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Ein Lied für die Geister

Roman

(4)
Als Landreaux Iron bei einem tragischen Jagdunfall Dusty, den Sohn seiner Nachbarn, tötet, beschließen er und seine Frau, ihren jüngsten Sohn LaRose bei Dustys Familie aufwachsen zu lassen. Ergeben beugt sich LaRose dieser indianischen Tradition, die zu aller Überraschung ungeahnte, tröstliche Dinge bewirkt. Alles könnte sich zum Guten wenden, wäre da nicht einer, der mit Landreaux eine alte Rechnung offen hat und seine große Chance auf Rache wittert.

„Ein Meisterwerk der amerikanischen Literatur, das bleiben wird.“ Booklist

„Erdrich trägt, wie Faulkner, das dunkle Wissen ihres Landes in sich. Sie zählt zu den besten amerikanischen Schriftstellern.“ Philip Roth, New York Times

„Wie Toni Morrison, Tolstoi oder Steinbeck zeichnet Erdrich ihre Charaktere voller Liebe und erzählt von ihnen, ohne je über sie zu richten.“ San Francisco Chronicle.
Portrait
Louise Erdrich, geb. 1954 als Tochter einer Indianerin und eines Deutsch-Amerikaners, ist eine der erfolgreichsten amerikanischen Gegenwartsautorinnen. Ihre Lyrikbände, Kinderbücher und zahlreichen Romane, darunter Weltbestseller wie Die Antilopenfrau, Die Rübenkönigin und Der Club der singenden Metzger, wurden vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den National Book Award für „Das Haus des Windes“, den PEN/Saul Bellow Award und den Library of Congress Prize. Erdrich lebt in Minnesota und ist Inhaberin der Buchhandlung Birchbark Books. Im Aufbau Verlag sind ihre Romane „Das Haus des Windes“, „Die Rübenkönigin“, „Der Klang der Trommel“ lieferbar.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 416 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 17.10.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783841211521
Verlag Aufbau digital
Übersetzer Gesine Schröder
eBook
16,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Ein faszinierendes Buch
von Sikal am 19.05.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gleich zu Beginn des Buches wird man mit einem dramatischen Ereignis konfrontiert – der kleine Dusty wird versehentlich von Landreaux erschossen. Eine unvorstellbare Katastrophe für die beiden ehemals befreundeten Familien, keine weiß mit der Trauer umzugehen. Nach indianischer Sitte beschließen Landreaux und seine Frau Emmaline ihren jüngsten Sohn LaRose... Gleich zu Beginn des Buches wird man mit einem dramatischen Ereignis konfrontiert – der kleine Dusty wird versehentlich von Landreaux erschossen. Eine unvorstellbare Katastrophe für die beiden ehemals befreundeten Familien, keine weiß mit der Trauer umzugehen. Nach indianischer Sitte beschließen Landreaux und seine Frau Emmaline ihren jüngsten Sohn LaRose als „Ersatz“ für Dusty bei dessen Eltern aufwachsen zu lassen. Doch niemand konnte ahnen, welche emotionalen Höhenflüge hier vorprogrammiert wurden. LaRose findet mit seiner ruhigen Art schnell einen Zugang zu allen Familienmitgliedern, besonders zu Maggie, die gerade eine schwierige Phase durchlebt und in LaRose einen Seelenverwandten findet. In Rückblenden erfährt man, dass der Name LaRose in der Familie Tradition hat, bereits vier LaRoses gab es bereits, die allesamt kein einfaches Leben hatten. Wie wird sich die Familie mit dem Tod des kleinen Dusty auseinandersetzen? Wird es wieder ein normales Leben nach der Trauerphase geben können? Wenn man selbst Kinder hat und sich hier hineinversetzt, kann man es sich eigentlich nicht vorstellen. Doch was macht nun die Magie dieses Buches aus? Trotz des tragischen Einstiegs, findet man zwar Melancholie, doch keine Hoffnungslosigkeit. Man findet Trauer, Enttäuschung, Wut, aber auch Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt. Die Autorin Louise Erdrich hat selbst indianische Vorfahren und schafft es hier mit viel Empathie und Poesie über ein Thema zu schreiben, das nicht einfach ist. Sie berührt und bewegt, tiefsinnig aber nicht schwermütig. Die Charaktere sind sehr vielschichtig, oft beinahe eigenbrötlerisch – vielleicht passend für das Leben in einem Reservat. Anfangs verschlossen, öffnen sie sich im Laufe der Geschichte dem Leser und man entdeckt hinter manchem Verhalten die Hintergründe. Ein Buch, das mich sehr berührt hat, welches ich sehr gerne gelesen habe und bestimmt wieder lesen werde. Eine großartige Geschichte über zwei Familien, die lernen müssen mit einem furchtbaren Schicksalsschlag zu leben.

Unser Sohn soll jetzt euer Sohn sein
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 10.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

"Ein Lied für die Geister" ist ein ungewöhnliches Buch, das mich noch lange beschäftigen wird. Tatsächlich ist es auch ein Buch, für das ich deutlich länger gebraucht habe, als ich das normalerweise für 444 Seiten tue - aber ich bitte darum, das nicht als Kritik zu verstehen, im Gegenteil.... "Ein Lied für die Geister" ist ein ungewöhnliches Buch, das mich noch lange beschäftigen wird. Tatsächlich ist es auch ein Buch, für das ich deutlich länger gebraucht habe, als ich das normalerweise für 444 Seiten tue - aber ich bitte darum, das nicht als Kritik zu verstehen, im Gegenteil. Manchmal muss man sich für die besten Dinge im Leben Zeit nehmen. Worin liegt jedoch der Zauber, der sich mit jeder Seite mehr entfaltet? Wenn ich die Geschichte auf ihre grundlegendsten Zutaten herunterbreche und nur diese betrachte, erscheinen sie mir öde, nüchtern, trostlos, deprimierend... Schlimmer noch, voll unterschwelligem Pathos. Die Geschichte im Ganzen ist in meinen Augen jedoch nichts davon. 'Magisch' würde mir da eher in den Sinn kommen, 'tiefgründig' oder 'bewegend'. Und ja, manchmal tragisch. Es geht um viele Dinge, nicht nur um den Tod des kleinen Dusty und dessen Auswirkung auf die beiden betroffenen Familien. LaRose, der Junge, der Dustys Platz einnehmen soll, ist der fünfte Mensch dieses Namens in seiner Familie, wobei die erste vier alle Frauen waren. In Rückblicken erzählt die Autorin aus dem Leben der ersten vier LaRoses und spricht dabei das enorme in der Vergangenheit an den Indianern begangene Unrecht an, und die Zerissenheit ihrer Nachfahren zwischen den Kulturen. (Erdrichs Großvater mütterlicherseits war übrigens ein Häuptling der Chippewa.) Der Schreibstil ist wunderbar und trügerisch. Mal karg, mal von schlichter Eleganz, dann wieder bewegend und voll emotionaler Tiefe. Wenn sich indianische Legenden und schonungslose Gegenwart vermischen, entsteht ein ganz eigener, magischer Realismus, und dennoch entbehrt die Geschichte nicht einem gewissen Humor. Die scheinbare Einfachheit des Schreibstils täuscht vielleicht anfänglich darüber hinweg, wie authentisch und komplex die Charaktere sind, aber mit jeder Seite enthüllen sie dem Leser mehr von ihrer Persönlichkeit. Die Autorin scheut nicht davor zurück, sie bis an die Grenzen dessen zu treiben, was sie ertragen können, lässt ihnen aber immer den letzten Funken Hoffnung. Viele Charaktere zeigen im Laufe der Geschichte überraschende Eigenschaften, die den Leser zwingen, seine ersten Eindrücke zu überdenken. Das trifft auf keinen davon so sehr zu wie auf Romeo: Romeo, der Schmarotzer, der Widerling, der kleine Gauner, der in seinem Leben nichts erreicht hat, aber klaut, betrügt, lügt und sich mit Tabletten sein erbärmliches Dasein erträglich macht. Romeo und seine sinnlose, skrupellose Rache. Romeo, den man wirklich nur hassen kann. Dachte ich. Man erfährt später im Buch noch, welches Trauma und welcher Verrat ihn zu dem gemacht haben, der er ist, und dann hätte ich am liebsten um den loyalen, intelligenten Jungen geweint, der Romeo einmal war. Die Geschichte hat meiner Meinung nach keinen klar strukturierten Handlungsbogen, entwickelt aber eine starke psychologische Spannung, weil man als Leser mitfiebert und mitleidet mit den Charakteren. Man muss sich allerdings darauf einlassen, dass nicht alles erklärt wird oder überhaupt erklärbar ist. Fazit: Der kleine Dusty wird bei einem Jagdunfall aus Versehen erschossen. Der Schicksalsschlag droht, zwei Familien zu zerstören: die des Jungen und die des erschütterten Todesschützen, Landreaux Iron. Dieser beschließt nach Anrufung seiner Ahnen, einer alten indianischen Tradition zu folgen und den trauernden Eltern seinen eigenen Sohn zu übergeben, den fünfjährigen LaRose. "Ein Lied für die Geister" setzt sich zusammen aus den Fragmenten verschiedener (fiktiver) Leben und überspannt mehrere Generationen. Es erzählt von Verlust, Schuld und Verrat, aber auch von Hoffnung, Vergebung und Loyalität, und das immer vor dem Hintergrund der Geschichte der indianischen Urbevölkerung in den USA. In meinen Augen ist es ein außergewöhnliches Buch, dem man Zeit geben muss und von dem man keine einfachen Lösungen erwarten sollte, das aber dennoch sehr lohnend ist.

ein Monatshighlight
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 17.11.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Auf den ersten Blick mutet uns die Geschichte ungeheuerlich an. Ein Mann erschießt auf der Jagd nach einem Hirsch stattdessen den kleinen Nachbarsjungen. Und in seiner Verzweiflung deutet er die Visionen im Schwitzhaus als Aufforderung zu einem altem Ritual und bringt seinen eigenen jüngsten Sohn zu den fassungslosen Eltern... Auf den ersten Blick mutet uns die Geschichte ungeheuerlich an. Ein Mann erschießt auf der Jagd nach einem Hirsch stattdessen den kleinen Nachbarsjungen. Und in seiner Verzweiflung deutet er die Visionen im Schwitzhaus als Aufforderung zu einem altem Ritual und bringt seinen eigenen jüngsten Sohn zu den fassungslosen Eltern des toten Kindes und sagt, er wäre nur ihr Sohn. Ein Sohn für den anderen. So wie es früher schon in den alten Zeiten war. Luise Erdrich schreibt mit einer wohldosierten Distanz, die dem Leser Raum lässt für eigene Interpretationen. Sie beschreibt mit gefühlvollen lebhaften Worten, aber alle ihre Figuren sind ihr gleich lieb und sie ist eine kluge Beobachterin, die die Geschehnisse beschreibt ohne zu werten oder zu erklären. Von Anfang an nahm mich diese Geschichte gefangen. Man spürt die indianische Spiritualität, man riecht das weite Land, die Felder und Wälder. Man erfährt, wie das Leben der Indianer noch immer dadurch bestimmt ist, dass sie ihre Herkunft und ihre Kultur verleugnen sollen, dass sie sich anpassen und ihre Eigenheiten ablegen sollen. Das neue und das alte Amerika, die Kraft der alten Riten und die Verlockung der westlichen Errungenschaften, ringen miteinander und jeder Indianer versucht seinen eigenen Weg für sein eigenes Leben zu finden. Lebendig und ganz nah kommen einem die Personen. Die Einblicke in eine fremde Gesellschaft, ganz anders, wie wir sie aus Karl-May-Büchern und Wild-West-Filmen kennen, ist ruhig und eindringlich erzählt. Schon das Cover ist ein Augenschmaus und der Titel hallt ebenso wie die ganze Geschichte kräftig und lange in mir nach.


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