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Ewigkeitsfjord

Roman

(7)
Ende des 18. Jahrhunderts geht Morten Falck als Missionar nach Grönland. Mit einem Satz Rousseaus auf den Lippen und mit einer Kuh im Schlepptau trifft er nach wochenlanger Seefahrt in der dänischen Kolonie ein. Hier prallen die Lebensweise der Eingeborenen und der Kolonisatoren in Eis und Finsternis gewaltsam aufeinander. Die zehn Gebote, die er predigt, wird Morten bald in vielfacher Hinsicht übertreten. Aber er gewinnt auch die Liebe einer Eskimofrau und findet völlig unerwartet eine abtrünnige Siedlergemeinschaft, die tatsächlich nach aufklärerischen Idealen lebt. Kim Leines meisterhafter Roman macht das Leben in Grönland zur damaligen Zeit mit allen Sinnen erfahrbar und erzählt zugleich eine ganz moderne Geschichte.
Portrait
Kim Leine, 1961 als Kind dänischer Eltern in Norwegen geboren, ist einer der wichtigsten dänischen Autoren der Gegenwart. Seine Romane wurden von der Kritik gefeiert und in mehrere Sprachen übersetzt. Ewigkeitsfjord wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Preis des dänischen Buchhandels, De Gyldne Laurbær, dem Politikens Litteraturpris und dem Preis des Nordischen Rats 2013. Kim Leine lebt in Kopenhagen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Erscheinungsdatum 03.02.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783446245709
Verlag Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Übersetzer Ursel Allenstein
eBook
10,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Sehr eisig, sehr wuchtig“

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

1787 ist nicht wirklich das geeignete Jahr um als Missionar nach Grönland zu gehen. Da gab es noch keine zivilisatorischen Segnungen, die uns das Leben in der rauen Natur erleichtern. Nein, Mortten Falk muss sich direkt auseinandersetzen, nicht nur mit der Kälte, sondern auch mit der Lebensweise der Eingeborenen. Welche diametral zu den von ihm gepredigten 10 Geboten steht. Auch Morten wird diese übertreten, aber auch eine Siedlungsgemeinschaft finden, der Rousseausches Denken nicht fremd ist. Trotz der Jahreszahl eine moderne Geschichte. 1787 ist nicht wirklich das geeignete Jahr um als Missionar nach Grönland zu gehen. Da gab es noch keine zivilisatorischen Segnungen, die uns das Leben in der rauen Natur erleichtern. Nein, Mortten Falk muss sich direkt auseinandersetzen, nicht nur mit der Kälte, sondern auch mit der Lebensweise der Eingeborenen. Welche diametral zu den von ihm gepredigten 10 Geboten steht. Auch Morten wird diese übertreten, aber auch eine Siedlungsgemeinschaft finden, der Rousseausches Denken nicht fremd ist. Trotz der Jahreszahl eine moderne Geschichte.

„fesselnde Grönlandsaga“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

"....Sie dreht den Kopf ein wenig, um einen Blick auf ihn zu erhaschen, wohl wissend, dass es dumm von ihr ist, dass es die Handlung nur beschleunigt und noch unabwendbarer macht,...........
Es ist der Druck des Vaters, dem Morten Pedersen Falck nachgibt und nach Kopenhagen geht, um Theologie zu studieren. Viel interessanter findet er die Naturwissenschaften. Öfter als den theologischen Studien, widmet er sich den medizinischen. Auch die politischen Umbrüche in seiner Wahlheimat Kopenhagen üben eine große Faszination auf ihn aus. Als er sich mit der Tochter seines Quartiergebers einläßt, scheint seine Zukunft in sicheren Bahnen zu laufen. Und dennoch, Morten fühlt sich mehr und mehr eingeengt. Selbstbezogen und ziemlich gefühllos, löst er die Verlobung. Er flüchtet vor einem gutbürgerlichen Leben und läßt sich als Missionar nach Grönland schicken.
............"
Er tritt einen Schritt vor, setzt seinen Stiefel vorsichtig auf das weiche, nachgiebige Moos, beugt sich über die Kante und erblickt den Körper, der mit dem Gesicht nach unten friedlich in der Brandung hin-und herschaukelte...........
Großes, fesselndes Lesevergnügen
"....Sie dreht den Kopf ein wenig, um einen Blick auf ihn zu erhaschen, wohl wissend, dass es dumm von ihr ist, dass es die Handlung nur beschleunigt und noch unabwendbarer macht,...........
Es ist der Druck des Vaters, dem Morten Pedersen Falck nachgibt und nach Kopenhagen geht, um Theologie zu studieren. Viel interessanter findet er die Naturwissenschaften. Öfter als den theologischen Studien, widmet er sich den medizinischen. Auch die politischen Umbrüche in seiner Wahlheimat Kopenhagen üben eine große Faszination auf ihn aus. Als er sich mit der Tochter seines Quartiergebers einläßt, scheint seine Zukunft in sicheren Bahnen zu laufen. Und dennoch, Morten fühlt sich mehr und mehr eingeengt. Selbstbezogen und ziemlich gefühllos, löst er die Verlobung. Er flüchtet vor einem gutbürgerlichen Leben und läßt sich als Missionar nach Grönland schicken.
............"
Er tritt einen Schritt vor, setzt seinen Stiefel vorsichtig auf das weiche, nachgiebige Moos, beugt sich über die Kante und erblickt den Körper, der mit dem Gesicht nach unten friedlich in der Brandung hin-und herschaukelte...........
Großes, fesselndes Lesevergnügen

Kundenbewertungen

Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
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die unerbittliche Natur setzt Grenzen.
von einer Kundin/einem Kunden am 18.01.2018
Bewertet: Taschenbuch

Grenzen im Geist, der Überzeugung und der Lebensweise. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bricht der Protagonist nach Grönland auf um in dieser feindlichen Umgebung seine Vorstellungen einer guten Lebensführung zu verwirklichen. Doch stößt er schon bald an seine Grenzen, konfrontiert mit der Lebensweise der Einheimischen, die so ganz andere Vorstellungen... Grenzen im Geist, der Überzeugung und der Lebensweise. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bricht der Protagonist nach Grönland auf um in dieser feindlichen Umgebung seine Vorstellungen einer guten Lebensführung zu verwirklichen. Doch stößt er schon bald an seine Grenzen, konfrontiert mit der Lebensweise der Einheimischen, die so ganz andere Vorstellungen davon hat. Spannend, atmosphärisch, düster und packend. Man taucht frierend in diese andere Welt und Zeit ein und freut sich beim Lesen über eine wärmende Tasse Tee.

Anspruchsvoller Lesegenuss
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 31.12.2015
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der hierzulande kaum bekannte dänische Autor hat einen historischen Roman geschrieben, der die üblichen Regeln dieses Genres komplett ignoriert und stattdessen als anspruchsvolle Belletristik gelten kann. Hauptprotagonist des Romans ist der Pfarrer Morton Falck, Sohn eines Lehrers der im Jahr 1787 beschließt, als Missionar in die dänische Kolonie Grönland zu... Der hierzulande kaum bekannte dänische Autor hat einen historischen Roman geschrieben, der die üblichen Regeln dieses Genres komplett ignoriert und stattdessen als anspruchsvolle Belletristik gelten kann. Hauptprotagonist des Romans ist der Pfarrer Morton Falck, Sohn eines Lehrers der im Jahr 1787 beschließt, als Missionar in die dänische Kolonie Grönland zu gehen um die einheimischen Inuit zum Christentum zu bekehren. Abenteuerlust und eine übereilte Verlobung mit der Tochter seines Vermieters treiben ihn aus Dänemark fort. Was ihn dort erwartet, kann man durchaus als das Herz der Finsternis bezeichnen. Ein selbstherrlicher Kaufmann fungiert als Kolonieverwalter, für den die dänischen Gesetze nicht zu gelten scheinen. Ehebruch mit Inuit Frauen ist an der Tagesordnung, ebenso Vergewaltigung und Betrug. Zunächst gibt Falck sein Bestes aber nach und nach erliegt auch er seinen eigenen dunklen Gefühlen und beginnt eine verhängnisvolle Liaison mit einer Grönländerin. Viel Düsternis bestimmt den Text. Die Menschen werden in ihrer Einsamkeit, ihrer Grausamkeit und existenziellen Nöten schonungslos beschrieben. Die indigenen Inuit sind keineswegs die besseren Menschen, archaische Reste eines Naturvolkes prägen manche Verhaltensweise dieser weitgehend christianisierten Menschen. So kommt es manchmal zu Kindstötungen bei großer materieller Not. Und immer wieder taucht ein Satz von Rosseau auf, der sich als Leitmotiv durch das Buch zieht: Der Mensch ist frei geboren und liegt sein ganzes Leben in Ketten. 1793 verlässt Falck Grönland und kehrt nach Kopenhagen zurück, wo er den verheerenden Stadtbrand erlebt. Der Roman ist hochrealistisch in seiner Beschreibung menschlicher Schwächen und verzichtet auf jede Idealisierung. Ein sehr spannender Lesegenuss, der teilweise unter die Haut geht. Sprachlich kann der Roman ebenfalls überzeugen. Das historische Literatur nicht dem Kitschfaktor erliegen muss, wird mit diesem Buch eindrucksvoll bewiesen.

Ein Blick in menschliche Abgründe
von einer Kundin/einem Kunden am 03.03.2015
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Hörbuch, 11 Stunden, 09 Min, gesprochen von Rainer Strecker Rousseaus: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“, der Leitspruch von Morton Falck, oft wiederholt im Text. Ein Roman, der an vielen historisch belegbaren Orten handelt und echte Personen mit einbezieht. Wir befinden uns am Ende des 18.... Hörbuch, 11 Stunden, 09 Min, gesprochen von Rainer Strecker Rousseaus: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“, der Leitspruch von Morton Falck, oft wiederholt im Text. Ein Roman, der an vielen historisch belegbaren Orten handelt und echte Personen mit einbezieht. Wir befinden uns am Ende des 18. Jahrhunderts. Morton Falck möchte Arzt werden, sein herrischer Vater zwingt ihn zum Studium der Theologie. Heimlich schreibt er sich in Medizin ein, muss aber abbrechen, um dem Wunsch des Vaters nachzukommen, der den Unterhalt zahlt. Das Leben von Kopenhagen, wird ausgiebig geschildert, Menschen kopulieren an allen Ecken, die hygienischen Zustände lassen einen erschaudern. Man riecht die laute, dreckige Stadt, die aus jeder Pore stinkt, nicht nur dem Geruch nach. Morton ernährt sich von wässrigen Grützen, stopft lustlos Essen in sich hinein, nimmt, was er bekommen kann. Er vergeht sich an der Vermietertochter, ist gezwungen sie zu heiraten. Die unliebsame Verlobung löst er, da er eine seine Stelle als Missionar im hohen Norden nur ungebunden antreten darf. Morton flieht vor allem, was ihn belastet, Ketten, die angelegt werden, hofft in der Fremde die Freiheit zu finden. So wird er auch den harten Vater los. Er reist mit seiner Kuh Roselil an Bord nach Grönland, denn er weiß, wie wichtig Milch in der kargen Ernährung in Eis und Schnee ist. Die Schiffsreise wird ein Desaster. Die Mannschaft missbraucht der Reihe nach den minderjährigen Schiffsjungen und jagt ihn schließlich in den Tod. Morton ist angewidert. Auf Grönland angekommen, wird es nicht besser. Das Klima ist hart, es herrschen oft Hunger und Kälte. Die Menschen sind verlaust, die Läuse kriechen auf dem Tisch herum, Branntwein ist ein Hauptnahrungsmittel, Brutalität und schlechte Hygiene machen das Leben aus. Noch steht Morton über den Dingen, ein solches Subjekt wird niemals aus ihm werden. Die Kolonie ist ein einziger Sündenpfuhl: Vergewaltigung, Alkohol, Dreck. Doch auch Mortons Gesundheitszustand verschlechtert sich und er ähnelt tagtäglich mehr den anderen Bewohnern, greift zum Alkohol, hat sich nicht mehr unter Kontrolle. Dunkelheit und Einsamkeit machen die Menschen depressiv, aggressiv. Pfarrer Oxbøl, aus dem nahe gelegenen Holsteinsborg missioniert die Ureinwohnerinnen, indem er ihnen den Katechismus auf seine Art beibringt: Sie werden reihenweise schwanger. Am Ende wird die Kolonie durch Waffengewalt zerstört, da sie von der dänischen Regierung als Sündenort angesehen wird, Korruption herrscht. Morten Falck kehrt gescheitert, gebrochen und verarmt nach Kopenhagen zurück. Freiheit wird er in seinem Leben nicht mehr erlangen. Wer sich ekeln möchte, für den ist dies das richtige Buch. Die brutale Wirklichkeit wird in allen Einzelheiten geschildert, die Arroganz der Herrschenden, die Missionierung in Gottes Namen. Die eisige Kälte der Fjords zieht durch das Buch, gruseln inklusive. Allerdings hat mich die literarische Kraft dieses Buchs mich nicht bezaubern können. Klischeehafte, extrem kitschige Landschaftsbeschreibungen, unglückliche Formulierungen und merkwürdige Metaphern, die stocken lassen. "Ewigkeitsfjord" wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Preis des dänischen Buchhandels. Wofür ist mir nicht ganz klar. Auf jeden Fall nicht für die Sprachgewandtheit. Insgesamt ist es ein spannendes Buch, das sich mit der Kolonialisierung Grönlands befasst, schonungslos und offen.