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Das Fräulein von Scuderi

Erzählung aus dem Zeitalter Ludwig des Vierzehnten

Reclam Universal-Bibliothek 25

(6)
Die Schattenseiten des menschlichen Daseins: Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in Paris. Abgesehen hat er es auf adlige Männer, die ihren Geliebten ein Schmuckstück schenken wollen. Fräulein von Scuderi, Dichterin am Hof König Ludwigs XIV., wird in das Geschehen verwickelt und bemüht sich, den Schuldigen zu finden und die Morde aufzuklären. E. T. A. Hoffmann, Dichter der Epoche der Romantik, schildert die zum Teil auf realen Begebenheiten beruhenden Ereignisse dieser Erzählung in typisch wundervoll-düsterer Weise.
Portrait
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (dritter Taufname eigentl. Wilhelm), 24. 1. 1776 Königsberg - 25. 6. 1822 Berlin. H. stammte aus einer Advokatenfamilie und studierte von 1792 bis 1795 Jura in Königsberg; daneben zeichnete, malte, schrieb und komponierte er. 1796-1807 führte ihn die juristische Laufbahn von Glogau (1796-98; 1798 Referendar-Examen) über Berlin (1798-1800; 1800 Assessor-Examen), Posen (1800-02) und Plock an der Weichsel (1802-04, Strafversetzung wegen bissiger Karikaturen) nach Warschau (1804-07; Regierungsrat). Nach der Besetzung Warschaus durch napoleonische Truppen verlor H. sein Amt und ging Mitte 1807 nach Berlin, dann nach Bamberg, wo er als Musikdirektor am Theater scheiterte, aber ohne of¿zielle Anstellung in verschiedenen Funktionen (Kapellmeister, Komponist, Theaterarchitekt und -maler) weiter für das Theater arbeitete. Daneben gab er Musikunterricht, wobei die Leidenschaft für seine Schülerin Julia Mark in seine Dichtungen einging. 1813-14 war er als Kapellmeister in Dresden tätig; 1814 vollendete er seine Oper Undine (UA 1816 Berlin). Als er im Zuge des Neuaufbaus der Verwaltung durch Vermittlung seines Freundes Th. G. v. Hippel 1814 wieder in den preußischen Staatsdienst aufgenommen wurde (1816 Kammergerichtsrat), verband er p¿ichtbewusste Amtsführung mit intensiver literarischer Produktion. Von 1819 bis 1821 war er Mitglied einer Kommission, die gemäß den Karlsbader Beschlüssen hochverräterische Umtriebe untersuchen sollte. Die Kommissionsmitglieder bewiesen Rückgrat und wandten sich wiederholt gegen polizeiliche Übergriffe. 1821 wurde H. in den Oberappellationssenat des Kammergerichts, die oberste Instanz der preußischen Strafgerichtsbarkeit, versetzt, doch Anfang 1822 wegen seines satirischen Märchens Meister Floh mit einem Verfahren (Verletzung der Amtsverschwiegenheit) überzogen, vor dessen Konsequenzen ihn Krankheit und Tod bewahrten. H.s vielseitige künstlerische Begabung machte ihm selbst die Entscheidung für eine bestimmte Kunstform schwer. Zunächst stellte er sich selbst nur die Frage, ob er wohl zum Mahler oder zum Musiker gebohren sei (1803), und lange schien die Entscheidung zugunsten des Musikers gefallen zu sein, bis dann mit der 1809 entstandenen Novelle Ritter Gluck und den darauf folgenden Rezensionsaufträgen die Literatur allmählich neben bzw. - nach der Vollendung der Undine-Oper - vor die Musik trat. Als Dichter beschränkte sich H. fast ausschließlich auf Prosagattungen, wobei er viele seiner Geschichten, Novellen, Märchen und z. T. auch kritischen Aufsätze unter bestimmten erzählerischen und/oder thematischen Gesichtspunkten zu großen Sammlungen vereinigte. Daneben stehen die beiden großen Romane, die die Tradition des Schauerromans aufnehmenden Elixiere des Teufels und der Doppelroman Kater Murr mit seiner Verbindung von Kater-Autobiographie als Bildungsromanparodie und romantischer Musiker-Biographie. Zu den charakteristischen Eigenschaften seines Werkes zählt ein grundsätzlicher Dualismus, der in verschiedenen Ausprägungen erscheint: als Gegensatz von Kunst und Leben bzw. Künstler- und satirisch geschilderter Spießerwelt, von phantastisch-grotesker bzw. märchenhafter Kunst und bürgerlich-vernünftiger Normalität, von äußerer Wirklichkeit und den (von Gotthilf Heinrich Schubert beschriebenen) 'Nachtseiten' der Innenwelt, von romantischem religiösen und künstlerischen Enthusiasmus und scharfer, grotesker Satire oder bizarrem Humor. Die Aufhebung der Gegensätze, die Harmonie von Innen und Außen ist nur in der Kunst möglich, und die Verkennung der radikalen Trennung von Kunst und Leben bzw. die Unfähigkeit, Innen und Außen zusammenzuschauen, führt letztlich zur Zerstörung des Bewusstseins. Dabei sorgt häüg eine mehrfach perspektivisch gebrochene Erzählweise dafür, dass für den Leser die Grenzen von Schein und Wirklichkeit undeutlich werden. In späten Erzählungen wie Des Vetters Eckfenster (1822) verschiebt sich das Verhältnis von Innen- und Außenwelt zugunsten der äußeren Wirklichkeit und macht eine Annäherung an die realistische Erzählkunst des 19. Jh.s sichtbar. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 79
Erscheinungsdatum 01.01.1986
Serie Reclam Universal-Bibliothek 25
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-000025-0
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 147/95/7 mm
Gewicht 47
Verkaufsrang 442
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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der Serienkiller Cardillac
von Twins am 01.09.2012

Ich musste mir "Das Fräulein von Scuderi" für den Deutschunterricht besorgen. Ich bin kein großer Fan von Reclam-Heftchen :P Aber dieses Büchlein hat mich postiv überrascht. Die Sprache war gut zu verstehen und die Handlung sehr spannend. Also, wenn jede Schullektüre so wäre... haha

Ein Klassiker, aber man muss sich darauf einlassen können
von Mandurah aus Wunstorf am 22.03.2009

"Das Fräulein von Scuderi" ist eine Erzählung aus dem Zeitaler Ludwig des Vierzehnten und im Vergleich zu zum Beispiel Schiller finde ich, dass der Sprachstil des E.T.A. Hoffmann in die Jahre gekommen ist, während sich Schillers Stil dagegen noch recht jugendlich ausnimmt. Wenn man sich darauf jedoch einlässt, ist... "Das Fräulein von Scuderi" ist eine Erzählung aus dem Zeitaler Ludwig des Vierzehnten und im Vergleich zu zum Beispiel Schiller finde ich, dass der Sprachstil des E.T.A. Hoffmann in die Jahre gekommen ist, während sich Schillers Stil dagegen noch recht jugendlich ausnimmt. Wenn man sich darauf jedoch einlässt, ist die Erzählung nett gemacht. Etwas ausgeschmückter wäre daraus in der heutigen Zeit sicher ein lesenswerter Krimi geworden. Zur Handlung: In Paris werden des Nachts mehrere Menschen überfallen und ausgeraubt, meist kommen sie dabei auch zu Tode. Auffällig ist, dass alle wertvollen Schmuck bei sich führen, den sie zu ihrer Liebsten bringen wollen. Da die Polizei trotz intensiver Bemühungen den Täter nicht fassen kann, heißt es in der verängstigten Bevölkerung bald, der Teufel sei im Spiel (Stichwort Irrationalismus). Das Fräulein von Scuderi, die in der Gunst des Königs steht, wird in das Geschehen hineingezogen, als ihr ehemaliges Ziehkind als vermeintlicher Täter verhaftet wird. Da dieser seine Unschuld vehement beteuert und seine Liebste in der Scuderi erneut mütterliche Gefühle und Beschützerinstinkte weckt, mischt sie sich mit viel Gefühl dort ein, wo die Polizeigewalt zu versagen und den Falschen zu richten droht.

Unbedingt lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden am 22.02.2006

Ich habe diese Büchlein das erste Mal in der, glaub ich, vierten Klasse gelesen und war damals schon davon begeistert. Da ich mein damaliges Exemplar nicht mehr finden konnte, hab ich's mir vor kurzem einfach nochmal gekauft und gleich zweimal hintereinander gelesen. Obwohl einige Wörte etwas veraltet sind, finde... Ich habe diese Büchlein das erste Mal in der, glaub ich, vierten Klasse gelesen und war damals schon davon begeistert. Da ich mein damaliges Exemplar nicht mehr finden konnte, hab ich's mir vor kurzem einfach nochmal gekauft und gleich zweimal hintereinander gelesen. Obwohl einige Wörte etwas veraltet sind, finde ich, daß sie einfach nötig sind, um einen in die Zeit von Ludwig dem 14. zu versetzten. Und wenn man die Anmerkungen dazu liest, sollten diese auch verständlich sein. Auch bin ich der Meinung, daß es ziemlich gut ohne Kapiteln aus kommt, vor allem, wenn man bedenkt, daß es grad mal um die 70 Seiten sind. Hoffmann schafft es, wie schon gesagt, einfach in die alte Zeit zu versetzen, in das Paris von damals, mit den kleinen verschlungenen Gasse und seiner vornehmen Art. Dies wiederum wird durch die Wortwahl unterstrichen, da man sich wie bei Hofe wähnt. Obwohl meines Erachtens die damalige Armut des "gemeinen Volkes" außer Acht gelassen und Ludwig der 14. verherrlicht wird. Denoch fesselt die Erzählung und baut eine Spannung auf, so daß man kaum das Ende/die Auflösung erwarten kann. Ganz besonders die Entwirrung des gesamten "Verbrechens" durch das Fräulein von Scuderi.


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