Der ewige Krieg

Vorw. v. Ben Bova

Heyne-Bücher Science-Fiction & Fantasy 8206

(12)
Krieg. In gigantischen Raumschiffen werden die Soldaten mit Lichtgeschwindigkeit von einem Gefecht zu anderen befördert. Doch während es für sie immer nur einige Monate dauert, vergehen auf der Erde Jahrhunderte. Einer der bedeutendsten Antikriegsromane, die je geschrieben wurden - neu übersetzt nach der vom Autor überarbeiteten und erweiterten Fassung. Mit einem Vorwort von Ben Bova.




Portrait
Joe Haldeman, 1943 in Oklahoma City geboren, studierte Physik, Astronomie, Mathematik und Informatik an den Universitäten von Maryland und Iowa. 1967 wurde er zum Militär eingezogen und nach Vietnam geschickt. Die schrecklichen Erlebnisse in diesem Krieg, aus dem er schwer verwundet zurückkehrte, haben ihn zutiefst geprägt und sein Schreiben maßgeblich beeinflusst. Mit zahlreichen preisgekrönten Romanen und Erzählungen hat er sich als einer der bekanntesten SF-Autoren unserer Zeit etabliert, der wesentlich an der Renaissance der naturwissenschaftlich-technisch orientierten Science Fiction mitwirkte. Darüber hinaus hat er sich als Bühnenautor einen Namen gemacht. Joe Haldeman lebt mit seiner Frau Gay in Ormond Beach, Florida.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 330
Erscheinungsdatum 01.03.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-16414-7
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18/11,5/2,1 cm
Gewicht 222 g
Originaltitel The Forever War
Buch (Taschenbuch)
9,20
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Diese Frage stellt sich mir nach der Lektüre von "Der ewige Krieg".

Eine der Menschheit unbekannte Spezies dringt in unser Sonnensystem ein. Die Erde ist übervölkert, kann kaum die eigene Population versorgen. Vor diesem Hintergrund wird auf das Erscheinen der Fremden, über die man so gut wie nichts weiß, aggressiv reagiert. Somit
Diese Frage stellt sich mir nach der Lektüre von "Der ewige Krieg".

Eine der Menschheit unbekannte Spezies dringt in unser Sonnensystem ein. Die Erde ist übervölkert, kann kaum die eigene Population versorgen. Vor diesem Hintergrund wird auf das Erscheinen der Fremden, über die man so gut wie nichts weiß, aggressiv reagiert. Somit komme ich auf die Frage, die ich eingangs gestellt habe zurück: Ist dieser Schritt Zeugnis übereilter Aggression oder ein Urinstinkt, der Selbsterhaltungstrieb?

Joe Haldeman ergreift keine Partei. Er schildert trocken, teilweise augenzwinkernd, ohne dabei den mahnenden Zeigefinger zu erheben und zu verdammen.

Oft wird dieses Werk als Parabel auf die Sinnlosigkeit des Krieges interpretiert. Doch stimmt das? Ist es nicht evolutionär unabdingbar seinen Lebesraum, seine Ressourcen zu schützen? Dazu sollte sich jeder sein eigenes Bild machen.

Skandalös, vor dem Hintergrund, dass dieses Werk in den siebziger Jahren erstmals erschien, ist auch der offene Umgang mit Sexualität innerhalb des Militärs – auch heute noch ein Tabu. Dazu kommt die „Umpolung“ der gesamten Menschlichen Rasse zur Homosexualität um die Geburtenrate in den Griff zu bekommen. Auch dies zu dieser Zeit unvorstellbar.

Der fast joviale Erzählstil liest sich angenehm schnell. Kurzweilig, interessant, spannend – das sind die Schlagworte die mir zu diesem Buch einfallen.

Stellenweise trocken, doch nie langweilig ist dieses Werk mit Recht einer der großen Klassiker der Science-Fiction – unbedingt lesenswert!

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
10
2
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 12.08.2017
Bewertet: anderes Format

Ein opulenter Antikriegsroman im SciFi-Look. Stark geschrieben!!!

Preisgekröntes Anti-Kriegsepos
von einer Kundin/einem Kunden am 13.06.2017

Ausgezeichnet mit dem Nebula Award und dem Hugo Gernsback Award verfasste Joe Haldeman vielleicht einen der besten Science Fiction Romane aller Zeiten. Der Autor selbst versuchte mit dieser Erzählung seine Erlebnisse rund um den Vietnam Krieg zu verarbeiten. Dabei übertrug er das Erlebte in eine Zukunft, wo die Menschheit... Ausgezeichnet mit dem Nebula Award und dem Hugo Gernsback Award verfasste Joe Haldeman vielleicht einen der besten Science Fiction Romane aller Zeiten. Der Autor selbst versuchte mit dieser Erzählung seine Erlebnisse rund um den Vietnam Krieg zu verarbeiten. Dabei übertrug er das Erlebte in eine Zukunft, wo die Menschheit zum ersten Mal Kontakt zu einer außerirdischen Rasse hat. Der menschlichen Natur folgend, verläuft dieser Erstkontakt natürlich kriegerisch. Neben der Darstellung des Konfliktes gelingt es Haldeman auch ein sehr interessantes Bild unserer zukünftigen menschlichen Gesellschaft zu entwickeln. Beängstigend seine Vision, dass Menschen ab einem gewissen Alter keine Bedeutung mehr für die Gesellschaft haben und deswegen keine medizinische Versorgung erhalten. Beachtlich seine Darstellung, dass die irdische Regierung um der Überbevölkerung Herr zu werden, die homosexuelle Ehe fördert und bevorzugt und heterosexuelle Beziehungen geächtet sind. Dieser Roman gehört in jede Science Fiction Sammlung!

4.5*
von Drachenfeuer am 05.02.2017
Bewertet: Taschenbuch

»Krieg. Krieg bleibt immer gleich.« Egal, ob man nun von Fallout 3 spricht, von realen Kriegen wie dem Vietnamkrieg oder von Zukunftsvisionen in Science-Fiction-Romanen: Irgendwie ist dieser Spruch doch stets zutreffend. So oft und gern die USA und andere Nationen Krieg auch verherrlichen, so bleibt seine Realität doch stets... »Krieg. Krieg bleibt immer gleich.« Egal, ob man nun von Fallout 3 spricht, von realen Kriegen wie dem Vietnamkrieg oder von Zukunftsvisionen in Science-Fiction-Romanen: Irgendwie ist dieser Spruch doch stets zutreffend. So oft und gern die USA und andere Nationen Krieg auch verherrlichen, so bleibt seine Realität doch stets grausam und unbarmherzig. In »Der ewige Krieg« verarbeitet Joe Haldeman seine Erlebnisse im Vietnamkrieg und setzt, obwohl sein Protagonist viele Hundert Jahre in der Zukunft lebt, doch ein zeitloses Denkmal gegen den Krieg. William Mandella lebt in einer Welt, in der die geistige Elite in einem kosmischen Krieg verpulvert wird. Jeder mit einem hohen IQ wird in die Armee eingezogen und muss gegen die Alienrasse der Taurier kämpfen, welche die Pionierzüge der Menschheit in neue Sternensysteme bedrohen. Dabei sind nicht nur die Taurier eine tödliche Bedrohung, sondern auch die feindliche Umgebung der extraterrestrischen Planeten. Und immer, wenn die Soldaten mit Lichtgeschwindigkeit von Einsatzort zu Einsatzort reisen, vergehen auf der Erde Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte. Wenn sie eines Tages wieder die Heimat sehen dürfen, hat sich das Gesicht der Erde teils bis zur Unkenntlichkeit verändert. Ganz so sicher, wie ich Teile des Romans einordnen soll, weiß ich ehrlich gesagt auch mit einigen Tagen Abstand nicht. Eines steht jedoch fest: Er hat mich unheimlich fasziniert. Der Roman wurde in den Siebzigern geschrieben, was man an einigen Stellen auch merkt. Beispielsweise geht Haldeman von einer maximalen Population von neun Milliarden Menschen aus, was heute als sehr optimistisch bis gar nicht erfüllbar gilt; Schätzungen gehen eher von elf Milliarden aus. Gleichzeitig sind Aussagen zu Homo- und Heterosexualität sowie Gruppensex, die immer wieder Thema sind, für die Zeit der Entstehung sehr brisant, kann ich mir vorstellen. Ganz so einig, wie ich dazu stehen soll, bin ich mir allerdings nicht. Dass die Soldaten so locker mit Sex und Partnerschaft umgehen, finde ich sehr passend. Sie sind tagtäglich mit dem Tod konfrontiert; durchschnittlich erlebt ein Soldat in diesem Krieg einen halben Einsatz, ehe er auf mannigfaltige Art und Weise den Tod findet, nicht selten sogar noch in der Ausbildung. Da erscheint es eigentlich sehr sinnvoll, keine festen Beziehungen einzugehen, aber dennoch nicht auf Sex für Entspannung und Ablenkung zu verzichten. Dann aber heißt es, dass die Regierungen der Zukunft Homosexualität stark fördern, um der Überbevölkerung Herr zu werden. Es gäbe natürlich einfachere Methoden wie Sterilisation oder Medikamente, aber nach genauerem Nachdenken denke ich, dass das Szenario vielleicht doch passen könnte, das Haldeman hier aufbaut. Solche Eingriffe in den Körper könnten viele als zu großen Eingriff in ihre Privatsphäre ansehen. Außerdem wird immer wieder Konditionierung angesprochen. Die Soldaten sind auf bestimmte Reize konditioniert, die ihnen das Töten im Kampfeinsatz erleichtern sollen. Gleichzeitig heißt es auch, dass die Erdbevölkerung durch Propaganda darauf regelrecht konditioniert wird, Homosexualität besser zu finden. Es wird sogar davon gesprochen, dass es bei der Erdbevölkerung allgemein als guter Ton angesehen wird, seine Heterosexualität heilen zu lassen, auch wenn diese nicht direkt verpönt ist und so etwas wie Heterophobie nicht erwähnt wird. Das ist dennoch der Punkt, wo ich dann doch etwas stutzig werde. Haldeman lässt es nicht unreflektiert stehen, sein Protagonist wird mit dieser Entwicklung nämlich auch nicht warm und findet das nicht unbedingt toll. Aber dennoch: Ist das nicht eigentlich fast dasselbe wie heutige Homophobie nur in Grün? Der Roman regt wirklich in vielen Punkten zum Nachdenken und Reflektieren an, was wirklich klasse ist. Mandella kommt immer mal wieder auf die Erde zurück. Dadurch erfährt der Leser, wie sich die Welt in der Zwischenzeit entwickelt hat. Es ist total spannend, diese Entwicklung somit ebenfalls zu verfolgen. Die Ereignisse spielen viele der Szenarien durch, von denen man tatsächlich ausgeht, zum Beispiel globale Kriege um Nahrungsknappheit. Daraus resultieren verschiedene Ereignisse, zum Beispiel die Einführung einer neuen globalen Währung, die im Energiegehalt des Essens gemessen wird, sowie einer neuen Mentalität und Gesellschaftsstruktur. Und so weiter und so fort. Die Entwicklung der Erde baut logisch aufeinander auf, immer, wenn Mandella wieder auf der Erde ist, hat sie sich entsprechend ihren vorherigen Ausgangsbedingungen entwickelt. Irgendwie total krass ist auch, dass quasi die gesamte Wirtschaft der Erde nach und nach auf diesen aufgrund der Zeitdilatation über 1100 Jahre andauernden Krieg ausgerichtet ist. Dementsprechend lange plant auch die Militärführung, nämlich in schlappen Jahrhunderten. Das ist für uns heute irgendwie völlig unvorstellbar und dennoch schafft es Haldeman, das alles plausibel wirken zu lassen. Man stellt sich beim Lesen immer wieder vor, wie es wäre, auf der Erde in dieser oder jener Entwicklungsstufe zu leben. Ist man hochbegabt, wird man in die Armee eingezogen, was quasi mit dem Tod gleichzusetzen ist. Ist man das ist, hat man dennoch keine guten Aussichten, lange zu leben, da die Ressourcen knapp sind und jeder zwar das nötigste, aber kaum jemand mehr als das hat. Morbid faszinierend, darüber nachzudenken. Die ganze Zeit über bleibt natürlich die Frage nach dem Kriegsanlas im Raum hängen. Alles begann damit, dass ein Raumkreuzer der Menschen mit Pionieren an Bord verschwand. Wenig später kehrte eine beschädigte Drohne heim, deren Daten zeigte, dass das Schiff von einer fremden Rasse angegriffen wurde. Warum taten sie das? Wer sind sie? Und woher kommen sie? Für Mandella selbst spielen diese Fragen keine Rolle. Er ist ein pazifistisch veranlagter Soldat, der eigentlich nur überleben will, um endlich die Armee verlassen zu können. Er ist insbesondere am Anfang in seiner Ausbildung eher ein Teil eines Kollektivs, was sich auch in der Erzählweise wiederspiegelt. Wir haben zwar einen personellen Ich-Erzähler, der aber dennoch eher im Hintergrund bleibt und vordergründig berichtend wiedergibt. Eine ungewöhnliche Erzählweise für diese Perspektive, aber es passt eigentlich sehr gut dazu, vor allem, da es der Autor dennoch schafft, Mandella nicht blass wirken zu lassen. Ich wollte mehr Science-Fiction lesen. Das war eine meiner ersten Empfehlungen, die ich erhalten habe, und ich kann diese Empfehlung nur wärmstens weitergeben. Der Roman wird nicht zu Unrecht seit vielen Jahren so gelobt und gilt als Meisterwerk.


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