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Amerigo

Die Geschichte eines historischen Irrtums

(1)
Nach welchem Mann ist Amerika "Amerika" benannt?
Diese Frage beantwortet schon jedes Schulkind stramm und unbedenklich: nach Amerigo Vespucci.
Aber die zweite Frage wird selbst die Erwachsenen schon zögernder und unsicherer finden, die Frage: Warum eigentlich wurde dieser Weltteil gerade auf Amerigo Vespuccis Vornamen getauft? Weil Vespucci Amerika entdeckte? Er hat es niemals entdeckt! Oder vielleicht, weil er als Erster statt bloß der vorgelegenen Inseln das eigentliche Festland betreten hat? Auch deshalb nicht, denn nicht Vespucci hat als Erster den Kontinent betreten, sondern Columbus und Sebastian Cabot. Also dann vielleicht, weil er trügerisch behauptet hat, als Erster hier gelandet zu sein? Vespucci hat nie diesen Rechtstitel bei irgendeiner Instanz angemeldet. Oder weil er als Gelehrter und Kartograf diesen seinen Namen für dieses Land ehrgeizig vorgeschlagen? Nein, auch dies hat er niemals getan und wahrscheinlich zeit seines Lebens nie von dieser Namensgebung erfahren. Aber warum, wenn er nichts von all dem geleistet, warum fiel gerade ihm die Ehre zu, seinen Namen für alle Zeiten zu verewigen? Warum heißt dann Amerika nicht Columbia, sondern Amerika? ...
Portrait
Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und schied am 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.

Zweig wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf und studierte bis 1904 Philosophie, Germanistik und Romanistik in Berlin und Wien. Er unternahm Reisen in Europa, nach Indien, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika. 1917/18 bekannte er sich in Zürch u.a. mit Hermann Hesse, James Joyce und Annette Kolb als Kriegsgegner und pflegte Freundschaften mit Émile Verhaeren und Romain Rolland.
Von 1919 bis 1938 lebte er in Salzburg, unternahm jedoch 1928 eine Russlandreise und hielt sich ab 1935 häufig in England auf, bis er 1938 dann nach England emigrierte. Im Jahr 1940 zog es Zweig zunächst nach New York, bis er letzlich ab 1941 sein Zuhause in Petrópolis, Brasilien, fand. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten.

»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.« Marcel Reich-Ranicki
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 87 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.04.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783743178793
Verlag BoD E-Short
Dateigröße 1544 KB
eBook
0,99
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Wie Amerika zu seinem Namen kam
von Mandurah aus Wunstorf am 29.12.2007
Bewertet: Taschenbuch

Amerigo Vespucci war sowohl Kaufmann als auch Navigator und Seefahrer, zudem stand er im Dienst der mächtigen Medici – zum Namensgeber des Kontinents avanchierte er jedoch dank einer Kette schier unglaublicher Irrungen und Wirrungen, die Stefan Zweig hier in einer weiteren überaus gelungenen historischen Miniatur ausführt. Obschon Vespucci einer angesehenen... Amerigo Vespucci war sowohl Kaufmann als auch Navigator und Seefahrer, zudem stand er im Dienst der mächtigen Medici – zum Namensgeber des Kontinents avanchierte er jedoch dank einer Kette schier unglaublicher Irrungen und Wirrungen, die Stefan Zweig hier in einer weiteren überaus gelungenen historischen Miniatur ausführt. Obschon Vespucci einer angesehenen florentinischen Familie entstammte, war er gewiss kein einflussreicher Mann. Entsandten ihn die Medici zunächst als Schiffsausrüster nach Spanien, wurde ihm bald dank seines eigenen Engagements und durch Einflussnahme seines Dienstherrn aufgetragen, die entlegenen Winkel Südamerikas nach lohnenden Gütern zu erkunden. Im Gegensatz zu Kolumbus, der stets meinte einen neuen Seeweg nach Indien entdeckt zu haben, erkannte Vespucci dabei rasch, dass es sich um einen eigenen Kontinent handelte – auch wenn niemandem damals die Abmessungen klar waren. Seine Schriften führten dazu, dass der 27jährige deutsche Provinzgeograph Martin Waldseemüller in seinem Werk „Cosmographiae Introductio“ im Jahre 1507 den Vorschlag machte, den Kontinent doch nach seinem wahren Entdecker zu benennen: „Heute sind diese Teile der Erde (Europa, Afrika und Asien) bereits vollkommen erforscht und ein vierter Weltteil von Amerigo Vespucci entdeckt. Und da Europa und Asien weibliche Namen empfangen haben, sehe ich keinen Einwand, diese neue Region nicht Amerigo, das Land Amerigos oder America nach dem weisen Mann zu nennen, der es entdeckt hat.“ Gleichzeitig druckte Waldseemüller diesen Namen neben den entsprechenden Absatz und trug ihn in der dem Werk beigelegten Weltkarte entsprechend ein. Wenn auch sonst vieles im Leben des Vespucci unklar ist und vor allem die Authentizität seiner Schriften in Zweifel gezogen wird – was im Hinblick auf die im Laufe der Jahre entstandenen Übertragungs- und Überlieferungsfehler jedoch nicht weiter verwunderlich ist - sind sich die Historiker doch in einer Sache einig: Das Verdienst, Amerika als ein neues Land erkannt zu haben, gebürt dem kleinen Kaufmann Vespucci und nicht dem großen Konquistador Kolumbus. Wirklich eine sehr lesenswerte Darstellung des schier aberwitzigen Spiels aus Zufällen und schicksalhaften Ereignissen!