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Das wilde Kind

Erzählung

(43)
Ein Mensch? Ein Tier? Oder irgendetwas dazwischen? Neben Kaspar Hauser war Victor von Aveyron der berühmteste Fall eines "Wolfskinds". Eine nackte Kreatur, die sich, in Südfrankreich von Jägern entdeckt, auf einem Baum versteckt. Er kann nicht sprechen, isst Nüsse und Wurzeln und verabscheut gekochte Speisen. Ist sein merkwürdiges Verhalten kulturell oder biologisch bedingt? Ist der Mensch - frei nach Rousseau - von Natur aus gut, oder prägt erst die Erziehung sein Wesen? Boyle, der in den USA lebende Autor, hat sich des Falles Victor von Aveyron angenommen. In seinem zutiefst ergreifenden Porträt eines Wolfskindes geht er der subtilen Grenze nach, an der sich entscheidet, wer Mensch und wer Tier ist.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Wasserzeichen
Seitenzahl 112, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.02.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783446235250
Verlag Hanser
eBook
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„zu Herzen gehende, kleine, feine Novelle“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Die Geschichte spielt in Frankreich um das Jahr 1797.
In den Wäldern im Süden Frankreichs wird ein nacktes Kind entdeckt.
Jäger fangen es kurze Zeit darauf ein - es ist ein Junge.
In seiner Gefangenschaft beginnt der Versuch einer Erziehung/Umerziehung.
Der Junge bleibt aber Versuchs- und Anschauungsobjekt einer sensationslüsternen
Die Geschichte spielt in Frankreich um das Jahr 1797.
In den Wäldern im Süden Frankreichs wird ein nacktes Kind entdeckt.
Jäger fangen es kurze Zeit darauf ein - es ist ein Junge.
In seiner Gefangenschaft beginnt der Versuch einer Erziehung/Umerziehung.
Der Junge bleibt aber Versuchs- und Anschauungsobjekt einer sensationslüsternen Meute bis diese das Interesse an ihm verliert.....

„Was macht uns zum Menschen “

Helene Oberleitner, Thalia-Buchhandlung Linz

Ein ungewöhnlicher T.C. Boyle, eine kurze Novelle, die einen allerdings von Anfang an fesselt. Es geht um Victor von Avayron, neben Kaspar Hauser wohl das berühmteste Wolfskind, das je gefunden wurde. Das Buch erzählt uns die Geschichte von Viktor, der im Jahre 1797 in Südfrankreich gefunden wurde. Wild, ohne Sprache, unempfindlich Ein ungewöhnlicher T.C. Boyle, eine kurze Novelle, die einen allerdings von Anfang an fesselt. Es geht um Victor von Avayron, neben Kaspar Hauser wohl das berühmteste Wolfskind, das je gefunden wurde. Das Buch erzählt uns die Geschichte von Viktor, der im Jahre 1797 in Südfrankreich gefunden wurde. Wild, ohne Sprache, unempfindlich gegen Kälte und Hitze. Jean Itard, Chefarzt einer Taubstummenanstalt nimmt sich des Jungen an und versucht ihm einfache Dinge bezubringen. Eine tolle Geschichte, die uns wieder einmal die Frage stellen lässt: Was macht uns zum sozialen Wesen, wie entsteht Mitgefühl und Anteilnahme?

„Das wilde Kind“

michaela bokon, Thalia-Buchhandlung Wien

Ende des 18 Jahrhundert wird in Frankreich in den Wäldern ein Wesen gesichtet, von dem man nicht sicher ist, ob Mensch oder Tier.
Nach vielen vergeblichen Versuchen es zu fangen, zwingt eine klirrende Kälte dieses Kind in die Nähe menschlicher Behausung und somit kann es gefangen genommen werden.
Man bringt es nach Paris, wo ein junger
Ende des 18 Jahrhundert wird in Frankreich in den Wäldern ein Wesen gesichtet, von dem man nicht sicher ist, ob Mensch oder Tier.
Nach vielen vergeblichen Versuchen es zu fangen, zwingt eine klirrende Kälte dieses Kind in die Nähe menschlicher Behausung und somit kann es gefangen genommen werden.
Man bringt es nach Paris, wo ein junger Arzt sich aufopfernd für seine Entwicklung bemüht .
Doch jegliche Mühen sind umsonst, die Fortschritte bleiben äußerst gering, bis man zugeben muß, das Manko das entstanden ist, ist nicht wieder gutzumachen, es fehlt jegliche Art der Sozialisation.

Boyle schreibt diese Geschichte in Form eines Berichts, sehr exakt, ohne Klischees und herbeigeführten Emotionen, einzig eine Aufzählung der Fakten.

„Unbezähmbar wild“

Rosi Winkler, Thalia-Buchhandlung St.Johann/Pg.

T.C.Boyle erzählt die Geschichte von "Victor von Aveyron", einem "Wolfskind", das im 18. Jahrhundert in Frankreichs Wäldern entdeckt und aufgegriffen wurde. Der sprachlose Junge - vermutlich wurde er als Kind ausgesetzt - lebt in der Wildnis wie ein Tier und ernährt sich von dem, was die Umgebung an Früchten und Kleintieren bietet. T.C.Boyle erzählt die Geschichte von "Victor von Aveyron", einem "Wolfskind", das im 18. Jahrhundert in Frankreichs Wäldern entdeckt und aufgegriffen wurde. Der sprachlose Junge - vermutlich wurde er als Kind ausgesetzt - lebt in der Wildnis wie ein Tier und ernährt sich von dem, was die Umgebung an Früchten und Kleintieren bietet. Der Gefangennahme kann er sich durch Flucht einige Male entziehen, wird aber schließlich für wissenschaftliche Studien nach Paris gebracht: Kann er durch Erziehung zu einem moralischen Wesen gemacht werden oder ist er bereits von Natur aus gut?
Der Psychiater bescheinigt, daß der Junge geistig behindert ist und nicht auf Grund der Umstände seines Aufwachsens mangelhafte geistige Fähigkeiten aufweist. Nachdem mehrere Versuche, ihn zu zivilisieren, scheitern, nimmt sich Jean Itard, Chefarzt einer Taubstummenanstalt, um den Jungen an. Überzeugt davon, daß die geistige Behinderung nicht biologische, sondern kulturelle Ursachen hat, bemüht Itard sich mehrere Jahre lang, Victor die Sprache beizubringen.Nach anfänglichen Erfolgen gelingt dies leider nicht und schließlich wird der Junge nach dem letzten Ausbruchsversuch zu seiner Pflegemutter abgeschoben und vergessen.

T.C.Boyle hält sich in dieser linear, nüchtern und distanziert erzählten Darstellung dieses Falls - in dem es auch um die Frage geht, was Menschsein und Kultur auszeichnet - sehr an die bekannten Einzelheiten. Ab und zu, wenn aus der Perspektive des (sprachlosen!) Jungen erzählt wird, scheinen die sprachgewaltigen Formulierungen fehl am Platz.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
43 Bewertungen
Übersicht
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17
1
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0

Traurig...
von einer Kundin/einem Kunden am 28.07.2011

"Das wichtigste erlebt der Mensch vor seinem 15. Lebensjahr" Hermann Hesse Mythen über "wilde Kinder" gibt es in fast allen Kulturen. Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, dass ein kleines Kind ohne die frühe Zuwendung von Seinesgleichen nicht lange überleben kann. Die Entbehrung menschlichen Umgangs kann kein besonders ungebundenes... "Das wichtigste erlebt der Mensch vor seinem 15. Lebensjahr" Hermann Hesse Mythen über "wilde Kinder" gibt es in fast allen Kulturen. Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, dass ein kleines Kind ohne die frühe Zuwendung von Seinesgleichen nicht lange überleben kann. Die Entbehrung menschlichen Umgangs kann kein besonders ungebundenes und autonomes Wesen hervorbringen, sondern ein in vieler Hinsicht tief und dauerhaft behindertes und verstörtes Wesen, unabhängig von der genetisch vorgegebenen Intelligenz. Irgendwann ist der Zeitpunkt des Zugriffs auf angelegte Fähigkeiten verpasst. Verknüpfungen sind nicht mehr möglich. Die Chance verpaßt. T. C. Boyle hat sich in seiner Erzählung nah an den aktuellen Erkenntnisstand der Wissenschaft und den verschiedenen Überlieferungen gehalten. Eine interessante, außergewöhnliche Geschichte auf gewohnt hohem T. C. Boyle-Niveau. Gleichzeitig fielen mir auch viele andere berühmte Wolfskinder ein: z. B. Genie, die 1970 nach 13jähriger Isolation im Alter von 13(!) befreit wurde. Oder "der wilde Peter", der 1724 ebenfalls im Alter von 13 in Hameln gefunden wurde. Der berühmteste Fall ist ja wohl Kaspar Hauser. Aber wenn man sich auch nur ein bißchen mit den vorgenannten Fällen beschäftigt, weiß man sofort, daß dieser ein Scharlatan war. Auch werde ich wohl "Tarzan" oder "Mowgli" in Zukunft anders sehen.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Un enfant sauvage.....
von Marion Olßon aus Reutlingen am 31.03.2013

Im achtzehnten Jahrhundert wird in den Wäldern von La Bassine, Südfrankreich ein kleiner wilder Junge gefangen genommen. Eine lange Narbe am Hals zeugt von einer unschönen Vergangenheit. Da der Junge nicht spricht und sich äußert unzivilisiert verhält, wird er in eine Anstalt für Taubstumme gebracht und man versucht ihn... Im achtzehnten Jahrhundert wird in den Wäldern von La Bassine, Südfrankreich ein kleiner wilder Junge gefangen genommen. Eine lange Narbe am Hals zeugt von einer unschönen Vergangenheit. Da der Junge nicht spricht und sich äußert unzivilisiert verhält, wird er in eine Anstalt für Taubstumme gebracht und man versucht ihn zu resozialisieren. Ein einfühlsames und deutliches Buch, das um die Grenzen des Menschen erzählt. Versäumtes und nicht gelerntes Verhalten eines Menschen kann nur bruchstückhaft anerzogen bzw. umerzogen werden, wenn sich archetypische Verhaltensweisen schon eingebrannt haben.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Gut oder böse?
von Dr. Christian Rößner aus Göttingen am 11.02.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

T.C. Boyle nimmt sich in seiner kurzen Erzählung Fragen an, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: sind wir Produkte unserer Erfahrung und Erziehung oder von Natur aus gut oder von Natur aus böse. Für die Wissenschaft waren deshalb stets Menschen als Forschungsobjekte von besonderem Interesse, die scheinbar nie... T.C. Boyle nimmt sich in seiner kurzen Erzählung Fragen an, die die Menschheit schon immer beschäftigt haben: sind wir Produkte unserer Erfahrung und Erziehung oder von Natur aus gut oder von Natur aus böse. Für die Wissenschaft waren deshalb stets Menschen als Forschungsobjekte von besonderem Interesse, die scheinbar nie in den Kontakt mit anderen Menschen getreten sind – als sogenannte „wilde Kinder“ ohne Erziehung aufgewachsen - und so in ihrer Ursprünglichkeit den „wahren Charakter“ des Menschen offenbaren sollten. Victor von Aveyron (geboren um 1788), der auch „Der Wilde von Aveyron“ genannt wurde, war ein in Frankreich entdecktes „Wolfskind“. Boyle beschreibt äußerst kurzweilig die unterschiedlichsten – teilweise kruden - Versuche von engagierten Wissenschaftlern, dem Geheimnis des Wolfkindes auf die Schliche zu kommen und ihn als Paradebeispiel ihrer eigenen Naturphilosophie auszunutzen. Besonders die wechselnden Erzählperspektiven geben dem Leser einen vielschichtige Einblick in unterschiedlichste Naturphilosophien der Zeit der Aufklärung, gestattet aber auch eine empathische Nahaufnahme von der Urgewalt der Natur des Menschen. Eine großartige, spannende und äußerst lehrreiche Geschichte!

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