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Das letzte Jahrhundert der Pferde

Geschichte einer Trennung

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Seit Urzeiten war das Pferd der engste Partner des Menschen. Es war unverzichtbar in der Landwirtschaft, verband Städte und Länder, entschied die Kriege. Doch dann zerbrach der kentaurische Pakt, und in nur einem Jahrhundert fiel das Pferd aus der Geschichte heraus, aus der es jahrtausendelang nicht wegzudenken war. Furios erzählt Ulrich Raulff die Geschichte eines Abschieds – die Trennung von Mensch und Pferd.
Der Exodus des Pferdes aus der Menschengeschichte ist ein erstaunlich unbeachteter Vorgang. Ganze Bibliotheken zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts schweigen sich aus über das Pferd, das gleichwohl in Europa und Amerika allgegenwärtig war – bis das letzte Jahrhundert der Pferde in der Zeit Napoleons anbricht und mit dem Ersten Weltkrieg ausklingt. Ulrich Raulff zieht in seinem neuen Buch alle Register der Kultur- und Literaturgeschichte und beschreibt mit beeindruckender Erzählkunst eine untergehende Welt – ein Kapitel vom Auszug des Menschen aus der analogen Welt.
Portrait
Ulrich Raulff ist Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar. Zuvor war er u. a. Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Er hat Bücher über Marc Bloch und Aby Warburg geschrieben und für seine Arbeiten den Anna-Krüger-Preis für wissenschaftliche Prosa und den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik erhalten. Sein bei C.H.Beck erschienenes Buch Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben wurde 2010 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für das beste Sachbuch ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 461 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.10.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783406682452
Verlag C.H.Beck
eBook
24,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Der kentaurische Pakt
von einer Kundin/einem Kunden am 11.03.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie in Ihrem Alltag ein Pferd sehen. Sollten Sie nicht gerade auf dem Land wohnen dann wahrscheinlich eher selten bis nie. Jetzt stellen Sie sich vor, dass in London 1890 allein 23000 private Kutschen im Einsatz waren! Hufgetrampel, Gewieher, der Geruch von... Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie in Ihrem Alltag ein Pferd sehen. Sollten Sie nicht gerade auf dem Land wohnen dann wahrscheinlich eher selten bis nie. Jetzt stellen Sie sich vor, dass in London 1890 allein 23000 private Kutschen im Einsatz waren! Hufgetrampel, Gewieher, der Geruch von Pferdeäpfeln. Tote Pferde blockierten die Straßen, auf denen sich Kutschen, Reiter und Fußgänger eng zusammengedrängt fortbewegten. Für den modernen Menschen ist dieses Szenario kaum noch vorstellbar, dabei waren Mensch und Pferd doch jahrtausende symbiotisch miteinander verbunden. Der Mensch war abhängig von der Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer der Pferde, sei es zum Transport oder im Krieg. Und doch dauerte es keine 100 Jahre und das Pferd verschwand nahezu vollständig aus unserem Arbeitsleben Pferde wurden in der Industrialisierung durch Maschinen ersetzt und werden seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich nur noch als Hobby gesehen. Ulrich Raulff hält uns vor Augen, dass dieser Schritt nur ein Augenblinzeln im Lauf der Zeit vorüber ist, betont die Wichtigkeit der Pferde für den menschlichen Fortschritt und erläutert, wie so ein wichtiger "Partner" des Menschen in so rasanter Zeit aus dem Wirtschaftskreislauf wegfallen konnte. Ein spannendes Buch über ein Thema, welches in der Geschichtsforschung oftmals übergangen wurde. Nicht nur für Pferdefans lesenswert!