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Der goldne Topf

Ein Märchen aus der neuen Zeit. Nachw. v. Hartmut Steinecke

Reclam Universal-Bibliothek 101

(5)

»Der goldne Topf«, Hoffmanns »Märchen aus der neuen Zeit«, spielt virtuos mit den Ebenen des Wunderbaren und des Bürgerlich-Philiströsen. Der Weg des Studenten Anselmus von Dresden nach Atlantis wird phantasievoll-humoristisch erzählt und zugleich ironisch reflektiert. Seit langem und mit Recht gilt der Märchenroman als ein Höhepunkt romantischer Erzählkunst.

Portrait
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (dritter Taufname eigentl. Wilhelm), 24. 1. 1776 Königsberg - 25. 6. 1822 Berlin. H. stammte aus einer Advokatenfamilie und studierte von 1792 bis 1795 Jura in Königsberg; daneben zeichnete, malte, schrieb und komponierte er. 1796-1807 führte ihn die juristische Laufbahn von Glogau (1796-98; 1798 Referendar-Examen) über Berlin (1798-1800; 1800 Assessor-Examen), Posen (1800-02) und Plock an der Weichsel (1802-04, Strafversetzung wegen bissiger Karikaturen) nach Warschau (1804-07; Regierungsrat). Nach der Besetzung Warschaus durch napoleonische Truppen verlor H. sein Amt und ging Mitte 1807 nach Berlin, dann nach Bamberg, wo er als Musikdirektor am Theater scheiterte, aber ohne of¿zielle Anstellung in verschiedenen Funktionen (Kapellmeister, Komponist, Theaterarchitekt und -maler) weiter für das Theater arbeitete. Daneben gab er Musikunterricht, wobei die Leidenschaft für seine Schülerin Julia Mark in seine Dichtungen einging. 1813-14 war er als Kapellmeister in Dresden tätig; 1814 vollendete er seine Oper Undine (UA 1816 Berlin). Als er im Zuge des Neuaufbaus der Verwaltung durch Vermittlung seines Freundes Th. G. v. Hippel 1814 wieder in den preußischen Staatsdienst aufgenommen wurde (1816 Kammergerichtsrat), verband er p¿ichtbewusste Amtsführung mit intensiver literarischer Produktion. Von 1819 bis 1821 war er Mitglied einer Kommission, die gemäß den Karlsbader Beschlüssen hochverräterische Umtriebe untersuchen sollte. Die Kommissionsmitglieder bewiesen Rückgrat und wandten sich wiederholt gegen polizeiliche Übergriffe. 1821 wurde H. in den Oberappellationssenat des Kammergerichts, die oberste Instanz der preußischen Strafgerichtsbarkeit, versetzt, doch Anfang 1822 wegen seines satirischen Märchens Meister Floh mit einem Verfahren (Verletzung der Amtsverschwiegenheit) überzogen, vor dessen Konsequenzen ihn Krankheit und Tod bewahrten. H.s vielseitige künstlerische Begabung machte ihm selbst die Entscheidung für eine bestimmte Kunstform schwer. Zunächst stellte er sich selbst nur die Frage, ob er wohl zum Mahler oder zum Musiker gebohren sei (1803), und lange schien die Entscheidung zugunsten des Musikers gefallen zu sein, bis dann mit der 1809 entstandenen Novelle Ritter Gluck und den darauf folgenden Rezensionsaufträgen die Literatur allmählich neben bzw. - nach der Vollendung der Undine-Oper - vor die Musik trat. Als Dichter beschränkte sich H. fast ausschließlich auf Prosagattungen, wobei er viele seiner Geschichten, Novellen, Märchen und z. T. auch kritischen Aufsätze unter bestimmten erzählerischen und/oder thematischen Gesichtspunkten zu großen Sammlungen vereinigte. Daneben stehen die beiden großen Romane, die die Tradition des Schauerromans aufnehmenden Elixiere des Teufels und der Doppelroman Kater Murr mit seiner Verbindung von Kater-Autobiographie als Bildungsromanparodie und romantischer Musiker-Biographie. Zu den charakteristischen Eigenschaften seines Werkes zählt ein grundsätzlicher Dualismus, der in verschiedenen Ausprägungen erscheint: als Gegensatz von Kunst und Leben bzw. Künstler- und satirisch geschilderter Spießerwelt, von phantastisch-grotesker bzw. märchenhafter Kunst und bürgerlich-vernünftiger Normalität, von äußerer Wirklichkeit und den (von Gotthilf Heinrich Schubert beschriebenen) 'Nachtseiten' der Innenwelt, von romantischem religiösen und künstlerischen Enthusiasmus und scharfer, grotesker Satire oder bizarrem Humor. Die Aufhebung der Gegensätze, die Harmonie von Innen und Außen ist nur in der Kunst möglich, und die Verkennung der radikalen Trennung von Kunst und Leben bzw. die Unfähigkeit, Innen und Außen zusammenzuschauen, führt letztlich zur Zerstörung des Bewusstseins. Dabei sorgt häüg eine mehrfach perspektivisch gebrochene Erzählweise dafür, dass für den Leser die Grenzen von Schein und Wirklichkeit undeutlich werden. In späten Erzählungen wie Des Vetters Eckfenster (1822) verschiebt sich das Verhältnis von Innen- und Außenwelt zugunsten der äußeren Wirklichkeit und macht eine Annäherung an die realistische Erzählkunst des 19. Jh.s sichtbar. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 1986
Serie Reclam Universal-Bibliothek 101
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-000101-1
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 147/95/10 mm
Gewicht 84
Verkaufsrang 113
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Kundenbewertungen

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Was für "realistische" Träumer...
von Vera Gummibär am 11.08.2011

Als ich dieses Buch lass musste ich immer wieder schmunzeln.Weil ich mich sehr gut mit den im Buch beschreibenen Personen und mit ihrer Situation identifizieren konnte,war es für mich ein neuer Anlass in eine andere Welt zu flüchten. In dieser Welt gab es singende Pflanzen und freche Vögel, aber... Als ich dieses Buch lass musste ich immer wieder schmunzeln.Weil ich mich sehr gut mit den im Buch beschreibenen Personen und mit ihrer Situation identifizieren konnte,war es für mich ein neuer Anlass in eine andere Welt zu flüchten. In dieser Welt gab es singende Pflanzen und freche Vögel, aber auch die Liebe! Die einmal mehr einen anderen Weg einschlägt als man es erahnen kann. Dieses Buch ist aber keinenfalls eine Schnulze, eher eins, indem man sich selbst wiederfinden kann. :)

Gelungenes Werk!
von AgatheM am 10.02.2007

Hoffmann ist dieses Werk gut gelungen! Der Wechsel zwischen Realität und Fantasie,zwischen Märchen und dem realen Bürgertum kennzeichnet diesen Werk. Wer sich gerne mit Hoffmann auseinandersetzt,sollte dieses Werk lesen!

Tolles Märchen aus der Romantik
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 24.01.2016
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Das Buch ist wirklich ein Vergnügen für den geneigten Leser. E.T.A. Hoffmanns Werk ist sehr kunstvoll und poetisch gestaltet, dabei jedoch trotz des Alters auch für den heutigen Leser gut verständlich. Es wird klar ersichtlich, dass es sich um ein Werk aus der Epoche der Romantik handeln muss. Für... Das Buch ist wirklich ein Vergnügen für den geneigten Leser. E.T.A. Hoffmanns Werk ist sehr kunstvoll und poetisch gestaltet, dabei jedoch trotz des Alters auch für den heutigen Leser gut verständlich. Es wird klar ersichtlich, dass es sich um ein Werk aus der Epoche der Romantik handeln muss. Für Liebhaber der klassischen bzw. romantischen Literatur ein absolutes muss, da es durchweg spannend und wundervoll ist. Es ist wohl vergleichbar mit Mozarts Klavierkonzerten, träumerisch und wunderschön! Fazit: Ein Buch mit tollem Inhalt! Tipp: Wenn man die Wahl hat sollte man lieber Bücher des Anacondaverlags statt den Hamburger Leseheften kaufen, da diese fest gebunden sind und Schriftgröße und Zeilenabstand wesentlich angenehmer zum Lesen.


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