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Die Ästhetik des Widerstands

Hörspiel. Ausgezeichnet mit dem Deutsche Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie. Das Besondere Hörbuch / Regie

(3)
Peter Weiss’ Opus magnum über das Ringen um

Menschen- und Völkerrechte



Wer ist der namenlose junge Mann in Peter Weiss‘ Jahrhundertroman, der als Jugendlicher Berlin verlässt, Zeuge der antifaschistischen Widerstandskämpfe in der Tschechoslowakei, in Spanien und Paris wird und schließlich in Schweden strandet? Der Autor antwortete darauf: „Ich selbst bin es.“ Regisseur Karl Bruckmaier teilt diesen monumentalen Erinnerungsmonolog in zwei Perspektiven auf: einen jungen, idealistisch brennenden Erzähler (Robert Stadlober) und dessen älteres, desillusioniertes Alter Ego (Peter Fricke). In Hörspielszenen, Fragmenten, Traumsequenzen und Kunstreflexionen verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem bewegenden Hörspielkunstwerk.



(2 mp3-CDs, Laufzeit: 10h 30)




Portrait
Robert Stadlober, geboren 1982, ist einer der gefragtesten jungen deutschsprachigen Schauspieler. Er spielte zum Beispiel in „Sonnenallee“, „Crazy“, „Krabat“ und „Jud Süß - Film ohne Gewissen“. Als Hörbuchsprecher liest er u.a. „Die Reifeprüfung“ von Charles Webb.
Peter Fricke, 1940 geboren, erhielt seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Seitdem spielte er an fast allen bekannten Bühnen, u. a. an der Städtischen Bühne der Stadt Frankfurt/Main, dem Kölner Schauspielhaus, dem Residenztheater München, der Berliner Volksbühne sowie dem Schauspielhaus Düsseldorf. Zusätzlich wirkte er in mehr als 120 TV-Produktionen mit und ist in vielen Hörspielen zu hören.
Ausserdem wirken mit: Rüdiger Vogler, Michael Troger, Helga Fellerer, Ulrich Frank, Paul Herwig, Helmut Stange, Christian Friedel, Stephan Zinner, Katharina Schubert, Sabine Kastius, Susanne-Marie Wrage, Hanns Zischler, Jochen Striebeck, Wolfgang Hinze, Jule Ronstedt
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Beschreibung

Produktdetails


Medium MP3-CD
Sprecher Robert Stadlober, Peter Fricke, Rüdiger Vogler
Anzahl 2
Erscheinungsdatum 16.09.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783844523379
Genre Gesellschaftsroman, nach 1945, Gegenwartsliteratur
Verlag DHV Der Hoerverlag
Spieldauer 630 Minuten
Hörbuch (MP3-CD)
27,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Wie wäre es, ein solches Hörspiel über die heutige Zeit zu machen?
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 18.02.2016
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Ich höre diese 12 CDs im Abstand von 2 oder 3 Jahren immer wieder. Und ich bin jedes Mal verblüfft, wie dieser "sperrige" Textkoloss plötzlich ganz klar und durchsichtig, ganz verständlich wird. Im Moment beschäftigt mich besonders die Frage, wie würde Peter Weiss die politischen Verhältnisse heute darstellen? Welche... Ich höre diese 12 CDs im Abstand von 2 oder 3 Jahren immer wieder. Und ich bin jedes Mal verblüfft, wie dieser "sperrige" Textkoloss plötzlich ganz klar und durchsichtig, ganz verständlich wird. Im Moment beschäftigt mich besonders die Frage, wie würde Peter Weiss die politischen Verhältnisse heute darstellen? Welche Kunstwerke wären heute seine Grundlagen zur Reflexion? Welche Bücher würde er jetzt erwähnen? Ich halte dieses Hörspiel für den idealen Einstieg zu dem umfangreichen Roman.

O Herakles. Wie kalt sind deine Wangen...
von Zitronenblau am 25.12.2011
Bewertet: Taschenbuch

Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie. Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt. Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für die vor allem marxistische Widerstandsbewegung... Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie. Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt. Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für die vor allem marxistische Widerstandsbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Buch endet mit dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Roman ist dabei ganz und gar unpoetisch. Im Grunde lesen wir über fast 1200 Seiten einen mehr aufzeichnungsartigen Text eines namenlosen Ich. Dieses Ich ist so flach wie das Spektrum dieses "Epos" - und dies ist nicht abwertend gemeint, nicht der Horizont dieser Chronik soll in uns eingehen, sondern die Tiefe der antifaschistischen und antikapitalistischen Widerstandsbewegung in einer gewissen Korrelation. Daher ist die Handlung weniger Ich-bezogen. Vielmehr kommt der Erzähler, der natürlich ein Arbeiter ist, aus Deutschland (eig. Tschechoslowakei), schließt sich der Bewegung im spanischen Bürgerkrieg an und zieht weiter nach Schweden, um von dort aus zu operieren. Dabei ist Weiss/der Erzähler erstaunlich nah an der historischen Realität. Die einzelnen geschichtlich wirksamen Personen und Ereignisse (ohne diese an dieser Stelle aufzuzählen) werden genannt und also in die Epopöe gemeißelt. Das Ich fungiert somit auf den ersten Blick als bloßes Sprachrohr, Beschreibender und Berichtender dieser Handlungen, Personen und Ereignisse (Denkmalsetzungsfunktion). Doch ist diese Reduktion des Erzählers nicht symbolisch, sondern programmatisch. Weiss versucht hier einen Entwurf der Ästhetisierung auf einer subtileren Ebene. Das Ich will nicht Revolutionär sein, es will uns nicht überzeugen, es ist rot und macht keinen Hehl um seinen Hass auf das Bürgertum. Das Ich ist aber intellektuell und will schreiben, sich künstlerisch verwirklichen, die Synthese aus "Arbeit und Kunst": "Wir fragten uns, was das wahre in der Kunst sei, und fanden, es müsse das Material sein, das durch die eignen Sinne und Nerven gegangen sei." Die Weisssche Technik hierbei ist das Suchen nach historischen wie fiktiven (künstlerischen, literarischen) Vergleichen (z.B. Kafkas Schloss als Proletarierroman). Dabei fließen diese Reflexionen in den Raum der "realen" Aufzeichnungen des Ich fließend über. Diese Technik bringt in den Roman partiell forminnovative essayistische Elemente ein, drückt inhaltlich natürlich (nicht zuletzt auch durch seine Länge!) den ständigen, ewigen Prozess der Dialektik zwischen Unterdrückung und Widerstand aus. Weiss monumentalisiert also durch Gehalt wie Gestalt: das Buch sublimiert sich SELBST zu einer gattungsbezogenen Form des ästhetischen Widerstands!!! - Das ist brillant! Und doch sind mir die heraklidischen Referenzen zu dünn. In der Mutterdarstellung erkenne ich keine Alkeme. "Trotzdem [...] gebe ich Herakles noch nicht auf." Sein Weg als "Arbeiter" zeigt sich in der Dialektik die sich inhaltlich durch das ständige Nachvorn und Nachhinten, den Wechsel der Operationsorte (Kommunismus ist nationslos) und der vielen Reaktionäre auszeichnet. Der Roman bedeutet Indifferenz, Verharren, ja, am Ende beinahe Niederlage. Und so geht es dem Ich. Seine Entwicklung ist -wenn überhaupt- künstlersich zu begreifen, doch es entwickelt sich praktisch kaum, es speist seine intellektuelle Kraft aus jener Dialektik. Und darüber konstituiert sich wiederum der Titel: Ein kolossaler "Arbeiterroman", aber sicher kein Gegen-Entwurf zum Odysseus...

Ein wahres Meisterwerk
von Alexandra Zander aus Köln am 22.08.2010
Bewertet: Taschenbuch

Peter Weiss wohl wichtigstes Werk berichtet mittels ekphrasischer Mittel über leidvolle Lebensgeschichten, die ihr Ende im KZ nahmen. Ein herausragendes und sehr wichtiges Buch, das jeder gelesen haben sollte!


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