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Eine Träne. Ein Lächeln (Sonderausgabe)

Meine Kindheit in Damaskus. Text deutsch/arabisch. Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2017

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„Vierzehn Jahre meines Lebens verbrachte ich in einer der ältesten Städte der Welt – in Damaskus. Mit 44 Geschichten aus meiner Kindheit und Jugend gebe ich einen Einblick in das Leben dieser Stadt. Ich erinnere mich an Orte, die nicht mehr existieren, und an Menschen, die nicht mehr sind, wo sie einmal waren. Meine Familie ist über die Welt verstreut. Die aktuelle Lage in Syrien ist geprägt von Bürgerkrieg, Angst und Flüchtlingselend, es gibt so wenig Hoffnung, das Land je wieder aufbauen zu können. Inspiriert von Hakauwati, dem Erzähler, der das Leben mit seinen Geschichten verzaubert, verspürte ich den Drang, meinen Freunden in Europa Geschichten aus Damaskus zu erzählen. Sie sind zweisprachig: deutsch, da ich seit zehn Jahren in Wien lebe, und arabisch, da ich mein Buch mit meinen Verwandten in Damaskus teilen will.“
Portrait
Luna Al-Mousli, aufgewachsen in Damaskus, lebt in Wien. Grafik Design-Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien, das sie mit der Arbeit „Eine Träne, ein Lächeln“ abschloss. Laufendes Studium der Orientalistik an der Universität Wien. Seit 2013 arbeitet Al-Mousli als selbstständige Grafik Designerin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 30.05.2016
Sprache Arabisch, Deutsch
ISBN 978-3-86337-107-4
Verlag Weissbooks
Maße (L/B/H) 167/113/15 mm
Gewicht 162
Abbildungen Illustrationen der Autorin mit rotem Farbstift
Auflage 1
Verkaufsrang 9.103
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Künstlerisch wunderbar, sprachlich zu einfach
von monerl aus Langen am 15.12.2017

Auf den ersten Blick ist es ein wunderhübsch gestaltetes Büchlein, das einem sofort ins Auge sticht. Da es zum deutschen Text auch die arabische Übersetzung innehatte, entschied ich mich, es zu kaufen und eine etwas andere Art der Rezension zu verfassen. Mein Mann würde es auf arabisch lesen und... Auf den ersten Blick ist es ein wunderhübsch gestaltetes Büchlein, das einem sofort ins Auge sticht. Da es zum deutschen Text auch die arabische Übersetzung innehatte, entschied ich mich, es zu kaufen und eine etwas andere Art der Rezension zu verfassen. Mein Mann würde es auf arabisch lesen und mir berichten, wie der arabische Text, im Vergleich zum deutschen, verfasst ist. Ein solches Projekt hatten wir bisher noch nie. Meine Meinung zum deutschen Text: Inhaltlich erfährt man ein wenig über das Leben der Autorin in Syrien, in ihrem geliebten Damaskus, vor dem Krieg und damit vor der Zerstörung ihrer unbeschwerten Kindheit. Man bekommt einen Einblick in eine Kindheit, die es so wohl nicht mehr so schnell dort geben wird. Es gibt viel Familie und Zusammenhalt, es gibt eine Putzfrau, es gibt einen Pool. Die Kinder haben großen Spaß mit Geschwistern, Cousinen, Vettern und Freunden. Religiös gesehen existierte ein recht lockeres Leben. Zu Weihnachten wurde eine Autotour zu den geschmückten und weihnachtlich dekorierten Balkonen in der Nachbarschaft gemacht und die Dekoration bewundert. Luna Al-Musli ging in ihrer ersten Volksschule auf eine christliche Klosterschule. Der Unterschied zu ihren christlichen Mitschülern zeigt sich im Religionsunterricht. Da machte sie als Muslima nicht mit und ihre Mutter besorgte ihr ein anderes Malbuch, damit sie sich auch beschäftigen kann, wenn ihre Mitschüler im Religionsmalbuch Jesus bemalten. In der zweiten Volksschule, gab es ab dem 13. Lebensjahr "nicht nur politische Bildung als Fach, sondern auch militärische Bildung" (Seite 63). Für unsere westlichen Ohren klingt es sehr grausig, wenn Kinder in der Schule Waffenkunde haben und dabei lernen, eine Waffe auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen. Zudem gab es einen offiziellen Feiertag für Lehrer. An solchen Tagen wurden sie von jedem einzelnen Schüler beschenkt. Es ist genau so, wie man sich das denkt: "Die Auswahl des Geschenks war sehr wichtig, es beeinflusste die Beziehung zwischen Lehrerin und Schüler". (Seite 97) Auch existierte damals in Syrien noch körperliche Züchtigung in der Schule. Schläge auf die Hand mit einem Holzstab waren eine gewohnte Bestrafung. Was mir aus Ägypten bekannt ist, gabe es auch in Syrien. Bauern und Händler liefen durch die Gassen der Häuser und verkauften ihre Waren. So bestimmte an manchen Tagen der Bauer, was es zum Essen auf dem Tisch geben würde. Im Sommer herrschte Wasserknappheit und selbst die Kinder wussten, wie sie sich zu verhalten haben. All das ist schön und einiges interessant zu erfahren und zeugt von einer gewissen Leichtigkeit, die die Kindheit der Autorin und die Kinder ihrer Generation bestimmte. Obwohl überall Korruption herrschte und der Diktator immer gepriesen werden musste. Die Menschen hatten sich damit irgendwie arrangiert. Nicht so gut gefällt mir die sprachliche Umsetzung. Sie ist sehr einfach und erscheit in einer Art Tagebuchstil eines Kindes. Vielleicht war das Absicht, um die Erzählung, die Erinnerungen eins Kindes bzw. eines Jugendlichen, hervorzuben. Doch dies hatte ich nicht erwartet. Der Sprachstil wird m.M.n. der künsterischen Aufmachung des Büchleins nicht gerecht. Dies ist eine Sonderausgabe, mit einfachen aber passenden Zeichnungen zum Text, die beidseitig die Buchseiten zieren. Beidseitig, da der arabische Text von hinten nach vorne, also, von rechts nach links, gelesen wird. Hierzu wird das Büchlein umgedreht und der Buchschnitt "wandert" nach rechts. Die Meinung zum arabischen Text: Hierzu wurde nicht die Qualität des Inhalts betrachtet, sondern ausschließlich die Qualität der Übersetzung ins Arabische sowie das Arabische ansich. Der arabische Text ist größtenteils im Hocharabisch verfasst, hat aber hin und wieder Einflüsse aus dem syrischen Dialekt. Dies werden Leser feststellen, die den syrischen Dialekt nicht als Muttersprache sprechen, Hocharabisch oder einen anderen arabischen Dialekt gelernt haben. Insgesamt ist der Text in "guter" arabischer Sprache / sprachlichem Ausdruck verfasst worden. Betrachtet man die reine Übersetzung aus dem Deutschen ins Arabische, gibt es an manchen Stelle kleine Unterschiede und Abweichungen, die den Inhalt des Textes jedoch nicht verfälschen. Die einzige und deutlich veränderte Stelle ist auf Seite 87, als Luna Al-Mousli von einer Fernsehsendung spricht, die den Nahostkonflikt zwischen Palästina und Israel zum Thema hatte. Dieses traurige Ereignis, als ein kleiner Junge zu Tode kam, war überall in der arabischen Welt ein riesen großes Thema. "Der Vater packte seinen Sohn, und sie versteckten sich hinter einer Mülltonne. Nach wenigen Minuten wurde Mohammed erschossen." (Seite 87) Zu diesem Ereignis gibt es einige YouTube-Videos, die das zeigen, was die arabische Übersetzung eindeutig benennt. Die wörtliche Übersetzung des arabischen Textes ins Deutsche würde lauten: "Ein Geschoss eines Scharfschützen / Kopfjägers hat ihn [den Jungen] tödlich am Kopf erwischt." Warum die Autorin dieses Ereignis in ihrem Buch verarbeitet hat und genau hier, sich das Deutsche und das Arabische so sehr unterscheiden, kann sich jeder selber überlegen oder darüber spekulieren... Abschließend festgestellt, ist die arabische Übersetzung somit gelungen. Ganz am Ende gibt es einen Nachtrag der Autorin, in dem sie über Flüchtlinge, ihre Integration und auf das Verhalten der Mitmenschen ihr gegenüber, eingeht. Wenn ich ehrlich bin, fand ich dieses Nachwort am interessantesten. Hier wird sie deutlich, hier erkennt man was sie bewegt und was sie sich wünscht. Ein autobiografisches Buch, in dem weniger das Künstlerische im Vordergrund steht, würde mir sehr gefallen. Zum Schluss möchte ich noch auf eine Besonderheit in der Gestaltung des Buches eingehen. Wie man HIER sehen kann, hat das Buch innen, zwischen jeder Seite eine rote Längsfärbung. Anya Schutzbach erklärte uns dies damit, dass die Autorin damit die offene Wunde zum Ausdruck bringen wollte, die sie fühlt, wenn sie an Damaskus und das Syrien aus ihrer Kindheit denkt. Eine tolle Idee! Erraten kann man das wohl nicht. Deshalb erwähne ich es hier... Fazit: Ein Debüt einer sehr jungen syrischen Autorin, die in Österreich eine zweite Heimat gefunden hat und nun für sich feststellen konnte, dass sie beide Länder liebt. Die Liebe zu ihrer Geburtsstadt Damaskus hat sie in ihrer Abschlussarbeit niedergeschrieben, die man nun in gedruckter Buchform erwerben und bewundern kann.


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