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Die Frau des Zoodirektors

Eine Geschichte aus dem Krieg. Ausgezeichnet mit dem Orion Award 2008

(4)
Eine wahre Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg



Während der Zweite Weltkrieg tobt, wird der Warschauer Zoo Schauplatz einer dramatischen Rettungsaktion, die über 300 Juden vor dem sicheren Tod bewahrt. Als Jan und Antonina Żabiński, der Zoodirektor und seine Frau, mitansehen, wie die Nazis in Polen einmarschieren, ist ihr Entsetzen groß. Die jüdische Bevölkerung wird im Warschauer Ghetto zusammengepfercht. Zeitgleich beginnen die Nazis den Zoo für ihre Zwecke zu nutzen, um ausgestorbene Tierarten rückzuzüchten. Als die Nazis den brachliegenden Zoo verlassen, nutzen die Żabińskis die Situation und schmuggeln Juden aus dem Warschauer Ghetto auf das Zoogelände, wo sie die Todgeweihten in den leeren Tierkäfigen verstecken. Sie retten ihnen damit das Leben.








Rezension
Anja Menne, Literatur-Expertin Thalia:
Diese Geschichte ist so wunderbar und auch so grausam, dass ich zunächst geglaubt habe, eine sehr begnadete Autorin habe sie sich ausgedacht. Tatsächlich aber ist diese Geschichte wahr und die US-Schriftstellerin Diane Ackerman, die hierzulande noch nicht sehr bekannt ist, hat sie literarisch aufgearbeitet. Und ich will wetten, dass sie auch bald verfilmt werden wird. Ackerman bringt den Leser nach Warschau, in das Jahr 1944, als die Nazis dort ihrem blutigen Handwerk, der Ermordung der Juden, nachgehen. Das Ehepaar Zabinski rettet 300 Juden das Leben, indem es sie in den leeren Käfigen des Zoos versteckt. Die Handlung ist so fein ausgearbeitet und so spielerisch erzählt, dass das Lesen wirklich eine Freude ist. Natürlich ist dies auch ein emotionales Buch. Aber Ackerman gelingt es, Theatralik und Pathos durch eine präzise Sprache zu bannen. Bei all den Romanen der Holocaust-Literatur der letzten Jahre hat mich dieses wirklich noch einmal sehr positiv überrascht.
Portrait
Diane Ackerman, geboren am 7. Oktober 1948 in Waukegan, Illinois, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin. In Bezug auf ihre Bücher über Naturgeschichte lässt sich ihr Stil am besten beschreiben als eine Mischung von Dichtung, Erzählung und Populärwissenschaft. Sie unterrichtete an verschiedenen Universitäten einschließlich der Columbia University und der Cornell University. Ihre Essays erscheinen regelmäßig in angesehenen Zeitschriften.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 31.10.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-27082-4
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 221/147/40 mm
Gewicht 574
Originaltitel The Zookeeper's Wife
Abbildungen schwarz-weiss Illustrationen
Verkaufsrang 9.263
Buch (gebundene Ausgabe)
20,60
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


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Helden, die man kennenlernen sollte
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 24.11.2017

Während seines ersten Monats im Amt erklärte Generalgouverneur Frank, dass »jeder Jude, der den Bezirk verlässt, der ihm zugewiesen ist«, mit dem Tode bestraft wird, ebenso »Menschen, die solchen Juden Verstecke ermöglichen … Hintermänner und Helfer werden ebenso bestraft wie die Täter; jeder absichtliche Versuch wird ebenso bestraft wie... Während seines ersten Monats im Amt erklärte Generalgouverneur Frank, dass »jeder Jude, der den Bezirk verlässt, der ihm zugewiesen ist«, mit dem Tode bestraft wird, ebenso »Menschen, die solchen Juden Verstecke ermöglichen … Hintermänner und Helfer werden ebenso bestraft wie die Täter; jeder absichtliche Versuch wird ebenso bestraft wie das eigentliche Vergehen.« Warschau im 2. Weltkrieg. Die jüdische Bevölkerung wurde im Ghetto zusammengepfercht, die Nazis überziehen die gesamte Stadt mit ihrem Schrecken. Trotz eigener Notlage und drohender Gefahr gab es Menschen, die ihr Leben riskierten, um den jüdischen Mitmenschen zu helfen. Zwei von ihnen waren Jan und Antonina Zabinski, ein Zoodirektor und seine Frau, sie retteten mehr als 300 Juden das Leben. Dieses Buch erzählt ihre wahre Geschichte. Als ich dieses Buch entdeckte, war ich gleich fasziniert. Menschen, die in einem Zoo versteckt wurden, Helden, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte. Da musste ich Genaueres erfahren! Zu Beginn des Buchs ist für Jan und Antonina die Welt eigentlich noch in Ordnung. Es ist 1935 und die beiden sind glücklich mit ihrem Zoo, sind Tiermenschen, die ihren Tagesablauf komplett ihren Schützlingen angepasst haben. Antonina ist praktisch ständig damit beschäftigt, mutterlose Tierbabys aufzuziehen, egal ob Dachs, Rehkitz, kleine Luchse, Löwenbabys, Wolfswelpen, Adlerküken oder Affenbabys. Sie hat ein tiefes Gespür für jedes Tier, erfasst intuitiv dessen Ängste und Empfindungen. Der Leser weiß natürlich, dass diese Idylle keinen Bestand haben wird. Der aufziehende Krieg ändert alles. Jan schließt sich einer Untergrundbewegung an, wird aktiv im Widerstand und ist nur noch selten zuhause. Und wenn er kommt, hat er nicht selten einen Menschen dabei, dem er zuvor bei der Flucht aus dem Ghetto geholfen hat… Eine wirklich spannende Geschichte wird hier erzählt. Besonders wichtig war für mich, dass es eine wahre Geschichte ist. Die mutige Aktion von Jan und Antonina hat mich schwer beeindruckt, allerdings wird auch immer wieder betont, dass die von ihnen durchgeführten Rettungsaktionen keine Einzelleistung waren, sondern erst durch Zusammenarbeit des gesamten Widerstands möglich wurden. In diesem Zusammenhang habe ich höchst interessante Dinge erfahren, zum Beispiel welche Wege es gab, Flüchtlinge aus dem Warschauer Ghetto zu schmuggeln. Oder dass ein Flüchtling mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Papiere brauchte und im Schnitt siebeneinhalb Mal sein Versteck wechselte. Das Verstecken eines Menschen war sehr gefährlich, trotzdem riskierten zwischen 70.000 und 90.000 Bewohner in und um Warschau ihr Leben, um Nachbarn zur Flucht zu verhelfen. Zwei davon waren die Zabinskis. Ihr Heim wird bald „Das Haus unter dem verrückten Stern“ genannt. Diesen Namen verdankt es der exzentrischen Mischung von Menschen und Tieren, die dort zusammenkam. Mittendrin Antonina, die alles organisiert, sich um alle kümmert und es sogar schafft, für Ablenkung zu sorgen. Ihr ungewöhnliches Einfühlungsvermögen funktioniert nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen. Mehrfach schafft sie es so, gefährliche Situationen zu entschärfen. Der Bericht berührt und fesselt. Neben allem anderen sorgt sich Antonina auch um ihren kleinen Sohn, der inmitten des ganzen Wahnsinns aufwächst, nicht nur mit Angst und Not klarkommen muss, sondern auch mit dem Wissen, dass er über die Aktivitäten der Eltern zu niemandem ein Wort sagen darf, sie durch keine unbedachte Handlung verraten darf. Eine schwere Bürde für ein Kind! Antonina versucht ihm zu helfen, indem sie ihm aufträgt, sich um die Tiere im Haus zu kümmern. An sich eine schöne Ablenkung, aber leider muss der kleine Kerl erfahren, wie eins nach dem anderen nahezu alle seine tierischen Freunde zu Tode kommen. Spätestens an diesen Stellen schnürt sich dem tierlieben Leser der Hals zu. Schon die Kapitel zuvor waren schwer erträglich. Natürlich belastet in erster Linie die Ermordung vieler, vieler Menschen, doch der Tod der Tiere ist ebenfalls grausam. Da laufen beispielsweise Nazis durch den Zoo und „jagen“ zum Vergnügen die Tiere in ihren Gehegen. Der Stil ist recht nüchtern, was dem Sachbuchcharakter des Buchs entspricht. Das muss man wissen, der wer einen Roman erwartet, wird sich womöglich daran stören. Für mich war es völlig in Ordnung, ich hätte mir nur an einigen Stellen gewünscht, dass die Autorin nicht so abschweift. Immer wieder führt sie neue Personen ein, manchmal Retter, manchmal Opfer oder Flüchtige, manchmal Täter. Und erzählt dann so einiges über diese Personen, für mein Empfinden etwas zu viel und für die Handlung nicht notwendig. Hingegen hätte ich gerne gelesen, wie es Antonina nach dem Krieg weiter ergangen ist, aber dazu wurde leider kaum etwas gesagt. Fazit: Ein Buch über Helden, die man kennenlernen sollte. Schwer erträgliche Lektüre, trotzdem wundervoll zu lesen, wie mutig Menschen für andere eintreten können. Das macht Hoffnung!

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Helden in schwierigen Zeiten
von einer Kundin/einem Kunden am 06.01.2017

Jan und Antonina Zabinski betreiben den Zoo zu Warschau als die Nazis in Polen einmarschieren. Nachdem der Ghetto eingerichtet wird, schließt sich Jan dem polnischen Untergrund an und schnell fängt das Paar an bedrohte Juden im Zoo zu verstecken um sie dann außer Landes zu schaffen. Großartig geschriebene und sehr... Jan und Antonina Zabinski betreiben den Zoo zu Warschau als die Nazis in Polen einmarschieren. Nachdem der Ghetto eingerichtet wird, schließt sich Jan dem polnischen Untergrund an und schnell fängt das Paar an bedrohte Juden im Zoo zu verstecken um sie dann außer Landes zu schaffen. Großartig geschriebene und sehr spannende Biografie eines mutigen Paares, das über Jahre hinweg das eigene Leben riskiert und so ca. 300 Juden retten konnte. Ein wichtiges Stück Geschichte. Unbedingt lesen!

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Es gab jede Menge Menschlichkeit in Warschau
von Melanie Enns aus L. am 21.11.2016
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

Natürlich weiß man, um die Grausamkeit des zweiten Weltkrieges und dennoch gibt es immer noch Neues zu erkunden, was sich tief ins Herz bohrt und zum Nachdenken anregt. "Die Frau des Zoodirektors" ist solch ein Hörbuch, welches unverblümt von der Judenverfolgung im Warschauer Ghetto berichtet und Zeitzeugen aufleben lässt,... Natürlich weiß man, um die Grausamkeit des zweiten Weltkrieges und dennoch gibt es immer noch Neues zu erkunden, was sich tief ins Herz bohrt und zum Nachdenken anregt. "Die Frau des Zoodirektors" ist solch ein Hörbuch, welches unverblümt von der Judenverfolgung im Warschauer Ghetto berichtet und Zeitzeugen aufleben lässt, die sich auflehnten und Juden (meist Kinder) halfen, trotz des Bewusstseins dadurch ihr Leben zu verwirken. Es sind großartige Momente, denn es verdeutlicht trotz der Schrecken des Krieges echte Menschlichkeit. Der Krieg hielt auch in Polen Einzug. Es wird deutlich, wie alle Menschen mit großer Angst behaftet sind und Armut sich breitmacht, denn die Essensrationen sind mager. Als Bomben auf den Zoo fallen, fliehen die Tiere und wenige bleiben über, um dem Zoo zu erhalten. Jan und Antonina Zabinski bleiben treu und nutzen die leeren Käfige, um im Untergrund gegen die Deutsche Wehrmacht zu agieren und Juden vor dem KZ zu bewahren. Interessant hierbei ist, dass sich die Polen des KZ´s bewusst sind und nichts verschweigen. Es ist menschenunwürdig und in der Bevölkerung bekannt. Natürlich darf man sich nicht öffentlich auflehnen, aber man kann andere Kämpfe ausführen und dadurch Menschenleben retten. Verwirrt haben zwischendurch die vielen polnischen Namen, die ein klein wenig dauern, bis man sie sich bildlich vorstellen und sie der Story zuordnen kann. Die Protagonisten Jan und Antonina sind wunderbar gezeichnet und wirken sehr authentisch. Es ist eine wahre Lebensgeschichte, die durch Bilder im inneren der Hörbuchbox verdeutlicht wird. Schon alleine dadurch bekam das Hörbuch noch einen höheren Stellenwert. Mich hat die Story wirklich gefangen nehmen können und auch meine Tochter, die die Autofahrt gemeinsam mit mir bestreitet, lauschte regelrecht andächtig mit mir und es entspann sich hier und da regelrecht eine Diskussion. Der Krieg und seine Schrecken darf nicht totgeschwiegen werden, damit es sich nicht wiederholt. Menschen regelrecht auszurotten, nur, weil sie einer anderen Glaubensrichtung folgen, in die sie hineingeboren wurden. Ich erhoffe mir mehr Verstand in der Politik der Zukunft. Menschlichkeit ist in "Die Frau des Zoodirektors" der absolute Aufhänger, auch wenn die ganze Situation in Warschau haarklein hinzugefügt wurde. Es geht nicht nur um den Erhalt des Zoos oder die Judenverfolgung, sondern auch um den Überlebenswillen einer einzelnen Familie, deren Freunde oder Nachbarn, die sich auflehnt und dennoch anpassen muss. Absolut authentisch und realitätsnah. Gerne spreche ich eine Hörempfehlung aus, da ich es wichtig erachte, sich auch mit vergangenen Zeitgeschehen auseinanderzusetzen. Trotz des Grauens in "Die Frau des Zoodirektors" gibt es auch Begebenheiten, die uns zum Schmunzeln brachten, was natürlich in der allgemeinen Atmosphäre der Angst und dem Überlebenswillen eher Seltenheitswert hat. ????? (4,5 Sterne) Leider hat mir die Hörbuchsprecherin Bibiana Beglau wenig zugesagt. Es war für mich das erste Hörbuch der Sprecherin und ich konnte leider wenig Emotionen heraushören. Der Story tat dies keinen Abbruch, aber es war für mich dadurch etwas schwieriger zuzuhören und mich auf das Hörbuch einzulassen. Normalerweise wäre dies für mich nicht erwähnenswert, aber hier nahm es doch leicht den Hörgenuss, den ich sonst verspüre, wenn ich mich durch Worte berieseln lasse, anstatt selbst das Buch zu lesen.

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