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Der fremde Freund. Drachenblut

Novelle

(3)

»Ich bin unverletzlich geworden. Ich habe in Drachenblut gebadet, und kein Lindenblatt ließ mich irgendwo schutzlos. Aus dieser Haut komme ich nicht mehr heraus.« Das ist das Fazit der Ich-Erzählerin, Ärztin an einem Ostberliner Krankenhaus, kinderlos, geschieden. Von einem scheinbar ganz normalen Frauenleben berichtet sie, und doch werden hinter der kühlen, spröden Fassade die Ängste, das Mißtrauen und die Frustrationen sichtbar, die sie gnadenlos von der Welt, von sich selbst, der eigenen Kindheit und von Henry trennen, ihrem Freund, der im selben Hochhaus wohnt und der ihr bis zum Ende fremd bleibt. Schonungslos und suggestiv erzählt Hein von Einsamkeit und Beziehungslosigkeit in der DDR Anfang der achtziger Jahre. Mit der Novelle Der fremde Freund, die 1982 erschien und im Westen ein Jahr später unter dem Titel Drachenblut herauskam, erlebte Christoph Hein seinen literarischen Durchbruch.

Portrait
Christoph Hein, geboren 1944 in Heinzendorf in Schlesien, aufgewachsen in Leipzig und Westberlin, kehrte 1960 in die DDR zurück und arbeitete von 1961-67 unter anderem als Journalist, Schauspieler und Regieassistent. Von 1967 - 71 studierte er Philosophie in Leipzig und Berlin (Humboldt Universität). Danach arbeitete er zunächst als Dramaturg, ab 1974 auch als Autor der Volksbühne Berlin. Seit 1979 ist er freier Schriftsteller und seit 1992 Mitherausgeber der Wochenzeitung 'Freitag'. Der Schriftsteller und Dramaturg ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1982), dem Erich-Fried-Preis (1990), dem Solothurner Literaturpreis (2000), dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2002), dem Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg (2004) und dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen (2008). 2010 wurde Christoph Hein der Eichendorff-Literaturpreis verliehen, 2012 der Uwe Johnson Preis und 2013 der Internationale Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz. Chrisoph Hein wurde außerdem 1994 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der Autor lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 174
Erscheinungsdatum 26.08.2002
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-39976-7
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 177/109/12 mm
Gewicht 108
Auflage 10
Buch (Taschenbuch)
8,30
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Kundenbewertungen


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Es ist dein Leben
von einer Kundin/einem Kunden am 13.08.2017

Es ist ein stilles Buch, das die Angst wegdrückt, die Hilflosigkeit. Die großen Gefühle, die nur riskant sind, die einen in den Himmel heben und unendlich leiden lassen. Gibt es in einer Welt, die immer mehr Konformität verlangt, überhaupt noch Platz für Gefühle? Die Frau, die Hauptperson der Novelle, ist zur Nebenfigur... Es ist ein stilles Buch, das die Angst wegdrückt, die Hilflosigkeit. Die großen Gefühle, die nur riskant sind, die einen in den Himmel heben und unendlich leiden lassen. Gibt es in einer Welt, die immer mehr Konformität verlangt, überhaupt noch Platz für Gefühle? Die Frau, die Hauptperson der Novelle, ist zur Nebenfigur ihres eigenen Lebens geworden. Ein Mann, der riskant gelebt hat, ist gestorben. Die Frau, die sich vor allem schützt, indem sie sich nichts Lebendigem aussetzt, wird in ihrer Schutzhülle, wie sie selbst sagt, "krepieren". Du stirbst, egal ob Du lebendig lebst oder nicht. Wähle.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Erschütterndes Leben
von Nicky aus Einbeck am 21.01.2007

Diese Novelle, die in der DDR entstand und dann in der Bundesrepublik ein Erfolg wurde, führt dem Leser ein Leben vor Augen, das niemand führen möchte. Die Ärztin Claudia hat nach eigenem Bekunden "in Drachenblut gebadet", wodurch sie sich scheinbar stark fühlt. Das dem aber offensichtlich nicht so ist,... Diese Novelle, die in der DDR entstand und dann in der Bundesrepublik ein Erfolg wurde, führt dem Leser ein Leben vor Augen, das niemand führen möchte. Die Ärztin Claudia hat nach eigenem Bekunden "in Drachenblut gebadet", wodurch sie sich scheinbar stark fühlt. Das dem aber offensichtlich nicht so ist, dringt durch jeden Satz dieser Geschichte, die unter die Haut geht. Die Hülle, die sie sich zugelegt hat, kapselt sie ab von Menschen und jeglichem emotionalem Leben, Die Novelle ist klassich durchstrukturiert, wohl dosiert mit Symbolik, sprachlich stark. Dem Leser verlangt sie dabei inhaltlich vieles - ständig möchte man die Protagonistin schütteln, um sie in ihre Realität zu holen, die sie nicht (mehr) wahrnimmt. Ein schonungsloses Buch!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Wer es in Der Schule nicht lesen musste - der SOLLTE es jetzt lesen. Beklemmend offenbart das Buch die Parallelkultur der DDR. Ein Klassiker der deutschen Literatur.

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