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Der Russe ist einer, der Birken liebt

Roman

(38)

Anna-Seghers-Preis 2012
Mascha ist jung und eigenwillig, sie ist Aserbaidschanerin, Jüdin, und wenn nötig auch Türkin und Französin. Als Immigrantin musste sie in Deutschland früh die Erfahrung der Sprachlosigkeit machen. Nun spricht sie fünf Sprachen fließend. Sie plant gerade ihre Karriere bei der UNO, als ihr Freund Elias schwer erkrankt. Verzweifelt flieht sie nach Israel und wird von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Ebenso tragisch wie komisch, mit Sinn für das Wesentliche erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat.

Portrait
Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbeidschan geboren und wuchs im Kaukasus auf. Längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland und Israel. Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 2010 bekam sie den Dramatikerpreis der Wiener Wortstätten für ihr Debütstück "Das bisschen Palästina". 2011 erhielt sie das Grenzgänger Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2012 wurde sie mit dem Klaus-Michael-Kühne-Preis des Harbour Front Literaturfestivals ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 01.09.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14246-5
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 193/121/18 mm
Gewicht 241
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„großes Lesevergnügen“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Was ist damals in Baku passiert".....das ist es, was Elias von Mischa erfahren möchte. Mischa ist Jüdin und mußte mit 11 ihre Heimat Aserbaidschan verlassen. Nun lebt sie in Deutschland, studiert Dolmetschwissenschaften und spricht mehrere Sprachen fließend. Nur wenn es um ihr Innenleben geht verliert sie die Leichtigkeit der Kommunikation. Was ist damals in Baku passiert".....das ist es, was Elias von Mischa erfahren möchte. Mischa ist Jüdin und mußte mit 11 ihre Heimat Aserbaidschan verlassen. Nun lebt sie in Deutschland, studiert Dolmetschwissenschaften und spricht mehrere Sprachen fließend. Nur wenn es um ihr Innenleben geht verliert sie die Leichtigkeit der Kommunikation. Konfrontiert mit aggressiver Abwehr, gelingt es Elias nicht, die starre Sprachlosigkeit seiner Freundin zu durchdringen. Mischa sieht keine Verbindung und auch keine Veranlassung über ihre traumatischen Erlebnisse zu sprechen. Als Elias nach einem Sportunfall stirbt, flüchtet sie in ihrer Verzweiflung und Trauer nach Israel und wird dort von ihren Erinnerungen eingeholt.
Ein wunderbares Buch.

„Der Russe ist einer, der Birken liebt“

Susanne Haslehner, Thalia-Buchhandlung Wien

Dieses Buch hat mich sofort gepackt! Was für eine Schriftstellerin! Protagonistin Mascha ist Aserbaidschanerin und Jüdin. Ihre Großmutter hat den Holocaust überlebt. Als sie elf Jahre alt war, immigrierte sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist selbstbewusst und wollte immer mitreden können, deshalb kann sie auch fünf Sprachen Dieses Buch hat mich sofort gepackt! Was für eine Schriftstellerin! Protagonistin Mascha ist Aserbaidschanerin und Jüdin. Ihre Großmutter hat den Holocaust überlebt. Als sie elf Jahre alt war, immigrierte sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist selbstbewusst und wollte immer mitreden können, deshalb kann sie auch fünf Sprachen und studiert Dolmetsch. Mascha liebt Elias, einen Fußballspieler. Er möchte immer etwas über ihr Trauma erfahren, das sie als Kind in Baku erfahren hatte. Doch Mascha will nicht darüber reden. Elias stirbt an einer Sportverletzung und Mascha haut Hals über Kopf nach Israel ab. Dort arbeitet sie als Übersetzerin und lässt kein Abenteuer aus. Dieser Roman sprüht vor Leben, obwohl Mascha oft verzweifelt ist. Es treffen so viele verschiedene Welten aufeinander. Ich war begeistert in diese unterschiedlichen Welten eintauchen zu dürfen. Ein Buch, das erzählt - ohne zu urteilen - das ist sehr bemerkenswert!

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
38 Bewertungen
Übersicht
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eine Reise zwischen den Welten....
von einer Kundin/einem Kunden am 24.08.2013

Mascha ist eine vielseitig begabte junge Frau, die zwischen den Welten eine Heimat und sich selbst sucht - traumatisiert und entwurzelt pendelt sie zwischen Begegnungen unterschiedlichster Intensität - Elias hätte ein Lebensmittelpunkt werden können, doch dann stirbt er auf eine schreckliche Weise - ein erneutes Trauma,... Mascha ist eine vielseitig begabte junge Frau, die zwischen den Welten eine Heimat und sich selbst sucht - traumatisiert und entwurzelt pendelt sie zwischen Begegnungen unterschiedlichster Intensität - Elias hätte ein Lebensmittelpunkt werden können, doch dann stirbt er auf eine schreckliche Weise - ein erneutes Trauma, doch Mascha kämpft weiter mit erschreckender Klarheit und brutaler Ehrlichkeit ! Ich finde , hier ist ein großartiges Romandebüt gelungen ,genau die richtige Mischung aus Melancholie, Tragik und auch Komik - und damit zeigt Olga Grjasnowa erstaunlich feinsinnige Beobachtungsgabe

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Über eine Welt , die auch unsere sein könnte...
von Julia Stadler aus Mannheim am 30.09.2013

Im letzen Jahr war Olga Grjasnowa mit ihrem Debüt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden, außerdem gewann den Klaus-Michael Kühne-Preis und das völlig zu Recht! Die autobiographisch angehauchte Geschichte der in ihrer Kindheit immigrierten Mascha spiegelt das Lebensgefühle einer jungen, entwurzelten Generation wider, die auf Grund ihrer Sprache,... Im letzen Jahr war Olga Grjasnowa mit ihrem Debüt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden, außerdem gewann den Klaus-Michael Kühne-Preis und das völlig zu Recht! Die autobiographisch angehauchte Geschichte der in ihrer Kindheit immigrierten Mascha spiegelt das Lebensgefühle einer jungen, entwurzelten Generation wider, die auf Grund ihrer Sprache, Herkunft, Religion und/oder sexuellen Orientierung mit ihrer eigenen Identität hadert. Lakonisch und abgeklärt werden Verlust, Traumata, gesellschaftliche Ausgrenzung und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben thematisiert, jedoch ohne Mitleid erregen oder gar belehren zu wollen. Trotz oder vielleicht gerade auch wegen der Nüchternheit ist die emotionale Kraft mit der die Handlung daher kommt überwältigend.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Eine junge Frau auf der Suche
von einer Kundin/einem Kunden am 25.08.2013

Olga Grjasnowa ist eine junge Autorin, die in Baku, Aserbaidschan geboren wurde. Sie lebt in Deutschland und hat ihren ersten Roman auf Deutsch geschrieben. Wie viel von ihrer eigenen Familiengeschichte in diesen Roman mit eingeflossen ist, kann man an Hand der kurzen Autorenbiografie nicht erkennen. Olga Grjasnowa erzählt die Geschichte... Olga Grjasnowa ist eine junge Autorin, die in Baku, Aserbaidschan geboren wurde. Sie lebt in Deutschland und hat ihren ersten Roman auf Deutsch geschrieben. Wie viel von ihrer eigenen Familiengeschichte in diesen Roman mit eingeflossen ist, kann man an Hand der kurzen Autorenbiografie nicht erkennen. Olga Grjasnowa erzählt die Geschichte der jungen Mascha, die in Frankfurt/Main lebt. Mascha wurde in Aserbaidschan geboren und ist Jüdin. Sie ist mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen als sie elf Jahre alt war. Der Roman ist dreigeteilt. Im ersten Teil lebt sie glücklich mit ihrem Freund Elias zusammen. Sie studiert Sprachen und bereitet sich auf das Abschlussdiplom als Dolmetscherin vor. Ihr Traum wäre es als Dolmetscherin für die UNO zu arbeiten. Doch ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als Elias sich beim Fußball spielen so unglücklich das Bein bricht, das er im Endeffekt daran stirbt. Für Mascha bricht eine Welt zusammen. Im zweiten Teil wird diese Zeit nach dem Tod von Elias beschrieben. Die Ruhelosigkeit und Trauer von Mascha, der Zusammenbruch. Und im dritten Teil versucht sie sich ein neues Leben in einem neuen Land aufzubauen. Sie geht nach Tel Aviv und versucht dort Fuß zu fassen. Die Autorin beschreibt großartig die Situation von Deutschen, die entweder nicht in Deutschland geboren wurden, oder deren Eltern nicht aus Deutschland stammen. Immer wieder werden sie auf die Länder und Religion ihrer Vorfahren reduziert, müssen sich mit Ausländerfeindlichkeit oder gutgemeinten Komplimenten auseinandersetzen. „Der linke Bettnachbar räusperte sich und sagte, er müsse mir ein Kompliment machen, ich könne besser Deutsch als alle Russlanddeutschen, die er bisher auf dem Amt getroffen habe, dabei hatte ich noch fast gar nichts gesagt.“ (S. 18). Eingebettet in die Geschichte der Gegenwart hat Olga Grjasnowa die Geschichte, die Mascha als Kind in Aserbaidschan erlebt hat. Es ist die Zeit des Konfliktes um Bergkarabach, der 1991 nach dem Zusammenbruch der UdSSR ausgebrochen ist. Bergkarabach gehört zu Aserbaidschan, die Bevölkerung sind aber größtenteils Armenier. Also versucht Armenien Bergkarabach für sich zu beanspruchen. Daraus resultierte ein blutiger Konflikt, bei dem es zu ethnischen Säuberungen kam. Und nicht zuletzt beschreibt sie die Situation in Israel. Mascha ist zwar Jüdin, lebt aber ihren Glauben nicht. Den Israelis ist sie sehr suspekt, da sie kein hebräisch, aber arabisch spricht. Olga Grjasnowa beschreibt eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst. Durch die Erlebnisse als Kind hat sie Schwierigkeiten sich richtig einzulassen. Mascha ist eine zerrissene Frau, die sehr sensibel reagiert und ihr Glück und die Wärme in sexuellen Begegnungen sucht. Das Buch ist durch die kurze, prägnante Sprache sehr schnell. Es enthält viel Humor. Es ist aber dieser typische Humor, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Ich habe mich mit einigen Kollegen über dieses Buch unterhalten. Sie fanden es witzig, ich in der Grundstimmung eher traurig. Dies lässt sich am besten mit Marina Lewycka „Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“ vergleichen. Auch dieses Buch fand ich im Gegensatz zu den meisten anderen Lesern, mit denen ich darüber gesprochen habe, überhaupt nicht witzig sondern todtraurig!

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