Der Kameramörder

Roman. Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2002

(15)

Über die Abscheulichkeit von Reality-TV
»Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.« Mit diesem Satz beginnt der Ich-Erzähler seinen Bericht über ein Osterwochenende, an dem er und seine Lebensgefährtin ein befreundetes Paar in der Steiermark besuchen. Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag begangenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her. Angewidert und zugleich voller Lust an der Sensation, kommentieren sie das Vorgehen der Medien. Draußen, in der »wirklichen« Welt, wird unterdessen fieberhaft nach dem Mörder gesucht.»Wo Glavinic steht, das wissen wir nach diesem Buch: in der ersten Reihe der deutschsprachigen Literatur.« Daniel Kehlmann in >Literaturen<

Portrait

Thomas Glavinic wurde 1972 in Graz geboren und arbeitet seit 1991 als freier Schriftsteller. 1998 erschien sein viel beachtetes Debüt ›Carl Haffners Liebe zum Unentschieden‹, das vom ›Daily Telegraph‹ zum Buch des Jahres gewählt wurde. 2001 folgte der Roman ›Der Kameramörder‹, für den Glavinic mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde. Weitere Romane folgten. Thomas Glavinics Werke sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien ›Unterwegs im Namen des Herrn‹. Er lebt in Wien.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.10.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-13546-7
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 190/120/15 mm
Gewicht 158
Auflage 14. Auflage
Verkaufsrang 351
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Buchhändler-Empfehlungen

„Realistisch und schockierend – aber gerade deshalb einfach genial“

Judith Lehner, Thalia-Buchhandlung Linz Landstraße

Thomas Glavinic zeigt mit diesem Roman, dass er einen spannenden und zugleich faszinierenden Krimi schreiben kann. Er konzentriert sich dabei nicht nur auf die Aufklärung des schrecklichen Verbrechens und die Suche nach dem Täter, sondern auch auf die mediale Aufarbeitung des grausamen Doppelmordes. Der „Kameramörder“ hat seine unmenschlichen Thomas Glavinic zeigt mit diesem Roman, dass er einen spannenden und zugleich faszinierenden Krimi schreiben kann. Er konzentriert sich dabei nicht nur auf die Aufklärung des schrecklichen Verbrechens und die Suche nach dem Täter, sondern auch auf die mediale Aufarbeitung des grausamen Doppelmordes. Der „Kameramörder“ hat seine unmenschlichen Taten aufgezeichnet und dem Fernsehen zugespielt. Wie skrupellos ist die Berichterstattung der Medien? Wie geht jeder Einzelnen damit um? Zwei befreundete Pärchen, darunter der Ich-Erzähler, verfolgen die Ermittlungen mit geteiltem Interesse. Glavinic erzählt realistisch und distanziert, wenn nicht sogar gefühllos, von den Ereignissen rund um das schockierende Verbrechen. Durch die kurzen, teils unverbundenen, Sätze wird ein extrem hohes Erzähltempo erzeugt. Dieser gewöhnungsbedürftige Schreibstil mag nicht jedem liegen – mit Garantie wird der Leser aber von der Geschichte gefesselt. Glavinic beherrscht sein Metier und daher steht am unvorhergesehenen Ende immer ein verblüffter und zugleich begeisterter Leser.

„Ein Bericht“

Barbara Sitter, Thalia-Buchhandlung Wien

In der Tat ist "Der Kameramörder" nichts anders als ein Bericht, die Besonderheit allerdings wird einem erst mit dem letzten Satz klar.
Es dreht sich viel um Berichterstattung, um Sensationsgier und um ein Gesellschaftsbild, vor dem wir nur allzu gerne die Augen verschließen.

Zwei Kinder werden auf grausame Art und Weise gezwungen,
In der Tat ist "Der Kameramörder" nichts anders als ein Bericht, die Besonderheit allerdings wird einem erst mit dem letzten Satz klar.
Es dreht sich viel um Berichterstattung, um Sensationsgier und um ein Gesellschaftsbild, vor dem wir nur allzu gerne die Augen verschließen.

Zwei Kinder werden auf grausame Art und Weise gezwungen, in den Tod zu springen und werden dabei vom Täter gefilmt. Ein Ehepaar aus Oberösterreich ist zur gleichen Zeit gar nicht weit davon entfernt bei einem befreundeten Paar zu Gast.

Das eigentlich erschreckende ist aber nicht die Tat an sich, sondern die Art wie die vier Protagonisten damit umgehen. Während die Frauen ehrlich geschockt reagieren, sitzen die Männer mit Chips und Knabbereien vorm Fernseher.

Als immer klarer wird, dass einer der vier der Täter sein muss, stellt sich die Frage, ob die anderen fähig sein würden, ihm das auch zuzutrauen. Sie entscheiden einhellig dagegen. Und während sich die Schlinge immer enger zuzieht, stellt sich unwillkürlich die Frage, wie man selbst mit solchen Situationen umgehen würde.

Ein interessantes Buch, das einem vor Augen führt, wie sensationsgierig wir alle sind, denn

bad news are good news...

„die Menschen sind wohl so!“

Kerstin Ponleitner, Thalia-Buchhandlung Pasching

Unfassbar stellt Thoams Glavinic die Sensationslust der Menschen in den Mittelpunkt der Geschichte. Zwei befreundete Pärchen verbringen gemeinsam ein Wochenende zwischen Fernsehnachrichten und Kartenspiel und verfolgen die Berichterstattung über einen Doppelmord an Kindern mit Hochspannung.

Fesselnd und schockierend zugleich!

Leider
Unfassbar stellt Thoams Glavinic die Sensationslust der Menschen in den Mittelpunkt der Geschichte. Zwei befreundete Pärchen verbringen gemeinsam ein Wochenende zwischen Fernsehnachrichten und Kartenspiel und verfolgen die Berichterstattung über einen Doppelmord an Kindern mit Hochspannung.

Fesselnd und schockierend zugleich!

Leider ist der Kinofilm nicht ganz so geglückt, also umbedingt vorher das Buch lesen und den Film einfach weglassen!

„Sachlich und präzise!“

Katrin Mayer, Thalia-Buchhandlung Linz, Lentia

Die Geschichte trifft den Nerv unserer Zeit. Alleine schon die authentischen Sprache und die Erzählweise des Autors, wie er die Spannung bis zum überraschenden Schluss durchzieht, ist einfach genial.
Eines der wenigen Bücher die mich in letzter Zeit wirklich umgehauen haben. Der Ich-Erzähler verbringt mit seiner Freundin die Osterfeiertage
Die Geschichte trifft den Nerv unserer Zeit. Alleine schon die authentischen Sprache und die Erzählweise des Autors, wie er die Spannung bis zum überraschenden Schluss durchzieht, ist einfach genial.
Eines der wenigen Bücher die mich in letzter Zeit wirklich umgehauen haben. Der Ich-Erzähler verbringt mit seiner Freundin die Osterfeiertage bei einem befreundeten Pärchen in der westlichen Steiermark. Ganz in der Nähe ist ein Mord passiert. Während die Fahndung läuft sitzen die zwei Paare vor dem Fernsehen und essen. Der Mörder hat seine Tat mit der Videokamera aufgenommen (er hat zwei Kinder gezwungen von einem hohen Baum zu springen) und das Videoband wird gefunden. Natürlich findet sich rasch ein Privatsender der es austrahlen will. Es kommt zu Protesten der Zuschauer, währenddessen geht die Mörderjagd weiter.
Die Spannung wird dabei gar nicht so sehr durch das was Geschehene aufgebaut sondern viel mehr durch die Sprache des (Ich-)Erzählers, die nicht anders als emotionslos und sachlich genannt werden kann. Trotzdem zieht sie einen in den Bann. Unbedingt lesen!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
11
4
0
0
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Der Kameramörder
von R. Koch am 18.06.2009

Zwei Kinder werden in den Selbstmord getrieben, das Video darüber wird von einem Privatsender ausgestrahlt. Ein bizarres Spiel beginnt, in dem sich der Leser viel zu oft an die eigene Sensationsgier erinnert fühlt. Das Geschehen wird beklemmend real dargestellt und durch die nüchterne, spröde Erzählweise erscheint die Tat nur noch grausamer. Das... Zwei Kinder werden in den Selbstmord getrieben, das Video darüber wird von einem Privatsender ausgestrahlt. Ein bizarres Spiel beginnt, in dem sich der Leser viel zu oft an die eigene Sensationsgier erinnert fühlt. Das Geschehen wird beklemmend real dargestellt und durch die nüchterne, spröde Erzählweise erscheint die Tat nur noch grausamer. Das fulminante Ende ist wie ein Paukenschlag, mit dem keiner gerechnet hat und lässt ein beunruhigendes Gefühl beim Leser zurück, der noch einmal die Geschichte Revue passieren lässt, nur um zu erkennen: Thomas Glavinic ist ein absolutes Meisterwerk gelungen!

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1 0
Geht an die Substanz
von Thomas Zörner aus Lentia am 29.11.2007

Konsequent, eiskalt, Worte die am Buchrücken von "Der Kameramörder" benutzt werden um dem Roman gerecht zu werden und beide sind vollkommen zutreffend. Glavinic schreitet dem Ende seines Ausnahmekrimis derart konsequent entgegen und macht dabei von einer eiskalten, emotionslosen Sprache Gebrauch, dass schon dies dem Leser an die Substanz gehen kann. Was... Konsequent, eiskalt, Worte die am Buchrücken von "Der Kameramörder" benutzt werden um dem Roman gerecht zu werden und beide sind vollkommen zutreffend. Glavinic schreitet dem Ende seines Ausnahmekrimis derart konsequent entgegen und macht dabei von einer eiskalten, emotionslosen Sprache Gebrauch, dass schon dies dem Leser an die Substanz gehen kann. Was aber die wahre Härte dieses Romans ausmacht ist der Spiegel der dem Leser vorgehalten wird, denn selbst er fiebert den Medienereignissen derartig entgegen, wie die Protagonisten im Buch und macht sich so selbst der Skandalgeilheit schuldig. Die Auflösung schlussendlich ist abschließend der absolute Treffer, und wie am Buchrücken ebenfalls geschrieben, mag man nicht glauben, damit sei irgendetwas gelöst. Ein Krimi der superlative und höchst außergewöhnlich obendrein. Seines psychischen Terrors wegen, aber vielleicht nichts für Zartbesaitete, aber immerhin hält sich Glavinic von subtilem Ekel fern.

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1 0
"Ich wurde gebeten alles aufzuschreiben"
von NiWa aus Euratsfeld am 17.08.2013

"Ich wurde gebeten alles aufzuschreiben" lautet die erste Zeile dieses Romans. Es folgt das Protokoll eines Osterwochenendes in der Steiermark. Ein Paar besucht ein befreundetes Paar über das lange Osterwochenende in einem kleinen Dorf. Während gemeinsame Vergnügungen kulinarischer und sportlicher Art am Programm stehen, ereignet sich im Ort ein grausamer... "Ich wurde gebeten alles aufzuschreiben" lautet die erste Zeile dieses Romans. Es folgt das Protokoll eines Osterwochenendes in der Steiermark. Ein Paar besucht ein befreundetes Paar über das lange Osterwochenende in einem kleinen Dorf. Während gemeinsame Vergnügungen kulinarischer und sportlicher Art am Programm stehen, ereignet sich im Ort ein grausamer Doppelmord. Zwei Kinder werden vom "Kameramörder" gezwungen, sich vor laufender Kamera in den Tod zu stürzen. Es ist ein bizarrer, teilweise verstörender Kriminalroman, der Alltagsroutinen mit Medienkritik verschmelzen lässt. Der Erzählstil in Protokollform war anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Der Ich-Erzähler ist auf teilweise holprige und beinah unmenschlich sachliche Weise bemüht, die richtigen Worte zu finden und kein Detail auszulassen. Aber gerade dieser Stil, zwingt einen regelrecht weiterzulesen. Nach und nach gewinnt die Geschichte an Spannung, man merkt, da kommt bald was. Das Ende ist nicht abschätzbar und so unbegreiflich, dass man noch nach dem Lesen längere Zeit damit beschäftigt ist ... (c) NiWa

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