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Die Rote Wand

Roman

(6)
Der Tod kommt jedes Mal aus einer anderen Richtung
Wie eine Steinwand, die Gott als natürliche Grenze zwischen Nord- und Südeuropa in die Erde gerammt hat, ragen die Berge hinter Sexten in den Himmel. Hier verläuft 1915 die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Eine Front, die im Ersten Weltkrieg Schauplatz eines erbitterten Stellungskriegs wird. Gekämpft wird auf Felsvorsprüngen, Gipfeln, auf Skiern, mit Stichmessern, Karabinern und Handgranaten. Mann gegen Mann versuchen kleine Einheiten die Höhe zu sichern. In all diesen Scharmützeln hält sich in der roten Wand ein Mädchen auf, das seinem Vater in den Gebirgskrieg gefolgt ist. David Pfeifer erzählt ihre Geschichte und die Geschichte des Dolomitenkriegs in einem eindrucksvollen Roman.
Rezension
„Ein Roman, der sich mit der Wucht eines Steigeisens ins Herz schlägt.“
Portrait
David Pfeifer, Jahrgang 1970, Österreicher, wuchs in München auf, bevor es ihn 1993 nach Hamburg zog, um für das legendäre Magazin Tempo zu arbeiten. Weitere Stationen waren der Stern und Vanity Fair. Seit 2014 ist er leitender Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Die Rote Wand ist sein dritter Roman. Er lebt heute wieder in München.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.08.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783641158521
Verlag Heyne
eBook
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„Mitten in den Wirren des Krieges“

Anne K., Thalia-Buchhandlung Wien Westbahnhof

"Wer an Gott glaubt, der fragt sich, warum ich? [...] Wer aber lange genug im Krieg war, der fragt sich, warum ich nicht?" (S. 275)
David Pfeifer entführt die Leser/ Leserinnen an die Front zwischen Italien und Österreich-Ungarn, in die Höhen der Dolomiten. Es ist 1915 und es ist kalt. In den Wirren des Krieges herrschen Hunger und
"Wer an Gott glaubt, der fragt sich, warum ich? [...] Wer aber lange genug im Krieg war, der fragt sich, warum ich nicht?" (S. 275)
David Pfeifer entführt die Leser/ Leserinnen an die Front zwischen Italien und Österreich-Ungarn, in die Höhen der Dolomiten. Es ist 1915 und es ist kalt. In den Wirren des Krieges herrschen Hunger und Tod. Allein die Hoffnung, jemals wieder zu seinen Liebsten nach Hause zurückkehren zu dürfen, hält am Leben.
Inspiriert vom Schicksal der damals erst 15-jährigen Viktoria Savs, ist die Protagonistin des Romans ein Mädchen, welches sich als Junge verkleidet dem Kriegsdienst verpflichtet, um nach seinem Vater zu suchen. Selbst fast noch ein Kind muss sie miterleben, wie erbarmungslos im Krieg gehandelt wird und wie oftmals der Zufall über Leben und Tod entscheidet.
"Die Rote Wand" ist ein sehr intensiver Roman und lässt uns in Dankbarkeit zurück in Zeiten des Friedens leben zu dürfen.

„Eine eindrückliche, spannende Geschichte“

Barbara Sitter, Thalia-Buchhandlung Wien

Ein 15-jähriges namenloses Mädchen verkleidet sich als junger Mann, um dem Vater in den ersten Weltkrieg und in die Berge zu folgen. Dort, in den Dolomiten, am Fuße der drei Zinnen erlebt sie, was eigentlich nur Männern zu dieser Zeit vorbehalten war: Kälte, Gefahr und Tod, aber Zuneigung, Kameradschaft und Freundschaft.
Das Mädchen
Ein 15-jähriges namenloses Mädchen verkleidet sich als junger Mann, um dem Vater in den ersten Weltkrieg und in die Berge zu folgen. Dort, in den Dolomiten, am Fuße der drei Zinnen erlebt sie, was eigentlich nur Männern zu dieser Zeit vorbehalten war: Kälte, Gefahr und Tod, aber Zuneigung, Kameradschaft und Freundschaft.
Das Mädchen aus der Geschichte hat ein authentisches Vorbild, dessen außergewöhnliches persönliches Schicksal von David Pfeifer behutsam literarisch aufgearbeitet wurde: Viktoria Savs, die an der Seite ihres Vaters im ersten Weltkrieg die Südgrenze des Kaiserreichs verteidigte. Vielleicht ist deshalb die Gänsehaut, die mich beim Lesen überzog, eine Spur intensiver gewesen, als es sonst der Fall gewesen wäre. Fest steht aber, dass David Pfeifer ein unglaublich talentierter Autor ist, der die Faszination für die außergewöhnliche Landschaft, in der die Geschichte spielt, kaum zwischen den Worten verbergen kann und wahrscheinlich auch nicht will.
Von mir gibt's eine klare Leseempfehlung! Großartiges Buch!

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Kundenbewertungen

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DIE ROTE WAND - Ereignisse des Ersten Weltkrieges in der archaischen Landschaft der Dolomiten
von j.h. aus Berlin am 24.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

"An einem klaren Aprilmorgen beschließt das Mädchen, ein Mann zu werden. Die Kleidung ihres Vaters liegt vor ihr. An den Hemden hat sie die Ärmel an der Schulter abgetrennt, gekürzt und neu eingenäht. Ein paar seiner alten Hosen hat sie umgenäht. In der Länge stoßen sie nun akkurat einen... "An einem klaren Aprilmorgen beschließt das Mädchen, ein Mann zu werden. Die Kleidung ihres Vaters liegt vor ihr. An den Hemden hat sie die Ärmel an der Schulter abgetrennt, gekürzt und neu eingenäht. Ein paar seiner alten Hosen hat sie umgenäht. In der Länge stoßen sie nun akkurat einen Zentimeter unterhalb ihrer Fessel auf. Schließlich schneidet sie sich ihre langen blonden Haare ab, die die Mutter immer ausgiebig gebürstet hat. ... Damit ist eine Grenze überschritten, eine Veränderung herbeigeführt, die sie erklären muss, falls sie jemandem begegnet, den sie kennt. ... Das wird in dem Moment zur Gewissheit, in dem sie sich im Spiegel betrachtet und eine andere Person zurücksieht. Eine ernste, entschlossene Person. Ein Junge, der auszusehen versucht wie ein Mann." (S. 11) So beginnt in Meran im Frühjahr 1915 die abenteuerliche Geschichte des 15-jährigen Mädchens, das sich unter dem Namen Richard als Standschütze auf österreichischer Seite zur Front in den Dolomiten meldet, um dort ihren Vater zu finden. Ihre Mutter war früh gestorben und der aus Russland zurückgekehrte Vater hatte sich trotz Alpträumen wieder an die Dolomiten-Front gemeldet. Sie wird als 17-jähriger Junge akzeptiert und gelangt mit dem Truppentransport per Bahn nach Sexten unterhalb der Drei Zinnen. Der Beginn einer Odyssee von über einem Jahr ... David Pfeifer (*1970) wollte kein weiteres Buch über den Ersten Weltkrieg schreiben, sondern eher einen Abenteuerroman über ein junges Mädchen in extremen Situationen. Vorbild für den letztendlich fiktionalen Roman ist die als "Heldenmädchen von den Drei Zinnen" berühmt gewordene Viktoria Savs (1899-1979), deren Leben für ein biographisches Sachbuch zu wenig dokumentiert ist. Pfeifer erzählt die Geschichte konsequent in der Gegenwartswarts-Perspektive aus der Sicht des Mädchens und verfolgt damit auch den Prozess der Reifung und Abstumpfung durch die Gräuel des Krieges, der in der archaischen Landschaft der Dolomiten hinsichtlich seiner Ziele noch absurder wirkt: ""Der Krieg gehört nicht her", sagt Tschurtschenthaler schließlich laut und klar. Die anderen verstummen. "Ist so schon schwer genug, gegen die Berge anzukommen." Das Mädchen ist dankbar dafür, das Tschurtschenthaler das Einzige sagt, was Sinn ergibt. Wie absurd es ist, ausgerechnet hier Krieg zu führen. Der Berg steht einfach weiter da und nimmt Leben. Schon immer. Tschurtschenthaler ist wenigstens klug genug, sich nicht vor den Karabinern der Italiener zu fürchten. Er weiß genau, dass von denen die geringste Gefahr ausgeht. Die sind mit Überleben beschäftigt, genau wie wir, denkt das Mädchen. In Wahrheit haben sie alle den selben Gegner." (S. 182) Nur in 2 Kapiteln verlässt der Autor diese Perspektive und berichtet über die Kriegserklärung Österreichs an Italien (Mai 1915, 2. Kapitel) und die Beisetzung von Kaiser Franz Joseph (November 1916, 10. Kapitel). Der Verlauf des Dolomitenkrieges zwischen den Soldaten Österreichs und den italienischen Alpini mit Kämpfen auf Felsvorsprüngen und Gipfeln mit Stichmessern, Karabinern und Handgranaten wird mit Beschreibungen der Landschaft verknüpft packend geschildert. Der HEYNE Verlag legt das Buch im Hardcover mit den Drei Zinnen auf dem Frontcover und der Roten Wand auf der Rückseite vor. Auf der ersten Seite befindet sich eine stilisierte Übersichtskarte der Rotwand (1:40000), in der die Frontverläufe eingezeichnet sind. Zur Visualisierung wird zusätzlich ein innovativer neuer Weg beschritten: In den App-Stores ist unter dem Buchtitel eine kostenlose App für Tablets und Smartphone erhältlich, mit der Handlungsorte und noch sichtbare Spuren des Ersten Weltkriegs (Frontlinien, Gipfelstellungen ...) interaktiv und fotorealistisch in 3D darstellbar sind. Ferner sind historische Fotos, mehrere Audiodateien, ein Interview mit dem Autor über die Hintergründe sowie drei Wandertouren-Vorschläge enthalten. Ein packender Roman, der anspruchsvolleren Lesern vorbehaltlos zu empfehlen ist. Bei künftigen Aufenthalten in Südtirol wird man die Urlaubsidylle möglicherweise mit anderen Augen sehen und Spuren des Geschehens vor 100 Jahre wahrnehmen.

von einer Kundin/einem Kunden am 09.05.2017
Bewertet: anderes Format

Ergreifendes Buch über die Liebe einer Tochter, die ihrem Vater in den 1. Weltkrieg folgt. Historisch akkurat und faszinierend.

Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden am 07.05.2017
Bewertet: Klappenbroschur

Im Mittelpunkt der teils authentischen Geschichte steht das jugendliche Mädchen, das sich im ersten Weltkrieg in Südtirol als junger Mann ausgibt, um ihren zum Krieg eingezogenen Vater zu finden. Die Geschichte aus sich des namentlich nie genannten Mädchens ist schnörkellos beschrieben und kommt ohne Kitsch und übertriebene Dramatik aus.... Im Mittelpunkt der teils authentischen Geschichte steht das jugendliche Mädchen, das sich im ersten Weltkrieg in Südtirol als junger Mann ausgibt, um ihren zum Krieg eingezogenen Vater zu finden. Die Geschichte aus sich des namentlich nie genannten Mädchens ist schnörkellos beschrieben und kommt ohne Kitsch und übertriebene Dramatik aus. Das, was sie am Berg in Eis und Schnee erlebt, genügt an Spannung. Kameraden sterben, Kälte, Hunger, Langeweile und Angst dominieren ihren Alltag. Der Titel gewährt einen bewegenden Einblick in die Zeit des ersten Weltkriegs.


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