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Roman. Mit einem Vorwort von Jan Brandt

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Sinclair Lewis’ Roman aus dem Jahr 1935 führt einen Antihelden vor, der mit seinen Hetzreden die Begeisterung unzufriedener Wähler entfacht. Durch seine Lügen und eine Rhetorik des Populismus und der Ressentiments wird er Präsident der Vereinigten Staaten. Das klingt vertraut?
„Eine unheimliche Vorwegnahme der aktuellen Ereignisse.“ The Guardian
„Ein Populist im Weißen Haus? Literaturnobelpreisträger Sinclair Lewis hat es vor 80 Jahren durchgespielt.“ DIE ZEIT
„Sinclair Lewis ist wieder aktuell.“ der Freitag
„Ein Meister des absoluten Realismus." Bob Dylan
1935 in den USA ein aufsehenerregender Bestseller, heute wieder eine Sensation und aktuell wie selten zuvor. In der Übersetzung des bekannten Exilautors und Kleist-Preis-Trägers Hans Meisel – mit einem Nachwort von Jan Brandt.
Sinclair Lewis wusste durch seine Frau Dorothy Thompson, Auslandskorrespondentin in Berlin, über den Aufstieg der Nazis Bescheid. In den USA beobachtete er, wie die Populisten nach Wirtschaftskrise und Sozialreformen des New Deal immer weiter an Einfluss gewannen. Der radikale Senator Huey Long versuchte Präsident Roosevelt aus dem Amt zu drängen, bevor Long 1935 einem Attentat zum Opfer fiel. Lewis diente er als Vorbild für den fanatischen Verführer Buzz Windrip in seinem Roman.
Buzz Windrip, für seine Gegner ein „ungebildeter Lügner mit idiotischer Weltanschauung“ und ein gefährlicher Populist, will Präsidentschaftskandidat werden. Er gibt vor, sich für die kleinen Leute einzusetzen, und verspricht, „aus Amerika wieder ein stolzes Land zu machen“. Trotz völlig unglaubwürdiger Versprechen laufen ihm die Wähler zu, und er zieht ins Weiße Haus ein. Sogleich regiert er wie ein absolutistischer Herrscher, beschneidet die Freiheiten der Minderheiten, legt sich mit Mexiko an und lässt seine Kritiker rabiat verfolgen. Einer davon ist der liberale Zeitungsherausgeber Doremus Jessup, der sich nicht mundtot machen lassen will.
Rezension
" Was diesen Roman auszeichnet, sind die Figurenporträts [...] die scharfe Beobachtung der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse. " SRF 1 20170321
Portrait
Harry Sinclair Lewis wurde am 7. Februar 1885 in Sauk Center (Minnesota/USA) geboren. Der Arztsohn besuchte die Universität Yale. Anschließend arbeitete er als Journalist und im Verlagswesen. Er nahm 1906 an dem von Upton Sinclair initiierten kooperativen, utopisch-sozialistischen Experiment "Helicon Home Colony" teil. Lewis gilt als bedeutender humanistischer Realist in der Literatur: In seinen zahlreichen gesellschaftskritischen Romanen entwarf er ein satirisches Bild des amerikanischen Mittelstandes und analysierte scharfsinnig die intellektuelle und charakterliche Deformierung sowie den Abbau zwischenmenschlicher Beziehungen jener Bürger, die sich als wahre Repräsentanten der amerikanischen Nation auszugeben versuchten. Der Autor erhielt 1930 als erster Bürger der USA den Nobelpreis für Literatur. Harry Sinclair Lewis verbrachte seine letzten Lebensjahre in Florenz und starb am 10. Januar 1951 in Rom.
Hans Meisel, 1900 in Berlin geboren, ist Redakteur der Vossischen Zeitung, als ihm 1927 für seinen Romanerstling "Torstenson" der Kleist-Preis zuerkannt wird. Später arbeitet er als Lektor für Bermann-Fischer und übersetzt u.a. Sinclair Lewis ("It Can't Happen Here", Querido 1936). Seit 1934 lebt Meisel, der jüdischer Herkunft ist, nicht mehr in Deutschland, im November 1938 wird er Sekretär Thomas Manns in den USA. "Die stumme Zeit", wie "Aguilar" ursprünglich hieß, reichte Meisel 1938 unter Pseudonym zu dem Romanwettbewerb der American Guild for German Cultural Freedom ein. Ausgerechnet Thomas Mann war sein Gutachter. 1940 beendet Meisel seine Tätigkeit für Thomas Mann, wird College-Lehrer und ist dann von 1945 bis 1970 Professor der Politischen Wissenschaften an der Universität von Ann Arbor, Michigan. 1991 ist Hans Meisel in Amerika gestorben.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 442
Erscheinungsdatum 22.03.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03696-6
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 221/142/42 mm
Gewicht 664
Originaltitel It Can't Happen Here
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 32.140
Buch (gebundene Ausgabe)
24,70
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


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80 Jahre alt und doch topaktuell!!!
von einer Kundin/einem Kunden am 24.03.2017

Sinclair Lewis erzählt den fiktiven Aufstieg es Populisten Buzz Windrip vom Provinzpolitiker zum Präsidenten der USA. Er orientiert sich zum Teil am Aufstieg der NSDAP in Deutschland von wo er Informationen aus ersten Hans erhält, da seine Frau als Korrespondentin in Berlin tätig war. Spannend, gut zu lesen und im... Sinclair Lewis erzählt den fiktiven Aufstieg es Populisten Buzz Windrip vom Provinzpolitiker zum Präsidenten der USA. Er orientiert sich zum Teil am Aufstieg der NSDAP in Deutschland von wo er Informationen aus ersten Hans erhält, da seine Frau als Korrespondentin in Berlin tätig war. Spannend, gut zu lesen und im Superwahljahr 2017 ein Muss!!!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
nach 80 Jahren überraschend aktuell und äußerst erschreckend
von einer Kundin/einem Kunden aus Gundelfingen am 28.08.2017

„Er habe also nichts für Banken übrig, aber alles für die Bankiers – ausgenommen die jüdischen Bankiers, die ausgeschaltet werden müssten; er habe grundlegende (wenn auch noch nicht spezifizierte ) Pläne, um alle Löhne möglichst zu steigern und die Preise aller durch diese hochentlohnten Arbeiter hergestellter Waren möglichst... „Er habe also nichts für Banken übrig, aber alles für die Bankiers – ausgenommen die jüdischen Bankiers, die ausgeschaltet werden müssten; er habe grundlegende (wenn auch noch nicht spezifizierte ) Pläne, um alle Löhne möglichst zu steigern und die Preise aller durch diese hochentlohnten Arbeiter hergestellter Waren möglichst tief zu senken; er sei hundertprozentig für die Arbeiter, aber hundertprozentig gegen alle Streiks; er beabsichtige, den Vereinigten Staaten eine solche Rüstung zu geben und sie in der Erzeugung von Kaffee, Zucker, Parfüms, Stoffen und Nickel so unabhängig von jeder Einfuhr zu machen, dass man auf die übrige Welt pfeifen konnte - und für den Fall, dass die Welt dann die Unverschämtheit haben sollte, ihrerseits auf Amerika zu pfeifen, dann deutet Buzz an, müsste er sich ihrer annehmen und nach Recht und Ordnung sehen.“ S. 71 Mit diesem Zitat möchte ich meinen Kommentar beginnen, denn wenn man das Wahlprogramm von Buzz Windrip im Roman liest, kann man die Aktualität, die Parallelen zu den USA einfach nicht übersehen, es könnte doch fast, zumindest so ähnlich, erst in den Zeitungen gestanden haben, als Satire auf jeden Fall. Vielleicht auch deshalb wurde Sinclair Lewis Roman aus dem Jahr 1935, damals in den USA ein aufsehenerregender Bestseller neu aufgelegt. Als Leser darf man Doremus Jessup „begleiten“, den liberalen Zeitungsherausgeber des „Daily Informer“, der „Bibel für den konservativen Farmer“, der durch seine Leitartikel schon immer gerne provoziert hat, und dadurch erfahren wie die Bevölkerung reagiert, wie die Wahlvorbereitungen, die Wahl und dann die Machtübernahme abläuft und erhält schließlich auch Einblick in seine Versuche dagegen anzugehen. „Warte nur bis Buzz den Laden übernimmt. Das wird einen feinen Faschismus geben. Unsinn. Unsinn Das ist bei und nicht möglich, in Amerika. Wir sind doch in einem freien Land.“, das sind die ersten Stimmen im Land, aber allgemeine Unzufriedenheit herrscht und Buzz hat scheinbar die richtigen Männer hinter sich versammelt. Einer davon Reverend Paul Peter Prang, ein Bischof dessen politisches Evangelium immer mehr Anhänger findet, das wirkliche Gehirn war aber der „satanische Sekretär im Hintergrund“ Lee Sarason. Alles andere als unumstritten, kann sich Buzz unter den vier, nach zwölf Stichwahlen hervorgegangen, Bewerbern durchsetzen und wird zum Kandidaten der Demokraten ernannt. Ein entscheidender Vorteil zu dieser Zeit, so kann er dadurch vehement versichern, weder Nazi noch Faschist, sondern ein waschechter Demokrat zu sein. Zudem erlangt er durch „rednerische Orgasmen“ Macht über seine Zuhörerschaft, denn er hat „ein leuchtendes, von Herzen kommendes Lächeln, das er nach Belieben ein und ausschalten konnte … wie elektrisches Licht und das seine Hässlichkeit reizvoller machte als einen hübschen Jungen sein einfältiges Lächeln.“. Auch ein Gegenkandidat wie Walter Trowbridge, die Hoffnung der Republikaner, „der unter dem Mangel litt, ein ehrlicher Mann zu sein.“, spielt Buzz den Ball zu und so wird er nach einem perfektionierten Wahlkampf Präsident. Bis hier hin kommt Lewis den aktuellen Geschehnissen sehr nahe. Allerdings, im Gegensatz zu Trump, der es mit der es mit der Wahrheit auch nicht so genau nimmt, aber dessen Dekrete an geltende Gesetze gebunden sind, wird Buzz zum Alleinherrscher. Sofort nach Machtübernahme vereinigt er Exekutive und Judikative, schaltet Kontrollinstanzen aus und installiert mithilfe der „Minuten Männer“ ein Terrorregime und das alles ohne dass sich ihm wirklich jemand ernsthaft widersetzt. Ein Szenario, das eher an die Machtübernahme Hitlers in Deutschland zu dieser Zeit erinnert, bestimmt auch dadurch inspiriert war. Mich hat dieses Buch brennend interessiert, schon alleine die Tatsache, dass sich ein Autor vor 80 Jahren ein Szenario erdacht hat, das fast so ähnlich eintritt, fand ich faszinierend. Allerdings wurde meine Euphorie schon auf den ersten Seiten ausgebremst. Das Buch entstand vor 80 Jahren, der Schreibstil, Persönlichkeiten und Tatsachen, die zum Vergleich dienen, dementsprechend auch aus dieser Zeit. Ich brauchte einige Zeit um mich einzulesen, musste häufig zweimal lesen und auch bei Vielem, was mich dann eben doch näher interessierte, Google befragen. Es wurde leichter, ich konnte sogar oft schmunzeln, z.B. bei Formulierungen wie „Doremus von Natur aus Langschläfer und Herumrekler, hatte sich, um acht geweckt, heroisch aufgerafft und den Tag mit vollen sechs Armbeugen begonnen.“ oder Ergänzungen wie Dozent für Griechisch, Latein und Sanskrit (zwei Hörer), aber wirklich leicht ist mir das Lesen bis zum Ende hin nicht durchgängig gefallen. Für Doremus, der mir im Übrigen überaus gut gefallen hat, war Buzz „platt, fast ungebildet, ein oftmals überführter Lügner, seine Weltanschauung geradezu idiotisch, während seine berühmte Frömmigkeit, die eines Reisenden in religiösen Artikeln und sein noch berühmterer Humor der schlaue Zynismus eines Dorfkrämers waren.“. Muss es den Menschen nur ein bisschen schlecht gehen, das Land vielleicht nicht in einer optimalen Position auf der Liste der Mächtigen stehen und einer kommen, der finanziellen Profit verspricht und sich gut verkaufen kann, damit ein solcher Mann alles gegen die Wand fahren kann? Alles in allem bin ich froh, dass ich mich trotzdem mir der Schreibstil doch einige Schwierigkeiten bereitet hat und für was ich auch einen Stern abziehe in meiner Wertung, durch das Buch „gekämpft“ habe, weil ich die Geschichte, die erzählt wird wirklich wenn auch erschreckend, außerordentlich gut finde.

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