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Des Teufels General

Drama in 3 Akten

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»Wenn man ein Drama schreibt, das Lebensdeutung versucht, so sind seine Gestalten keine Prinzipienträger, sondern Menschen, die leiden und handeln, ihren Weg suchen oder ihn verfehlen. Man rechnet sich die Handlungsweise seiner Personen nicht aus, wie man einen mathematischen Beweis führt, sondern man stellt sie sich vor, wie sie aus ihrem Wesen und Gesetz heraus sein müssen - bis sie von selber handeln und ihre eignen Entscheidungen fällen, die ihnen der Autor nicht mehr vorschreiben kann. Es ist also nicht so, daß man in der einen Figur das verkörpert, was man für unbedingt gut, in der anderen das, was man für unbedingt schlecht hält. Eine solche Schreibart wird zwar immer wieder von Dogmatikern verlangt oder versucht, aber sie erschafft kein Drama. Man möge sich nun zu Oderbruchs erdichteter Handlungsweise stellen, wie man will: es ergab sich hier aus der inneren Situation, daß der Mensch, der das Gute erstrebt, in seiner Not, in seiner ausweglosen Bedrängnis, das Ungute, die verdammenswerte Tat, nämlich den Mord, noch dazu den Freundesmord, auf sich nehmen muß. Denn in der Hölle gibt es keine Engel, und im Umkreis dieses Stückes herrscht, wie schon sein Titel sagt, die Hölle auf Erden.«
Rezension
"Wenn das Drama, dessen Aufgabe es nicht sein kann, fertige Lösungen zu geben, sondern zur Klärung beizutragen und einen Weg anzudeuten, diese jungen Menschen in ihrem Selbstvertrauen, in ihrer Zuversicht auf den endgültigen Sieg des Rechtes zu bestärken und zu festigen vermag, so liegt darin sein schönster Erfolg".(Carl Zuckmayer)
Portrait
Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim am Rhein geboren. »Der fröhliche Weinberg« brachte ihm 1925 den Durchbruch und den renommierten Kleist-Preis. 1933 verhängten die Nationalsozialisten ein Aufführungsverbot über ihn. Zuckmayer zog sich daraufhin nach Henndorf bei Salzburg zurück. 1938 floh er weiter in die Schweiz, ein Jahr später in die USA. 1958 kehrte er in die Schweiz zurück. Am 18. Januar 1977 ist er bei Visp (Wallis) gestorben.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.04.1988
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-27019-4
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19/12,5/1,3 cm
Gewicht 142 g
Auflage 39. Auflage
Buch (Taschenbuch)
8,30
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Geschichtsbewältigung ohne erhobenen Zeigefinger
von Mag aus Berlin am 18.03.2011

Für mich ist und bleibt die Geschichte des General Harry Harras, der aus Liebe zur Fliegerei zum Handlanger der Nationalsozialisten wird, ein wertvoller Beitrag zum Verständnis des Dritten Reiches und der Menschen, die sich in diesem Reich aktiv engagierten. Im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen, wo mit erhobenem Zeigefinger... Für mich ist und bleibt die Geschichte des General Harry Harras, der aus Liebe zur Fliegerei zum Handlanger der Nationalsozialisten wird, ein wertvoller Beitrag zum Verständnis des Dritten Reiches und der Menschen, die sich in diesem Reich aktiv engagierten. Im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen, wo mit erhobenem Zeigefinger auf alle Beteiligten gezeigt wird, zeigt Zuckmayer in diesem Drama den Konflikt eines Beteiligten an hoher Stelle: selbst kein Parteimitglied, auch nie von der Partei unterstützt und mit kritischen, abwertenden Bemerkungen über Hitler nicht zurückhaltend, entschließt sich Harras doch für ihn in leitender Stellung tätig zu sein. Seine Gründe dazu sind seine Liebe zur Fliegerei, die Freude seiner Mutter über seine Stellung und die Annahme, nach aktivem Kampf für Deutschland im ersten Weltkrieg nun nicht die Seiten wechseln zu können, auch wenn er sich zunehmend unwohl in seiner Rolle fühlt. Können anfängliche Zweifel noch mit Alkohol und gewagten, karikierenden Sprüchen übertönt werden, zwingen Harras die weiteren Ereignisse im Drama schließlich nicht nur verbal, sondern aktiv Stellung zu nehmen und sich zu entscheiden, ob er weiter als "General des Teufels" agieren kann. Zuckmayer gelingt mit der Gestaltung des Harry Harras ein äußerst lebendiges Bild eines Protagonisten, der an sich äußerst sympathisch, mit großer "Schnauze" kein Blatt vor den Mund nimmt und in unvergleichlicher Weise bei der Beschreibung eines Deutschen vom Rhein Hitlers Rassenlehre einprägsam und geschickt ad absurdum führt. Ebenso anschaulich und unverblümt sind auch seine Ansichten zu Krieg und Heldentod auf dem Schlachtfeld. Konsequent bleibt dann zum Schluss nach Erkenntnis der Stellung als Teufels General der einzig ehrenvolle Abgang. Sehenswert, wenn auch noch in schwarz-weiß, ist dazu auch heute noch die filmische Verarbeitung aus den 50er Jahren mit einem brillanten Curd Jürgens in der Titelrolle, auch wenn der Film an mehreren Stellen von der Vorlage abweicht.