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Heldenplatz

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Am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler unter den Jubelrufen der anwesenden Wiener auf dem Heldenplatz den »Anschluß« Österreichs an Deutschland. 50 Jahre später versammeln sich in einer Wohnung in der Nähe des Heldenplatzes die Familie Schuster und deren engste Freunde. Der Anlaß: das Begräbnis von Professor Josef Schuster. Für diesen philosophischen Kopf, von den Nazis verjagt, in den fünfziger Jahren auf Bitten des Wiener Bürgermeisters aus Oxford auf seinen Lehrstuhl zurückgekehrt, gab es keinen anderen Ausweg als den Selbstmord. Denn die Situation im gegenwärtigen Österreich sei »noch viel schlimmer als vor fünfzig Jahren«.

Portrait
Thomas Bernhard (1931-1989) war einer der bekanntesten österreichischen Erzähler des zwanzigsten Jahrhunderts. Er wuchs in Wien und in Seekirchen am Wallersee auf, wurde für kurze Zeit in ein Heim für schwer Erziehbare geschickt, brach seine Schulausbildung ab und wurde Kaufmannsgehilfe. 1947-48 arbeitete er als Lehrling. Dabei zog er sich eine Lungenentzündung zu, die sich zur Tuberkulose ausweitete. Er verbrachte die nächsten beiden Jahre in verschiedenen Krankenhäusern. Nach seiner Genesung wurde er Gerichtsreporter. Er studierte Gesang und veröffentlichte erste Texte. Der Durchbruch als Romanautor gelang ihm 1963 mit "Frost", weitere Romane folgten. Auch als Dramenautor machte sich Bernhard einen Namen. Ab 1965 lebte er in Wien und auf einem oberösterreichischen Gutshof. 1984 kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen seines Romans "Holzfällen".
1970 wurde Thomas Bernhard mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 164
Erscheinungsdatum 22.08.1995
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-38974-4
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 174/106/13 mm
Gewicht 113
Auflage 17. Auflage
Verkaufsrang 1.625
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Standbild: Österreich
von Daniela Ammann aus Wien am 05.02.2013

Das sehr skandalöse und hochgradig 1989 umstrittene Werk von Thomas Bernhard ist einfach nur genial. Der Autor mag zwar als Nestbeschmutzer in den Medien und im Volk bezeichnet worden sein, jedoch hat er nichts anderes getan, als den Österreichern einen Spiegel vorzuhalten. Denn wenn man wirklich ehrlich ist, sind... Das sehr skandalöse und hochgradig 1989 umstrittene Werk von Thomas Bernhard ist einfach nur genial. Der Autor mag zwar als Nestbeschmutzer in den Medien und im Volk bezeichnet worden sein, jedoch hat er nichts anderes getan, als den Österreichern einen Spiegel vorzuhalten. Denn wenn man wirklich ehrlich ist, sind die Aussagen der Figuren einfach nur die Wahrheit. Nun gut, hie und da mag es ein wenig überzogen sein, doch niemand müsste sich deswegen aufregen. Definitiv lässt sich sagen, dass solche Werke zeigen, dass auch noch heute Österreich Spitzen-Literaten hervorbringt und nach wie vor einen wichtigen Platz in der Literatur einnimmt. Tipp: Unbedingt Lesen!!!

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Hasstirade
von Thomas Zörner aus Lentia am 01.09.2011

Thomas Bernhard ist ein Unguter. Dieser Ruf eilt dem österreichischen Literaten meilenweit voraus, immerhin ist sein Schaffen von Skandalen geprägt, und er macht auch nie einen Hehl um seine Abneigung gegenüber seiner Heimat Österreich. Dieser frönt er auch ungeniert in seinem wohl bekanntesten Theaterstück „Heldenplatz“. Das Schlagwort „Nestbeschmutzer“ war... Thomas Bernhard ist ein Unguter. Dieser Ruf eilt dem österreichischen Literaten meilenweit voraus, immerhin ist sein Schaffen von Skandalen geprägt, und er macht auch nie einen Hehl um seine Abneigung gegenüber seiner Heimat Österreich. Dieser frönt er auch ungeniert in seinem wohl bekanntesten Theaterstück „Heldenplatz“. Das Schlagwort „Nestbeschmutzer“ war schnell etabliert, und haftet Bernhard auch heute noch bei vielen an. „Heldenplatz“ spielt im Wien des Jahres 1988, also exakt 50 Jahre nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland. Inzwischen ist die Stadt wieder aufgebaut und der Wohlstand wieder hergestellt. Trotz der guten Aussichten nimmt sich der jüdische Professor Schuster das Leben, und hinterlässt Frau und zwei Töchter. Diese, sowie der Bruder des Verstorbenen, dessen Haushaltsgehilfin und deren Untergebene, erzählen nun von der Figur „Professor Schuster“, und was ihn wohl in den Suizid getrieben hat. Der Anschluss und seine Folgen, bzw. dessen Wirkung, ist sind natürlich noch immer tiefschwarze Flecke in der österreichischen Geschichte, und werden dies auch immer sein, insofern ist es beinahe verständlich, wie hoch die Wellen der Entrüstung über „Heldenplatz“ schlugen. Besonderen Anteil daran hatte unter anderem auch die Kronenzeitung, die Passagen des Textes abdruckte, ohne klar zu machen, dass dies Dialog der Figuren war, und nicht etwa Bernhards Meinung. Hierbei pickte man sich wohl einige der radikalsten Teile des Werkes heraus, derer es nicht wenige gibt. Bernhard lässt an so gut wie nichts ein gutes Haar, seien es die Sozialisten, die Politik im Allgemeinen, die Wiener, die Stadt Wien, Österreich als Ganzes, das Volk, die Kirche, jeder bekommt gnadenlos sein Fett ab. Inwieweit das berechtigt ist, muss natürlich jeder Leser selbst entscheiden, welche Meinung der Autor selbst von all diesen Dingen hatte, lässt sich aus seinem Gesamtwerk schnell extrahieren. Selbst wenn „Heldenplatz“ lediglich 160 Seiten umfasst, so ist es nicht leicht zu lesen, was man von Bernhard ja kennt, was besonders am eigenwilligen Stil liegt. Interpunktion sparte er sich vollkommen, oft ist der Zeileneinzug vermeintlich willkürlich gewählt, und den Gedankensprüngen der Figuren ist nicht immer leicht zu folgen. Hat man es aber schließlich geschafft, so weiß man, dass man gerade etwas große beendet hat, ob man dem Werk nun zustimmt oder nicht, man kann seine Wirkung nicht abstreiten, bis heute.

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Ein Land ohne Helden
von Polar aus Aachen am 28.09.2007

Über die Skandale, die sich um Thomas Bernhards Werk ranken, vergiß man allzu leicht, was für eine wunderbare Sprache, dieser Autor besaß, wie er es verstand, die Abgründe seiner Figuren in ihren Schrullen zu spiegeln. Heldenplatz kommt einem wie ein letztes Aufbegehren vor, in der er seiner Heimat die... Über die Skandale, die sich um Thomas Bernhards Werk ranken, vergiß man allzu leicht, was für eine wunderbare Sprache, dieser Autor besaß, wie er es verstand, die Abgründe seiner Figuren in ihren Schrullen zu spiegeln. Heldenplatz kommt einem wie ein letztes Aufbegehren vor, in der er seiner Heimat die Stirn bieten wollte. So fragil das Leben Thomas Bernhards auch erscheinen mag, so unnachsichtig sprangen ihm seine Figuren auf der Bühne zur Seite. Die breite Palette von Haß, Gleichgültigkeit und Verblendungen bietet auch dieses Stück. Österreichs Anschluß prägte Bernhards Einstellung zu seinem Land. Die Auswirkungen sah er nie als überwunden an. Das Lachen bleibt einem bei diesem großen Komödianten im Hals stecken. Selbst der Haß zeigt seine lächerlichen Fratzen, wenn er glaubt unter sich zu sein.

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