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Ellbogen

Roman

(17)
Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.
Portrait
Fatma Aydemir wurde 1986 in Karlsruhe geboren. 2007 bis 2012 studierte sie Germanistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main. Seit 2012 lebt sie in Berlin und ist Redakteurin bei der taz. Als freie Autorin schreibt sie daneben für zahlreiche Zeitschriften, unter anderem Spex und das Missy Magazine. Bei Hanser erschien 2017 ihr Debütroman Ellbogen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Erscheinungsdatum 30.01.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783446255951
Verlag Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
eBook
15,99
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
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Ehrlich über das Hier und Jetzt
von einer Kundin/einem Kunden aus Trier am 24.03.2017

Die Protagonistin Hazal ist nicht so angenehm und bequem, wie es alle gerne hätten. Ihre Wut und ihr Unverständnis, ihre Ablehnung und ihr vermeintlich fehlendes Lebenskonzept lassen Hazal nicht auf Anhieb ins Herz schließen. Was macht einen Menschen so reuelos gewalttätig und abgestumpft? Fehlender Halt, Liebe und Angekommensein. Frau... Die Protagonistin Hazal ist nicht so angenehm und bequem, wie es alle gerne hätten. Ihre Wut und ihr Unverständnis, ihre Ablehnung und ihr vermeintlich fehlendes Lebenskonzept lassen Hazal nicht auf Anhieb ins Herz schließen. Was macht einen Menschen so reuelos gewalttätig und abgestumpft? Fehlender Halt, Liebe und Angekommensein. Frau Aydemir ist ein großartiges Werk gelungen, das ehrlich ist und sich nicht auf Kosten der Protagonistin verliert. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass die Sprache sich nach dem Zustand von Hazal ändert. Die Welt um sie herum zieht sie stark runter, im wahrsten Sinne des Wortes unterdrückt sie Hazal. Ihr Ausweg daraus ist zwar eine Möglichkeit von vielen. Der Autorin ist es jedoch sehr gut gelungen diesen Weg meisterhaft zu zeichnen, ohne belehrend zu sein. Migration ist sehr belastend und herausfordernd. Frau Aydemir hat in ihrem Werk aber gezeigt, woran es speziell in Deutschland bei sehr isolierten Familien scheitern kann. Die Einsamkeit, die "man nicht teilen kann", ist allerdings ein Schlüssel, ein Hauptmotiv für dieses Buch. Die selbst auferlegten Regeln und Motive in Wechselwirkung mit der Umwelt können so Menschen brechen. Vielen Dank nochmal für den Einblick!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Ein Blick in unsere unmittelbare Nachbarschaft. Horizonterweiternd.
von einer Kundin/einem Kunden am 26.05.2017

Ein interessantes, da ausnehmend vielschichtiges Romandebut der jungen Deutschtürkin Fatma Aydemir. Erzählt wird die Geschichte der in Berlin lebenden 18jährigen Hazal, die mit ihren drei Freundinnen "ihren Platz im Leben sucht". Und dabei auf Widerstände stößt wie alle Nicht-Deutschtürken es sich mit Sicherheit denken können, weil darüber wieder und... Ein interessantes, da ausnehmend vielschichtiges Romandebut der jungen Deutschtürkin Fatma Aydemir. Erzählt wird die Geschichte der in Berlin lebenden 18jährigen Hazal, die mit ihren drei Freundinnen "ihren Platz im Leben sucht". Und dabei auf Widerstände stößt wie alle Nicht-Deutschtürken es sich mit Sicherheit denken können, weil darüber wieder und wieder berichtet wurde im Zuge diverser vermeintlicher Fehlentwicklungen - und doch ist Neues dabei zu erlernen. Es verbietet sich dabei beinahe an dieser Stelle all die nach Klischee anmutenden Stolperfallen herunter zu rattern, die Hazil wieder und wieder in die Knie zwingen: Schwierigkeiten einen Job zu kriegen, spätpubertäre Minderwertigkeitskomplexe, einen wortkargen, brutalen Vater, einen jüngeren Bruder der zum Macho und Pascha erzogen wird, Joint und Parties, Straßenkrawall, Sehnsucht nach der ersten großen Liebe. Die Besonderheit von "Ellbogen" ist in Aydemirs kompromisslos ehrlicher Schreibe zu finden, die keine Seite verschont, niemandem einen eindeutigen Schwarzen Peter zuschiebt, all die Zerrissenheit einer sich nach Selbstverwirklichung sehnenden jungen Frau schildert und gerade dadurch gleichsam durch die Hintertür versöhnt, Türken mit Kurden, Deutsche mit Menschen "mit Migrationshintergrund", Arme mit Reichen, Frauen mit Männern. Aydemir beschönigt nichts, als es zum Äußersten kommt - Hazal und ihre Freundinnen verprügeln in einem U-Bahnhof einen betrunkenen Studenten, und treten ihn ins Gleisbett, wo er kurze Zeit später von einer U-Bahn überrollt wird - ergreift sie für niemanden Partei, ja lässt ihre nach Istanbul flüchtende Protagonistin sogar auffallend kalt und reuelos werden. Und bringt den Leser gerade so dazu ihr innerlich beizupflichten. Zu begreifen wie es dazu kommen kann, dass mittelprächtig gebildete junge Deutschtürkinnen nicht so werden können, nein so werden müssen wie Hazil. Warum auch Aggressivität letztlich eine Darstellungsform von gesellschaftlicher Notwehr ist. Und so ist "Ellbogen" so vieles zugleich: Ein emanzipatorischer Frauenroman, den zuvorderst Männer lesen sollten. Ein Jugendbuch, dem sich in erster Linie Erwachsene widmen sollten. Ein Text, der mit wenigen Sätzen und Anspielungen verdeutlicht welchen speziellen Zerreißproben die türkische Community auch, aber nicht nur in Zeiten eines Erdogan ausgeliefert ist. Und nicht zuletzt ein lebensechter, enorm wirklichkeitsnaher Ausritt in die Niederungen einer gescheiterten Integrations- und Gerechtigkeitspolitik, in der sich keinesfalls nur Deutschtürkinnen wiederfinden werden. Kurzum: ein kleiner Gesellschaftsroman, der in knapper, oftmals aggressiver, niemals aber plumper Gossenrhetorik daherkommt. Einer Sprache, die genug Platz für viele überraschend intelligente und sensible Einsichten lässt und uns mit der vermeintlichen Slangsprache in Berlin lebender Jugendlicher verschont. Flüssig und spannend zu lesen und - besonders wichtig: definitiv horizonterweiternd.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von einer Kundin/einem Kunden am 22.06.2017
Bewertet: anderes Format

Ein Buch, über eine junge Deutsch-Türkin, die an ihrer Heimatlosigkeit zerbricht!

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