mit einem wildfremden Menschen seine Erinnerungen. Der andere ist viele Jahre älter, ein im Büro angestellter Salaryman wie Tausende. Er erzählt seinerseits, über Tage und Wochen hinweg, Szenen eines Lebens voller Furcht und Ohnmacht, Hoffnung und Glück. Beide sind Außenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten, die allein in der Verweigerung aktiv werden.

Aus der Erfahrung, dass Zuneigung in Nahrung verpackt, Trauer im Lachen verborgen werden kann und Freundschaften möglich sind, stärken sie sich für einen endgültigen Abschied und einen Anfang. Milena Michiko Flasar macht eine Parkbank zur Bühne, zu einem huis clos unter freiem Himmel. Die Bank befindet sich in Japan und könnte doch ebenso gut anderswo in der westlichen Welt stehen. Dieser Roman stellt der Angst vor allem, was aus der Norm fällt, die Möglichkeit von Nähe entgegen - sowie die anarchische Kraft der Verweigerung.
Portrait
Milena Michiko Flasar, geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Komparatistik, Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, lebt als Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB 3 i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 144 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 29.04.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783803141361
Verlag Verlag Klaus Wagenbach
Verkaufsrang 2.196
eBook
8,99
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„Ich nannte ihn Krawatte“

Michaela Klauser, Thalia-Buchhandlung St. Pölten

Zwei japanische Verweigerer, gescheitert am Leistungsdruck und dem Normdenken der Gesellschaft, teilen sich eine Parkbank. Täglich treffen sich der junge Taguchi Hiro und der Geschäftsmann „Krawatte“ und beginnen sich ihre Vergangenheit anzuvertrauen. Allmählich entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Freundschaft, bis sie eines Zwei japanische Verweigerer, gescheitert am Leistungsdruck und dem Normdenken der Gesellschaft, teilen sich eine Parkbank. Täglich treffen sich der junge Taguchi Hiro und der Geschäftsmann „Krawatte“ und beginnen sich ihre Vergangenheit anzuvertrauen. Allmählich entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Freundschaft, bis sie eines Tages einen Deal schließen…. Milena Michiko Flasar´s Roman ist teilweise sehr melancholisch, trostlos, aber auch voll Hoffnung und Mut. Lesenswert!

„unbedingt lesen“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Beinahe täglich begegnen sich ein verwahrlost aussehender, junger Mann und ein sehr viel älterer Geschäftsmann im Park.
Anfangs jeder für sich und ohne sich gegenseitig Beachtung zu schenken sitzen sie sich gegenüber. Irgendwann beginnen sie einander aus ihrem Leben zu erzählen. Die Parkbank wird tagsüber für beide zum Zufluchtsort.
......."Diese
Beinahe täglich begegnen sich ein verwahrlost aussehender, junger Mann und ein sehr viel älterer Geschäftsmann im Park.
Anfangs jeder für sich und ohne sich gegenseitig Beachtung zu schenken sitzen sie sich gegenüber. Irgendwann beginnen sie einander aus ihrem Leben zu erzählen. Die Parkbank wird tagsüber für beide zum Zufluchtsort.
......."Diese Bank, auf der ich lernen sollte, dass nichts so bleibt, wie es ist..........Ich meine, es sind meine Augen, die zuallererst krank geworden sind. Mein Herz ist ihnen lediglich gefolgt. Und so saß ich in viel zu dünnem Gewand. Noch dünner die Haut, unter der ich fröstelte."..........
Unbedingt lesen - großes Leseerlebnis

„am Leben zerbrechen...“

Ursula Schrott, Thalia-Buchhandlung Vöcklabruck

Was treibt einen jungen Menschen dazu, sich jahrelang von der Außenwelt abzuschotten?
Milena Michiko Flasar erzählt in diesem wunderbaren, fesselnden Buch die Geschichte eines Hikikomori, in Japan die Bezeichnung für einen jungen Menschen, der sich jahrelang, ohne sozialen Kontakt zur Außenwelt in seinem Zimmer einschließt. Für die
Was treibt einen jungen Menschen dazu, sich jahrelang von der Außenwelt abzuschotten?
Milena Michiko Flasar erzählt in diesem wunderbaren, fesselnden Buch die Geschichte eines Hikikomori, in Japan die Bezeichnung für einen jungen Menschen, der sich jahrelang, ohne sozialen Kontakt zur Außenwelt in seinem Zimmer einschließt. Für die Familien eine Schande, über die nicht gesprochen wird.

Auf einer Parkbank begegnet der junge Taguchi Hiro einem arbeitslosen Geschäftsmann, den er kurzerhand Krawatte nennt. Aus ihrem täglichen Kontakt entspinnt sich eine leise Freundschaft, und sie beginnen sich ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Schnell wird klar, dass beide an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben bedingt durch Leistungsdruck, soziale Kälte und starre Konventionen gescheitert sind. Langsam und zögernd beginnen sie, sich dem anderen zu nähern, und den ersten Schritt in Richtung Leben zu setzen….
Einfühlsam, ruhig und zugleich fesselnd, ein Roman, den ich nicht mehr weglegen wollte…

„Ich nannte ihn Krawatte“

Susanne Haslehner, Thalia-Buchhandlung Wien

Zwei Außenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten, sitzen sich im Park auf einer Bank gegenüber. Ein junger Mann, ein Hikikomori, so werden in Japan Menschen genannt, die, das Elternhaus nicht verlassen, sich in ein Zimmer einsperren und keinen Kontakt zu anderen haben möchten. Der zweite Mann ist um die fünfzig, hat seine Zwei Außenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten, sitzen sich im Park auf einer Bank gegenüber. Ein junger Mann, ein Hikikomori, so werden in Japan Menschen genannt, die, das Elternhaus nicht verlassen, sich in ein Zimmer einsperren und keinen Kontakt zu anderen haben möchten. Der zweite Mann ist um die fünfzig, hat seine Arbeit verloren, es aber seiner Frau verheimlicht und isst jeden Tag zu Mittag seine Bento-Box. Langsam kommen sich beide näher und beginnen über ihr Leben zu reden. Der Ältere weiß nicht, ob er mit seiner Frau darüber reden soll oder sich lieber das Leben nehmen soll. Der Jüngere lernt wieder zu reden, das Vertrauen zueinander wächst und er hofft jeden Tag dem anderen wieder zu begegnen. Wird ihnen ein neuer Anfang in das Leben gelingen? Ein sehr berührender, ausdrucksstarker Roman, einer jungen japanisch - österreichischen Autorin.

„Hikikomori ist kein Sushi“

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

Hikikomoris sind junge Männer in Japan, welche sich ins Zimmer einschließen und den Familienkontakt tunlichst meiden. Der zweite Protagonist, ein "Salaryman" (der Name ist selbst erklärend) verbringt den Tag auf der Parkbank, weil Job verloren, und wegen Gesichtsverlust seiner Frau nichts sagt. Beide treffen sich, und Flasar erschließt Hikikomoris sind junge Männer in Japan, welche sich ins Zimmer einschließen und den Familienkontakt tunlichst meiden. Der zweite Protagonist, ein "Salaryman" (der Name ist selbst erklärend) verbringt den Tag auf der Parkbank, weil Job verloren, und wegen Gesichtsverlust seiner Frau nichts sagt. Beide treffen sich, und Flasar erschließt uns die Lebensart Japans, die Regeln der Gesellschaft, den Mut zum Anderssein in einer mitreissenden Prosa. Ein tolles Buch!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
23
3
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 09.03.2018
Bewertet: anderes Format

Ein leises, zartes, ehrliches Buch mit schöner Sprache, Anmutig, nie banal oder umgangssprachlich wirkend.Absolut empfehlenswert!

Für mich eins der ungewöhnlichsten, intensivsten und schönsten Bücher, die ich kenne
von einer Kundin/einem Kunden am 20.09.2017
Bewertet: Taschenbuch

Hikikomori nennt man in Japan Menschen, die sich wegen des großen Leistungsdrucks in Schule und Gesellschaft verweigern, das Haus ihrer Eltern nicht mehr verlassen und sich völlig zurückziehen. Ein solcher ist der Ich-Erzähler dieses schmalen Buches, der sich als seinen Rückzugspunkt eine Bank in einem Park erkoren hat.... Hikikomori nennt man in Japan Menschen, die sich wegen des großen Leistungsdrucks in Schule und Gesellschaft verweigern, das Haus ihrer Eltern nicht mehr verlassen und sich völlig zurückziehen. Ein solcher ist der Ich-Erzähler dieses schmalen Buches, der sich als seinen Rückzugspunkt eine Bank in einem Park erkoren hat. Dort verbringt er seine Tage damit, seinen Gedanken nachzuhängen und die Menschen zu betrachten. Eines Tages fällt ihm ein älterer Mann auf, in Anzug und mit Krawatte bekleidet, der auch jeden Tag im Park zu sein scheint. Beide kommen ins Gespräch, vertrauen sich nach und nach ihre Lebensgeschichten und ihre Gedanken an, vielleicht gerade, weil sie einander fremd und doch so ähnlich sind. Der Mann mit Krawatte hat vor Monaten seinen Arbeitsplatz verloren, hat dies aber seiner Frau aus Scham verschwiegen und verbringt nun seine Arbeitstage dort im Park. Ihn treiben die Schatten seiner Vergangenheit umher, denn er konnte sein behindertes Kind nicht lieben und keine Beziehung zu ihm aufbauen. Auch der namenlose Hikikomori ist ein beziehungsloser und einsamer Mensch, sein Leben wird bestimmt durch einen Verrat, dessen er sich schuldig fühlt. Beide Männer, der eine jung, der andere schon älter, entsprechen nicht der gesellschaftlichen Norm, leisten jeder auf seine Weise einen stillen Widerstand und verweigern sich der hochmodernen, schnelllebigen, oft brutalen Zeit. Milena Michiko Flasar, die Mutter Japanerin und der Vater Österreicher, ist es gelungen, einen wunderbaren Roman zu erschaffen, der die westliche und die östliche Welt verbindet, denn im Grunde spielt es keine Rolle, in welchem Land die Parkbank steht. Wie ein ruhig fließender Fluss, fast ein wenig kontemplativ, nimmt die Geschichte den Leser mit in eine Welt, die die Autorin mit wenigen Worten, fast wie kalligraphische Pinselstriche skizziert und so die Protagonisten zum Leben erweckt. Leise, eindringlich, fast hingehaucht sind die kurzen Sätze und doch von solcher Wahrhaftigkeit, Klarheit und manchmal großer Wucht. Flasar hat ein kleines Meisterwerk geschrieben, das jeden Leser berühren wird. Für mich eins der ungewöhnlichsten, intensivsten und schönsten Bücher, die ich kenne.

Sehnsucht nach Nähe
von einer Kundin/einem Kunden am 22.07.2017
Bewertet: Taschenbuch

Ein Hikikomori, - so werden in Japan Menschen genannt, die für längere Zeit, oft Jahre, den Kontakt zur Außenwelt gänzlich abgebrochen haben, - und ein Salaryman (männlicher Angestellter) sind die Protagonisten in diesem Buch. Die beiden Männer treffen auf einer Parkbank aufeinander. Zunächst verbringt jeder die Zeit auf der... Ein Hikikomori, - so werden in Japan Menschen genannt, die für längere Zeit, oft Jahre, den Kontakt zur Außenwelt gänzlich abgebrochen haben, - und ein Salaryman (männlicher Angestellter) sind die Protagonisten in diesem Buch. Die beiden Männer treffen auf einer Parkbank aufeinander. Zunächst verbringt jeder die Zeit auf der Bank in seiner eigenen Gedankenwelt. Sie sehen sich jeden Tag, immer sitzen sie nebeneinander, die Stunden vergehen, ohne dass sie ein Wort miteinander gewechselt hätten. Allmählich öffnen sie sich und jeder erzählt dem anderen Bruchstücke aus seinem Leben. Beide sind Außenseiter, die dem Leistungsdruck und den Erwartungen der Gesellschaft nicht mehr gerecht werden können. Die Angst vor der Normalität des Alltags treibt sie in die Isolation. Ein wirklich bemerkenswerter Roman! Sehr lesenswert! weniger