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Von dieser Welt

Roman

»Das Werk James Baldwins ist von großer Wucht und Schönheit.«

Georg Diez in ›Der Spiegel‹

Dies ist die Geschichte des jungen John Grimes, der erlebt, wie ein einziger Tag unsere Welt zum Einstürzen bringen kann und wie genau darin unsere Rettung liegt. James Baldwins erster Roman glich einem Befreiungsschlag - für ihn selbst und für alle, die nach ihm kamen. Hart und realistisch, von einer düsteren Eleganz, zärtlich, wahrhaftig und von großer symbolischer Kraft.

Rezension
»›Von dieser Welt‹ ist ein großartiges Buch, erzählt von einer eindringlichen Stimme, die bis in die Gegenwart widerhallt.«
Stefanie Rufle, booksection.de 28.02.2018
Portrait

James Baldwin (1924-1987) in New York geboren, war und ist vieles: ein verehrter, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und eine Ikone der Gleichberechtigung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Herkunftsmilieus. Er war der erste schwarze Künstler auf einem Cover des ›Time Magazine‹. Baldwin starb 1987 in Südfrankreich.

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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 320 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 28.02.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783423434133
Verlag dtv
Originaltitel Go tell it on the mountain
Dateigröße 671 KB
Übersetzer Miriam Mandelkow
Verkaufsrang 35310
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Buchhändler-Empfehlungen

The only one who could ever reach me was the son of a preacher man.(...)

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

Dem DTV Verlag ist es zu verdanken, dass hierzulande James Baldwin eine kleine Renaissance erlebt. Die neue Übersetzung von Miriam Mandelkow ist meiner Meinung nach gut gelungen, nur beim Titel hätte man anders entscheiden können. Beschreibt das dem afroamerikanischen Spiritual anspielenden Originaltitel "Go Tell it on the Mountain" den Inhalt und den Roman besser als „Von dieser Welt“. Der Roman wurde literarisch geadelt, als er auf der Liste „Der hundert besten englischsprachigen Romane des zwanzigsten Jahrhunderts“ (The Modern Library) mit aufgenommen wurde. Er teilt sich dort zum Beispiel die Platzierung mit Werken von F. Scott Fitzgerald „The grate Gatsby“ und unter anderem mit Ulysses von James Joyce. Das sich die Leben von John Grime, dem Hauptcharakter in diesem Buch und James Baldwin ähneln kommt nicht von ungefähr. Baldwin hat seinen Debütroman, wurde 1953 das erste Mal veröffentlicht, stark biografisch gefärbt. Zeitlebens hatte der Schriftsteller ein ambivalentes Verhältnis zu seiner amerikanischen Heimat. Er emigrierte zweimal nach Europa und wurde aber nie ganz aus dem afroamerikanischen Gedächtnis gestrichen. 1987 starb James Baldwin an den Folgen von Krebs. Seine Romane gehören für mich neben jenen von Truman Capote zu den wichtigsten literarischen Stimmen Amerikas. Sein später Ruhm gipfelt nun in der Verfilmung seines Romans „Beale Street Blues“. Ein Drama von Barry Jenkins, der bereits bei den Oscars 2017 für den Film „Moonlight“ einen Oscar erhielt. Wer sich den Themen im Buch nähern möchte bezüglich religiösen Fanatismus, unterdrückter Homosexualität und Homophobie, dem kann ich Miriam Toews „Die Aussprache“ und Garrard Conleys „Boy Erased“ empfehlen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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James Baldwins erster Roman wiederentdeckt
von einer Kundin/einem Kunden am 16.04.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Offenbar erlebt James Baldwin gerade eine Rezeptionsrenaissance. Das ist absolut begrüßungswert - sicherlich gibt es inzwischen eine Handvoll homosexueller Afroamerikaner, die einem einfallen: RuPaul, Billy Porter, Tituss Burgess, Wanda Sykes, aber die wirken heute. Baldwin hatte höchstens Langston Hughes als bekannten Vorreiter... Offenbar erlebt James Baldwin gerade eine Rezeptionsrenaissance. Das ist absolut begrüßungswert - sicherlich gibt es inzwischen eine Handvoll homosexueller Afroamerikaner, die einem einfallen: RuPaul, Billy Porter, Tituss Burgess, Wanda Sykes, aber die wirken heute. Baldwin hatte höchstens Langston Hughes als bekannten Vorreiter. Dennoch ist das auf einem noch immer sehr weißen und heterosexuellen Buchmarkt überraschend. Es ist erstaunlich, dass "Von dieser Welt" gerade mal drei Jahre vor "Giovannis Zimmer" entstand. Nicht dass "Giovannis Zimmer" ein sorgloser Roman war, aber die Figuren scheinen sich selber zu einem gewissen Grad gefunden zu haben, während John, der Protagonist hier, sein eigenes Wesen durch den Filter der Kirche betrachtet und alles zu unterdrücken versucht, was gegenläufig ist. Das führt zu Bildern, die von der Apokalypse inspiriert sind, was ohne Frage beeindruckend zu lesen ist und doch aus heutiger Perspektive frustrierend ist. Auf der anderen Seite ist natürlich die LGBTQ-Bewegung nicht so weit, dass universelle Akzeptanz durchgesetzt ist. Von daher hält der Roman von 1953 auch der heutigen Zeit noch einen Spiegel vor. In der Verklausulierung erinnert "Von dieser Welt" teils an "Tod in Venedig", allerdings ist in Baldwins Roman das relevante Personal zahlreicher. Die Figuren mögen nicht notwendigerweise sehr liebenswert sein, klar gezeichnet sind sie aber schon - selbst wenn sie gegen die Kraft der Themen nicht ganz ankommen.

"...Liebe reißt Masken ab..."
von einer Kundin/einem Kunden am 12.09.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

"Die Liebe reißt die Masken ab, von denen wir fürchten, dass wir ohne sie nicht leben können, und von denen wir wissen, dass wir mit ihnen nicht leben können." Dies ist das zentrale Anliegen des Romans von James Baldwin. Es ist eine Geschichte von Armut und Rassismus , es ist die Geschichte des Autors, die er sich von der Seele ... "Die Liebe reißt die Masken ab, von denen wir fürchten, dass wir ohne sie nicht leben können, und von denen wir wissen, dass wir mit ihnen nicht leben können." Dies ist das zentrale Anliegen des Romans von James Baldwin. Es ist eine Geschichte von Armut und Rassismus , es ist die Geschichte des Autors, die er sich von der Seele geschrieben hat. In seinem autobiographischen Roman versucht Baldwin den Fanatismus seines religiös übereifrigen Vaters zu ergründen und kommt ihm so auf die Spur. Vor vielen Jahren, 1984, las ich diesen Roman in einer Ausgabe eines DDR-Verlages unter dem Titel "Eine andere Welt", gab das Buch später meiner Tochter weiter, die ebenso fasziniert war und es später nochmal in Englisch gelesen hat. Es ist beeindruckend, wie aktuell die Themen heute noch sind, denn Hass in einem Menschen verändert diesen und setzt sich über Generationen fort.Und so lassen sich Rückschlüsse auf unsere Gesellschaft ziehen. Aber Baldwin macht uns auch Hoffnung, hat er doch seinen eigenen Schmerz überwunden... Er erzählt in einer sinnlichen, kraftvollen Sprache, die ihre Wurzeln genauso im Blues wie in der Bibel hat, und der man von der ersten Seite an ausgeliefert ist und lässt uns teilhaben am Leben im Harlem der 1960er Jahre. Mit großer Intensität und Offenheit beschreibt er die Probleme des Miteinanderlebens in einer rassistisch gespaltenen Gesellschaft, die von Vereinsamung und Gefühlsverlust und auch von Hoffnung auf Anerkennung und ein sinnerfülltes Leben gekennzeichnet ist. Klare Empfehlung!

"Ich möchte ein ehrlicher Mann und ein guter Schriftsteller sein!"
von einer Kundin/einem Kunden am 23.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

James Baldwin war nicht nur ein guter Schriftsteller, sondern einer der besten und wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein Erstlingswerk "Go tell it on the mountain" liegt jetzt bei dtv in einer genialen Neuübersetzung vor, nach der Lektüre kann man nur hoffen, daß "Von dieser Welt" der Auftakt zu einer deu... James Baldwin war nicht nur ein guter Schriftsteller, sondern einer der besten und wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein Erstlingswerk "Go tell it on the mountain" liegt jetzt bei dtv in einer genialen Neuübersetzung vor, nach der Lektüre kann man nur hoffen, daß "Von dieser Welt" der Auftakt zu einer deutschen Werkausgabe ist; die alten Übersetzungen aus den 60er und 70er Jahren wurden dem Autor einfach nicht gerecht... Das Buch läßt sich recht einfach zusammen fassen: Harlem in den 30er Jahren; John Grimes, ältester Sohn eines schwarzen Predigers, feiert seinen 14. Geburtstag. Wie schon so oft in den letzten Wochen plagen ihn unzüchtige Gedanken, er weiß nichts damit anzufangen, daß er sich nicht nur für Mädchen interessiert, sondern auch für junge Männer. Hilfe und Unterstützung bekommt er von seinem bigotten Vater nicht wirklich, und so wendet er sich in der kleinen Kirche seiner Gemeinde beim Gottesdienst direkt an "den Herrn", verbunden mit der Bitte um Erklärung und eventuelle göttliche Offenbarung. Die Stundes dieses Gottesdienstes werden zur Reflektion seiner Familiengeschichte, wo die Mutter herkommt, woher der Vater, in der Kirche trifft der "alte amerikanische Süden" auf die vermeintlich weltoffene Großstadt. Und John beginnt zu verstehen.... Dieser stark autobiographische Roman ist keine Protestliteratur, war von Baldwin auch nicht so geplant, er wollte einfach sein Mann-werden als Schwarzer in einer übermächtigen weißen Welt erzählen - und das ist einfach perfekt geschehen! Ein hinreißendes Buch! Und das farbige Gegenstück zu Salingers "Fänger im Roggen".